Quo vadis Motorjournalismus?

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Mir wirft man gerne mal vor, ich würde für einen Sack warme Reifenluft, jedes Auto schön schreiben.

Nun – ich bin jemand, der versucht sehr transparent in seiner Arbeit zu bleiben und ich kann voller Überzeugung sagen: Ich habe nie – ich wiederhole mich – nie einen Sack warme, oder lauwarme Reifenluft von einem Automobil-Hersteller für meine Texte bekommen.

Im Gegenteil. Es gibt Automobil-Hersteller die wollen noch nicht einmal, das ich über deren Autos etwas schreibe. BMW zum Beispiel. Oder Renault. Oder Mazda. Anders kann ich mir deren Verhalten auch nicht erklären. Um das noch einmal mit Nachdruck kund zu tun: Meine Fahrberichte werden weder durch warme Reifenluft im Sack, noch durch indirekte Zahlungen von edlem Wertpapier auf mein Konto beeinflusst. Auch beeinflussen mich Business-Flüge und stundenweise 5-Sterne Hotels nicht in meiner Beurteilung.

Und doch muss ich mich bei Einzelnen dafür rechtfertigen, wenn ich Spaß habe, an den Dingen die ich tue. Ein wenig merkwürdig. Ulkigerweise kommt der Hinweis mit der warmen Reifenluft im Sack, aus einer Ecke, die zuvor im Springer-Konzern …ach lassen wir das.

Es ist nicht wichtig – von wem diese blöde Bemerkung kam. Es ist nur wichtig, das ich meine Berufung gefunden habe. Autos. Mal schreiben. Mal fotografieren. Mal reden. Ganz egal, Hauptsache es hat 4 Räder und brummt, oder surrt.

Und es ist sehr wichtig: Wenn ich etwas über ein Auto schreibe, dann meine ich das. Zum Beispiel meine Erfahrungen zum neuen Honda Civic – ein grandioser Kompaktwagen – da ist nicht ein Sack mit Schönschreiberei zu Schaden gekommen, es blieb alles im Rahmen meiner eigenen Meinung –  ich habe nur versucht den Wagen innerhalb seines Segments und seiner Zielgruppe mit den Schwerpunkte zu werten, die von Belang sind.  Und wenn ich schreibe, der Honda Civic ist der bessere 1er BMW – dann ist das meine Überzeugung.

Aber ist Motor-Journalismus eigentlich Journalismus?

Nein. Denn es gibt keine objektive Berichterstattung eines Einzelnen über ein Konsumgut, wie ein Automobil. Es ist schlicht und einfach unmöglich, völlig objektiv zu sein. Man kann versuchen, seine Subjektivität mit jedem Test neu zu reflektieren und dann daraus seine Schlüsse zu ziehen. Man kann aber nicht erwarten, Menschen könnten ohne ihre Unterbewussten Regelmechanismen und Weltbilder, ein Produkt oder eine Sache beschreiben.

Und an dieser Stelle unterscheidet sich die Pressearbeit im Bereich der Konsumgüter, von der, im Bereich: Politik, Weltgeschehen, usw..    Und ob sich Motor-Journalisten wirklich so leicht in die Tasche stecken lassen? Nur wegen Bonusmeilen und 5-Sterne-Hotels? Unterbewusst passiert da natürlich viel, aber ich hoffe auf ein wenig Ehrgefühl unter denen, die das gleiche tun wie ich. Ein wenig nur. Gerade genug um zu erkennen, wann man sich hinreißen lässt, einen Artikel blumiger „pro“ zu verfassen, als man das alleine, zu Hause – vor der Presse-Meldung oder dem nackten Produkt getan hätte.

Allerdings gibt es auch Kollegen, Redaktionen und Hersteller – deren Verhalten ist nicht unbedingt hilfreich, wenn es darum geht – eine transparente Arbeitsweise an den Tag zu legen und den Verdacht der „Schönschreiberei“  und Gefälligkeitsberichte, durch klare wie subjektive Ansichten erklären zu können.

Besondere Leselektüre in diesem Zusammenhang:

Deutschlands meister Autojournalist

Ich kenne Thomas Geiger nicht persönlich. Ein oder zweimal hab ich ihn getroffen – er wird mich jedoch nicht kennen. Das ist okay. Ich respektiere ihn, wenn er das, was er tut – aus Spaß am Automobil tut. Dann ist es die gleiche Motivation, die auch mich treibt.

 

Ich bleibe bei meiner Aussage: Ich freue mich auf den Tag, an dem Automobil-Hersteller den Bereich social media, Blogs, Blogger und aktives Story-Telling ebenso ernst nimmt – wie die bisherige Öffentlichkeitsarbeit.

Und was das Thema „Trasnparenz“ und Complaince angeht – so kann man nur hoffen, das die doppelte Moral einer klaren und nachvollziehbaren Regelung weicht…

Bis dahin!

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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