GTÜ-Oldtimer-Mängelquote 2018 — Das sind die größten Mängel-Gurken

Zwei Mercedes und der VW Scirocco an der Spitze der Negativwertung: Diese Klassiker fielen bei Hauptuntersuchung und Oldtimer-Begutachtung besonders oft durch erhebliche Mängel auf.

Die Klassiker von Mercedes sind auch deshalb so beliebt, weil sie als besonders robust und langlebig gelten. Die Mängelstatistik der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ), die auto motor und sport exklusiv vorliegt, zeichnet nun allerdings ein anderes Bild. Demnach sind zwei Mercedes-Modelle die unzuverlässigsten Oldtimer des vergangenen Jahres.

Unrühmlicher Platz 1 für den Mercedes 230 TE

Mit großem Abstand landet der Mercedes 230 TE auf dem ersten Platz dieses Negativ-Rankings. Von 134 während der Hauptuntersuchung oder der Begutachtung für das H-Kennzeichen überprüften Autos fielen 45 mit erheblichen Mängeln auf – macht eine Quote von 33,58 Prozent; also mehr als ein Drittel. Direkt dahinter landet der Mercedes 190 E. 27,05 Prozent aller vorgeführten „Baby-Benze“ waren mit erheblichen Mängeln versehen. Platz drei geht an den VW Scirocco mit einer Quote von 25,90 Prozent.

Allerdings muss man die GTÜ-Ergebnisse richtig interpretieren. Zuerst sei erklärt, dass alle von der GTÜ geprüften Autos in die Wertung kamen, nicht nur jene mit H-Kennzeichen. Das bedeutet: In dieser Liste taucht nicht nur topgepflegtes Garagengold auf, das nur bei perfektem Wetter und ausgewählten Veranstaltungen an die frische Luft darf. Sondern auch echte Arbeitstiere und Alltagsautos, die zwar älter als 30 Jahre sind, aber ihren Besitzern regelmäßig treue Dienste erweisen müssen – was ihnen nicht zwangsläufig durch jährliche Inspektionen oder Premium-Autowäschen gedankt wird. Gerade die beiden Mercedes – vor allem das T-Modell – dürften trotz ihres hohen Alters heute noch zuhauf im Alltagseinsatz sein. Was ja auch wieder für ihre Robustheit spricht.

Zuverlässig vs. unzuverlässig

Bei der Gegenüberstellung zuverlässiger und unzuverlässiger Oldies zeigt sich ein weiteres Phänomen: Ein Modell kann in beiden Listen weit oben auftauchen. Beispiel BMW 318i: Der Münchner liegt in der Top-Liste immerhin auf Platz 21 und damit im oberen Mittelfeld; bei den Unzuverlässigen landet er auf Rang vier. Oder der Porsche 924: Platz zwölf bei den Zuverlässigen, Platz 22 bei den Unzuverlässigen. Das zeigt einmal mehr: Ob ein Oldtimer fährt oder zickt, hängt vor allem auch vom Besitzer und dessen Bereitschaft ab, seinem Auto die nötige Pflege angedeihen zu lassen.

Auch bei dieser GTÜ-Auswertung gilt: Unter einer Verkaufsbezeichnung summieren sich alle geprüften Autos, die vor dem Stichtag 1. Januar 1989 erstmals zugelassen wurden. Das bedeutet: Beim Mercedes 230 TE kamen sowohl die 123er als auch die 124er Baureihe in die Wertung. Beim Scirocco sowohl die erste als auch die zweite Generation. Beim BMW 318i sowohl der E21 als auch der E30. Und so weiter. Auffällig ist zudem: Unter den „Flop 30“ sind nur anderthalb Importautos: Der Trabant P 601 aus der DDR (Platz 24) und der Citroën 2 CV (Rang 26), die Ente aus Frankreich.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/oldtimer/gtue-maengelquote-2018-diese-oldtimer-sind-unzuverlaessig/

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