Moovel – So geht Ridesharing

In einem futuristischen Berliner Loft, inklusive Spreeblick, standen die Moovel-Mitarbeiter rund um Dr. Randolf Wöhrl, Head of Strategic Partnerships, Rede und Antwort. Die Idee des flexiblen, bedarfsgerechten Verkehrs (Dynamic on-demand Ridesharing) ist nicht neu und bereits durch das VW-Projekt Moia aus Hannover bekannt. Die Konzepte sollen in den Innenstädten der Zukunft die Lücke zwischen öffentlichem Nahverkehr und Taxidiensten  schließen.

Es ist doch jedes Mal das Gleiche: Wie kommt man um diese Uhrzeit noch nach Hause?

Wer kennt es nicht? Man wollte eigentlich nur kurz auf einen Plausch zu Freunden und es wurde mal wieder etwas später. Mit zu wenig Bargeld für ein Taxi und keinem eigenen Fahrzeug in der Nähe muss somit die Heimreise via öffentlichen Personennahverkehr angetreten werden. Selbst in Städten wie Berlin, in denen das ÖPNV-Netzwerk sehr gut ausgebaut ist, gibt es dennoch hier und dort sogenannte „weiße Flächen“, in denen der Taktverkehr der öffentlichen Nahverkehrsbetriebe nur sporadisch auftritt. Genau hier kommt Moovel ins Spiel. Bewaffnet mit dem Smartphone lässt sich über die hauseigene App ein Shuttle bestellen. Shuttle bestellen?! Zugegebenermaßen klingt das nicht sehr innovativ, aber der Clou ist das Konzept des „Dynamic on-demand Ridesharing“. Um die Reise zu starten wählt man eine der zahlreichen virtuellen Haltestellen, die Moovel selber vorgibt, die aber stets in fußläufiger Entfernung liegen. Gibt es nun noch weitere Mitfahrer, die eine ähnliche Strecke fahren möchten, erkennt der Moovel-Algorithmus dies und bündelt die Mitfahrer – „Pooling“. Dadurch, dass sich mehrere Mitfahrer ein Fahrzeug teilen – „Ridesharing“, bietet dieses Konzept eine ökonomischere Alternative zum Taxi und schont gleichzeitig die Umwelt. Die künstliche Intelligenz berechnet für jeden individuell für jeden Mitfahrer die optimale Start- und Endhaltestelle, sowie die jeweilige Fahrt- und Ankunftszeit. Um schnellstmöglich von A nach B zu gelangen, werden die Routen laufend mit Echtzeitdaten aus dem Straßenverkehr und dem ÖPNV-Netz gefüttert. Als würde das nicht schon ausreichend sein, kann der Algorithmus eine Nachfrageprognose treffen. Hierfür bündelt er ähnliche Fahrtwünsche und ermöglicht somit eine effiziente und prädiktive Flottensteuerung.

Mobilität on-demand in Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben

Aktuelles Ziel von Moovel ist es, den Stuttgartern ein besseres ÖPNV-Angebot, vor allem in Gebieten oder zu Zeiten zu ermöglichen, die mit bisherigen Angeboten nicht ausreichend erschlossen sind. Die Daimler Tochter arbeitet bereits seit 2012 sehr eng mit der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) zusammen, um zusätzlich eine Tarifintegration und Intermodalität gewährleisten zu können. Einen ersten sechsmonatigen Test in der Stuttgarter City konnte man mit 20.000 Mitfahrern als Erfolg verbuchen. Gestärkt durch das Ergebnis wurde am 1.Juni das neue Angebot SSB Flex initiiert.

SSB Flex schließt die Lücke zwischen ÖPNV und Taxi. Es bietet auf der Basis einer multimodalen App zusätzliche intermodale Fahrten in Stuttgart an. Die Fahrgäste können mit dem Flex-Shuttle bequem zur nächstgelegenen ÖPNV-Haltestelle gelangen, um einen Weg direkter oder früher zurückzulegen oder um den Weg zwischen Haltestelle und Haustür bequemer zu gestalten.

Ausblick in die Zukunft

Zurück ins Berliner Loft. Dort führt Dr. Randolf Wöhrl während des eineinhalbstündigen Events in die Moovel-Welt ein. Markus Lehmann, Software Architekt und Verantwortlicher für die Künstliche Intelligenz, die hinter dem Moovel-on demand Algorithmus steht, führt auf welche Vorteile die KI gegenüber dem Menschen hat und wie Moovel dies zu seinem Vorteil nutzt. Abschließend gibt Dr. Ilja Radusch, Leiter Automotive Services und Communication Technologies des Frauenhofer Institut FOKUS, einen Einblick in die mögliche Zukunft der Mobilität in den vernetzten und automatisierten Städte von Morgen. Zurzeit wird im Berliner Stadtteil Reinickendorf auf einem digitalem Testfeld die präzise Umweltwahrnehmung und Lokalisierung im Stadtverkehr erprobt.

Wie im Endeffekt die Zukunft aussehen wird, bleibt abzuwarten. Was allerdings gewiss ist, ist der im Zuge der Urbanisierung weiter steigende Personenverkehr in den Ballungszentren. Dies bedeutet vor allem für den öffentlichen Nahverkehr eine große Herausforderung. Hier bietet Moovel mit seiner App und seinem Algorithmus eine zukunftsorientierte, mögliche Lösung – die effiziente Verbindung verschiedener Mobilitätsangebote.

 

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