Nissan Pathfinder 2.5 dCi im Fahrbericht

Begleiter ohne Grenzen?

Ich konnte den aktuellen Nissan Pathfinder in der Variante mit dem 2.5 Liter Dieselmotor und dem manuellen 6-Gang Getriebe eine Testfahrt widmen:

Der Pathfinder ist kein weichgespülter SUV. Kein Soft-Offroader. Kein verschmitzter Sandkastenwühler, der Nissan Pathfinder ist ein echter Offroader – viel Platz unter dem Fahrzeug, mit einem robustem Aufbau und einer Allrad-Technik die mehr kann, als auf verschneiten Supermarktplätzen rückwärts einzuparken.

Ich konnte leider weder verschneite Supermarktplätze noch den Reinhold Messner für eine Tour über den Himalaya finden und doch bin ich überzeugt: Der Nissan Pathfinder würde sowohl das nächste Schnee-Chaos erfolgreich meistern, als auch den Reinhold Messner bei der Suche nach dem Yeti unterstützen.

Nissan Pathfinder Fahrbericht

„Echt Offroad“

Mit dem Pathfinder kann man beruhigt die kürzeste Verbindung zwischen zwei Orten wählen. Auch wenn nicht einmal ein Feldweg zu erkennen ist. Dank einem elektronisch zuschaltbaren Allrad inklusive einer optionalen Untersetzung, ordentlicher Bodenfreiheit und einer Watttiefe von 40 Zentimeter fährt man mit dem Pathfinder auf Wegen zu seinem Ziel, die man zuvor nicht für möglich hielt. Der große Nissan ist ein echter Offroader. Ein Geländewagen der sich wirklich ins Gelände traut und dank kurzer Überhänge vorne und hinten, keine Böschung scheut. Doch fernab eines kargen Geländefahrzeuges mit strikter Nutzwertoptimierung bietet der Pathfinder, wenn notwendig, Platz und Komfort für bis zu 7 Personen.

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Der Innenraum des Pathfinder ist geneigt ein ordentliches Klima des Wohlfühlens für die Mitfahrer zu schaffen, auch wenn es draußen über karge Landschaften geht. Mit der optionalen Möglichkeit die 2.te und auch 3.te Reihe ordentlich und unabhängig zu klimatisieren, eignet sich der Pathfinder nicht nur für den Trip zum Dach der Welt, auch Hundebesitzer freuen sich wenn sie an heißen Sommertagen für kühle Luft auf dem Hunde-Sitzplatz sorgen können. Wobei der Pathfinder nichts für ganz kleine Hunde ist. Diese könnten sich zum einen im 595 Liter großen Kofferraum verlaufen, zum anderen kommen kleine Hunde nicht von alleine in den Kofferraum. Der massive Aufbau und die Bodenfreiheit von mehr als 22 cm stehen einem saloppen „Hüpfer“ dann doch eher hinderlich im Weg.

[one_third last=“no“] Offroader: Wer mit seinem Auto wirklich ins Gelände will, der braucht mehr als einen simplen Allradantrieb. Erhöhte Bodenfreiheit und große Böschungswinkel sind ebenso notwendig wie eine Getriebeuntersetzung und ein robuster Fahrzeugaufbau. Hier ist der Pathfinder mehr Geländewagen als nur SUV.

7-Sitzer: Der Nissan Pathfinder ist mit 4,81 Meter nicht länger als ein durchschnittlicher Familienkombi. Dank steiler Flächen und konsequenter Platzausnutzung jedoch auch für 7-Mitfahrer noch erträglich. Fahren 5 Personen in den Urlaub, wird sich niemand über Platzmangel beschweren müssen. [/one_third]

Nissan Pathfinder, ein Begleiter der kaum Grenzen kennt.

Nissan Pathfinder Fahrbericht Offroad Blog

Der Pathfinder kann sich im Inneren nicht ganz zwischen Gummistiefel und Lederschuhen entscheiden. Er versucht den Spagat zwischen pragmatischem Innenraumdesign und einem Materialmix der nur an versteckten Stellen nicht ganz den 50.000€ Kaufpreis des getesteten Pathfinders entspricht.

