Fiat 500 X „Mirror“ – Mehr als ein Smartphone auf Rädern

 

 

Rote Ampeln oder ein Stillstand im Stau sind besonders beliebte Gelegenheiten, um sich mal in aller Ruhe die Lippen nachzuziehen oder die Wimpern zu tuschen. Oder die Barthaare zu zupfen, da Eitelkeit sich doch gleichmäßig auf die Geschlechter verteilt. Doch wer meint, im Sondermodell des Fiat 500 X mit dem klangvollen Namen „Mirror“ könne man der Untugend, sich auch im Auto ständig anzuschauen, besonders gut frönen, der irrt. Mirror steht für nichts anderes als für die Spiegelung des Smartphone-Inhalts auf das Display im Auto. Familienfreundlich wie die Italiener nun mal sind, hat man in Turin gleich eine kleine Sippe von „Mirror“ Sondermodellen des 500er mit der gar nicht mal so neuen Technik gegründet, die dort zum Preisvorteil mit an Bord ist, als Extra aber auch für die Normalversionen geordert werde kann. Gemeinsames äußeres Erkennungszeichen des Fiat 500er Mirror, des 500 X Mirror und des 500 L Mirror sind verchromte Abdeckplatten des Außenspiegels, Chromakzente am Stoßfänger und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Das alles ist nun nicht wirklich auffällig, deshalb ziert zusätzlich und unübersehbar auf einem runden Emblem der Schriftzug „Mirror“ die B-Säule.

Über ein USB-Kabel lässt sich das eigene Smartphone – sowohl über Android Auto als auch über Apple CarPlay – am knapp 18 Zentimeter großen Monitor des in der Mirrorversion serienmäßig eingebauten Multimediasystems „Uconnect“ andocken. Unser Testwagen, ein 500X in „Blue Jeans Metallic“ fährt mit Radio, aber ohne fest eingebautem Navi vor. Dafür mit Bluetooth. Eine kostensparende Lösung, sich den vertrauten Inhalt des eigenen Smartphones auch ohne Verkabelung auf das Display spiegeln zu lassen. Viele der darauf gespeicherten Apps können in gewohnter Weise per Finger Tipp über den gut ablesbaren Touchscreen aufgerufen und per Wischvorgang bedient werden. So dirigiert uns Google Maps dann auch schnell und zuverlässig durch den Westerwald. Wenn nötig, kann man per Sprachsteuerung Telefonate führen, Nachrichten senden und empfangen oder die eigene Musik über das Soundsystem des Fahrzeugs streamen. Auch die Community bei Twitter und Facebook lässt sich natürlich bei Laune halten.

Foto: Hersteller

Investiert man darüber hinaus in „Mopar Connect“ – der Name Mopar steht für die Verbindung von „Motor“ und „Parts“ und den Service Partner für alle Marken von Fiat Chrysler – profitiert man von zusätzliche Diensten. Im Falle eines als Unfall erkannten starken Zusammenpralls sendet das Fahrzeug seine GPS-Position an die Einsatzzentralen. Ein Mitarbeiter der Mopar-Kundenbetreuung nimmt telefonisch Kontakt auf und schickt gegebenenfalls Unterstützung direkt an den Unfallort, auch wenn sich keiner der Passagiere meldet. Der rund und die Uhr und täglich erreichbare Pannendienst hilft im Falle eines Falles schnell und ohne Umschweife. Bei Diebstahl oder im gar nicht so seltenen Fall, dass man sich an den Standort des Fahrzeugs im Straßendschungel oder im überfüllten Parkhaus nicht mehr erinnern kann oder unklar ist, ob es ordnungsgemäß verriegelt wurde, lassen sich Standort und Zustand über die „Mopar Connect“App ermitteln und gegebenenfalls korrigieren. Auch Kilometerstand, Batterieladung, Reifendruck und Tankfüllstand sind über die App ablesbar. Überschreitet das Fahrzeug eine voreingestellte Geschwindigkeit oder verlässt es einen vorher definierten Bewegungsradius, kann man sich alarmieren lassen. Wenn man will.

Am Ende der Fahrt belohnt die von Fiat eigens entwickelte, kostenlosen Software eco:Drive besonders Kraftstoff sparenden Fahrstil mit maximal vielen kleinen grünen Blättern an einem Baumsymbol im Display. Unter der Haube unseres Testwagens arbeitet der laufruhige, 1,6 MultiJet Turbodiesel mit 88 kW (120 PS) Leistung in Kombination mit dem bei Fiat DCT genannten Doppelkupplungsgetriebe, dessen sechs Gänge sich schnell und ohne große Zugkraftunterbrechung abwechseln. 4,3 Liter auf 100 km verspricht Fiat als Verbrauch. Das lässt sich bei gemäßigtem Gasfuß einrichten, wir lagen nach flotterer Autobahnfahrt im Mix bei etwas über 5 Litern. Besser weniger sollte man mit dem 500 X bei nicht ebener Fahrbahn unterwegs sein. Auf dem Kopfsteinpflaster rund um das Landesgestüt Dillenburg zeigte sich das Turiner Crossover recht ruppig. Also Hände weg von der Coladose.

 

Der Einstiegspreis für den Fiat 500X Mirror beträgt 19.490 Euro. Mopar ist im ersten Jahr kostenlos an Bord, anschließend wird der Dienst mit 79 Euro im Jahr berechnet.

Text und Fotos: Solveig Grewe

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