Porsche 718 T — Dynamik-Upgrade für Boxster und Cayman

Porsche legt vom 718 neue Touring-Varianten auf. Boxster und Cayman erhalten in der T-Version das PASM-Fahrwerk, das Sport Chrono-Paket und weitere Fahrdynamik-Features. Mehr Leistung gibt es jedoch nicht – und das Infotainment fliegt raus.

Als Porsche vor 50 Jahren die Touring-Version des Elfers auflegte, spielte diese innerhalb der Baureihe die Rolle der Sparversion. 110 PS und vier Vorwärtsgänge mussten den 911-T-Fahrern damals reichen. Nun, da der Hersteller das Touring-Label wiederauferstehen lässt, ändert sich das Konzept ein wenig. Der aktuelle 911 Carrera T leistet 370 PS, genauso viel wie der 991.2 in der Carrera-Standardausführung. Allerdings schraubt Porsche das Gewicht nach unten und baut einige sonst aufpreispflichtige Fahrdynamik-Komponenten ein, sodass von einem Sparmodell nicht mehr die Rede sein kann. Er ist schließlich auch fast 10.000 Euro teurer als der Carrera.

Exklusive Fahrdynamik-Features für den 718 T

Nun wendet Porsche das Konzept auch beim 718 an und legt sowohl vom Boxster als auch vom Cayman eine Touring-Version auf. Wieder dient das Einstiegsmodell als Basis und bleibt dessen inzwischen mit Ottopartikelfilter (OPF) ausgerüstetes Triebwerk unangetastet. Der als Mittelmotor installierte Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner leistet weiterhin 300 PS und liefert zwischen 2.150 und 4.500 Umdrehungen ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern. Ist das manuelle Sechsgang-Getriebe installiert, beschleunigt der 718 T in 5,1 Sekunden von Null auf Hundert; die PDK-Version ist vier Zehntel schneller. Den Topspeed von 275 km/h erreicht der 718 T aber unabhängig vom Getriebe.

Porsche sieht die Landstraße als typisches Jagdrevier der Touring-Versionen von Boxster und Cayman. Also statten sie die Schwaben mit einigen Dynamik-Features aus, die es in Kombination mit dem Basis-Triebwerk nur im 718 T gibt. Dazu gehören neben den in hochglänzendem Titangrau lackierten 20-Zoll-Leichtmetallrädern das PASM-Fahrwerk mit 20-Millimeter-Tieferlegung und aktiver Steuerung sowie das Sport Chrono-Paket. Das bietet die Fahrmodi Normal, Sport, Sport Plus und Individual, wobei die beiden mittleren die sportliche Charakteristik des Motormanagements nutzen, die Gaspedal-Kennlinie schärfen und die automatische Zwischengasfunktion des manuellen Getriebes beim Herunterschalten aktivieren. Ist Sport Plus eingestellt, sind PASM und das aufpreispflichtige Doppelkupplungsgetriebe hellwach. Außerdem stehen dann die Launch-Control und der Sport Response Button in der Mitte des Mode-Schalters zur Verfügung.

Weniger Motor- und Getriebe-Vibrationen

Der 718 T nutzt in der Sport Plus-Konfiguration die Möglichkeiten der adaptiven Aggregate-Lagerung Porsche Active Drivetrain Mount (PADM). Das soll die Schwingungen im Motor-/Getriebebereich und so jene Bewegungen minimieren, die aufgrund der Gesamtmasse des Antriebsstrangs die Fahrdynamik negativ beeinflussen. Bei Lastwechseln und in schnellen Kurven soll das Fahrverhalten merklich präziser und stabiler sein, ohne dass der Fahrkomfort leidet. Apropos Getriebe: Als Handschalter verfügt der 718 T serienmäßig über einen verkürzten Schalthebel, ein rotes Schaltschema, Torque Vectoring und eine mechanische Hinterachs-Quersperre.

Das Gewicht von Boxster und Cayman drückt Porsche, indem der 718 T auf das Infotainmentsystem verzichtet. Wo sonst der zentrale Bildschirm sitzt, befindet sich in den Touring-Versionen ein Ablagefach. Der Lohn des Verzichts: Obwohl der OPF das Auto erst einmal etwas schwerer macht, wiegt ein manuell geschalteter Touring 1.350 und die PDK-Version 1.380 Kilogramm – macht einen Gewichtsvorteil von 15 kg im Vergleich zum normalen Einstiegs-Porsche und ergibt ein Leistungsgewicht von 4,5 kg/PS (PDK: 4,6). Wer nicht auf Navi und Co. verzichten möchte, kann das System im 718 T allerdings aufpreisfrei hinzubestellen.

Schriftzüge innen und außen

Anstelle der inneren Türöffner rücken Schlaufen, gelenkt wird mit einem 360-Millimeter-Sportvolant mit dickem Lederkranz und die elektrisch verstellbaren Sportsitze sind mit schwarzen Sport-Tex-Mittelbahnen bezogen. Neben glänzend schwarzen Zierblenden an Schalttafel und Mittelkonsole gibt es noch ein paar Schriftzüge: In den Instrumenten und auf den Einstiegsleisten kann man lesen, dass man sich in einem „Boxster T“ oder „Cayman T“ befindet. In die Kopfstützen ist die Zahlenkombination 718 eingestickt.

Auch außen bringt Porsche Schriftzüge an, und zwar im unteren Bereich der Türen. Weiteres Erkennungsmerkmal der T-Modelle sind die schwarz verchromten, mittig angeordneten Doppelendrohre der Sportabgasanlage. Die Außenspiegelschalen in Achatgrau kontrastieren mit den verfügbaren Außenfarben Schwarz, Indischrot, Racinggelb, Weiß, Carraraweiß, Tiefschwarz und GT-Silber (die letzten drei sind Metallic-Lacke). Als Sonderfarben stehen obendrein Lavaorange und Miamiblau zur Wahl.

Der Porsche 718 Cayman T kostet in Deutschland mindestens 63.047 Euro, der 718 Boxster T ist ab 65.070 Euro erhältlich. Obwohl die neue Modellvariante damit fast 6.000 Euro teurer ist als das jeweilige Basismodell, soll sich laut Porsche ausstattungsbereinigt ein Preisvorteil von fünf bis zehn Prozent ergeben.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/erlkoenig/porsche-718-t-boxster-cayman-touring-version/

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