Nachhaltige Elektromobilität auf Porto Santo — Renault erprobt Vehicle-to-Grid im Feldversuch

Wo die Sonne scheint und Wind weht, da herrschen optimale Bedingungen für eine nachhaltige Stromerzeugung. Das nutzt der Autohersteller Renault für einen Feldversuch.

Porto Santo ist eine kleine portugiesische Insel nordöstlich von Madeira. In gut eineinhalb Stunden Flugzeit erreicht man von Lissabon aus den 42 Quadratkilometer großen Flecken Land, auf dem nicht einmal 6.000 Menschen leben. Die Fahrtzeit nach Madeira beträgt mit der Fähre zwei bis drei Stunden.

Warum wir das hier erwähnen? Porto Santo soll ein Schaufenster für die Elektromobilität des französischen Autoherstellers Renault werden.

Das Ziel ist ein Verkehr mit Elektroautos, die ihren Strom komplett aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Dafür herrschen auf Porto Santo die idealen Voraussetzungen: Windparks und Solaranlagen sind auf der Insel bereits im Dienst.

Auf der kleinen Insel stehen 40 Ladesäulen

14 Renault Zoe und sechs Kangoo Z.E. fahren im ersten Schritt des Projektes beinahe lautlos über die Insel. Gesteuert werden sie von 20 Anwohnern, die sich freiwillig für den Feldversuch gemeldet haben. Den Fahrzeugen stehen auf Porto Santo 40 Ladesäulen zur Verfügung.

Gemeinsam mit dem lokalen Energieversorger Empresa de Electricidade da Madeira (EEM) werden die elektrischen Renaults auch für Vehicle-To-Grid (V2G) vorbereitet. Darunter versteht man die Möglichkeit, die in den Elektroautos verbauten Akkus als dezentrale Stromspeicher zu nutzen. Es kann also nicht nur Strom geladen, sondern auch in das Netz gespeist werden.

Ein vollgeladenes Elektroauto, das am Kabel hängt, kann also Strom abgeben, wenn durch nächtliche Dunkelheit und Windflaute gerade Bedarf besteht und der Fahrer das Fahrzeug nicht benötigt. Ende 2018 soll diese zweite Phase des Feldversuchs starten.

18 Monate Feldversuch

Eric Feunteun, Business Director Electric Vehicles and New Business bei Renault, sieht den 18 Monate dauernden Feldversuch auf Porto Santo als Startschuss.

„Unser Ziel ist es, ein Szenario zu entwickeln, dass auf andere Inseln, ökologisch handelnde Landkreise oder Städte übertragbar ist. Dabei streben wir danach, einen groß angelegten Marktstart zu erreichen, damit unsere elektrischen Mobilitätslösungen für jeden finanziell erreichbar ist.“

In naher Zukunft möchte Renault in Porto Santo auch ein Netzwerk von gebrauchten Akkus aus Elektroautos aufbauen, in dem der Strom aus Sonnen- und Windkraft gespeichert werden kann. Ein Teil der Fahrzeuge kann so auch nach dem Ende des Autolebens auf nützliche Art und Weise zum Einsatz kommen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/renault-elektromobilitaet-feldversuch-mit-vehicle-to-grid-692063.html

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