GM und Peugeot.

8% Beteiligung von GM an Peugeot. 

Noch eine weitere strategische Allianz, quer über den Teich. Anstatt die sterbende Ex-Geliebte Saab zu retten, bandelt der Wilde Westen nun mit 2 Französischen Zwillingen an.  (Das man in Detroit auch mal ehrlich mit der Tochter Opel umgehen könnte und von fordern und kassieren auf fordern und fördern umschalten könnte, das will ich jetzt auch nicht noch einmal erwähnen.)

Ziel ist wie immer: Einsparungen durch gemeinsamen Einkauf – man fragt sich manchmal wovon eigentlich diese Zulieferindustrie noch lebt? So oft wie dieses Thema auf den Tisch kommt – aber das soll heute gar nicht der Punkt sein.

Neben den Einsparungen beim Einkauf, soll wieder einmal der Austausch von Plattformtechniken ein Teil des Paketes sein und natürlich, die Forschung an alternativen Techniken.

Industrieunternehmen die an der Börse notiert sind, sind Ihren Aktionären verpflichtet und Ziel Nummer 1 ist Gewinnmaximierung und eine satte Rendite. Einverstanden, geht halt Systemisch bedingt nicht anders. Doch mit welchen Mitteln? Auf welchem Weg?

Wie stark kann eine Marke gewinnen, die bereits durch langjährige Allianzen und Doubletten-Fahrzeuge ohne Identität ist? Was wollen die Käufer eines Peugeot? Eines Citroen? Ist der Inhalt beliebig austauschbar?

Daran glaube ich nicht. Citroen ist ein Marke mit einem Avantgardistischen Anspruch an Design und Fahrkomfort. Peugeot war mal eine Marke deren Ruf unter anderem durch Rallye- und später durch Langstreckenerfolge mitgeprägt wurde.  Alleine die Allianz dieser beiden Marke, unter dem Druck, gegen den dritten Franzosen zu bestehen – war nicht erfolgreich darin die Markeninhalte zu pflegen und Fahrzeuge mit Charakter und Seele in den Verkauf zu bringen.

Und soll ausgerechnet GM – vor 4 Jahren noch von der Bush Regierung mit 13.4 Milliarden US-Dollar aus dem Schuldenturm befreit – der Retter in der Not für den PSA-Konzern sein. GM? Wir erinnern uns? In Deutschland lässt man Opel am langen Arm zappeln, Saab wurde ebenso erfolgreich niedergewirtschaftet – das nächste Opfer der nächste Allianz Partner soll nun also der PSA-Konzern sein. Glückwunsch möchte man den Franzosen da nicht unbedingt zurufen.

Aber hat der PSA Konzern nicht erst vor kurzem eine Partnerschaft zur Entwicklung von alternativen Antrieben begonnen? Und tauscht man nicht bereits Motoren? Ja richtig. Mit BMW.  Es ist schwer den Überblick zu behalten. Daher hier ein kleines Schaubild:

(Diese Grafik stammt nicht von mir, die kann man im Original dort kaufen)

Und mit den vielen Strichen ist dieses Bild auch wirklich keine Ausgeburt an Übersichtlichkeit. Grüne Striche die von Logo zu Logo führen, stehen  für ein „Joint Venture“, die Pinken stehen für Lizenzvergaben, die Roten Striche sind Firmen die direkt zusammengehören (ein Unternehmen) und blaue Striche führen die Unternehmen zusammen, die in bestimmten Bereichen einen Zusammenarbeit durchführen.

Nun sind die ganzen Striche ein wenig viel für den ersten Blick und daher konzentriere ich mich erstmal nur auf PSA. Und da gibt es:

  • Eine Zusammenarbeit mit BMW in der Hybrid-Technik
  • Joint Ventures mit Toyota
  • Joint Ventures mit Mitsubishi
  • Joint Ventures mit FIAT

Und nun eben ein Joint Venture mit General Motors. Faszinierend. Was bleibt am Ende übrig? Die erfolgreichsten SUV des PSA-Konzerns stammten in den letzten Jahren aus dem Joint Venture mit Mitsubishi (Outlander als Peugeot 4007 und als Citroen C-Crosser ) jetzt erst vorgestellt das neueste Kind dieser Zusammenarbeit, die umgelabelten Mitsubishi ASX.

Der Kleinwagen der beiden Schwestern wurde zusammen mit Toyota auf den Markt geworfen und die Motoren und Getriebe und alles was man sonst nicht sieht, waren bei PSA in den letzten Jahren x-beliebig und ohne eigenen erkennbaren Charakter.

Wenn kann es da verwundern, das die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück bleiben? Und die Lösung?

Weitere Zusammenarbeit. Weitere Verwässerung des Charakters durch x-beliebige Komponenten?

Ich fürchte – der Erfolg dieser Aktionen ist nur kurzfristig und damit nicht im Sinne der Aktionäre. Und es gibt in der Geschichte der Automobil-Industrie genug Beispiele für misslungene Kooperationen.

Was denkt Ihr? Wie lange kann eine Marke noch als „Marke“ erkannt werden, wenn doch unter den ausgewechselten Motorhauben-Badges x-beliebige Komponenten zusammenarbeiten? Oder ist es Euch egal was unter dem Blech passiert?

Edit: Ich stehe nicht alleine da, mit meiner Meinung – auch Wolfram Riedel sieht es ähnlich, wenn auch diplomatischer im Ton.

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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