Flugauto PAL-V Liberty auf dem Genfer Autosalon 2018 — Fliegendes Auto wird 2019 ausgeliefert

Den Traum vom fliegenden Auto haben schon viele geträumt. Mit dem PAL-V (Personal Air- and Land-Vehicle) Liberty geht das erste serienproduzierte Flug-Auto weltweit in den Handel. Seine Premiere feiert das Modell auf dem Genfer Autosalon 2018.

Den Begriff „fliegender Holländer“ kennt jeder. Jetzt bekommt der eine ganz neue Bedeutung, denn aus den Niederlanden kommt das erste serienreife fliegende Auto. Nach Testprogrammen in den Jahren 2009 und 2012 hat das PAL-V inzwischen auch den Segen der Behörden. Alle weltweit gültigen Sicherheitsbestimmungen, Gesetze und Regularien sollen erfüllt sein. Noch 2017 sollen die ersten Vorserienmodelle gefertigt werden, Ende 2018 die ersten Exemplare in Kundehand gelangen.

Flugtaugliches Dreirad

Auf der Straße fahren und bei Bedarf einfach abheben – das zweisitzige PAL-V will es möglich machen. Dazu haben die Niederländer ein Dreirad mit Neigetechnik mit Hubschrauber- und Flugzeugelementen gekreuzt. Im Straßenbetrieb kauert das PAL-V tief auf der Straße, Leitwerke und Rotoren sind eingeklappt. Wenn es in die Luft geht, hebt sich die Kabine an und alle Aero-Elemente fahren aus. Die Verwandlung soll auf Knopfdruck in 3 bis 5 Minuten erledigt sein. Für den Start benötigt das PAL-V eine lediglich 180 Meter lange Startbahn, die Landung efolgt wie bei einem Hubschrauber beinahe punktgenau. 30 Meter Platz müssen es aber dennoch sein.

So sollen sich Staus, schlechtes Wetter oder ungeliebte Straßenabschnitte einfach überfliegen lassen. Der Bordrechner liefert dazu die jeweilige Zeitersparnis inklusive Auf- und Abrüstzeit. Zumindest in Deutschland aber sind Starts und Ladungen an beliebieger Stelle nicht erlaubt. Der Vorteil kann hier also schnell zum Nachteil werden, wenn man immer erst einen zulässigen Start- oder Landepunkt abseits der Route ansteuern muss.

Angetrieben wird das PAL-V Liberty von zwei Rotax-Flugmotoren, die völlig unabhängig voneinander arbeiten. Der Hauptrotor ist so ausgelegt, dass er durch Flugwind selbstätig dreht (Gyroplane) – das soll die Absturzsicherheit erhöhen, da das PAL-V nie den gesamten Auftrieb verliert. Als maximales Startgewicht werden 910 kg angegeben. Betrieben werden kann das PAL-V mit konvetionellem Sprit von der Tankstelle oder speziellem Flugbenzin.

PAL-V Liberty kostet ab 300.000 Euro plus Steuern

Auf der Straße setzt das rund 4 Meter lange, zwei Meter breite und nur 1,7 Meter hohe PAL-V ((Flugabmessungen: Länge: 6,1 Meter, Rotordurchmesser: 10,75 Meter, Höhe: 3,2 Meter) auf eine elektronisch gesteuerte Neigetechnik, die das Dreirad Richtung Kurveninnenseite neigt. Funktioniert wie im nicht-flugtauglichen Carver One. Der 100 PS starke Motor sorgt für eine Spurtzeit auf 100 km/h von knapp 9 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Der Verbrauch soll bei 7,6 Liter liegen, die Reichweite bei 1.315 Kilometer.

In der Luft sorgen im leer 664 kg schweren PAL-V 200 PS für Vortrieb. Maximal sind 180 km/h drin, die Reisegeschwindigkeit liegt bei 140 km/h. Als maximale Flughöhe werden 3.500 Meter angegeben. Der Flugradius beträgt zwischen 400 und 500 km.

Zum normalen Führerschein bedingt das PAL-V natürlich auch eine Fluglizenz. Die Preise für den die vollausgestattete PAL-V Liberty Pioneer Edition starten bei 499.000 Euro plus Steuern, günstiger ist der PAL-V Liberty Sport, der bereits ab 299.000 Euro plus Steuern zu haben ist. Als Anzahlung werden je nach Modell zwischen 10.000 und 25.000 Euro fällig, für eine reine Reservierung 2.500 Euro.

Robert Dingemanse, CEO von PAL-V. „Mit dieser finalen Variante unserer Liberty schließt sich die Lücke zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Wir sind in der letzten Phase des F&E-Prozesses, bevor die Serienproduktion und Auslieferung anlaufen. Dieses Modell ist die Grundlage für alle Zulassungen, die für die weltweite Vermarktung erforderlich sind.“ Mit der finalen Zulassung werde dann nicht nur die Sicherheit des fliegenden Autos bestätigt, sondern sie bedeute auch, dass das Fahrzeug als Fortbewegungsmittel auf der Straße und in der Luft freigegeben ist. Dingemanse: „Wenn in 2019 die allgemeine Zulassung vorliegt, werden wir den ersten Kunden die Schlüssel ihrer PAL-V Liberty übergeben.“

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/flugauto-pal-v-2019-alle-infos-daten-marktstart-und-preis-1781813.html

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