Leser Test Drive Ducati Scrambler 1100 Special — Das sagen unsere Leser

5 Leser/innen testen im Rahmen des Ducati Leser-Test-Rides die neue Scrambler 1100 Special. Dafür haben sie 4 Wochen Zeit, den Sprit zahlt Ducati. Bei uns lest ihr jede Woche von den aktuellsten Eindrücken der 5 Fahrer/innen.

Stellt euch vor: Schönstes Motorradwetter und Ducati stellt euch eine brandneue Scrambler 1100 Special für einen 4-wöchigen Test zur Verfügung – und das Spritgeld gibt’s noch obendrauf. Traumhaft? Ja. Aber für fünf Leser von MOTORRAD, FUEL und auto motor und sport ist das nun die Realität. Sie haben sich für den Leser-Test-Ride von Ducati beworben und gewonnen.

Hier lest ihr die nächsten vier Wochen, welche Eindrücke die fünf Pilotinnen und Piloten mit den Ducati Scrambler 1100 Special sammeln.

Andreas 1. Testwoche

Aktuelles Motorrad: KTM Duke 390
Fahrergröße: 1,69 Meter

Testumfeld: Von Stuttgart aus über die A81 nach Heilbronn, ansonsten nur noch Landstrasse (Spessart & Odenwald)
Gefahrene Strecke: 500 Kilometer

Ergonomie auf dem Motorrad: Da die Sitzbank recht breit ist, komme ich mit meinen 1,69 Meter nur mit den Fußspitzen auf den Boden. Die weit vorn angebrachten Fußrasten sorgen zwar für eine äußerst komfortable Sitzposition, sorgen aber auch dafür, dass ich mich bei höherem Tempo (ab 120km/h) mit dem Oberkörper aktiv gegen den Wind stemmen muß, was mittelfristig anstrengend ist.

Fahreindrücke Stadt: Leichtgängige Kupplung, die sich sehr gut dosieren lässt; sehr gutmütig beim Anfahren; starke Hitzeentwicklung in der Stadt und im Stau.
Fahreindrücke Landstraße: Stabiles Kurververhalten, ausreichende Schräglagenfreiheit, ideales Landstraßenmotorrad, um Spaß zu haben; sehr gute Bremsen; keine Lastwechselreaktionen im Antriebsstrang; sehr guter Durchzug und Beschleunigung; Ablesbarkeit des Drehzahlmessers leider nur mäßig.
Fahreindrücke Autobahn: Sehr unsensible Federelemente. Speziell bei den Querfugen der A81 sind Nehmerqualitäten gefragt – die A81 und die Scrambler werden keine Freunde.
Fahreindrücke Soziusbetrieb: Kein Soziusbetrieb durchgeführt.

Gesamtbewertung (Schulnoten 1-6): 1- (Abzug gibt es nur für das Ansprechverhalten der Federung)

Das Motorrad käme für mich in Frage/nicht in Frage, weil …: Es finden bereits intensive, familieninterne Diskussionen statt, ob wir die Scrambler 1100 kaufen, oder eine Scrambler 1100 (für Thomas (Anm. d Red.: Thomas ist der Ehemann von Andrea. Er nennt eine Monster 1200 und eine 1198 sein Eigen)) und eine Scrambler 800 (für mich). Ich möchte mal die 800er im Vergleich zur 1100er fahren.

Das hat mich überrascht: Extrem geiler Sound, der mir ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubert; familieninterner Soundsieger (gegen Monster 1200 und Ducati 1198).

Das hat mich enttäuscht: Das Ansprechverhalten der Federelemente; ggfs. können die auf mein Gewicht angepasst werden.

Hauptunterschiede zum aktuellen Motorrad: Im Vergleich zur Scrambler 1100 wirkt die Duke 390 wie ein Mofa; die Motorräder sind nicht direkt vergleichbar. Beim Handling im Stand bevorzuge ich die Duke, beim Fahren eindeutig die Scrambler.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Scrambler 1100 ist kein Schnäppchen, jedoch aufgrund der hochwertigen Ausstattung inkl. Speichenfelgen und der Fertigung in Italien angemessen.

