Pressearbeit bei Ferrari / VW

Auf Jalopnik gibt es einen schönen Hintergrundbericht über die Details der Ferrari Pressearbeit.

Ich will nicht den ganzen Beitrag aus dem englischen übersetzen und hier einbringen, wer Interesse an der Story hat, soll diese einfach bei Jalopnik lesen.

Für mich klingen alle „Vorwürfe“ glaubhaft – auch wenn ich erst seit wenigen Monaten professionell in diesem Bereich arbeite, ist es nicht wirklich verwunderlich, mit welchem Perfektionismus auf der Seite der Hersteller gearbeitet wird. 

Auf dem anderen englischen „Must-Read-Blog“ Carscoop wird die Frage von „Consumer Reports“ (eine Art US Stiftung Warentest)  aufgegriffen, ob Volkswagen Pressefahrzeuge die gleichen Fahrzeuge sind, die später auch an Kunden herausgehen – oder ob eine größere Differenz an der Ausführung der Modelle besteht.

Ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass es mich wundern würde wenn einer der absoluten Big Player nicht alles daran setzen würde, die Testfahrzeuge in absolut bestem Zustand an die „Journalisten“ heraus zu geben. In wie fern das den Sinn eines Fahrzeug-Tests konterkariert? Ja darüber lässt es sich trefflich diskutieren.

Motor-Journalisten sind ein merkwürdiges Volk – eventuell wollte ich deswegen dazu gehören. Es ist, da gibt es nichts drumherum zu reden, ein wunderbares Gefühl wenn man bei Porsche einen Presse-Testwagen abholen darf. Vor lauter Ehrfurcht vergisst man gerne einmal wie „kritisch“ man eigentlich nun sein müsste.

Und ja, natürlich sind 5 Sterne Hotels und sonnige Küstenstraßen für die Grundstimmung eines „Tester“ eher zuträglich als die x-te Runde um den Autobahn-Stau im Herbstlichen Deutschland.

Ich bin überzeugt – Leser eines Automagazin sind nicht naiv. Die wissen das es subjektive Besonderheiten in der Wahrnehmung eines Tester gibt. Und Automobil-Hersteller wissen das noch viel besser.

Ich sehe keinen direkten Betrug darin, wenn jede Seite versucht, möglichst professionell an die Arbeit zu gehen – ich verstehe aber auch, wie schwierig es ist, interessante Auto-Fahrberichte zu schreiben, die weder beim Leser durchfallen weil eindeutig zu freundlich zum getesteten Fahrzeug geschrieben – noch einen zu kritischen Bericht zu verfassen, der aus dem subjektiven Blickwinkel der persönlichen Opportunitäten geschrieben wurde und am Ende bekommt man von Hersteller-Seite eben kein Fahrzeug mehr.

Motor-Journalisten gehen einen schmalen Pfad entlang … manch Hersteller lassen einen nicht einmal auf diesen schmalen Pfad. Vor allem wenn man unabhängig ist und digitale Medien nutzt. Da ist die Angst vor dem Kontrollverlust, vor dem Shitstorm nach dem aufdecken der „Methoden“ anscheinend viel zu groß. Dabei gibt es keine schlechten Autos mehr – das Wissen auch Motor-Journalisten – wovor also die Angst?

Wie dem auch sei – ich möchte an dieser Stelle noch einmal den Herstellern meinen Dank ausdrücken, die sich auf das Abenteuer „Auto-Bloggerei“ eingelassen haben.

  • HONDA – Ihr wart die ersten! Danke.
  • Mitsubishi – Hr. Büttner, wir rocken den Importmarkt 😉
  • Nissan – Die Damen der Presseabteilung sind unerschrocken an das Abenteuer „Blog“ gegangen.
  • BMW – Zwiegespalten 😉 großer deutscher Konzern eben. Aber das wird noch.
  • Porsche – Porsche fängt mit P an, wie Profis. Nicht nachtragend. Hr. Bode zeigt echte Größe!
Ich werde auch in Zukunft versuchen meine Testfahrzeuge mit den Augen der jeweils definierten Zielgruppe zu sehen und dabei die Kritikpunkte aufgreifen, die in diesem Umfeld wichtig sind.
Auf viele weitere Testfahrten …

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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