Kurvenkünstler unter sich – VW Polo und up! im Dresscode GTI an der Amalfiküste

 

Die 50 km lange Amalfitana lockt mit viel Fahrspaß für die sportlichsten der Baureihen VW Polo und up!.

Die Fahrt entlang einer Küste kann eine schlichte Notwendigkeit sein, weil sonst kein anderer Weg zum Ziel führt. Oder aber scharfen Kurven und enge Kehren locken mit Fahrspaß vom Feinsten. Wie auf der 50 Kilometer langen spektakulären Costiera Amalfitana, die in Süditalien Positano mit Vietri sul Mare verbindet, die aber streckenweise so schmal ist, dass Autos nur um Haaresbreite aneinander vorbeikommen. Advantage für den Polo und den up!, die Kleinsten von Volkswagen, die aber dafür jetzt in ihren sportlichsten Versionen als GTI für die Testfahrt in den Süden am Flughafen von Neapel bereit stehen. Unverkennbares Erkennungszeichen bei beiden Kraftpäckchen sind der klassische rote Streifen an der Front, 17 Zoll oder beim Polo 18 auch gerne Zoll -Leichtmetallfelgen, aus denen rot lackierte Bremssättel frech blinzeln,  Dachspoiler, eine Doppelrohr-Auspuffanlage und an der vorwitzigen Nase ein Kühlergrill in Wabenstruktur. Im Inneren lassen Sport-Lenkrad, GTI-Labels, rote Blenden und die netten traditionell karierten Sitze mit roten Nähten keinen Zweifel, dass man hier in den agilsten Vertretern ihrer Baureihen Platz nimmt. 

Im 200 PS starken Polo GTI Kilometer um Kilometer und Kurve um Kurve auf der Amalfitana.
Der Klassiker: VW Polo I aus dem Jahr 1975 mit 40 PS.

 

Die traditionellen karierten Sitze mit roten Nähten stehen für die sportliche Optik im GTI.

 

Zwischen den 18 Zollfelgen blitzen die rot lackierten Bremssättel.

Der POLO GTI basiert zum ersten Mal auf der Konzernplattform MBQ

Aus den Lautsprechern im 200 PS starken Polo GTI röhrt Gianna Nannini ihr „Bello e impossibile “. Die  Amalfitana schraubt sich Kilometer um Kilometer durch enge Schluchten, unter schroffen Felsüberhängen entlang, die den Blick frei geben auf Örtchen, die wie Schwalbennester an den Bergen kleben. Himmel und Meer wetteifern mit einem fast unverschämten Blau. Ausgerechnet an der engsten Stelle kommt jetzt ein Bus entgegen, fast schrappen die Seitenspiegel am Fels. Mit einer Länge von erstmals über vier Metern und einer Breite von 1,75 Metern ist die sechste Generation des Polo weit über sich hinaus gewachsen. Der „kleine“ Wolfsburger, dem nur rund 20 Zentimeter zum großen Bruder Golf fehlen, basiert zum ersten Mal auf der Konzernplattform MQB A0, die höhere Flexibilität und zum Beispiel das volldigitales Cockpit und zahlreiche Assistenz- und Komfortsysteme ermöglicht, die man von höheren Klassen kennt.

Je nach Fahrstil könnte ein Haltegriff für den Beifahrer sinnvoll sein

Der Weg ist wieder frei und der 1355 Kilogramm leichte Polo GTI wieselt im Sportmodus durch die Kehren. Beim Beschleunigen wirkt der Vierzylinder willig und ausgeglichen, die 320 Newtonmeter Drehmoment bringen die Kraft dosierbar und keinesfalls rüpelhaft auf die Vorderräder. Trotzdem wäre ein Haltegriff für den Beifahrer keine schlechte Maßnahme. Das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe mit kurzen Schaltwegen und klaren Gassen passt ebenso gut zu der Strecke wie die direkte und mit gutem Widerstand ausgestattete Lenkung. Für den Sprint auf 100 km/h genehmigt sich der Polo GTI mal eben 6,7 Sekunden. Wenn nötig und möglich, ist er bis zu 237 km/h schnell. Der Volkswagen Polo GTI startet bei knapp unter 24.000 Euro, mit ein paar Extrawünschen lässt sich locker an der 30 000 Euro-Grenze schrappen.

Der up! GTI liegt mit seinen Abmessungen und Leistungsdaten etwa auf dem Niveau der ersten Golfgeneration.

Den sportlichsten up! gibt es schon ab 16 975 Euro

Günstiger kommt da der kleinste GTI von Volkswagen einher, der mit seinen Leistungsdaten und Abmessungen nahe denen des ersten Golf GTI liegt. Zu einem Grundpreis von 16 975 Euro bekommt man den sportlichen up! mit einem Dreizylinder mit 115 PS und einem maximalen Drehmoment von 200 Newtonmetern. Viel Kraft für ein nur etwas über 1000 Kilogramm schweres Auto, die beim Anfahren dann auch gleich an den Vorderrädern reißt. Das ist aber auch das einzig Ungestüme, was ihn mit dem krawalligen Golf GTI der ersten Generation verbindet, der sich gerne auch mal 9 Liter auf 100 km genehmigte. Für den up! GTI gibt VW nach dem neuen Verbrauchs  – und Abgasmessverfahren WLTP, das bei ihm als erstem VW –Modell angewendet wird,  einen Verbrauch von 5,7 Litern auf 100 km an. Nach dem bisherigen weniger realitätsnahen NEFZ-Verfahren wären es 4,8 Litern je 100 Kilometern gewesen. Bello y impossibile. Schön und unmöglich. Erst recht auf einer der schönsten Küstenstraßen des Mittelmeers. 

In den Kurven reißt der gerade mal 1000 Kg schwere up! gerne an den Vorderrädern.

Text : Solveig Grewe

Fotos: Solveig Grewe,VW

 

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