Weitere Notizen: Sehr hochwertige Verarbeitung mit vielen gebürsteten Aluteilen; hochwertige Assistenzsysteme, tolle Gesamterscheinung.

Andreas 2. Testwoche

Testumfeld: überwiegend Landstrasse
Gefahrene Strecke: 250 Kilometer

Fahreindrücke Stadt: Die Abstufung des Getriebes ist sehr gut gelungen; man kann entspannt im 3. Gang bei 30 km/h im Verkehr mitschwimmen, sowie im 4. Gang bei Tempo 50.
Fahreindrücke Landstraße: Perfektes Motorrad, um im legalen Geschwindigkeitsbereich auf der Landstrasse Spaß zu haben. Die Füße schleifen allerdings relativ schnell in Kurven auf der Strasse. Je nach Sonneneinstrahlung blendet das Display ziemlich stark.
Fahreindrücke Autobahn: kein Autobahnbetrieb
Fahreindrücke Soziusbetrieb: Die Sitzbank ist sehr bequem auch für 2 Personen. Der Kniewinkel für den Sozius ist sehr entspannt, die Position der Haltegriffe allerdings unpraktisch. Immerhin, so stören sie das Design nicht – schließlich kann man sich ja am Fahrer festhalten.

Gesamtbewertung (Schulnoten 1-6): 1- (siehe Vorwoche)

Das Motorrad käme für mich in Frage, weil …: es sich entspannt fährt, hochwertig verarbeitet ist und einen guten Sound hat.

Das hat mich überrascht: Die Reifen haften sehr gut trotz des leichten Geländeprofils.

Das hat mich enttäuscht: keine weiteren Erkenntnisse im Vergleich zur Vorwoche.

Hauptunterschiede zum aktuellen Motorrad: Keine Nachteile im Vergleich zum aktuellen Motorrad (390 Duke). Stabileres Fahrverhalten in den Kurven, ich komme meinem Mann besser auf seiner Monster hinterher.

Preis-Leistungs-Verhältnis: angemessen

Weitere Notizen: Die rechte Verschraubung des Tanks hatte sich gelockert. Und: zwischen dem 5. und 6. Gang komme ich ab und zu in einen Zwischenleerlauf.

Christophs 1. Testwoche

Aktuelle Motorräder: Moto Guzzi Griso 1200 S.E, Yamaha FZ8 N und Yamaha XS 1100
Fahrergröße: 1,88 Meter

Testumfeld: Stadt, Land, Autobahn – von allem ein bisschen
Gefahrene Strecke: 420 Kilometer

Ergonomie auf dem Motorrad: Ich sitze mit meinen 1,88 Meter sehr gut auf dem Motorrad, der Kniewinkel ist absolut enstpannt.

Fahreindrücke Stadt: Beim Fahren in der Stadt benutze ich meistens den Journey Modus, da er etwas sanfter anspricht aber trotzdem die volle Leistung hat.
Fahreindrücke Soziusbetrieb: Für kurze Ausfahrten absolut okay, jedoch sind die Haltegriffe unterm Sitz zwar nett gemeint, aber eher unpraktisch. Außerdem werden sie sehr warm.

Gesamtbewertung (Schulnoten 1-6): Ich gebe eine gute 2.

Das Motorrad käme für mich in Frage/nicht in Frage, weil …: Die Scrambler würde für mich in Frage kommen, weil sie ein sehr schön zu fahrendes Allround-Mopped abgibt, mit dem ich nicht nur die Landstraße unsicher machen kann, sondern auch gerne mal zur Arbeit oder einfach nur an die Eisdiele fahre.

Das hat mich überrascht: Überrascht hat mich wirklich der Motor! Weil er – obwohl er nur 88 PS stark ist – einen sehr guten Durchzug hat. Auch die sehr gute Bremsanlage hat mich positiv überrascht.

Das hat mich enttäuscht: Sofern man von enttäuscht reden kann, die Sitzbank. Sie sieht zwar sehr schön aus und fühlt sich auch sehr wertig an, ist aber eher auf der härteren Seite des Lebens zuhause. Vielleicht muss ich sie aber auch einfach noch etwas einsitzen :D.

