Porsche zeigt einen Elektro-Cayman — Kein Sechszylinder, kein Turbo, dafür mit E-Motor

Porsche legt vom alten Cayman, Typ 981c, ein Forschungsfahrzeug auf. Mit Elektromotor statt Sechszylinder. Der 462 PS starke Elektro-Cayman soll in 3,3 Sekunden auf 100 km/h spurten. In Serie kommt er nicht.

Die aktuellste Generation von Porsche Boxster und Porsche Cayman trägt einen aufgeladenen Vierzylinder-Motor. Mehr Leistung, mehr Drehmoment und einen besseren Durchzug erkaufte sich Porsche trotz weniger Hubraum durch Zwangsbeatmung. Sowohl Porsche 718 Boxster (S) als auch 718 Cayman (S) setzen auf Turbo-Technik. Für Puristen ein Affront. Rein technisch und ohne Emotionen betrachtet hingegen ein nachvollziehbarer Schritt.

Porsche Cayman e-volution kommt nicht in Serie

Mit einem Forschungsfahrzeug geht der Sportwagenbauer sogar noch einen Schritt weiter. Kein Saugmotor, kein Turbomotor, sondern ein Elektromotor treibt den Porsche Cayman e-volution an, der auf der wissenschaftlichen Konferenz für Elektrofahrzeuge („Electric Vehicle Symposium) in Stuttgart derzeit ausgestellt ist. Man sieht es dem silbernen Sportcoupé vom Typ 981c bereits äußerlich an. Die Seitentüren tragen grüne Flächen und Linien sowie die Aufschrift Porsche Turbo Charging und 800V.

Batterien mit einer Speicherkapazität von 38 Kilowattstunden (kWh) dienen dem Sportcoupé als Kraftquelle. Porsche legt die Leistung des Elektromotors auf 340 Kilowatt oder 462 PS fest. Der elektrische Cayman soll in 3,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h flitzen. Damit würde er seine Turbo-Brüder alt aussehen lassen. Nicht nur das direkt anliegende Drehmoment, sondern auch die Kraftverteilung auf vier statt zwei Räder fördern die Sprinterqualitäten. Der heckangetriebene Porsche 718 Cayman mit 300 PS und 380 Newtonmeter sprintet handgeschaltet in 5,1 Sekunden auf Landstraßentempo. Mit PDK sind es zwei Zehntel weniger. Und mit Sport-Chrono-Paket weitere zwei Zehntel.

Die 350 PS und 420 Nm starke S-Version meistert den Imagespurt in 4,6 Sekunden, sofern der Pilot den Sechsganghandschalter zackig führt. Mit dem Doppelkupplungsgetriebe sind es 4,4 respektive 4,2 Sekunden (Sport-Chrono-Paket). Selbst der neue Porsche 911 GT3 liegt mit PDK in 3,4 Sekunden über der Marke des Elektro-Cayman, den Porsche gleich zweifach mit der Stabilitätskontrolle PSM (Porsche Stability Management) ausrüstet. Der stolpert allerdings über eine anderen Zahlen. Seine Reichweite liegt nach NEFZ bei nur 200 Kilometern. Die maximale Geschwindigkeit begrenzt Porsche auf 200 km/h.

Anhänger von Verbrennungsmotoren müssen sich nicht fürchten. Dieser Porsche Cayman e-volution bleibt ein Forschungsfahrzeug, das aber den Appetit auf Porsches Elektrosupersportwagen Mission E, der 2019 kommt, anreichern soll. Zumal die Zuffenhausener vor der eigenen Haustüre nicht nur einen Elektro-Cayman vorstellen, sondern die Schnellladestation “Porsche Turbo Charging„. Sie arbeitet mit einer Spannungslage von 800 Volt. Die Ladeleistung beträgt laut Hersteller, der die Ladesäule zusammen mit ADS-TEC entwickelte, 320 Kilowatt pro Auto. Sofern zwei gleichzeitig angesteckt sind, sind es 160 kW je Fahrzeug.

Das System soll in Gebieten eingesetzt werden können, wo das Verteilernetz einer Leistungsbegrenzung unterliegt. Es soll laut Porsche als Ergänzung zu Schnellladenetzen mit Mittelspannungsanschluss verstanden werden. An einem solchen Schnellladenetz entlang europäischen Hauptverkehrsachsen arbeiten derzeit Porsche, Audi, BMW, Daimler und Ford im Rahmen eines Joint Ventures.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/porsche-evolution-elektro-cayman-5037067.html

Previous ArticleNext Article