Jetzt wird es politisch

Eines der stärksten Autoblogs der Welt, das US-Blog: „autoblog.com“ hat einen „Report“ veröffentlicht, der 2 Kennzahlen der Automobilbranche vergleicht.

Zum einen den Stundenlohn der Arbeitskräfte und zum anderen die Produktionszahlen.

Der „Report“ mit wenigen Wörtern fängt mit der Gegenüberstellung von hergestellten Fahrzeugen und den Stundenlöhnen der Beteiligten Mitarbeiter an. Laut autoblog.com sind die Fakten:

In den USA werden 2.7 Millionen Fahrzeuge hergestellt und der durchschnittliche Arbeitslohn beträgt 33,77$ die Stunde. In Deutschland werden dem Report nach 5.5 Millionen Fahrzeuge produziert zu einem Stundenlohn von 67.14$.

Der fachlich schwach fundierte Artikel bildet nach wenigen Sätzen die Schlussfolgerung: Deutsche Autobauer nutzen die USA als „Niedriglohn-Land“

Der Beitrag geht weder auf die konkreten Absatzmärkte ein – noch wird erklärt, welche Produktionszahlen und Hersteller-Löhne hier konkret in einen Topf geworfen wurden. Statt dessen reitet man lieber den polemischen Mustang des ausgebeuteten US-Arbeiters am Band von bößen Automobilherstellern aus Deutschland.

Schwach.

Sehr schwach.

Eventuell sollte man mal das Augenmerk auf die Arbeitsqualität werfen? Nur ein Punkt unter vielen. Und ja, natürlich sind die Mitarbeiter am Band nicht verantwortlich für katastrophale Management-Fehler in den Vorstands-Etagen der US-Autobauer. Aber es hat vermutlich einen Grund weswegen Deutsche Automobile und auch Japanische einen höheren Anspruch an Zuverlässigkeit und Haltbarkeit erfüllen als US-Fahrzeuge.

Und wo bleibt in diesem billigen Vergleich auf Fox-News-Niveau der Vergleich zu den Neuwagen-Preisen? Ich empfehle dem Redakteur dieses schwachen Artikels, mal die Preislisten von US-Modellen und Deutschen Modellen in den USA mit den Preislisten in unseren Verkaufsräumen zu vergleichen. Eventuell geht ihm ein Licht auf, weshalb es notwendig ist, dort zu produzieren wo das Fahrzeug verkauft werden soll.

 

Wer sich den Kommentar-Sturm unter dem Artikel durchliest wird jedoch feststellen, selbst in den USA ist nicht jeder dumm genug um diesem Artikel genug Glauben zu schenken. Polemik bleibt Polemik. Im übrigen hat es vermutlich einen Grund weshalb autoblog.com zum AOL-Konzern gehört. Die Interessensbildung dahinter ist eindeutig.

 

Edit: /Nachtrag/

Eigentlich – bleibt man auf dem Niveau des Verfassers – gibt es gar keinen Grund sich darüber aufzuregen. Da er selbst keinerlei Angaben zu den Zahlen der Beteiligten Arbeitnehmer macht, könnte man ganz fundiert antworten:

Bei doppeltem Output – darf man doppelt soviel verdienen. Ergo: Einfach die Bandgeschwindigkeit verdoppeln und dann passt es wieder 😉 – achso – dann würden noch mehr US-Modelle auf Halde stehen…

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

6 Comments

    1. Nein, der Autor vergleicht die Stundenlöhne der deutschen Hersteller in Deutschland mit den Stundenlöhnen der deutschen Hersteller die US-Fabriken haben. /konfus

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