Hauptunterschiede zum akutellen Motorrad: Mit meiner Guzzi ist die Scrambler 1100 schwer zu vergleichen – es sind zwar beides V2 Motorräder aus Italien, aber grundsätzlich sehr unterschiedliche Konzepte.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Mit 14.290 Euro* ist die Ducati Scrambler 1100 Special nicht unbedingt günstig, aber im direkten Vergleich zur R nineT Scrambler (ab 13.150 Euro) und zur Triumph Bonneville T120 (ab 12.250 Euro), passt das Preis-Leistungs-Verhältnis wieder. Meiner Meinung nach bietet sie von den Dreien die beste Austattung. *Das ist der Preis für die Special-Ausführung, die günstigste Scrambler 1100 startet bei 12.990 Euro. (Anm. d. Red.)

Weitere Notizen: Ich war sehr überrrascht von dem wirklich guten und durchzugsstarken Motor – obwohl er nur 88 PS bereitstellt, hatte ich nie das Gefühl das Leistung fehlen würde. Für den „alten“ luftgekühlten 1100 V2 läuft der Motor schon fast seidenweich, tolle Abstimmung von Ducati, das macht wirklich Laune. Ich wollte mich Ende des Jahres von meiner Yamaha FZ8N trennen, die für mich quasi der „Dailydriver“ ist. Und ich muss sagen, die Scrambler 1100 wäre wirklich ein sehr guter Nachfolger.

Christophs 2. Testwoche

Testumfeld: von allem ein bisschen
Gefahrene Strecke: 460 Kilometer

Fahreindrücke Stadt: Für einen 1100-cm³-V2 fährt die Ducati wirklich schön in der Stadt. Gerade im Journey-Modus überzeugt sie mit einer sehr schönen Gasanhame ohne dabei übertieben zu ruckeln. Nur die extreme Abwärme des Motors beim Anhalten, beispielsweise an Ampeln, ist bei 30 Grad Außentemperatur wirklich extrem.
Fahreindrücke Autobahn: Sie ist konzeptbedingt einfach kein Autobahn-Mopped, aber für kurze Strecken mit Geschwindigkeiten um 120/130 km/h absolut okay und stabil.

Das hat mich überrascht: Habe das Fahrwerk mal nach dem im Top-Test beschriebenen Setup eingestellt (MOTORRAD Ausgabe 12/2018). Und siehe da, es fährt sich zwar immer noch straff aber deutlich komfortabler.

Das hat mich enttäuscht: Der Seitenständer ist etwas schlecht erreichbar. Ebenso wie im MOTORRAD-Test beschrieben, hätte man sich für die Lenkeinschlagbegrenzung etwas Schöneres ausdenken können.

Weitere Notizen: War diese Woche bei Ducati Bochum und habe das Update aufspielen lassen. Während ich wartete konnte ich mal die neue SuperSport S Testen.

Olivers 1. Testwoche

Aktuelles Motorrad: Leider keins
Fahrergröße: 1,76 Meter

Testumfeld: Eine Mischung aus allem
Gefahrene Strecke: 550 Kilometer

Ergonomie auf dem Motorrad: Sehr angenehme Sitzposition, auch oder gerade wegen meiner geringen Größe. Die Lenkerhöhe und -breite ist sehr angenehm – paßt zur gesamten Ergonomie. Also auch für Fahrer unter 1,80 Meter.

