Lamborghini Miura P400 „The Italian Job“ — Original, aber im Film mit falschen Sitzen

Lamborghini hat den Miura P400 aus „The Italian Job” verifiziert. Damit ist klar: Das Filmauto aus der Anfangsszene existiert und es geht ihm gut.

Das Schicksal des Filmautos ist schnell erzählt: Mit Zigarette im Mundwinkel und Sonnenbrille auf der Nase fährt Rossano Brazzi in einem Lamborghini Miura über den Großen St. Bernhard. Die eher gemächliche Fahrt zu Musik von Quincy Jones endet abrupt mit Knall und Feuerball in einem Tunnel: Der Miura zerschellt an einer Planierraupe.

Das Filmauto existiert, es geht ihm gut

Die gute Nachricht: Das Filmauto existiert und es geht ihm gut. Für den Stunt doubelte ein Unfall-Miura das Filmauto. Das ging nach dem Dreh unverwundet zurück ins Werk und an einen Kunden aus Rom. Der aktuelle Besitzer, Autosammler Fritz Kaiser aus Vaduz, wollte wissen, ob sein Miura mit der Fahrgestellnummer 3586 das Filmauto ist. Kaiser sammelt Sportwagen der 50er- und 60er-Jahre.

Warum der Italian-Job-Miura die falschen Sitze hat

Lamborghini holte den Miura ins Werk, recherchierte, untersuchte, befragte Zeitzeugen. Darunter Enzo Moruzzi, der den Miura damals ans Filmset fuhr und Brazzi beim Stunt doubelte. Moruzzi wusste auch, warum beim Filmauto Sitze und Kopfstützen nicht zusammenpassen: Die originalen, weißen Ledersitze sollten geschont werden und wurden darum durch Testgestühl ersetzt, das offenbar mit schwarzem Stoff bezogen war. Die weißen Kopfstützen sind separat befestigt und blieben aus Zeitgründen drin.

The Italian Job

Die Handlung des Films „The Italian Job“ ist schnell erzählt: Charlie (Michael Caine), eben aus dem Gefängnis entlassen, übernimmt von einem Freund einen riskanten, aber lohnenswerten Goldraub mitten in Turin. Mit drei Minis, diversen Jaguars und einem Bus zettelt er mit seinen Komplizen ein großes Verkehrschaos an, das ihm helfen soll, das Gold zu rauben und zu entkommen. Regisseur war Peter Colinson, das Drehbuch schrieb Tro Kennedy-Martin. Ein Remake des Films erschien 2003.

Der Lamborghini Miura

Der Miura war der erste Mittelmotor-Lamborghini und das erste Auto mit einem quer vor der Hinterachse eingebauten V12. Im Urmodell P400, das 1966 auf dem Genfer Autosalon stand, leistet der 3,9-Liter-Motor 390 PS, bis zum Ende der Bauzeit kamen mehrere stärkere Versionen auf den Markt, der SV kam auf 385 PS. Nicht nur der Motor wurde stärker, auch Fehler wie die starke Aufheizung der Kabine oder das gemeinsame Ölgehäuse für Motor und Getriebe wurden im Lauf der Zeit abgestellt. Bis 1975 wurden 474 Coupés und ein Roadster gebaut.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/oldtimer/lamborghini-miura-the-italian-job/

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