Ein smart ist ein smart, ein Renault ein Renault

Motor-Talk Redakteurin Sabine Stahl führte zur Weltpremiere des neuen smart ein Interview mit dem smart-Marketingchef Martin Hülder. Das Interview findet sich bei Motor-Talk im Bereich der Neuvorstellungen. 

Zwei Zitate fand ich interessant:

MOTOR-TALK: Wie viel Renault steckt im neuen Smart?

Hülder: Wir haben von Beginn der Kooperation an die Anforderung von Smart in die gemeinsame Architektur einfließen lassen. Der schönste Beweis dafür ist der Smart-typische Heckantrieb in den neuen Fahrzeugen. Das war uns wichtig, um den geringen Wendekreis realisieren zu können – und die Länge. Wir teilen uns vieles mit Renault, aber fast nichts, das man sehen kann. Wenn man sich die Autos anschaut, dann sieht man sofort: Ein Smart ist ein Smart, ein Renault ist ein Renault.

Ein Kommentar meinerseits:

Es wäre schön, wenn es so wäre. Doch der neue smart trägt viele zu viele Insignien der Kooperation mit sich herum. Das fängt bei der billigen Blinker-Lösung an, so etwas hätte der Ur-smart nie durch die Gegend gekutscht und endet beim angeblichen Premium-Multimedia-System. Dazwischen landen die Knöpfe aus dem Renault-Regal, die H4-Sparlichter, der Gummiwurst-Schaltknauf und die billigen Hartplastiken außerhalb des direkten Blickfeldes, aber innerhalb der Griffweite des Fahrers.

Und der zweite interessante Teil ist folgender:

MOTOR-TALK: Der ForFour kostet nur 600 Euro Aufpreis, so viel wie bei anderen Herstellern allein zwei zusätzliche Türen kosten. Wie geht das?

Hülder: Bei jedem Fahrzeug gibt es Referenzen. Beim Zweitürer haben wir uns am aktuellen Smart Fortwo orientiert. Beim Viertürer müssen wir uns am Wettbewerb orientieren und der ist in diesem Segment sehr preisaggressiv.

Noch ein Kommentar:

Im  Prinzip ist nicht der Viertürer billig, sondern der Zweitürer zu teuer. Allerdings ohne die erhofften smart-Vorteile im Bereich Qualität und Gadget zu liefern. Der fortwo hat keine natürlichen Fressfeinde in seinem Umfeld. Das war immer schon ein besonderer Vorteil. Das man zusätzlich die Qualität und Haptik bot, die dem kleinen smart das nötige plus an Wertigkeit einbrachte, sorgte für einen Premium-Preis. Ohne das man deswegen mürrisch gewesen wäre.

Beim neuen smart und dieser Argumentation werde ich jedoch mürrisch. Hier steckt zuviel Kooperations-Geist, zu viel Renault, zu wenig Wertigkeit im Fahrzeug. 600 € Aufpreis für einen Viertürer auf Renault-Niveau klingt da erstmal wenig – die Wahrheit scheint aber zu sein: Der eigentliche smart, der fortwo, der hat keinen Mitbewerber – da definiert smart den Preis. Der forfour hat viele Mitbewerber, einige sieht man im direkt an und da definiert der Markt den Preis. Beide jedoch – nutzen zu 100 % die gleiche Technik und nun kann man sich fragen; Ist der forfour günstig, oder der fortwo für das gebotene zu teuer?

Die Antwort werden die Käufer geben. 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

2 Comments

  1. Der smart war aber trotz Überteuerung m.E. auch früher nie wertig. Ich darf das sagen, denn ich hatte mal ein 34.000 Euro teures, teils handgefertigtes "Spitzenmodell", das im Innenraum trotz Nappaleder leider immer den Eindruck erweckte, als sei es aus einem Kaugummi-Automaten gefallen, und das sich auch rasch in seine Einzelteile auflöste. smart hatte schon immer ein Preisproblem, denn das Konzept an sich ist über jeden Zweifel und jede Konkurrenz erhaben. Wenn ich lese, dass man nach 16 Jahren überwiegend roter Zahlen jetzt endlich den Gewinn steigern will, dann schwant mir böses… begrüßenswert aber, was unter dem etwas seltsamen Kunststoffkleid nun einiges verbessert wurde, worüber Du ja auch schon berichtet hast!

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