Fahreindrücke Stadt: Tolles, einfaches Handling, spurt in jedem Gang, fließt super mit im Stadtverkehr. Aber vor allem zieht sie alle Blicke auf sich, was auch am beeindruckenden Sound liegt.
Fahreindrücke Landstraße: Die Duc fährt sich vor allem auf kurvigen Straßen einfach traumhaft, bietet Durchzug in jeder Lebenslage und kommt auch gut in höheren Gängen aus dem Drehzahlkeller. Die Bremsen sind hervorragend, wobei die Hinterbremse für meinen geschmack einen Ticken bissiger sein könnte.
Fahreindrücke Autobahn: Sehr anstrengend zu fahren da die Scrambler ja ohne Verkleidung daherkommt. So nach 300 gefahrenen Kilometern wurde es für die Arme echt anstrengend. Aber bis dahin macht sie riesig Spaß, weil sie auch in den hohen Gängen kraftvoll durchzieht. Auch hier gabe es während der Fahrt viele Schaulustige und „Fotografen“. An jeder Raststätte hatten wir sofort Zulauf. Das war total ungewohnt, da ich mich ja selbst erst an die Scrambler gewöhnen musste und gleich Frage und Antwort für alle Interessierten stehen musste. War aber total klasse!
Fahreindrücke Soziusbetrieb: Meine Söhne ließen es sich nicht nehmen und haben jede Möglichkeit genutzt mitzufahren. Das Fahrverhalten mit Sozius ist unproblematisch. Das Ansprechverhalten des Motors ist exakt gleich dem ohne Sozius. Kraft ist also immer und ausreichend vorhanden. Nur die Bremse muss mit mehr Gefühl betätigt werden, hat aber trotzdem genug Kraft.

Gesamtbewertung (Schulnoten 1-6): 1

Das Motorrad käme für mich in Frage/nicht in Frage, weil …: Die Scrambler 1100 käme für mich in Frage, denn der 1. Eindruck ist für mich entscheidend. Und der ist perfekt!

Das hat mich überrascht: Sie ist kein Leichtgewicht und trotzdem super zu beherrschen.

Das hat mich enttäuscht: Das Cockpit – nur LCD geht gar nicht. Wenigstens der Drehzahlenmesser sollte analog vorhanden sein. Die Hinterradbremse könnte etwas besser zupacken und das Fahrwerk dürfte etwas weicher sein. Das ist aber keine wirkliche Enttäuschung, sondern nur ein Hinweis.

Hauptunterschiede zum akutellen Motorrad: Tja, da ich leider zur Zeit kein Motorrad besitze, gibt es zu 100% Vorteil Scrambler 1100!

Preis-Leistungs-Verhältnis: Super Motorrad mit allen Features zum angemessenen Preis – eben etwas Besonderes.

Olivers 2. Testwoche

Testumfeld: Landstraßen in Ostwestfalen-Lippe und Norddeutschland, Autobahn.
Gefahrene Strecke: 500 Kilometer

Fahreindrücke Stadt: Das Fahren in der Stadt macht immer noch viel Spaß. Sehr stimmig im City-Modus. Der Sound macht süchtig und das Handling ist einfach.
Fahreindrücke Landstraße: Überland ist die Heimat der Ducati. Hier macht das Fahren endlos Spaß. Das Kurven-ABS arbeitet sehr gut. Die Tour ins Norddeutsche Hooksiel an den Strand war top. Wir wurden sogar mit super Sonnenwetter belohnt.
Fahreindrücke Autobahn: Auf der A28 Richtung Nordsee-Küste vergeht einem leider der Spaß. Bodenwellen und Fahrbahn-Unebenheiten habe ich in jedem Knochen im Rücken gespürt. Durchzug und Spurtreue sind wirklich klasse – nur das Fahrwerk ist zu hart für die Bahn. Deshalb lieber über Land. Aber das pausieren an einer Autobahn-Raststätte mit italienischem Kennzeichen ist immer ein Highlight – die Leute kommen einfach und sprechen mich an. Wenn dann aber ein sturer Westfale antwortet, sind sie schon etwas enttäuscht.
Fahreindrücke Soziusbetrieb: Diese Woche hab ich es mal ganz für mich allein genossen.

Das Motorrad käme für mich in Frage/nicht in Frage, weil …: Ich will sie haben!

Das hat mich überrascht: Super sicheres Fahrverhalten auch bei Mistwetter mit Starkregen und Gewitter. Ich fühle mich immer sicher.

Das hat mich enttäuscht: Wie gesagt, das Fahrwerk ist etwas hart und der klassische Drehzahl-Messer fehlt mir immer noch.

Weitere Notizen: Ducati Deutschland rief zum Update der Motorsteuerung beim nächsten Ducati-Händler. Der ist in Melle. Super freundlicher Empfang, die Jungs dort wussten sofort Bescheid und nach 10 Minuten war alles behoben bzw. „geupgraded“. Top-Service.

