Peugeot Studie „504 Coupé“ — Neuinterpretation einer Legende

Auf dem Autosalon in Paris wird Peugeot mit einer Studie an das legendären 504 Coupé erinnern. Ein erstes Teaser-Bild zeigt nun das Modell.

Zu erkennen ist ein Zweitürer mit kräftig ausgestellten Kotflügeln, filigranen A- und B-Säulen sowie kurzen Überhängen. Die Spiegel erscheinen schmal, während die Frontscheibe recht stark im Fahrwind zu stehen scheint. Konturiert präsentiert sich die Motorhaube, die Front dürfte schmal ausfallen. Das Heck verfügt über einen kleinen Kofferraumdeckel und schließt schon fast rundlich mit schmalen LED-Heckleuchten ab. Insgesamt wirkt das Modell kompakt und knackig und dürfte als Elektroauto ausgeführt sein. Als Reminiszenz zum legendären 504 Coupé also schon eher eine moderne E-Legende.

Zwei Jahre Entwicklung für die Studie

Ein Twitter-Posting von Peugeot CEO Jean-Philippe Imparato klärt auf, dass das Unternehmen am Conceptcar zwei Jahre gearbeitet habe. „Als ich es sah, habe ich mich wie ein Kind gefühlt … ich kann es kaum erwarten, Euch die Studie zu zeigen“, schreibt er.

Kein Wunder, dass sich Peugeot das 504 Coupé für seine Hommage herausgepickt hat. Der Zweitürer sticht selbst in der an bemerkenswerten Modellen nicht armen Historie der Franzosen heraus. Vor allem durch sein Design. Großmeister Pininfarina höchstselbst zeichnete die zeitlosen, perfekt proportionierten Formen des Coupés und des darauf basierendes Cabrios – und ließ beides auch in seinen Turiner Werkshallen fertigen. Zum harmonischen Gesamteindruck gesellen sich die gestalterischen Details, die Betrachter nachhaltig in ihren Bann ziehen: Der sanfte Hüftschwung vom vorderen Kotflügel, der sich unterhalb der großzügigen Fensterflächen bis zum Heck erstreckt, wo er dann leicht abfällt. Die Front mit den eckigen Doppelscheinwerfern, die leicht in den von einer unteren Chromspange begrenzten Kühlergrill ragen und dem 504 einen aggressiveren Blick verpassen, als ihn die Limousine trug. Und das Heck, das mit rechteckigen Rückleuchten und graziler Stoßstange den Hinterteilen italienischer Edel-Coupés nicht unähnlich ist.

14 Jahre, von 1969 bis 1983, blieb das 504 Coupé im Programm. So viel kann Pininfarina mit seiner Kreation also nicht falsch gemacht haben. Eher schon Peugeot, das anfangs einen arg biederen Motor in den Bug gepflanzt hatte. Anfangs einen 1,8-Liter-Vierzylinder-Einspritzer mit 97 PS, dann einen Zweiliter-Benziner mit 101 PS. Erst 1975 gibt es ein angemessenes Triebwerk: den sogenannten Euro-V6 mit 2,7 Litern Hubraum und 136 PS. Auch mit dem neuen Motor bleibt der zweitürige 504 eher Gleiter als Sportler, der letztlich zwar schön, aber auch sehr teuer war; teils teurer als ein vergleichbares Mercedes-Coupé. Deshalb blieben die Stückzahlen überschaubar, nur gut 26.500 Coupés und 8.000 Cabrios wurden gebaut. Doch eine moderne Interpretation hat das 504 Coupé allemal verdient.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/peugeot-studie-504-coupe-auf-dem-autosalon-in-paris/

Previous ArticleNext Article