Profitabelster Autobauer der Welt — Suzuki schlägt BMW

Für die drei deutschen Autokonzerne BMW, Mercedes und Volkswagen läuft es im abgelaufenen 2. Quartal nicht rund – und die Konkurrenz aus dem Ausland nutzt das aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Bilanzen der 16 größten Autobauer der Welt, die die Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) erstellt hat.

Dabei steht bei der Marge, also dem Gewinn vor Zinsen und Steuern im zweiten Quartal 2018 Suzuki vor BMW. Die Japaner kommen auf eine Marge – dem Indikator für die Rentabilität – von 11,8 Prozent, erzielen also pro 100 Euro Umsatz 11,80 Euro operativen Gewinn. BMW schaffte im zweiten Quartal 11,4 Prozent und büßte damit seine Spitzenposition aus dem Q1 ein. Daimler verbucht in den Monaten April bis Juni eine Marke von 6,5 Prozent (Platz 6), Volkswagen steht auf Rang sieben mit 6,3 Prozent.

Viele Gründe für die schwache Entwicklung

Als Gründe für die schwache Entwicklung sieht die Studie auf der einen Seite negative Währungseffekte, aber auch Sondereffekte. Hier kostet der Dieselskandal allein bei VW 1,6 Milliarden Euro, 400 Millionen Euro weniger Gewinn stehen bei Daimler wegen der Beilegung des Toll-Collect-Rechtsstreits zu Buche. Dazu steigen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um sechs Prozent auf sieben Milliarden Euro. Alleine die drei deutschen Autobauer haben im ersten Halbjahr schon zusammen 14 Milliarden Euro für F&E ausgegeben.

„Die Zahlen zum zweiten Quartal sehen für die deutschen Autokonzerne auf den ersten Blick insgesamt relativ schwach aus“, sagt Peter Fuß, der die Studie für EY erstellte. „Allerdings handelt es sich hier um eine Momentaufnahme – zumal zum Teil Einmaleffekte die Ergebnisse zusätzlich belasteten. Die operative Situation ist insgesamt so gut, dass auch ein vermutlich ebenfalls schwieriges zweites Halbjahr gut überstanden werden kann.“ Denn kurzfristig wird es nach Fuß‘ Einschätzung turbulent bleiben: „Zum einen drohen aufgrund der Umstellung auf den WLTP Prüfzyklus teilweise kräftige Einbußen bei Absatz, Umsatz und Gewinn. Zum anderen ist der Handelskonflikt zwischen den USA und Europa nur auf Eis gelegt und nicht beigelegt.“

Toyota beim Gewinn vorne – VW beim weltweiten Absatz

Im gesamten Halbjahr des Jahres kann sich jedoch BMW weiterhin vor Suzuki halten. Die Bayern stehen mit einer Marge von 11,5 Prozent vorne, die Japaner verzeichnen 11,4 Prozent und lassen damit die Konkurrenz Toyota mit „nur“ 8,8 Prozent alt aussehen. Daimler (7,4 Prozent) und VW (6,8 Prozent) liegen auf Platz vier und fünf, jedoch mit erheblichen Einbußen zum Vorjahreszeitraum.

Doch Toyota steht mit Abstand bei den Gewinn im ersten Halbjahr ganz weit vorne, 9.973 Millionen Euro bedeuten eine Steigerung von 30 Prozent zum Vorjahreshalbjahr, der Gewinn von VW mit 8,160 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des Jahres bedeuten einen Rückgang zum Vorjahreszeitraum von 8 Prozent, auch bei Daimler (minus 21 Prozent) und BMW (minus 5 Prozent sind die Vorzeichen nicht positiv.

Und wie sieht der Absatz aus? Hier kann sich VW als weltgrößter Autobauer noch knapp vor Toyota halten. 5,219 Millionen Euro Pkw und leichte Nutzfahrzeuge von VW stehen 5,209 Millionen Toyota-Modellen gegenüber, denkbar knapp. Der drittplazierte General Motors liegt abgeschlagen auf Platz drei mit 4,157 Millionen Fahrzeugen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/profitabelster-autobauer-der-welt-suzuki-schlaegt-bmw/

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