Toralfs 1. Testwoche

Aktuelles Motorrad: Harley Davidson Fat Bob 114
Fahrergröße: 1,81 Meter

Testumfeld: Stadtverkehr Stuttgart, Autobahn bis Emsland, Landstraßenfahrten bei Stauumfahrung
Gefahrene Strecke: 1.100 Kilometer

Ergonomie auf dem Motorrad: Passt bei meiner Größe alles.

Fahreindrücke Stadt: Im Stadverkehr bin ich im „City Mode“ gefahren. Bei Stau und zähem Stadtverkehr stieg von links extreme Motorhitze auf.
Fahreindrücke Landstraße: Hier habe ich den „Journey Mode“ geschaltet. Nach wenigen Kilometern leuchtete eine orangene Anzeige im Cockpit auf. Es war die Kontrollleuchte „Fahrzeug-/Motordiagnose – MIL”. Das hieß für mich und die Scrambler 1100: Ab in die Werkstatt im Motorradcentrum Ducati in Leimen: Es erfolgte ein Software-Update (ca. 45 Minuten). Das Werkstatt-Team war top und danach gab’s keine weiteren Cockpitmeldungen.
Fahreindrücke Autobahn: Hier ging’s im “Active Mode„ voran. Top: zügiges Vorankommen. Flop: Auspuff/Motorengeräusch habe ich als klirrend wahrgenommen. Fazit: Besser mit Ohrenstöpsel fahren.
Fahreindrücke Soziusbetrieb: Bei Fahrbahn-Unebenheiten gab die Scrambler die Stöße gefühlt direkt an den Soziusrücken weiter, außerdem ist die Soziusbank etwas zu hart.

Gesamtbewertung (Schulnoten 1-6): 3

Das Motorrad käme für mich in Frage/nicht in Frage, weil ...: Für Kurzstreckenfahrten käme die Scrambler 1100 für mich in Frage.

Das hat mich überrascht: Dass ich jetzt vier Wochen lang mit einem italienischen Kennzeichen rumfahren darf – die Scrambler kommt nämlich direkt vom Werk und ist in Italien zugelassen. Außerdem: Die top Funktion des Kurven-ABS!

Das hat mich enttäuscht: klirrendes Motoren-/Auspuffgeräusch im Ohr, sonores, nähmaschinenähnliches Arbeiten des Motors im 3. Gang, wobei dann vom Auspuffgeräusch nichts mehr zu hören ist.

Hauptunterschiede zum akutellen Motorrad: Motoren-/Auspuffklang der Harley finde ich angenehmer; trotz Active Mode der Scrambler – meine Harley hat “Warp Antrieb„.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Top

Weitere Notizen: Nach über 1.000 Kilometer Heimfahrt (mit einer Übernachtung) und lahmen, gefühlt tellergroßen Händen sowie starren Unterarmen, habe ich laut meiner Haushaltswage Kilogramm Gewicht verloren und noch dazu mehr Muskelmasse! Die Scrambler ist also ein klasse Fitnessgerät! Nach einer Hochsommer-Woche, täglichen Ausfahrten und viel Spass bin ich gespannt, was noch kommt.

Toralfs 2. Testwoche

Testumfeld: Stadt Papenburg/Emsland; Stadt Leer/ Ostfriesland, Stadt Weener/Rheiderland
Gefahrene Strecke: 400 Kilometer

Ergonomie auf dem Motorrad: Steht auch meiner 18 jährigen Tochter (1,72 Meter) und meinem fast 16 jährigen Sohn (1,82 Meter) sehr gut.

Fahreindrücke Stadt: In der zweiten Testwoche habe ich es beim Journey Mode belassen, beim ersten überraschenden Gewitterschauer bin ich sicher angekommen.
Fahreindrücke Landstraße: Meine Scrambler mit italienischem Motorrad-Kennzeichen haben zwei Biker mit Sozius und finnischen Motorrad-Kennzeichen ein Stück des Weges begleitet. Vor dem Ampelstart habe ich sie gefragt, wohin es geht. “Einfach nur Motorradfahren„. So ist’s schön.
Fahreindrücke Autobahn: zügiges vorankommen möglich, Windlastig über 130 km/h
Fahreindrücke Soziusbetrieb: Zu zweit sehr gut im Stadtbetrieb.