Platz ist in der kleinsten Hütte, sagt der Volksmund – doch keine Sorge, von der „kleinsten Hütte“ braucht man bei einem Pathfinder nicht zu sprechen. In der ersten Reihe thront der Fahrer auf seinem elektrisch verstellbaren Fahrersitz über den Problemen der Welt. Elektrisch natürlich nur, wenn die richtige Ausstattungsoption gewählt wurde. Ein LE sollte es schon sein wenn man die Wüste Gobi ebenso bequem durchqueren will, wie einen verschneiten Supermarktparkplatz.

Die Basis-Version ist der XE, darüber rangiert die SE-Version und on top folgt der LE. Damit wird der Nissan Pathfinder zur „vollen Hütte“ und trägt einen auf 18 Zoll Felgen mit 255er Reifen durch das Gelände. Zusätzlich kann die Klimaanlage für den Fond seperat geregelt werden, das Licht kommt aus Xenonscheinwerfern und die Sitzbezüge werden aus Leder vernäht. So nützliche Extras wie der Regensensor und der Tempomat wird mit der SE-Version bereits mitgeliefert.

Auf keinen Fall verzichten sollte man auf das aktuelle Navigations- und Entertainment-System des Pathfinders, das es jedoch erst ab der SE-Ausstattung als Option gibt.  Die in diesem System enthaltene Bluetooth-Freisprecheinrichtung und die Sprachsteuerung für Telefon und Navigation haben vollkommen überzeugen können. Etwas was heute noch nicht in jedem Testwagen zum Standard gehört und oftmals auch nicht wirklich überzeugen kann.

Laderaums_Nissan_Pathfinder 250

Der von mir gefahrene 2.5 Liter Turbo-Dieselmotor ist ein Kraftprotz der leider von Haus aus nur wenige Manieren mitbekam. Zu ruppig der Lauf, zu sehr klingt der Motor nach Landmaschinen-Technik. Dafür hat er einen ordentlichen Zug drauf. 190PS und 450Nm sprechen eine deutliche Sprache.

In der Mittelkonsole, vor dem Schalthebel befindet sich der Drehregler für die Steuerung des Allradantriebes. 2H, Auto, 4Hi und 4Lo stehen zur Auswahl. Im Prinzip kann man den Pathfinder auf trockener Straße als einfachen Hecktriebler fahren, es drohen keinerlei Zicken aus dem Antriebsstrang. Mit der Einstellung Auto wird der große Japaner zum Allradler der die Vorderachse bei Bedarf zuschaltet und hierbei maximal 50% der Kraft an die Vorderachse schickt. In 4Hi wird aus der variablen Steuerung eine gleichmäßige Verteilung der Antriebskraft – zu jeder Zeit. Auf festem Untergrund keine Alternative, da deutliche Verspannungen im Antriebsstrang auftreten. Dementsprechen empfiehlt man diese Einstellung für Offroad-Fahrten auf Schotter und Schlamm.  4Lo ist für den ernsthaften Gelände-Einsatz mit Untersetzung. In dieser Einstellung kraxelt er dann auch gerne über grobes Gelände.

Bei dem vorhandenen Talent auf unbefestigtem Geläuf, wundert die gebotene Darbietung auf der Langstrecke und auf dem geteerten Asphaltband. Ein Reisetempo von 160 lässt sich locker und ohne schwitzige Hände halten – die Höchstgeschwindigkeit habe ich mit 191 km/h gemessen. Hierbei fährt sich der große Offroader wie eine Limousine. Das wanken und die Seitenneigung des Pathfinders ist allenfalls auf zu schnell angegangenen Landstraßen ein Problem. Auf der Autobahn besticht der Federungskomfort und das niedrige Geräuschniveau – trotz der großen Räder. Auch am Geradeauslauf lässt sich keine Kritik anbringen. (Immer in der Relation zur „Geländewagen-Idee!)

Mit Kind und Kegel verreisen, oder dem Hobby frönen. Der Nissan Pathfinder überzeugt mit ein paar unerwartetenden Talenten – auf und abseits der Straße.

