Erster tödlicher Unfall mit selbstfahrendem Auto — Autonomer Uber-Volvo überfährt Frau

Ein autonom fahrender Volvo XC90 des Fahrdienst-Vermittlers Uber hat in Tempe im US-Staat Arizona eine Frau überfahren, obwohl zusätzlich ein Sicherheitsfahrer am Steuer saß. Uber stoppte die Versuche mit seinen selbstfahrenden Fahrzeugen umgehend.

In einem Nachrichten-Video eines lokalen TV-Senders ist ein Volvo XC90 mit eingedrückter Front und beschädigter Motorhaube am Unfallort zu sehen. Daneben liegt auf dem Bürgersteig ein Fahrrad mit verbogenem Vorderrad. Laut Reuters sagte ein Polizeibeamter, die 49-Jährige habe die Straßevon West nach Ost überqueren wollen, an einer Stelle ohne Fußgängerüberweg. Die Frau erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Uber bekundete in einem Tweet seine Bestürzung und kondolierte den Angehörigen der Frau. Den Behörden sicherte der Fahrdienstvermittler seine volle Kooperation zu. Die US-Straßen-Sicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Saftey Administration) entsandte ein Untersuchungsteam zum Unfallort und nahm mit dem zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Autobauer Volvo Kontakt auf.

Schon zuvor Unfälle und Verkehrsverstöße mit Uber-Autos

Der Unfall könnte ein schwerer Rückschlag für die Bemühungen von Uber und anderen Unternehmen werden, autonom fahrende Autos zur Serienreife zu bringen. Bereits am 16. März 2018 scheiterten die Google-Mutter Alphabet, Waymo und Uber mit einer Initiative im US-Kongress für Gesetze, die Test und Betrieb selbstfahrender Autos auf öffentlichen Straßen erheblich vereinfachen sollten.

Ubers Versuche mit selbstfahrenden Autos standen von Anfang an unter keinem guten Stern: Am 14. Dezember 2016 überfuhr ein Uber-Volvo in San Francisco eine rote Ampel. Für Fahrversuche dort hatte Uber keine Genehmigung. Die Stadt annullierte daraufhin die Betriebserlaubnis aller autonom fahrenden Uber-Autos. Daraufhin verlegte Uber seine Testflotte nach Arizona. Im März 2017 verunfallte in Tempe, wo sich jetzt der tödliche Unfall ereignete, ein anderer Uber-XC90 schwer, nachdem ihm von einem anderen Verkehrsteilnehmer die Vorfahrt genommen worden war. Der Volvo lag nach dem Unfall auf der Seite.

Haftungsausschluss für Mitfahrer

Bereits im September 2016 machten die selbstfahrenden Uber-Auto Schlagzeilen. Damals berichtete der „Guardian“ von einem Polizisten, der ein autonom fahrendes Uber-Auto nutzen wollte. Er habe ein Dokument unterschrieben, in dem Uber erklärt, dass sich die Technologie noch in Entwicklung befinde und dass die Fahrt in einem automen Auto zu schweren Verletzungen, Tod und dem Verlust von Besitztümern führen könne.

Im August 2016 hatte Uber-Chef Travis Kalanick gegenüber Bloomberg Businessweek gesagt, dass bisher keine Software existiere, die so sicher fahre wie ein Mensch. In den autonomen Uber-Autos sitzt immer ein Fahrer am Steuer.

Damals testete Uber das autonome Fahren in der Innenstadt von Pittsburgh, Pennsylvania, mit einer Flotte autonom fahrender Ford Fusion. Die Mitfahrt in den Versuchsautos war kostenlos. Uber wollte damit die Reaktionen der Passagiere testen. Der Test fand in einem 31 Quadratkilometer großen Gebiet in der Innenstadt von Pittsburgh statt, das zentimetergenau kartiert ist.

Uber und Volvo kooperieren seit 2016

Im August 2016 hatten Volvo und Uber die Kooperation bekannt gegeben, in die beide Unternehmen 300 Millionen US-Dollar investierten. Beide Unternehmen wollen gemeinsam autonom fahrende Autos entwickeln. Die Technik für den autonomen Uber-Volvo stammt aus der skalierbaren Produkt-Architektur des schwedischen Autoherstellers, auf der auch XC90 und S90 basieren. Beide Firmen wollen damit Techniken zum autonomen Fahren entwickeln und erforschen. Ab 2021 will Volvo das erste autonom fahrende Auto anbieten.

Tödlicher Unfall mit Tesla war nicht mit autonom fahrendem Auto

Im Mai 2016 war in Florida der „Fahrer“ eines Tesla Model S tödlich verunglückt, der sich auf das von Tesla überschwänglich „Auto-Pilot“ getaufte Assistenzsystem seines Elektroautos verlassen hatte. Untersuchungsbericht der US-Behörde NTSB wies ein jahr später dem Fahrer die volle Schuld zu: Er war zu schnell unterwegs gewesen und hatte die Hände nicht am Lenkrad. Der Autopilot hatte ihn mehrfach gewarnt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/toedlicher-unfall-autonom-fahrendes-auto-uber-volvo/

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