Rückspiegel: Honda CR-Z – Der Hybrid-Sportler

HONDA CR-Z

Rückspiegel? Ja, eine neue Kategorie für Autos, die ich vor langer Zeit mal gefahren bin und über die ich heute noch etwas zu erzählen habe. Den Anfang macht der Hybrid-Westentaschen-Sportler von Honda.

Honda CR-Z im Rückblick

Der erste MildHybrid mit 6-Gang Handschaltung

Als erster Mild-Hybrid überhaupt, kam der CR-Z als Handschalter zur Welt. Anders als bei seinen Brüdern aus dem Honda-Konzern, dem Honda Insight und dem Jazz Hybrid, kam der CR-Z mit den per se sportlichen Genen auf die Welt. Um diese zu unterstreichen, hat Honda dem CR-Z ein manuelles 6-Gang-Getriebe verpasst. Der Rest blieb leider den Öko-Brüdern nur allzu nah und allzu gleich.

Ehemaliger UVP: 29.270,–€.

Nein, geschenkt bekam man den kleinen Hybrid-Sportler nicht und das, obwohl er nicht wirklich in der Zwickmühle war, vor lauter Kraft nicht mehr laufen zu können. Anders als seine theoretischen Vorgänger mit dem legendären Kürzel CRX ist der CR-Z doch eher ein sanfter Sportler. Einer, den man laufen lassen muss, flüssig fahren und es nicht allzu sehr auf Sprint-Duelle ankommen lassen sollte.

Und auch, wenn man sich das Technik-Konzept aus kleinem Benzinmotor und E-Motor am Schwungrad mit Insight und Jazz teilte, der CR-Z war selbstbewusst eingepreist. Am Ende war das eventuell auch das größte Problem für den CR-Z. Denn schlecht war er nicht.

Als CR-Z war der kleine Dynamiker ein klassischer Zweisitzer, auch wenn im Fahrzeugschein von vier Sitzplätzen die Rede war. Aber im Alltag wollte man niemanden auf die Rücksitze des CR-Z zwingen. Was nicht weiter schlimm war. Dynamische Ausflüge genießt man doch lieber zu zweit, oder? Und so waren die 2 Sitzkuhlen in der zweiten Reihe eher geeignet, um darin kleines Handgepäck zu transportieren.

Gar nicht so japanisch, die Qualität im Innenraum. Sicherlich, das Cockpit-Design ist eher Avantgarde als klassisch elegant, dafür aber sind die Materialien alles andere als billig gewesen. Es fühlte sich vieles richtig gut. Material wie Verarbeitung, beeindruckend gut. Allerdings – bei knapp 30.000 € Kaufpreis durfte man das auch erwarten, oder? Heute findet man gute Exemplare für weniger als 10.000 €.

Das „3D-Cockpit“ und die irgendwie zufällig platzierten Schalter sorgen am Anfang für ein wenig Umgewöhnungsstress. Hat man sich jedoch einmal mit der Bedienung vertraut gemacht, stellt man fest, die Ergonomie im Cockpit ist dank der bequemen Stühle in der erste Reihe und des verstellbaren Lenkrades bestens geeignet für lange Strecken oder die sportliche Kurvenhatz.

Und hat man sich daran gewöhnt, dass man nur “sparsam” unterwegs ist, wenn die Cockpitbeleuchtung um den Tacho herum grün leuchtet, so empfindet man den Farbwechsel in das Blaue als leicht nutzbaren Hinweis auf den gerade angewandten Bleifuss.

Motor – Spagat zwischen Spaß und Sparen

Angenehm ist die harmonische Zusammenarbeit der beiden Triebwerke. Der 1.5 Liter große Vierzylinder-Benziner und der 14 PS starke Elektromotor sorgen für 174 Nm zwischen 1.000 und 1.500 Umdrehungen. Das macht das Fahrverhalten erst einmal elastisch. Über Land und in der Stadt ist die Motorleistung ausreichend, um zügig zu cruisen. Für die sportliche Hatz, dem feschen und dynamischen Außendesign angemessen, würde man sich jedoch mehr Leistung wünschen. So 60 bis 100 PS dürften ruhig hinzukommen. Und auch, wenn das „grüne Gewissen“ immer auf dem Beifahrersitz sitzt, so ein wenig vermisst man den echten sportlichen Motorsound doch. So richtig drehzahlgeil war der CR-V nicht. Viel zu sehr hat man die Unterstützung des E-Motors genutzt, um den Motor niedertourig zu fahren.

Was dem Verbrauch zu Gute kommt, lässt die Sportlichkeit ein wenig hinten über fallen.

Schade. Denn eigentlich war der CR-Z doch so ein richtiger fescher Sportler.  Ich bin gespannt ,wann es bei Honda wieder so richtig vorwärts geht. Die Honda Fan-Gemeinde vermisst einen echten CRX-Nachfolger und auch für den sportlichen Roadster S2000 fehlt ein Nachfolger.

Und was bietet die Zukunft?

Hybrid-Sportler in geiler Form

Auch wenn der CR-Z nun mit gemischten Gefühlen von uns gegangen ist, ich freue mich über die Grundidee des sportlichen Hybriden. Und dass man es bei Honda trotz des mager motorisierten CR-Z versteht, die sportliche Fahne hoch zu halten – das beweist hoffentlich im nächsten Jahr der neue Honda NSX! Mit einem V6-Benziner und gleich drei E-Motoren wird er für hybride Sportgelüste sorgen. Und wer es partout ohne Hybrid mag, für den wird Honda in 2015 endlich den neuen Civic Type-R anbieten.

Also – entweder auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach dem kleinen Hybrid-Sportler schauen oder auf 2015 warten und dann, ja dann rockt Honda hoffentlich endlich wieder die Bude.

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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