e-Diesel von Audi — Zweiter Forschungsstandort mit neuen Partnern

Audi arbeitet weiter intensiv an der Erforschung synthetischer Kraftstoffe. In der Schweiz werden die Ingolstädter jetzt mit zwei Partnerunternehmen eine Anlage zur Erzeugung von synthetischem Diesel in Betrieb nehmen.

Erstmals mit Wasserkraft wird Audi ab zirka Mitte 2018 in der Schweiz künstlichen Diesel-Kraftstoff, der bei Audi „e-diesel“ heißt, erzeugen. Dafür haben sich die Ingolstädter zwei Partnerunternehmen ins Boot geholt: Die Ineratec GmbH aus Karlsruhe ist für Technik zuständig, während die Energiedienst Holding AG aus Laufenburg im schweizerischen Kanton Argau die Öko-Energie liefert.

Aus Strom, Wasser und CO2 wird Diesel

Dank e-diesel kann ein Verbrennungsmotor CO2-neutral betrieben werden. Die Erzeugung des Kraftstoffs erfolgt nach der Fischer-Tropsch-Synthese. Das Verfahren wurde 1925 von den deutschen Chemikern Franz Fischer und Hans Tropsch entwickelt – seinerzeit für die Kohleverflüssigung. Bei der e-Diesel-Anlage von Audi wird zuerst mittels einer Elektrolyse Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Im zweiten Schritt reagiert Wasserstoff mit Kohlendioxid. Das benötigte CO2 wird entweder aus der Luft oder aus Biogas-Anlagen gewonnen. Die so entstehenden Kohlenwasserstoff-Verbindungen werden im letzten Schritt separiert, am Ende kommen e-Diesel und erneuerbare Wachse heraus. Diese ohne den Einsatz von fossilen Rohstoffen erzeugten Wachse finden beispielsweise in der Kosmetik- und der Nahrungsmittel-Industrie Verwendung.

Den Bauantrag für die e-Diesel-Anlage wollen die beteiligten Firmen noch 2017 stellen, ab Mitte 2018 könnten dann die ersten Liter künstlich erzeugter Diesel gewonnen werden. Die gesamte Anlage hat ungefähr die Größe eines Seecontainers und lässt sich somit an einem Ort montieren und dann relativ leicht zum endgültigen Standort transportieren. Hat die Anlage erstmal ihren vollen Betrieb aufgenommen, sollen bis zu 400.000 Liter synthetischer Diesel pro Jahr erzeugt werden. Der Diesel dient Audi zu Forschungszwecken und soll später auch über noch zu findende Partnertankstellen in den Verkauf gelangen.

Eine Anlage steht bereits in Deutschland

In Dresden betreibt Audi mit dem Dresdner Partner Sunfire bereits seit drei Jahren eine Anlage zur Erzeugung von e-Diesel. Diese arbeitet ebenfalls nach dem Prinzip der Fischer-Tropsch-Synthese. Die neue Anlage in der Schweiz wird aber kleiner sein und mit gleichmäßigen Drücken arbeiten können, wovon sich die Betreiber eine Energieersparnis bei der e-diesel-Produktion erhoffen.

Audi forscht zudem in Sachen künstliches Erdgas (e-gas) und synthetisches Benzin (e-benzin). Am weitesten sind die Ingolstädter beim e-gas: Die Power-to-Gas-Anlage im niedersächsischen Werlte (Emsland) erzeugt bereits synthetisches Methan, wie es für die g-tron-Varianten der Modelle A3, A4 und A5 verwendet werden kann. Die Erforschung von e-Benzin steckt noch in den Kinderschuhen. Hier arbeitet Audi zusammen mit dem französischen Chemieunternehmen Global Bioenergies am sachsen-anhaltinischen Standort Leuna.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/e-diesel-anlage-audi-schweiz-2017-12793083.html

Previous ArticleNext Article

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen