Entweder ODER – VW — Golf GTI vs Polo GTI

Der kleine sportliche VW fordert den altehrwürdigen Golf GTI heraus. Wird der Schüler hier zum Meister, oder sieht der Polo GTI kein Land?

Wer sich für einen sportlichen Kompaktwagen interessiert, stolpert im Zuge der Recherche unweigerlich früher oder später über den Golf GTI. Bleibt allerdings die Frage, ob er ihn auch kaufen sollte – denn der Polo ist mittlerweile ein gar nicht mehr so kleiner Kleinwagen und als GTI-Version mit seinen 200 PS auch in puncto Performance nicht mehr weit weg vom großen Bruder. Ob das reicht? Dieser Frage gehen wir ausführlich im Video, weiter unten im Artikel, auf den Grund.

Das Format

Erklären wir zunächst noch schnell, was Sie hier erwartet. In unserem Format „Entweder ODER“ vergleichen die beiden Redakteure Patrick Lang und Thomas Grau immer zwei Fahrzeuge des selben Herstellers. Wir erheben hier keine Messdaten, oder testen nach dem klassischen auto motor und sport-Schema. Hier geht es um eine Kaufberatung und darum herauszufinden, welches der beiden Modelle für Sie das richtige ist. Dabei werfen wir einen Blick in den Konfigurator, checken den Innenraum, das Exterieur und den Kofferraum. Zusätzlich gibt es natürlich Eindrücke vom Fahren in puncto Übersichtlichkeit, Komfort, Sportlichkeit, Assistenzsysteme, und so weiter. Je nachdem, welche Kriterien sich jeweils bei den entsprechenden Fahrzeugen anwenden lassen.

Handschalter oder DSG?

Um die Ausgangssituation direkt klar zu machen, werfen wir einen Blick auf die Preise unserer Testwagen. Der Golf GTI Performance kostet glatte 44.000 Euro (los ginge es bei 34.895 Euro), während es der Polo „nur“ auf rund 31.500 Euro bringt (Basis: 23.350 Euro). Im Golf stecken also rund 10.000 Euro teure Optionen, unter denen das große Navi-Infotainmentsystem Discover Pro (1.430 Euro) den größten Posten darstellt. Dass ein DAB-Radio heute noch Aufpreis kostet – und nein, wir werden nicht müde, das zu betonen – ist nach wie vor eigentlich eine Unverschämtheit. In diesem Falle eine 245 Euro teure. Fahrdynamisch relevant zu erwähnen wären noch die adaptive Fahrwerksregelung DCC, die 18-Zoll-Räder und der Verzicht auf ein DSG. Warum? Weil zwei Dinge mal ganz sicher in einen Golf GTI gehören: Das Karo-Muster auf den Sitzen und ein Schalthebel mit Golfball-Knauf.

Der 19 Zentimeter kürzere Polo ist da weniger traditionsbewusst als sein großer Bruder und fährt mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe vor – sei ihm verziehen, denn die manuelle Version ist aktuell noch nicht im Handel. Dafür begnügt er sich mit dem kleineren Radio Composite Media und kann als teuerstes Extra die LED-Scheinwerfer mit 985 Euro Aufschlag vorweisen. Die 18-Zoll-Räder ahmt er dem Golf nach, das Sport-Select-Fahrwerk senkt den 200 PS starken Kleinwagen für 290 Euro um 15 Millimeter nach unten. Und was tut sich da am Fahrgefühl? Der Polo gibt den Klassen-Clown in der GTI-Schule. Ein Rabauke. Lauter als der Golf und unmittelbarer. Alles am Wagen schwingt spürbar mit, wo so ein Golf maximal ein hintergründiges Dröhnen zulässt.

Den Rowdie gibt der Polo auch beim beherzten Start auf nasser Fahrbahn. Er schüttelt sich und schreit nach Traktion, kommt aber deutlich schlechter vom Fleck aus der Golf. Der allerdings verfügt auch über ein Sperrdifferential an der Vorderachse, der Polo nur über ein E-Diff. Dafür spratzelt beim Polo schon mal die Abgasanlage, um das ganze Spektakel zu untermalen. Wer gerne ins Geschehen involviert wird, findet im Polo GTI einen Dialogpartner. Für alle, die ihr Auto auch mal auf langen Strecken nutzen, oder entspannt durch das Pendler-Chaos manövrieren wollen, gibt sich der Golf verträglicher. Welche Aspekte die beiden roten Flitzer sonst noch unterscheiden oder vereinen, erfahren Sie im kompletten Video direkt hier.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/fahrbericht/entweder-oder-vw-golf-polo-gti/

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