Viel Platz,  beeindruckende praktische Möglichkeiten und das alles in einer Karosserie mit guter Rundumsicht. Was will man mehr?

Etwas mehr Liebe zum Detail?  Noch immer sind die Fahrzeuge aus Japan weder in der sichtbaren Verarbeitung noch in der Haptik dort, wo Deutsche Premium-Hersteller zu finden sind und auch der ein oder andere Mitbewerber aus Korea sollte nicht übersehen werden.  Im Pathfinder war der obere 2.te Handschuhfach-Deckel nicht ganz passgenau eingesetzt und an  den Stellen des Cockpits an denen die Hand nicht jeden Tag entlangfährt, werden einfach zu günstige Materialien verbaut. Immerhin spielt der getestete Pathfinder in der gefahrenen Version bereits in der 50.000€ Liga und dort befinden sich dann auch die Ansprüche der Fahrer an Qualität und Haptik.

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Schlecht platziert, Heizungsregler und Lautstärkeregler

Welche Kritikpunkte habe ich am Nissan Pathfinder gefunden?

Die räumliche Nähe der symetrisch platzierten Drehregler für Temperatur und Lautstärke im Pathfinder Cockpit sorgen manchmal dafür, dass man anstelle das Radio leiser zu drehen, die Temperatur nach unten dreht.  Und die Schlüsselfreie Bedienung des Fahrzeuges, bei dem der Sender/Empfänger in der Tasche des Fahrers bleiben kann, ist in Verbindung mit der Zündschlüsselsicherung ein wenig umständlich gelöst. Hier bringt Keyless-Go nicht den Vorteil, den es haben könnte.

Ähnlich dem von mir ebenso getesteten Mitsubishi Outlander, wartet mit dem Pathfinder bei Nissan ein ausgereiftes Fahrzeug auf seine Ablösung. Wirklich notwendig scheint diese nicht zu sein. Der etwas unkultivierte Motor bildet die einzige vermeintliche Schwachstelle, passt jedoch im Umfeld eines echten Offroaders gut zum Gesamtbild. Grund für eine Ablösung gibt es daher nicht.

[toggle title=“Vorteile„]Ein Offroader mit Langstrecken-Onroad-Talenten. [/toggle]

[toggle title=“Nachteile„]Die wenig ausgereifte Keyless-Go Lösung. [/toggle]

[tabs tab1=“Verbrauch“ tab2=“Ausstattung“ tab3=“Punktzahl„]

[tab id=1][arrowlist]

  • Verbrauch Norm Gesamt: 8,5l auf 100km
  • Testverbrauch min:  7,8l auf 100km
  • Testverbrauch max: 12,5l auf 100km
  • Testverbrauch Schnitt: 8,6l auf 100km
  • Alle Werte 190PS Diesel mit 6-Gang Manuell
  • Anmerkung: Der Testverbrauch wurde während der gesamten Testdistanz ermittelt.

[/arrowlist][/tab]

[tab id=2][checklist]Serie:

  • 18  Zoll Leichtmetall Felgen
  • Xenon-Scheinwerfer
  • Ledersitze
  • Alle Angaben für die LE-Version

[/checklist][badlist]Vermisst:

  • Kurvenlicht und Manuel sperrbare Differentiale

[/badlist][crosslist]Gegen Aufpreis:

  • Metallic-Perleffekt Lackierung (775,00€)
  • Festplatten-Navigationssystem mit 7″ Touchscreen, Bluetooth und Rückfahrkamera (Für SE: 3.290€ Für LE: 2.980€)
  • Bose Soundsystem (800€ – nur LE-Version)

[/crosslist][/tab]
[tab id=3][one_half last=“no“]

Komfort – 10 von 25 Punkten

[arrowlist]

  • Federung leer:  1 von 5 Punkten
  • Federung beladen:  4 von 5 Punkten
  • Fahrgeräusche innen: 2 von 5 Punkten
  • Serien-Ausstattung: 3 von 5 Punkten
  • Assistentsysteme: 0 von 5 Punkten

[/arrowlist][/one_half]

[one_half last=“yes“]

