Kurz gefahren: Ford Fiesta ST

Olé, Fiesta. Da hat Ford mit seinem neuen Fiesta ST nicht nur optisch einen Voll-Treffer gelandet. Der Kleine mutiert als „ST“ zur Rennsemmel und sorgt so für mächtig Fahrspaß auf der Straße. Mit seinem sportlich gezeichneten Kühlergrill, den feschen Felgen und dezent tiefer gelegter Karosse, wirkt er bereits im Stand schneller als seine Kollegen von der Hausfrauenfront. Tiefe Schweller und ein großer Heckspoiler plustern ihn zusätzlich ein bisschen auf,  fast wie einen Gockel vor seinen Hennen.

Fiesta ST – „kurz gefahren“

182 PS vertreiben den Hausfrauen-Muff

Mit 182 PS bringt der Fiesta ST genug Power auf die Straße um nicht länger als Einkaufswagen alleine verstanden zu werden. Was bei anderen Kleinwagen schnell zum Durchdrehen der Vorderräder führt, ringt dem kleinen Ford Fiesta gerade mal ein müdes Lächeln ab. Die ESP-Lampe enthält sich jeden Kommentars und erlaubt geschmeidige Kurvengeschwindigkeiten. Der kleine Kölner überzeugt auf der Straße durch eine bessere Abstimmung der Lenkung, straffe Dämpfer und eine elektronische Differenzialsperre helfen dabei, die Leistung des Turbomotors auch in höhere Kurventempi umzusetzen. Dank 183 PS EcoBoost-Turbo und bescheidenem Leergewicht (1.160 Kilogramm) zieht er ordentlich über die Straßen hinweg – ganz so als würde er zu den Großen gehören. Da muss man sich selbst immer mal wieder daran erinnern, dass man es hier „ja nur“ mit einem Kleinwagen zu tun hat und nicht mit einem teuren Sportwagen.

ford fiesta st 44 testfahrt kurz

Seinem 1,6-Liter großer Turbomotor wurde ein Overboost spendiert. Dieser steigert die Leistung per Vollgas-Kick auf das Gaspedal,  kurzfristig auf satte 200 PS und einem Drehmoment von 290 Nm. Das gibt beim Überholen den entscheidenden Extra-Boost und neidische Blicke, wenn er vorbeirauscht. Von Null auf 100 vergehen hierbei im schnellsten Fall gerade einmal 6.9 Sekunden. Dabei pirscht sich der Fiesta ST nicht lautlos an andere vorbei. Für den ST-Einsatz hat er zusätzlich einen Sound-Composer bekommen. So wird über einen Schlauch und eine Membran bei höheren Drehzahlen ein Ansauggeräusch übertragen. Da heißt es dann „Wooosch, Olé!“ beim Überholmanöver. Ein neues Sechsganggetriebe und die ST-Insignien im Innenraum, wie zum Beispiel die serienmäßigen Recaro-Sportsitze, setzen dem Fahrgefühl noch mal eins drauf. Wer sie in Leder will, muss allerdings einen kleinen Obolus von 1000 Euro zahlen und erhält dazu sogar noch eine Sitzheizung. Das alles ist jedoch nichts für Typen der Marke Horst Schlemmer. Da muss man die Ausrede „Isch hab Rücken“ getrost zu Hause lassen.  Ein sportlich designtes Cockpit mit gut ablesbaren Armaturen, einem griffigen Leder-Sportlenkrad mit ST Schriftzug und natürlich dem „Power“-Knöpfchen, mit dem die Power des Kleinen entfesselt wird, sind ebenfalls Teil der Ausstattung.

ford fiesta st 26 testfahrt kurz

Eine weitere Premiere betrifft die Bremsanlage der kleinen Rennsemmel. Statt der üblichen Trommeln an der Hinterachse, gaben die Kölner dem Fiesta ST erstmalig Scheiben mit auf den Weg. Leistungsfähige Bremstechnik die sich damit nun an den Achsen der mit 17-Zoll-Felgen bereiften Rennsemmel befinden.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis kann sich ebenfalls sehen lassen: Schon ab 20.000 Euro kann man den Kraftzwerg sein eigen nennen. So viel Fahrspaß in Kombination mit Alltagstauglichkeit für so wenig Schotter bieten nicht viele Autos. Fazit: Der Ford Fiesta ST liefert ein sportliches Gesamtpaket zu einem super Preis, ohne dabei zu viel zu versprechen. Aber bei Weitem auch nicht zu wenig.

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Simone Amores
Autos waren schon immer meine Passion, aber erst vor ein paar Jahren fing ich damit an, auch darüber zu berichten. Als freie Online-Journalistin genieße ich die Zeit auf vier Rädern so oft es geht. Neben dem modeln und reisen surfe ich aber auch gerne auf der virtuellen Welle. Frei nach dem Motto: „Lieber dauernd online als ständig von der Rolle.“

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