Smart Vision EQ Fortwo (2030) — Die Car2Go-Go Zukunft hat kein Lenkrad

Die Vision EQ Fortwo zeigt, wie Smart sich die Mobilität im Jahr 2030 vorstellt. Vollautonom, elektrisch, kommunikativ und effizient. Aber ohne Cupholder.

Mit dem Smart Vision EQ Fortwo zeigt die Daimler-Tochter auf der IAA eine weitere Studie der noch jungen Technologiemarke EQ, unter der auch alle künftigen Elektroautos laufen sollen. Mit dem Vision EQ Fortwo setzt Smart auf eine radikalen Carsharing-Ansatz, von dem nicht nur die Fahrzeug-Nutzer, sondern auch das genutzte Verkehrsumfeld profitieren sollen.

Dank Schwarmintelligenz, die auch das Nutzerverhalten und den daraus resultierenden wahrscheinlichen Bedarf ermittelt, holt das autonom fahrende Konzeptfahrzeug seine Passagiere direkt am gewünschten Ort ab. Nach Gebrauch kann der EQ einfach irgendwo abgestellt werden. Bestenfalls surrt er eh gleich weiter zum nächsten Auftrag. Wer möchte, kann mit Hilfe der 1+1-Sharing-Funktion zudem ungezwungen mit interessanten Nutzern in Kontakt kommen. Mögliche Mitfahrer werden anhand ihrer hinterlegten Profile und aktuellen Fahrtwünsche vorgeschlagen und können akzeptiert oder abgelehnt werden. Klingt nach Zukunftsmusik. Und ist es auch. Vor 2030, das sagt man bei Smart selbst, wird so ein radikaler Ansatz wohl kaum auf die Straße zu bringen sein.

Der 30 kWh-Akku lädt ausschließlich induktiv

Die Vision EQ-Studie baut auf einem herkömmlichen Smart Fortwo mit Elektroantrieb auf und ist deshalb wie gehabt 2,69 Meter lang. „Davon werden wir auch 2030 nicht abrücken!“, erklärte Smart-Chefin Annette Winkler bei der Präsentation des Vision EQ Fortwo. Der ist mit einem 30 kWh großen Lithium-Ionen-Batteriepack bestückt, das ausschließlich induktiv geladen werden kann. Der Smart aus der Zukunft hat keinen Stecker. Zum Vergleich: Der normale Smart Fortwo ED kommt nur auf 17,6 kWh. Das Fahrzeug kommuniziert über einen 44-Zoll großen Black-Panel-Grill und LED-Displays, die Scheinwerfer und Heckleuchten ersetzen. Die Seitenfenster sind mit Spezialfolie überzogen, auf die von innen Informationen projiziert werden können. Allerdings nur, wenn das Fahrzeug autonom und ohne Passagiere unterwegs ist. Warum? Weil die Bilder und Texte aus zwei Beamern im Armaturenbrett stammen. Und die können eben noch nicht durch Fahrer und Beifahrer leuchten. Im Interieur ist wie im Frontbereich ein Black-Panel-Display für User-Interface-Aktivitäten eingebaut. Die zahlreichen digitalen Oberflächen können auch dazu genutzt werden, den Vision EQ zu individualisieren oder mit der Umwelt zu kommunizieren.

Kein Lenkrad, keine Pedale, kein Kofferraum

Auffälliges Merkmal ist das neuartige Türkonzept des Smart Vision EQ Fortwo. Die beiden Türen lassen sich platzsparend flügelartig über die Hinterachse hinwegdrehen, was den Einstieg erleichtert und gleichzeitig die Kollisionsgefahr mit Radfahrern oder Fußgängern reduziert. Komplett verzichtet wird im Showcar auf ein Lenkrad und Pedale sowie konventionelle Bedienelemente. Und leider auch auf Cupholder oder einen Kofferraum. Wohin mit dem Gepäck? „Einfach einen zweiten Smart rufen!“, heißt es dazu von Smart. Aha. Steuerungsaufgaben übernehmen das persönliche Mobile Device (heute noch als Handy bekannt) oder die Sprachsteuerung. Den Bereich des Armaturenbretts okkupieren ein großes und zwei kleinere Displays.

Statt Einzelsitzen gibt es im mit weißem Kunstleder ausgeschlagenen Innenraum eine kuschelige Sitzbank für zwei. Eine ausklappbare Mittelarmlehne sorgt bei Bedarf für Distanz. Zusätzlich sind an den Rändern der Sitzbank zwei Spender für Desinfektionsmittel integriert. Warum? Weil so ein autonomer Smart idealerweise konsequent vermietet, bzw. geshared wird, wenn er von seinem Eigentümer gerade nicht gebraucht wird. Beim Blick in die Mietautos von heute darf dieses kleine Hygiene-Gadget deutlich früher als 2030 realisiert werden!

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/smart-vision-eq-fortwo-car2go-faehrt-autonom-12260239.html

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