Global Expedition Vehicles GVX Patagonia — Extrem-Wohnmobil für die Weltreise

Der US-Anbieter GVX baut Wohnkabinen auf Allrad-Lkw. Die Individualisierung kennt dabei kaum Grenzen. Die Aufbauten gibt es für diverse Lkw-Modelle.

Wer mit dem Wohnmobil ganz weit weg möchte, stößt mit Standard-Campern schnell an die Grenzen. Auf und aus herkömmlichen Kastenwagen und Transporter-Fahrgestellen montierte Wohnmobile sind weder vom Möbelbau noch vom Fahrwerk für Pistenfahrt und langfristige Autarkie ausgelegt.

Diese Nische füllen seit jeher die Anbieter von Wohnkoffern, die auf Fahrgestelle geländegängiger Lkw montiert werden und praktisch jeder Herausforderung trotzen. Einer der größten US-Anbieter solcher Umrüstungen ist Global Expedition Vehicles aus Springfield, Missouri. Die Stärke von GVX ist dabei die Individualisierung. Weder wird der Kunde auf ein Basisfahrzeug noch auf einen Bauplan festgelegt. Fix sind lediglich die verfügbaren Koffergrößen und Fahrzeugklassen.

GXV Patagonia Expeditionsmobil

Auf Fullsize-Pickups vom Schlage eines Ford F-550 können Aufbauten von 3,8 bis 6,5 Meter Länge (inklusive Alkoven) verbaut werden, bei den mittelschweren Lkw gehen die Koffergrößen je nach Basisfahrzeug von 4,6 bis 8,7 Meter. Speziell die Kabinen auf den mittelschweren Lkw sind auch für europäische Anwender interessant, da sie für auch hier erhältliche Fahrzeuge konzipiert sind. So ist der in diesem Beitrag besprochene GXV Patagonia auf einem Kenworth K370-Chassis montiert, in Europa als DAF LF-Baureihe auf den Straßen. Auch für Mercedes- und Unimog-Trägerfahrzeuge gibt es entsprechende Adaptionen.

GXV hat verschiedene in den Eckdaten vorkonfigurierte Kabinen im Programm, die anschließend vom Besteller nach Wunsch ausgestattet werden können. Das gilt auch für das Basisfahrzeug. Ob Seilwinde am Truck oder Heckgarage im Kofferaufbau – möglich ist im Rahmen der vorgegebenen Dimension praktisch alles. Laminat oder Teakholz-Parkett am Boden, Fliesen, Granit-Arbeitsplatten, eine Waschmaschine oder ein separat von der Nasszelle untergebrachter Toilettenraum, der Kunde bestimmt.

Firmengründer Michael van Pelt fing mit einem für den Eigenbedarf gebauten Wohnmobil an. Inspiriert von einer Reisegeschichte, in der ein Abenteurer mit einem betagten Unimog 421 samt selbstgebautem Wohnaufbau von seinen Touren berichtete, griff van Pelt ebenfalls zu einem „Mog“, allerdings zum modernen Pendant. Bei seinem Aufbau wollte er keine Kompromisse eingehen und ihn komplett autark gestallten – der Gedanke, auf die Stromversorgung eines Campingplatzes angewiesen zu sein, gefiel ihm nicht.

Von dieser Philosophie zehren auch die inzwischen im Kundenauftrag gefertigten Wohnmobile. Sehr große Tanks für Frisch- und Abwasser sowie Treibstoff; die Reduzierung auf Diesel als einzigen Brennstoff für Antrieb, kochen, Heizung und Warmwasser sowie sehr großzügig dimensionierte Solaranlagen für die Stromversorgung ohne Landanschluss. Das Credo von van Pelt: Seine Expeditionsmobile müssen das können, was eine Yacht auf einer Weltumsegelung können muss: Notfalls wochenlang in aller Einsamkeit einen voll funktionierenden Lebensraum bereitstellen.

Dass bei alledem exakte Preise nicht angegeben werden können, leuchtet ein. Für den GVX Patagonia mit einem 5,4 Meter langen reisefertig ausgestatteten Aufbau werden 465.000 Dollar als Basispreis genannt, mit zahlreichen Optionen hat diese Zahl aber noch viel Potential nach oben. Auch Gebrauchtfahrzeuge bietet GVX von Zeit zu Zeit an. Ein Messefahrzeug auf Basis eines 2018er Dodge RAM 5500 gibt es bereits für „nur“ 270.000 Dollar.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/neuheiten/global-expedition-vehicles-gvx-patagonia-extrem-wohnmobil-fuer-weltreise/

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