Fahrverhalten – 13 von 25 Punkten

[arrowlist]

  • Kurvenhandling: 2 von 6 Punkten
  • Stabilität Vmax:  5 von 6 Punkten
  • Mechanischer Grip: 3 von 3 Punkten
  • Beschleunigung: 1 von 4 Punkten
  • Grenzbereich: 2 von 6 Punkten

[/arrowlist]

[/one_half]

[one_half last=“no“]

Kosten – 15 von 25 Punkten

[arrowlist]

  • Grundpreis: 4 von 6 Punkten
  • Ausstattungaufpreis:  4 von 6 Punkten
  • Verbrauch: 2 von 6 Punkten
  • Wartung: 1 von 3 Punkten
  • Wertverlust: 4 von 4 Punkten

[/arrowlist][/one_half]

[one_half last=“yes“]

Antrieb – 12 von 25 Punkten 

[arrowlist]

  • Laufkultur des Motors: 1 von 6 Punkten
  • Beschleunigung: 2 von 5 Punkten
  • Höchstgeschwindigkeit: 1 von 4 Punkten
  • Getriebe: 2 von 4 Punkten
  • Traktion: 6 von 6 Punkten

[/arrowlist]

[/one_half]

Punktzahl gesamt: 40 / 100 Punkten

[/tab]

[/tabs]

[highlight color=“yellow“]Fazit:

Grenzenlose Fahrt – oder?

Viel Platz. Guter Komfort. Tolle Langstreckentauglichkeit. Nissan hat vieles richtig gemacht, ich wäre überrascht wenn der kommende Nachfolger des Pathfinders noch besser ist 🙂

Der Nissan Pathfinder darf als Empfehlung für Autokäufer dienen, die mehr Platz als üblich suchen und nicht an jedem Feldweg Angst um das weiterkommen haben wollen. Wer Pathfinder fährt – der hat einen „Wegbereiter“ unter sich.

Und doch, manchmal sind es die „kleinen“ und „schwachen“ die den großen die Grenzen setzen – in meinem Fall war es ein Wildunfall nach wenigen Tagen, der eine weitere Testfahrt unmöglich machte.

 

[/highlight]

[toggle title=“Daten im Überblick:“]

Nissan Pathfinder 2.5 dci LE EXE
Erstzulassung:
Motortyp: Vierzylinder Reihenmotor, 4-Ventil, Commonrail 2000bar, VTG, Ladeluftkühler, Partikelfilter,
Hubraum in ccm³: 2488
max. Leistung bei min-1: 140 kW / 190 PS – 3.600
max. Drehmoment bei min-1: 450 Nm – 2.000
Elektro-Motor kW
Elektro-Motor Nm
Antriebsart, serienmäßig: 4×4 | 2WD, 4WD, Lock, LLc
Antriebsart, optional:
Getriebeart, serienmäßig: 6 Gang Handschaltung
Getriebeart, optional: 5 Gang Automatik
Leergewicht: 2200 kg
maximale Zuladung: 580 – 740
Beschleunigung 0–100 km/h: 11,0 Sek
Höchstgeschwindigkeit Hersteller: 186 km/h
Höchstgeschwindigkeit GPS Messung: 0 km/h
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert): 8,5l / 100km Diesel
CO2-Emission, kombiniert: 224 g/km
Abgasnorm EU 5
Effizienzklasse: D
cW-Wert:
Stirnfläche:
Testverbrauch: min 7,8l / 100km
Testverbrauch: max 12,5l / 100km
Testverbrauch: Schnitt 8,6l / 100km
km-Stand Testbeginn: 4.235
km-Stand Testende: 5.288
Unterhaltskosten im Monat in Euro 345 €
Versicherung: 86 €
Verbrauch: 176 €
KFZ-Steuer: 35 €
Wartung 48 €
Basispreis: 39.930 €
Testwagenpreis: 52.425 €

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Bjoern Habegger | April 2012 | Fotos: Auto-Bloggerei.de/Hersteller

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

1 Comment

  1. Der nissan pathfinderso ein großes auto aber die Betriebsanleitung passt in kein handschufach rein lächerlich.