Neuer Mazda 3 (2019) — Mit Allradantrieb und Kompressionszündung

Der neue Mazda 3 ist äußerlich und innerlich entschlackt, bekommt ein neues Fahrwerk und als erstes Serienauto der Welt einen Motor, der die Prinzipien der Benzin- und Dieselverbrennung vereint.

Außen ist der neue Mazda 3 im Stil der Zeit glattgeschliffen, auf prägnante Charakterlinien verzichten die Japaner. Geschwungene Flächen sollen die Umgebung verschiedenartig spiegeln und für einen harmonischen Auftritt sorgen. Damit ist der Mazda 3 ganz nahe an der Studie Kai Concept geblieben, die im Oktober 2017 auf der Tokio Motor Show zum ersten Mal zu sehen war. Den Kompaktwagen wird es sowohl als Fünftürer als auch als viertürige Limousine geben – beide Karosserievarianten unterscheiden sich im Design deutlich: Der Fünftürer wirkt jugendlich spritzig, die Limousine gediegener und feiner.

Innen sind Knöpfe verschwunden und die Übersicht nach vorn wurde durch die Optimierung der A-Säulen-Form verbessert. Für eine bessere Sicht bei Regen arbeiten die Scheibenwischer jetzt einen größeren Bereich ab, die Wischdüsen sitzen auf den Wischern und die Wischer verschwinden bei Nichtgebrauch unter der Motorhaube. Der Radstand von 2,71 Metern sorgt für genügend Beinfreiheit vorn und hinten. Mazda betont, dass der Verstellbereich des Lenkrads in der Tiefe um zwei auf jetzt sieben Zentimeter erweitert wurde. Die Neigungsverstellung des Fahrersitzes gehört jetzt zum Serienumfang und für den Fünftürer gibt es erstmals eine dunkelrote Lederausstattung.

Aufgeräumt und Ergonomie verbessert

Einer besseren Ergonomie zuliebe gibt es jetzt eine verlängerte Mittelarmlehne, einen nach vorn verlagerten Dreh-Drücksteller und einen nach vorne sowie oben versetzten Schalt- oder Gangwahlhebel. Die Schriftarten der verschiedenen Anzeigen inklusive des optionalen Head-up Displays wurden vereinheitlicht. Das zentrale Display ist nicht allzu üppige 8,8 Zoll groß. Für noch mehr Sicherheit kommt beim neuen Mazda 3 als erstem Modell der Japaner serienmäßig ein Fahrer-Knieairbag zum Einsatz. Neu ist zudem, dass die Seitenairbags jetzt zweistufig auslösen. Den Fußgängerschutz sollen ein neu gestalteter Stoßfänger und eine Motorhaube mit einer energieabsorbierenden inneren Struktur verbessern. Das Infotainment-System umfasst jetzt eine Bedienungsanleitungs-App. Erscheint im Display eine digitale Warnung, wird diese zum einen mit einem Hinweis zur Wichtigkeit der Warnung versehen, zum anderen gibt es einen Link zur digitalen Bedienungsanleitung, wo das Problem erklärt wird und Lösungen vorgeschlagen werden.

Zur Absenkung des Geräuschniveaus verfügt der Mazda 3 als erstes Modell der Marke über eine doppelwandige Struktur, die Raum zwischen der Karosserie und dem Teppich lässt. Hinzu kommen ein neues Fasermaterial für die Teppiche, die Reduzierung der Öffnungen im Fahrzeugboden und ein in Sachen Dämmeigenschafften verbesserter Dachhimmel. Auch das Audiosystem hat Mazda neu entwickelt: Die Basslautsprecher sitzen jetzt in den Ecken, die Mitten- und Hochtöner schallen von den Fensterdreiecken und oberen Türbereichen. Das Standard-System umfasst acht Lautsprecher, das aufpreispflichtige System von Bose ist mit zwölf Lautsprechern dabei.

Erstmals mit Allrad

Der neue Mazda 3 soll steifer sein als sein Vorgänger. Dafür wurde der Anteil der hochfesten Stähle an der Karosseriestruktur von drei auf 30 Prozent erhöht, außerdem werden Front und Heck durch zusätzliche Streben verbunden. Vorn arbeiten McPherson-Federbeine, hinten übernimmt ein neu entwickeltes Verbundlenker-System die Radführung. Außerdem gibt es für den Mazda 3 erstmals einen Allradantrieb. Dieser verteilt das Drehmoment bedarfsgerecht zwischen Vorder- und Hinterachse. Das Einlenkverhalten wird durch ESP-gesteuerte Bremseingriffe an den jeweils kurveninneren Rädern verbessert. Gegenüber den Allradsystemen anderer Mazda-Modelle sollen zudem die Reibungsverluste um enorme 60 Prozent reduziert worden sein.

Neue Assistenten

Zu den Assistenten, die das Fahren sicherer und einfacher machen, zählt im Mazda 3 jetzt ein Müdigkeitswarner. Dieser bestrahlt das Gesicht des Fahrers über LEDs mit Infrarotlicht und beobachtet es gleichzeitig mit einer Infrarot-Kamera. Im Hintergrund wertet ein Rechner Parameter wie Winkel von Mund und Gesicht, Öffnung der Augenlieder, Häufigkeit von Blinzeln, Blickrichtung und Augenbewegungen aus. Erkennt das System Schläfrigkeit, warnt es den Fahrer akustisch, außerdem kann es einen aktiven Bremseingriff veranlassen. Zudem gibt es jetzt einen Querverkehrswarner für die Front und einen adaptiven Abstandstempomaten mit Spurhaltefunktion.

Erstmals mit Benzin-Kompressionszündung

Beim Mazda 3 kann der Kunde zwischen drei Motorisierungen wählen: Einem Skyactive-G-Benziner mit zwei Litern Hubraum, einem Skyactive-D-Diesel mit 1,8 Litern Hubraum sowie dem neuen Skyactive-X-Benziner mit ebenfalls zwei Litern Hubraum. Das Skyactive-G-Triebwerk wurde gründlich überarbeitet: Eine neue Form der Einlasskanäle und der Kolben, eine getrennte Einspritzung und ein neues Kühlmittel-Regelventil sollen die Effizienz steigern. Spektakulär aber ist der erstmals in einem Serienfahrzeug eingesetzte Benzinmotor mit Kompressionszündung. Dabei arbeitet der Benziner zu weiten Teilen wie ein Diesel mit Selbstzündung durch Kompression. Dies sorgt zwar nicht für monströse Leistungsdaten, soll aber beim Verbrauch zu signifikanten Einsparungen führen. Beide Benziner sind zur weiteren Effizienzsteigerung an ein 48-Volt-Mildhybrid-System gekoppelt.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/neuvorstellung/mazda-3-2019/

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