Drift Challenge 2018 — Hier kommen Quereinsteiger voll auf ihre Kosten

Die Sonne lacht, der Asphalt ist heiß und die Reifen qualmen. Wie bitte? Ja, genau! Bei den High Performance Days 2018 am Hockenheimring geht’s von morgens bis abends quer zur Sache. Die Drift Challenge lockt auch in diesem Jahr viele hundert Zuschauer von ihren Sofas an die Strecke.

Mit bis zu 200 Kilometer pro Stunde donnern die Teilnehmer an diesem Wochenende auf die erste Rechtskurve zu. Was dann passiert gleicht einem kontrollierten Absturz. Denn anstatt normal nach rechts zu lenken, wird kurz das Gas gelupft und zeitgleich für eine Millisekunde nach links gelenkt. Der nächste Schritt zeigt dann aber doch noch zum Glück, dass hier keine Kamikaze-Piloten in bis zu 750 PS starken fahrende Suizidhilfen unterwegs sind. Denn anstatt in die linke Begrenzung zu fliegen, wird kurz rechts gelenkt und das Fahrzeug der Marke BMW, Nissan Lexus, Mazda, Mercedes oder Toyota beginnt mit dem langgezogenen Drift gen Mercedes-Arena und somit genau in Richtung der feiernden Zuschauer.

Drei Richter (fast) eine Meinung

Doch nicht nur die Zuschauer sehen an diesen Tagen zahllose Heldentaten in Driftform. Unter den sechs Augen der drei Richter Rohan van Riel aus Luxemburg, Lars Verbraeken aus den Niederlanden und Florian Zimmermann aus der Schweiz, versuchen die Drifter die maximale Punktzahl zu erdriften. Doch um 100 Punkte zu erzielen, müsste schon alles perfekt ablaufen – was nahezu unmöglich ist. Nach den ersten Trainings und dem absolvierten Qualifying hat der Pilot der Startnummer 10 zumindest fast die magische 100 erreicht. Sebastian Frontijn schaffte in drei Läufen einen fast perfekten mit satten 96 Punkten, drei Punkte vor Startnummer 3 Chris Nigemeier. „Die perfekte 100 gibt es vielleicht alle vier Jahre einmal“, schätzt der Dritte des Qualifyings Uwe Sener.

Darauf kommt es an

„Wir achten vor allem auf die Linie gefolgte von den durchgeführten Korrekturen. Hier gilt: Je weniger, desto besser. Sobald der Teilnehmer die Strecke verlässt, gibt’s null Punkte“, erklärt Florian Zimmermann. „Das Tempo ist übrigens zu vernachlässigen. Zumindest für uns. Die Zuschauer lieben hohe Geschwindigkeiten“, ergänzt Lars Verbraeken. Uwe Sener hat da seine eigene Meinung zu: „So schnell ist man selten beim Driften. Normalerweise leiten wir bei knapp 100 km/h den Drift ein. Da braucht’s schon ein wenig mehr Mut als sonst. Aber wer sich langsam rantastet, bekommt’s auch hin.“

Frauenpower

Drifterin Denise Ritzmann (Platz 21 im Qualifying) hat so ihre Erfahrungen mit flotten Kurven gemacht: „“Mir sagte mal jemand an einem Rennwochenende: Für diese Kurve dort braucht es schon ein Paar Eier, um die so schnell zu nehmen„, verrät Denise Ritzmann ernst und erklärt weiter mit einem Schmunzeln im Gesicht: “Dieser Satz hat mich bis zum nächsten Morgen beschäftigt. Denn wo sollte ich als Frau so schnell ein Paar Eier herbekommen? Da fielen mir die Frühstückseier auf. Also, habe ich zwei mit ins Auto genommen, auf der Mittelkonsole montiert und ab ging die wilde Fahrt. Die beiden Eier begleiten mich nun schon seit vier Jahren.„

Streckenposten mit Modelmaßen

Damit solch ein Rennwochenende seinen sicheren Weg gehen kann, bedarf es allerdings mehr als nur der Teilnehmer und der Richter. Unzählige Helfer und Streckenposten wuseln in diesen drei Tagen rund um die Strecke. Ein nettes Pärchen mit Erfahrung ist dieses Mal sowohl in der Mercedes-Arena als auch in der Sachskurve anzutreffen. Das Unterwäsche-Model Lisa Kippenhan und ihr Freund David Hagenbuch wachen über ihre Kurven (die der Strecke!) “Normalerweise bin ich Abschnittsleiter der Sachskurve, doch heute helfe ich zusammen mit meiner Liebsten an der Mercedes-Arena aus. Die Veranstaltung hier ist übrigens bei Weitem spannender als jedes Formel 1-Rennen!„, sprudelt es aus dem 29-Jährigen nur so heraus. Und auch seine acht Jahre jüngere Freundin verrät: “Das ist schon irre, wie die hier ums Eck fliegen. Echt super!„

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/tuning/high-performance-days-2018-drift-challenge/

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