Mazda MX-5 – Für Dracula ist nichts zu holen

Auf der Transfogaraschen Hochstraße in Rumänien ist der MX-5 in seinem Element.

Mit dem MX-5 schreibt Mazda eine gleichermaßen erfolgreiche Geschichte wie Bram Stoker sie schrieb mit seinem „Dracula“, dem wohl berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte. Über eine Million des japanischen Roadsters wurden weltweit schon verkauft. Das Update der vierten Generation – dem leichtesten MX-5 seit seinem Debüt im Jahr 1989 – bleibt optisch dem preisgekrönten Designstil treu. Mit erstarkten Motoren, die die Abgasnorm Euro 6d-Temp ohne Einsatz eines Partikelfilters erfüllen, lässt es sich agil und kontrolliert durch die Kurven zirkeln. Den Beweis lieferte der attraktive Dauerbrenner auf einer Fahrt über eine der schönsten Straßen der Welt: Der Transfagarasan, die auf 151 Kilometern Transsilvanien mit der Walachei verbindet. Autohub war dabei.  

Knoblauch soll bekanntlich vor Vampiren schützen. Doch wohin nur mit den zumindest für menschliche Nasen aromatisch duftenden Zehen. In dem Mazda MX-5 RT, der uns durch Graf Draculas Heimat hinauf auf den 2014 Meter hohen Pass in den rumänischen Karpaten bringen soll, ist kein Platz für derlei nicht gerade alltägliche Accessoires. Auch die aufgefrischte 4. Generation des japanischen Roadsters bietet für Fahrer und Beifahrer weiterhin bewusst spartanische Ablagemöglichkeiten. Angesehen davon, dass der Knoblauch in einem verschlossenen Handschuhfach ohnehin seine Wirkung verfehlen würde, verzichtet Mazda ebenso wie auf Ablagen in den Türen immer noch auf dieses Detail. In den beiden Getränkehaltern finden hier und heute nicht etwas Blutkonserven, sondern die obligatorischen Wasserflaschen für den Durst unterwegs Platz und hinter der Klappe auf der Mittelkonsole schreien der Fahrzeugschlüssel, ein Lippenstift und ein Smartphone „besetzt“.

Um die Kurve geht es bei exzellenter Fahrdynamik richtig gut.

Mehr Sportwagen denn je mit bis zu 184 PS

Aber wer braucht schon Knoblauch, wenn man sich einem Vampirangriff auf ganz andere Weise entziehen kann. Wie zuvor wird der MX-5 ausschließlich mit zwei Benzinmotoren angeboten, doch die Japaner haben bei beiden das Blut mit ein paar PS zusätzlich aufgefrischt. Unter der Haube des Zweiliter Benziners arbeiten jetzt 184 PS und damit 24 PS mehr als vorher, bei dem kleinen Benziner sind es 132 anstelle vorher 131 PS. Beide Aggregate schaffen auch ohne Partikelfilter die Abgasnorm Euro 6d-temp. Mit dem großen Benziner, der sich jetzt auf Knopfdruck vernehmlich räuspert, erledigt der Roadster den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,5 Sekunden. Bei so viel Dampf und einer Höchstgeschwindigkeit von 219 km/h hat jeder Vampir das Nachsehen.

Der MX-5 geht mit stärkeren und saubereren Motoren sowie mit zusätzlichen Assistenzsystemen an Bord in das neue Modelljahr.

Das angenehm kleine sportliche Lenkrad lässt sich jetzt auch in der Tiefe verstellen

Über den kleinen Kippschalter in der Mittelkonsole entfaltet sich die elegante Dachkonstruktion des Turmalinblau metallic farbenen Mazda MX-5 RF. Die Abkürzung RF steht für Retractable Fastback, was so viel bedeutet wie einziehbares Fließheck. Binnen 13 Sekunden mutiert das Coupé zu einer eine Art Targa. In dem engen Cockpit sitzen zumindest Menschen normaler Größe auf passgenauen und straffen Sportsitzen ordentlich, dem Fahrer kommt jetzt neuerdings ein nicht nur in der Neigung, sondern auch in der Tiefe verstellbares kleines Lenkrad entgegen. Zudem unterstützen ihn neue Assistenten wie eine Ausparkhilfe, ein Spurwechselassistent, dynamisches Kurvenlicht und ein City-Notbremsassistent. Smartphones lassen sich jetzt über Apple Car Play oder Android Auto ins Auto einbinden.

Das Topmodell Mazda MX-5 RF startet immer mit schwarzem beheizbaren Leder, 17 Zöllern in schwarz, Klimaautomatik, Spurhalteassistenten, MZD-Connect und Voll-LED-Scheinwerfern.

 

Zum neuen Modelljahr gibt es den 2,0 Liter Benzindirekteinspritzer mit jetzt 184 PS und den 1,5 Liter mit 132 PS.

 

Wie gemacht fürs Autofahren : Haarnadelkurven wechseln sich ab mit weitläufigen Kurven, steile Anstiege mit Gefällen und unzählige Tunnel und Viadukte.

 

Für Fahrzeuge mit MZD Connect steht jetzt eine Smartphone-Intergration per Apple CarPlay und Android Auto zur Verfügung. (Foto : Mazda)

Das Fahrwerk bügelt selbst tiefere Schlaglöcher ohne unangenehme Stöße weg

Der 7-Zoll Bildschirm auf der Mittelkonsole gibt jetzt gestochen scharf den Straßenverlauf der 150 Meter langen Gebirgsstraße Transfagarasan wieder, die Transsilvanien mit der Wallachei verbindet. Willig packt der große Benziner in der langen Geraden zu, im Team mit der knackigen Sechsgangschaltung und ihren kurzen Wegen und der feinfühligen Lenkung zirkelt der Roadster mühelos durch die Kurven. Zugegeben, in manchen verdammt engen Haarnadelkurven, die ihrem Namen alle Ehre machen, wirft er schon mal das Heck herum. Aber das ESP spricht zuverlässig und nicht zu früh ein Machtwort. Über den zum Teil angestrengten Zustand der Straße durch Tunnel, Felsendurchbrüche, über Brücken und Viadukte geben Lenkrad und Popometer Rückmeldung, aber das Fahrwerk bügelt selbst tiefere Schlaglöcher glatt, ohne unangenehme Stöße zu verteilen.

Gebaut wurde die Transfagarasan von 1970 bis 1974 auf Anordnung des Diktators Ceausescu – sie sollte dem Militär eine schnelle Überquerung des Gebirges ermöglichen.

 

Der schicke Roadster wurde zum Tagesgespräch in den Dörfern links und rechts der Transfagarasan.

 

Bei den Preisen hat sich nicht viel verändert. Ab dem 14. September steht der aufgefrischte Mazda in Deutschland bei den Händlern. Das Basismodell mit Stoffdach, Handschaltung und 132 PS ist nach wie vor zum Preis ab 22 990 Euro zu haben. Die 184 PS starke Hard-Top-Version, für die es, und nur für sie, jetzt auch eine Sechsstufen-Automatik gibt, kostet ab 34 490 Euro.

Text und Fotos : Solveig Grewe

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