Jetta: VWs neue Marke in China — Modelle von Jetta für die gehobene Einstiegskundschaft

VW will in China jetzt auch den Markt für günstige Fahrzeuge erobern. Dafür etabliert der Konzern eine Tochter namens Jetta.

Seit 1979 baut VW die Mittelklasse-Limousine Jetta. Während das Modell in Deutschland bereits in seinem Geburtsjahr sein erfolgreichstes Jahr hatte, verkauft es sich in den USA permanent gut. Nun kommt der Name „Jetta“ zu ganz besonderen Ehren: Er bezeichnet eine komplette VW-Tochtermarke für den chinesischen Markt. Auch dort ist Jetta bisher nur als Modellname bekannt – so baute VW beispielsweise zwischen 1997 und 2010 den Jetta König in China.

VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann spricht von einem nicht ausgeschöpften Marktpotential in China. In den Städten würden bisher 100 Autos auf 1.000 Einwohner kommen. Eine junge aufstrebende Mittelschicht suche nach günstigen Autos zu Einstiegspreisen von 10.000 bis 20.000 Euro, die bisher fast ausschließlich chinesische Hersteller anbieten. Von diesem Kuchen möchte VW jetzt ein ordentliches Stück abbekommen. Stackmann betont, dass man nicht die absolute Einstiegsklasse mit Fahrzeugen zu Preisen von um die 5.000 Euro im Blick habe – dieses Segment überlässt VW nach wie vor den einheimischen Herstellern. VW zielt mit Jetta also auf den Bereich zwischen Einstiegs- und Volumen-Segment.

Jetta als China-Käfer

Den Namen Jetta macht VW zum Markennamen, weil der Begriff in China allseits bekannt ist und einen guten Ruf genießt – laut Stackmann ist der Jetta in China so etwas wie der Käfer in Deutschland.

Beim Jetta-Vertrieb setzt VW nicht nur auf 200 Händler, sondern auch auf neue Wege: Digitale Showrooms, also Online Stores, werden von Jetta-Shops in Shopping Malls und fahrenden Verkaufstrucks ergänzt. Die Idee, mit umherreisenden Trucks ein großes Händlernetz zu simulieren, hatte zuerst die Geely-Tochter Lync & Co., die so günstige auf Volvo-Plattformen basierende Modelle anbieten möchte.

China für VW am wichtigsten

China ist für VW der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt. 2018 haben die Wolfsburger hier 31, Millionen Fahrzeuge abgesetzt – das sind fast 50 Prozent der weltweiten Auslieferungen des Konzerns. Inzwischen ist VW seit über 30 Jahren in China aktiv und hat 2018 dort sein 30-millionenstes Fahrzeug übergeben. Laut Stackmann ist China auf dem Automarkt Vorreiter in Sachen Elektromobilität, Digitalisierung, Konnektivität und autonomem Fahren.

Zuerst baut Jetta eine Limousine, kurz darauf folgen zwei SUVs. Die Fahrzeuge laufen bei VWs langjährigem Joint-Venture-Partner FAW-Volkswagen in Chengdu vom Band. VW-Designchef Klaus Bischoff hat für die Marke einen eigenständigen Auftritt entworfen – bereits im dritten Quartal 2018 kommen die ersten Jetta-Modell auf den Markt.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/startups/vw-marke-china-jetta/

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