Kaffee- und Würstchenpreis-Index — So teuer sind Kaffee und Würstchen an den Autobahnen

Im Schnitt zahlen rastende Reisende an der A1 nur 2,80 Euro für den Kaffee. Auch die Würstchen sind an dieser Autobahn sehr günstig. Teuer wird es dagegen an der A3. An anderen Autobahnen zeigt sich ein differenziertes Bild.

Miserable Ladesäulen-Infrastruktur? Teure Grundpreise? Zu geringe Reichweiten? Alles Quatsch! Der wahre Grund, warum kaum jemand Elektroautos kauft, ist ein ganz anderer: die Kaffeepreise. Es ist doch so: Wer mit dem Auto von, sagen wir, Berlin nach München fahren will, schafft die 530 Kilometer auf der A9 locker mit einer Tankfüllung. Vor der Fahrt einen Kaffee, nach der Fahrt einen Kaffee, dazwischen eine kurze Pinkelpause für 70 Cent. Alles wunderbar.

Kaffee und Würstchen verhageln die Kostenbilanz

Dieselbe Strecke im Elektroauto bedingt aber zwei oder drei Stopps an der Schnellladesäule. Doch was tun in den etwa 20 Minuten, während der Stromer Energie nachlädt? Richtig, man gönnt sich einen Kaffee an der Raststätte. Vielleicht sogar ein Würstchen mit Brot gegen den kleinen Hunger, den man im Diesel oder Benziner einfach ignoriert hätte. Und zack, sind sechs, acht oder zehn Euro weg und die Kostenbilanz ist völlig verhagelt.

Vielleicht würden ein paar mehr Autokäufer zum Elektromobil greifen, wenn sie wüssten, wo es deutschlandweit den günstigsten Autobahn-Kaffee und die billigsten Autobahn-Würstchen gibt. Genau dabei hilft Campanda. Das Online-Netzwerk für Motorhome-Sharing hat sich jedenfalls die Mühe gemacht, bei 240 Raststätten in Deutschland (immerhin 190 haben geantwortet) abzufragen, was bei ihnen der günstigste Kaffee und die billigsten Würstchen kosten. Und stellt die Ergebnisse, bei denen Fastfood-Ketten wie McDonald’s oder Burger King jedoch außen vor sind, freundlicherweise nicht nur Reisemobilfahrern, sondern allen Mobilisten zur Verfügung.

Billigen Kaffee gibt es an der A1 und der A8

Und die Ergebnisse sind bemerkenswert. Um mit dem Kaffee anzufangen: Dass das heiße Koffeingetränk an der A1 zwischen Ostsee und Saarbrücken mit durchschnittlich 2,80 Euro am günstigsten ist, mag einleuchten. Dass aber mit 2,90 Euro direkt die A8 folgt, die ja vor allem durch die reichen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern führt, ist durchaus überraschend. Dagegen ist die nicht weit entfernte und ähnlich verlaufende A3 die teuerste Autobahn; hier kostet der Kaffee im Schnitt 3,11 Euro. Und damit deutlich – nämlich fünf Cent – mehr als an der zweitteuersten Autobahn, der A6.

Die A6 wiederum, eine 484 Kilometer lange Ost-West-Route zwischen der tschechischen und der französischen Grenze, bietet die günstigsten Würstchen. 3,69 Euro kostet die Fleischware mit Brot im Schnitt – klarer Spitzenwert. Auf Platz zwei landet wieder die A1 mit 3,80 Euro, gefolgt von der A7 mit 3,95 Euro. Die teuersten Würstchen gibt es übrigens an der A5, sie kosten dort im Schnitt 4,27 Euro.

Steigt man etwas tiefer in die Zahlen ein, zeigen sich einige Muster. Beispiel A6: Hier gibt es den zweitteuersten Kaffee, aber die günstigsten Würstchen. Oder die A8: Auf den 505 Kilometern zwischen den Grenzen Luxemburgs und Österreichs gibt es den zweitgünstigsten Kaffee, aber ebenso die zweitteuersten Würstchen. Oder die A5: drittgünstigster Kaffee, aber die teuersten Würstchen. Das lässt natürlich das Kalkül vermuten, dass die Raststättenbetreiber das eine mit dem anderen ausgleichen möchten. Nur an der A1, da ist beides günstig.

Die A5 hat die höchste Raststätten-Dichte

Dafür bietet die A5, die Nord-Süd-Achse zwischen Hessen und der Grenze zur Schweiz, einen anderen Vorteil: Hier gibt es Campanda-Berechnungen zufolge im Schnitt alle 18 Kilometer eine Raststätte. Auf der A2 und der A3 beträgt die durchschnittliche Distanz 19 Kilometer. Schlusslicht in dieser Wertung ist die A4: Auf der Ost-West-Route zwischen polnischer und niederländischer Grenze gibt es rechnerisch nur alle 29 Kilometer eine Raststätte.

Nun ist es an den Auto-, Motorrad-, Lastwagen-, Reisemobil- oder Sonstwas-Fahrern, aus den Campanda-Zahlen ihre Schlüsse zu ziehen. Gibt es bald große Verwerfungen bei den Belastungen der bundesdeutschen Autobahnen? Werden die Raststättenbetreiber ihre Preise anpassen? Werden nun entlang der A1 spürbar mehr Elektroautos verkauft als im Umfeld der A3? Man darf gespannt sein, was Campanda mit seiner Auswertung angestoßen hat. Es könnte die Mobilität in Deutschland grundlegend verändern.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/was-kaffee-und-wuerstchen-an-autobahnen-kosten/

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