Diplomaten-Autos in Berlin 2017 — 22.903 Verkehrsverstöße – Russland führt

Die Berliner Polizei hat im Jahr 2017 insgesamt 22.903 Verkehrsordnungswiderigkeiten von Botschafts-Autos gezählt. Ganz vorne dabei: Die Fahrzeuge mit dem 01-Kennzeichen der Russischen Förderation.

Sie „verbuchen“ 871 Ordnungswidrigkeiten, gefolgt von den Diplomaten-Autos der USA und der von Ägypten (siehe Tabelle). Ein besonderes krasses Beispiel ist auf Botswana auf dem sechsten Platz. Die insgesamt 535 Verstöße gegen die StVO wurden von lediglich sieben Fahrzeugen begangen. Bedeutet, jedes dieser Botschaftsfahrzeuge vereint 76 Verstöße pro Jahr auf sich.

Im Vergleich zu 2016 stieg die Anzahl der Verkehrsverstöße leicht, damals wurden von der Polizei 22.816 Vergehen erfasst. In weiten Teilen handelt es sich um Falschparken und zu schnelle Fahren, aber auch in Unfälle sind Diplomaten-Fahrzeuge verwickelt gewesen. Konkret 2017: 55 Crashs mit 22 leicht und sechs schwer Verletzten. Außerdem gab es einen Toten.

Saudi-arabischer Botschafter verursacht tödlichen Unfall

Dieser Fall sorgte in Juni 2017 bundesweit für Schlagzeilen. Der Fahrer eines Porsche Cayenne mit Diplomaten-Kennzeichen parkte im Halteverbot auf einem Fahrradweg und öffnete unachtsam die Fahrertür. Ein 55-jähriger Radfahrer pralle gegen die Tür, zog sich schwere Kopfverletzungen zu und verstarb wenig später im Krankenhaus. Der Unfallverursacher, ein saudi-arabischen Botschafter ging straffrei aus, musste jedoch nach einer Verbalnote des Auswärtigen Amts das Land verlassen. In einer Stellungnahme Saudi-Arabiens entschuldigte sich die Botschaft bei den Hinterbliebenen des Unfallopfers und zahlte an die Witwe eine Entschädigung. Nach diesem Vorfall gingen die Ordnungswidrigkeiten der saudi-arabischen Botschaftautos, die bisher das Ranking jahrelang anführten, deutlich zurück.

Wie viele Fahrzeuge über ein Diplomatenkennzeichen in Deutschland verfügen ist nicht bekannt, das Auswärtige Amt nennt keine Daten. Immerhin so viel: rund 3.000 Personen aus 191 Staaten in Deutschland verfügen über einen Diplomatenausweis und genießen Immunität. Sie sind vor der Strafverfolgung, gerichtlicher Inanspruchnahme und Vollstreckungshandlungen geschützt. Übrigens: Das Kennzeichen für hohe Diplomaten beginnt immer mit einer 0, es folgt ein zweiter Ziffernblock, der den Ländercode (z.B. 17 für die USA, 118 für Saudi-Arabien) angibt, danach folgt der Dienstgrad des Halters (je kleiner, desto höher der Dienstgrad). Darüber hinaus muss das Fahrzeug noch einen CD-Aufkleber (Corps Diplomatique) tragen. Mitarbeiter von Botschaften haben statt der 0 den Zulassungsbezirk im Kennzeichen („B“ für Berlin z.B.) Die dritte Variante ist das Konsulatskennzeichen. Es beginnt mit dem Zulassungsbezirk und trägt eine drei- bis fünfstellige Nummer, die immer mit „9“ beginnt. Am Fahrzeug ist ein CC-Aufkleber angebracht (Corps Consulaire). Bei Amtsfahrten sind Berufskonsule vor der Strafgerichtsbarkeit befreit, bei Privatfahrten nicht.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/diplomaten-autos-2017-22-903-ungeahndete-verkehrsverstoesse-8164529.html

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