Das Motorrad käme für mich in Frage/nicht in Frage, weil ...: Ja, wegen Image und Zugehörigkeit – angetroffene Ducati-Fahrer lieben Ducati einfach – und so auch die Scrampler Spezial 1100.

Das hat mich überrascht: Die Scrambler fährt seit einer Woche mit Oktan 100 – ruhiger und gefühlt noch zügiger. Zuvor habe ich Oktan 95 getankt.

Preis-Leistungs-Verhältnis: top

Weitere Notizen: Habe nichts mehr an Geräuschen gefunden, weil ich jetzt immer mit Ohrstöpseln fahre.

Manuelas 1. Testwoche

Aktuelles Motorrad: Yamaha XSR 700 (2016)
Fahrergröße: 1,80 Meter

Testumfeld: Von Köln über die Autobahn A1 und A44 zurück bei Gewitter mit Starkregen, Tagestour durch das Sauerland über Willingen, Winterberg und Warstein.
Gefahrene Strecke: 738 Kilometer

Ergonomie auf dem Motorrad: Die Sitzposition auf der Scrambler ist akzeptabel. Aufgrund meiner langen Beine sind diese stark angewinkelt, sodass sie bei längeren Touren häufiger mal einschlafen. Die Lenkerhöhe und -breite finde ich sehr angenehm, da man schön aufrecht sitzt. Breite und Härtegrad der Sitzbank find ich auch sehr komfortabel.

Fahreindrücke Stadt: Mit der Scrambler fällt man allein schon wegen des Sounds auf. Blicke sind garantiert.
Fahreindrücke Landstraße: Für die Landstraße ist sie auf jeden Fall prädestiniert. Sie lässt sich super in die Kurven legen und überholen ist auch kein Problem. Ein echtes Spaßmobil für kleine Wochenendausflüge.
Fahreindrücke Autobahn: Aufgrund des Unwetters musste ich notgedrungen unter einer Autobahnbrücke halten, da meine Kleidung mehrere Liter Wasser aufgenommen hatte und ich meinen Vordermann kaum noch sehen konnte. Trotz der Wassermassen, die vom Himmel kamen, klebte das Motorrad auf der Straße. Das Fahrgefühl war unglaublich. Irgendwann kam zufällig Marcel mit seiner Suzuki GS 500 dazu und leistete mir unter der Brücke Gesellschaft. Er war über meine guten Deutschkenntnisse erstaunt, dafür, dass ich mit einem italienischen Kennzeichen herumfuhr. Als wir uns überlegten, die nächste Raststätte bei Remscheid für einen Kaffee anzusteuern, war er sehr beeindruckt von der Schönheit der Ducati und der Lichtintensität des Scheinwerfers. Die Wahrnehmung durch den starken Scheinwerfer für andere Verkehrsteilnehmer sei von Vorteil, so das Feedback. Nichtsdestotrotz stellte ich für mich fest, dass der Scheinwerfer von Tagfahrlicht nicht automatisch auf Abblendlicht umschaltet, obwohl es die Witterungsverhältnisse erfordert hätten. Somit habe ich selbst auf Abblendlicht umgeschaltet.

Gesamtbewertung (Schulnoten 1-6): 1

Das Motorrad käme für mich in Frage/nicht in Frage, weil …: Das Motorrad kommt für mich in Frage, weil es mit sehr viel Liebe zum Detail verarbeitet ist und wunderschöne Optikmit neuester Technik kombiniert. Außerdem mag ich den Sound. Jedes neue Starten der Maschine, löst Glücksgefühle aus. Einfach toll!

Das hat mich überrascht: Die Wirkung der Brembo-Bremsanlage ist erstaunlich. Trotz Regenwetters, packte die Bremse ordentlich zu, so dass ich in den ABS-Regelbereich kam. Das Motorrad blieb aber ruhig und ausgeglichen in der Spur.

