Förderung von Brennstoffzellen-Autos — Bis zu 21.000 Euro Förderung sind drin

4.000 Euro Umweltbonus für Elektroautos sind im Vergleich zu 21.000 Förderung nicht viel. Diesen Betrag zahlt der Staat an gewerbliche Kunden von Brennstoffzellen-Fahrzeugen. Mit einem Trick der Bank reicht Toyota das an Mirai-Kunden weiter.

Der Staat fördert den Umstieg auf alternative Antriebe in Form des Umweltbonus, der beim Kauf eines Elektroautos oder Plug-in-Hybriden beantragt werden kann. Das ist bekannt, wie auch die Tatsache, dass der Geldtopf beim Auslaufen dieses Programms im Juni 2019 nicht vollständig geleert sein wird.

Zuletzt zog die Zahl an, im Januar 2019 gingen 6.147 neue Anträge bei beim zuständigen BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) ein. 4.796 Personen wollen die Prämie für ein batteriegespeistes Elektroauto in Anspruch nehmen, 1.343 für ein Fahrzeug mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Acht Anträge betrafen im Januar 2019 ein Brennstoffzellenauto. Dabei handelt es sich um den Hyundai Nexo, denn nur er bleibt im Nettopreis (ohne Mehrwertsteuer) unter der Grenze von 60.000 Euro für den Umweltbonus.

21.000 Euro staatlich Förderung

Was in der Öffentlichkeit kaum jemand weiß. In Deutschland kann ein Brennstoffzellenauto sogar mit 21.000 Euro gefördert werden. Firmenkunden, die mindestens drei Autos kaufen, können diese hohe Summe vom Staat erhalten. Dabei müssen die Autos nicht unbedingt auf den Käufer zugelassen werden. Was zu einer Preisverschiebung im Markt führt.

Denn die Toyota Kreditbank nutzt diese Förderung für sich und ihre Kunden aus. Ein Gespräch mit dem Verkaufsberater eines Toyota-Händlers klärt auf. Der seit 2015 angebotene Toyota Mirai kostet laut Liste 78.600 Euro. Rabatte und Nachlässe werden für Käufer kaum gewährt, weswegen für gewerbliche Abnehmer und auch für Privatkunden das Leasingmodell empfohlen wird.

Ein Leasing-Mirai wird nämlich, wie jedes andere Leasingfahrzeug auch, vom Leasinggeber gekauft und dann an den Kunden auf längere Zeit vermietet. In diesem Fall ist die Toyota Kreditbank also der Käufer. Die Finanztochter des Importeurs hat bisher ungefähr 100 Mirai verleast, also mehr als drei Autos gekauft und kommt somit an die hohe Fördersumme von 21.000 Euro pro Auto heran. Dieser Vorteil wird vollständig an Kunden weitergegeben.

Zusammen mit einer eigenen Preisaktion liegt die Leasingrate für einen teuren Toyota Mirai für einen gewerblichen Einzelabnehmer mit 36 Monaten Laufzeit und 15.000 Kilometern Fahrleistung im Jahr aktuell bei 496 Euro (netto).

Abgewickelt wird der Förderantrag und die Auszahlung über die Nationale Organisation Wasserstoff (NOW) in Berlin, die auch Firmen zum Beispiel bei der Errichtung von Ladeinfrastrukturen auf Betriebsgeländen unterstützt.

Eine Anfrage bei verschiedenen Hyundai-Händlern hat die gleichen Grundlagen für den Leasingvertrag eines Nexo als Basis. Der Koreaner mit Brennstoffzelle hat als das deutlich modernere Auto nicht nur den Vergleichstest gegen den Toyota Mirai in „auto motor und sport“ gewonnen, sondern befriedigt auch die SUV-Bedürfnisse der Kunden.

Obwohl der Hyundai Nexo mit einem Listenpreis von 69.000 Euro beim Kauf deutlich günstiger ist als der Toyota, verschieben sich die Dimensionen beim Leasing.

Hier verlangt der Händler über ALD als Leasinggeber 905 Euro Leasingrate pro Monat. Den Trick mit der Sammlung der Kaufverträge und der entsprechenden Förderung bietet ALD nicht an, eine eigene Hausbank hat der deutsche Hyundai-Importeur nicht.

Selbst der Mercedes GLC F-Cell ist nicht teurer als der Hyundai Nexo. Das Brennstoffzellenauto aus Stuttgart wird nur an ausgewählte Kunden verleast, die dafür ab 799 Euro im Monat bezahlen.

Lange Lieferzeit beim Hyundai Nexo

Der Popularität des Hyundai Nexo scheint der hohe Preis im Leasing aber nicht zu schaden, hier dominieren wohl die Käufer den Markt. Ein Jahr Lieferzeit nennt der Händler und verrät: „Wenn ich Autos bekommen würde, hätte ich bestimmt schon 30 oder 40 weitere Nexo verkaufen können.“

Ein hohes Risiko bleibt für Käufer eines Brennstoffzellenautos jedoch bestehen. Neben der komplizierten und damit teuren Wartung der Antriebskomponenten ist die Restwertentwicklung unsicher.

Das Netz an Wasserstofftankstellen ist weiterhin sehr dünn, aktuell sind 55 Stationen in Deutschland in Betrieb. Strom für Elektroautos gibt es an viel mehr Ladepunkten, sogar in der heimischen Garage. Ob man ein Fahrzeug mit Wasserstofftank in drei oder mehr Jahren noch als Gebrauchtwagen verkaufen kann, steht in den Sternen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/brennstoffzelle-foerderung-toyota-hyundai-mercedes-leasing/

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