Genesis G90 Facelift (2019) — Korea-Luxusliner umfassend aufgefrischt

Genesis, die Luxusmarke des Hyundai-Konzerns, frischt sein Topmodell umfassend auf. Der G90 bekommt ein neues Design, allerlei Connectivity-Möglichkeiten und weitere Assistenzsysteme.

Genesis, die Edelmarke der Hyundai-Gruppe, will weltweit expandieren. Der rundum erneuerte G90 soll bei diesem Vorhaben vorausfahren. In den USA war das Auto bereits seit 2016 unter dieser Modellbezeichnung auf dem Markt, in Korea kennt man es als Genesis EQ900. Die Facelift-Version wird 2019 in weiteren Märkten auf den Markt kommen und überall G90 heißen.

Re-Styling von Luc Donckerwolke

Für das ungewöhnlich umfassende Re-Styling zeichnet Luc Donckerwolke verantwortlich. Den Belgier kennt man vor allem durch seine langjährige Tätigkeit im VW-Konzern, wo er mit seinen Designs für Lamborghini und Seat Anerkennung erwarb. Inzwischen ist er gemeinsam mit Peter Schreyer für das Aussehen der Modelle aus der Hyundai-Gruppe zuständig. In dieser Position verantwortet er auch das selbstbewusste Design des neuen Genesis G90.

Präsenz zeigt der Koreaner insbesondere durch seine Front, die nun von einem riesigen fünfeckigen Gittergrill dominiert wird, in dem auch das Kennzeichen sitzt. Zuvor sah dieser Bereich sehr Audi-mäßig und etwas dezenter aus. Hinzu kommen horizontal geschlitzte Scheinwerfer, die nicht mehr ganz so weit in die Seite hineinragen wie zuvor. Donckerwolke zufolge greifen sie – genau wie die Heckleuchten – die Form des Genesis-Logos auf; außerdem sitzen lichtreflektierende Diamanten in ihnen. Die Flanken des Autos zeigen sich glattflächig, die Limousine kommt weiterhin mit wenigen Sicken, Lichtkanten und Ähnlichem aus. Erstmals rollt der G90 auf 19-Zoll-Rädern.

Komplett geändertes Heckdesign

Noch mehr ändert sich am Heck. Zwar bleibt das sanft geschwungene und durchaus ausladende Heckdesign mit der breiten C-Säule erhalten. Aber die Leuchtengrafik, die zuvor jener der Mercedes S-Klasse W 221 nicht unähnlich war, ändert sich komplett. Statt zweier vertikal angeordneter Leuchten gibt es nun waagerechte Pendants, die weit in die hinteren Kotflügel hineinreichen und mit einem schmalen Lichterband verknüpft sind. Die Auspuffblenden sehen nun ebenfalls anders aus. Zwei der neun Exterieurfarben – Porto Rot und Gold Coast Silber – sind neu.

Das horizontal ausgerichtete Design setzt sich im Innenraum fort. Akzentleisten, Bedieneinheiten oder die Luftausströmer sind waagerecht angeordnet und ziehen das Cockpit optisch in die Breite. Damit es im Interieur aufgeräumt aussieht, haben die Designer hier so wenige Knöpfe, Tasten und Schalter wie möglich angebracht. Auch der 12,3 Zoll große Touchscreen, der als Bedieneinheit für das Infotainmentsystem dient, ist eher in die Breite ausgerichtet. Das System erlaubt die Smartphone-Einbindung per Apple Carplay, Android Auto, Mirrorlink und der koreanischen Plattform Kakao I. Software-Updates sind nun „over the air“ möglich.

Adaptives Fahrwerk mit Elektronikdämpfern

Der neugestaltete Genesis G90 verfügt über Active Noise Cancellation, die Geräusche, Vibrationen und Poltern herausfiltert, indem es per Audio-Technologie unerwünschte Tonfrequenzen herausfiltert. Gegen unangenehme Gerüche unternimmt das Auto etwas, indem es in schmutzigen Umgebungen oder in Tunnels automatisch die Umluftfunktion aktiviert. Der Fahrkomfort profitiert vom adaptiven Fahrwerk, das mit elektronischen Dämpfern Karosseriebewegungen minimieren soll, ohne den Federungskomfort zu schmälern.

Das Sicherheitspaket umfasst nicht nur zehn Airbags, sondern auch vier zentrale Assistenzsysteme. Der „Lane Follow Assist“ (LFA) fast den Spurhalteassistenten und den Spurverlassenswarner zusammen, indem er den G90 mit aktiven Lenkeingriffen in der Spur hält. Kollisionsassistenten gibt es vorne und hinten: Vorne erkennt die Technik auch Fahrzeuge oder Fahrräder, die von der gegenüberliegenden Seite kommen. Hinten unterstützt sie beim Ausparken und Rangieren. Und der „Safe Exit Assist“ (SEA) warnt vor dem Öffnen der Tür, wenn sich von hinten ein Objekt nähert.

Zwei Sechs- und ein Achtzylinder

Motorenseitig bleibt alles beim Alten. Schwächstes Triebwerk ist ein 3,8-Liter-V6-Saugbenziner mit 315 PS und maximal 397 Newtonmetern. Darüber rangiert der aus dem Kia Stinger bekannte 3,3-Liter-Turbo-V6 mit 370 PS und 514 Nm. Top-Aggregat ist ein Fünf-Liter-V8-Sauger mit 425 PS und 520 Nm. Alle Motoren sind mit einer Acht-Gang-Automatik gekoppelt und leiten ihre Kraft normalerweise an die Hinterräder. Sie sind aber jeweils auch in Verbindung mit Allradantrieb erhältlich.

Wann der rundum aufgefrischte Genesis G90, der bereits das Modelljahr 2020 repräsentiert, genau auf den Markt kommt, steht derzeit genauso wenig fest wie die Preisstruktur. Eine preisliche Orientierung bietet das 2019er Modell, das ab 68.350 Dollar (derzeit etwa 60.200 Euro) erhältlich ist.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/neuvorstellung/hyundai-genesis-g90-facelift/

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