Das hat mich enttäuscht: Die empfindliche Tankanzeige. Bei nur 170 bis 190 km leuchtet schon das Kontrolllämpchen auf, obwohl laut Tankinhalt noch fast 100km möglich wären.

Hauptunterschiede zum aktuellen Motorrad: Mein aktuelles Motorrad greift ebenfalls das Retro-Design auf, daher haben sich einige Vor- und Nachteile herauskristallisiert. Meine XSR 700 kostet fast die Hälfte, hat jedoch ebenfalls ABS und eine ausreichende Leistung mit 75 PS. Der Nachtteil an meiner Maschine ist, dass weniger hochwertige Komponenten verarbeitet sind. Dadurch wirkt die Ducati schon mal vom Design her wesentlich hochwertiger. An meiner Maschine sind zum Beispiel von Pirelli (Phantom) schlechtere Reifen montiert worden, worunter der Grip insbesondere in Kurven leidet. Die Ducati Scrambler 1100 hat ebenfalls Pirelli-Reifen (MT 60) aufgeschnallt, die aber trotz des Gelände-artigen Profils auch bei Nässe auf der Straße kleben. Desweiteren ist die Kupplung bei der XSR hakelig und manchmal auch zickig beim Gang einlegen. Dagegen ist die Scrambler sehr leichtgängig. Die Ducati zieht natürlich von der Motorleistung deutlich besser an, was mehr Funfaktor bringt. Allerdings sitze ich auf meiner XSR auf längeren Touren besser, da die Japaner auch an große Leute gedacht haben und meine Beine bzw. mein Körper keine Embryonalstellung einnehmen muss.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Als ich den Preis der Scrambler 1100 von 14.290 Euro realisiert habe, tat mir das in der Seele weh. Zur Scrambler 800 gibt es im Vergleich nur 13 PS mehr und noch dazu ein Mehrgewicht von 25 Kilogramm, wenn sie vollgetankt ist. Ob ich bereit wäre 5.505 Euro mehr auszugeben …? Fragt mich nächste Woche nochmal, wenn ich nicht mehr blind vor Liebe bin.

Über Manuelas erste Testwoche mit der Ducati Scrambler 1100 Special lest ihr den auführlichen Bericht nächste Woche an dieser Stelle. Sie konnte die Maschine am 18. Mai nicht entgegennehmen und fährt sie jetzt stattdessen vom 29. Mai bis 26. Juni. Als Platzhalter auf dem Gruppenfoto sprang der Scrambler-Designer Jeremy Faraud ein.

Übergabe der Motorräder

Der Testzeitraum ist vom 18. Mai bis 15. Juni 2018. Die Motorräder wurden am 18. Mai 2018 in Stuttgart bei der Motor Presse Stuttgart von Ducati übergeben.

Zu diesem Anlass waren zwei Ducati-Mitarbeiter vor Ort: Jeremy Faraud aus Bologna, Designer der Scrambler 1100 sowie Robert Glück, Pressesprecher von Ducati Deutschland.

Die Fahrerinnen und Fahrer wurden gebrieft, bekamen einen Einblick in den Arbeitsalltag eines Fahrzeugdesigners und eine Redaktionsführung unsererseits. Mittagessen fand irgendwann dazwischen statt und zum Abschluss gab’s die Einführung ins neue Fahrzeug.

Infos zur Ducati Scrambler 1100

Auf der EICMA 2017 feierte die Ducati Scrambler 1100 Weltpremiere. Sie kommt in den Ausführungen Standard (in Gelb und Schwarz), Special und Sport auf den Markt.

Der luftgekühlte L-Twin erfüllt selbstverständlich die Euro 4-Norm, drückt 86 PS bei 7.500/min und stellt 88,4 Nm maximales Drehmoment bei 4.700/min bereit. Neben drei Fahrmodi rollt sie mit Kurven-ABS, vierstufiger Traktionskontrolle, LCD-Cockpit sowie USB-Anschluss an, die Special-Version rollt außerdem mit Drahtspeichenrädern und Aluminiumkotflügel an.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/leser-test-drive-ducati-scrambler-2018/

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