Neue PSA-Strategie — Opel kehrt nach Russland zurück

Ende 2015 hatte sich Opel auf Geheiß von GM vom russischen Markt zurückgezogen. Unter der neuen PSA-Führung soll der Rüsselsheimer Autobauer wieder in Russland aktiv werden.

In seinem jetzt veröffentlichten „Push to Pass-Plan, Teil 2“ kündigt der neue Opel-Mutterkonzern PSA an, die Marke Opel wieder auf dem russischen Markt zu etablieren. Ziel der PSA-Gruppe ist es, die Verkäufe außerhalb Europas bis 2021 um 50 Prozent zu steigern und die Marken in neuen Märkten zu positionieren.

Wie die Wirtschaftswoche berichtet, fällt diese Entscheidung mit der Bekanntgabe der positiven Wirtschaftszahlen von Opel zusammen. Opel schreibt nach vielen verlustreichen Jahren wieder schwarze Zahlen. Der operative Gewinn betrug im vergangenen Jahr 859 Millionen Euro, der Umsatz liegt bei 18,3 Milliarden Euro. Mit seinem Sanierungsplan habe Opel die Grundlage für eine nachhaltige Zukunft gelegt und wolle „weiteres Potenzial freisetzen“, erklärte PSA-Konzernchef Carlos Tavares. PSA-Finanzvorstand Philippe de Rovira ergänzte, eine internationale Ausbreitung sei wichtig für die Zukunft von Opel. Ein neues Auslandsgeschäft müsse aber profitabel sein. Auch insgesamt müsse Opel profitabler werden, um zu den besten Spielern in der Autoindustrie zu gehören.

Rückzug aus Russland 2015

General Motors hat im März 2015 Pläne zur Änderung seines Geschäftsmodells in Russland bekanntgegeben. Die Marke Opel sollte sich vom Markt zurückziehen, dafür wollte sich GM mit der Marke Cadillac sowie den Chevrolet-Modellen Corvette, Camaro und Tahoe auf das Premiumsegment des russischen Marktes konzentrieren. Zum Dezember 2015 sollte zudem Chevrolet seine Präsenz in Russland weitestgehend einstellen. Im Werk in St. Petersburg wurde die Produktion zur Mitte dies Jahres 2015 eingestellt. Auch die Auftragsfertigung von Chevrolet-Fahrzeugen bei GAZ wurde 2015 beendet. Das Joint Venture GM-AVTOVAZ sollte weiterhin die aktuelle Generation des Chevrolet Niva bauen und vermarkten.

Russland-Rückzug kostet 600 Millionen Dollar

GM wollte aber sicherstellen, dass alle Kunden der Marken Opel und Chevrolet auch künftig in Sachen Garantie, Ersatzteile und Dienstleistungen versorgt werden.

Als Ergebnis der Entscheidung, das Geschäftsmodell in Russland zu ändern, erwartete GM Netto-Sonderbelastungen von bis zu rund 600 Millionen US-Dollar, die vorrangig im ersten Quartal 2015 anfallen. Diese Sonderbelastungen beinhalten Ausgaben für Verkaufsförderprogramme und für die Restrukturierung des Händlernetzes sowie Belastungen für Vertragsauflösungen und für Abfindungen. Etwa 200 Millionen Euro der Gesamtbelastungen sind nicht-zahlungswirksame Aufwendungen.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/neue-gm-strategie-opel-verlaesst-russischen-markt/

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