So klein ist die Welt

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Als ich mit „autohub.de“ anfing, da war es gar nicht mein Ziel alles besser zu machen als andere Journalisten – es war auch nicht mein Ziel, als Konkurrenz zu den etablierten Medien und Motor-Journalisten gesehen zu werden. Aber – wie dich andere sehen – das hat man nicht immer in seiner Hand.

Der Digitale Grabenkampf – Anfang oder Ende?

Stefan Anker ist ein „echter Journalist“ und er schreibt in einem Medium, dass einst die Siegermächte des zweiten Weltkrieges gegründet haben um wirtschaftsliberale Nachrichten verbreiten zu können.

„Bürgerlich-Konservativ“ ist das Springerblatt und vermeintlich lassen sich die Leser dieser Publikation simpel  in zwei Sorten Autofahrer einsortieren: Die, die bereits einen Wackeldackel auf der Hutablage haben und die, die noch überlegen, was sie nur mit dem  liebevoll gestrickten Klopapier-Wollmützchen tun sollen, wenn der nächste Wagen nur noch Platz für den Wackeldackel bietet.

Stefan Anker ist bei diesem Axel Springer Verlagsangebot der Mann für die Motoren.   So weit, so langweilig.

Vermeintlich fehlgeleitet von der Historie des Axel-Springer Verlagshauses, unter dem Eindruck stehend, von den Siegermächten gegründet worden zu sein, zündet Stefan Anker nun die nächste Stufe seiner Eskalations-Eskapaden. Hatte er nicht erst vor einigen Monaten alle Auto-Blogger als „furchtbar geschwätzig“ bezeichnet, will er nun selbst zum Blogger werden.

„Warum ich blogge“

Stefan Anker scheint kapiert zu haben, was gerade passiert. Kaum ein Mensch interessiert sich noch für das rundgelutschte Geschwurbel der Verlagsangehörigen Motor-Journalisten.  Blogs sind dabei, den Medienwandel weiter zu beschleunigen. Ehrlich subjektive Aussagen und Geschichten aus einem neuen Blickwinkel lösen den ewig gleichen Fahrbericht der alternden Gilde von Motor-Journalisten ab.

Eigentlich müsste man sich freuen

Wenn nun ein „Old school“ Motor-Journalist anfängt zu bloggen, dann müsste man sich eigentlich freuen. Es ist eine Bestätigung. Es ist eine Würdigung. Es ist das klare Zeichen, hier verändert sich gerade eine Industrie. Eigentlich. Wären da nicht diese „pöhßen“ Patzer des Anker’schen Sinneswandels: So nutzt er doch in der Tat einen „Blog-Namen“ der sich bereits seit vielen Jahren in der festen Hand eines anderen Automotive-Bloggers  befindet – nur erleichtert um ein „g“ am Ende. Des Anker’schen Freudentaumels neuer Journalistischer Erkenntnisse wohnt damit ein übler Beigeschmack anheim.  Sein Blogname: „BigBlog“. Dumm nur das es „bigblogg“ schon seit 2008 gibt.

Nun kann man sich fragen ob dahinter knallhartes wirtschaftliches Kalkül steckt, immerhin ist der google-Erfolg bei Sucheingaben mit diesem Begriff vorbestimmt, oder schlicht die Unfähigkeit eine Namens-Recherche durchzuführen. Einmal die google-Suche nutzen, hätte gezeigt: bigblogg nutzt bereits ein Axel Griesinger für seinen Blog.

Dummheit oder Dreistigkeit?

Während man sich bei der Namenswahl noch fragen kann, ob hier die Dummheit oder die Dreistigkeit obsiegt, bleibt mir beim lesen der anderen „Begründungen“ zur Neu-Gründung des „BigBlogs“ doch teilweise die Luft weg:

Ich gehe also dahin, wo es weh tut. Wo neben einigen nachdenklichen Profis viele begeisterte Laienprediger unterwegs sind und sich im Besitz der Wahrheit wähnen. Wo wir „Papierjournalisten“ (die es in der „Welt“ eigentlich gar nicht mehr gibt) permanent zu hören bekommen, wie rückständig wir sind; das ist zumindest in der Autoblogger-Szene eine Art roter Faden.

Stefan Anker scheint es mit den Ohren zu haben. Denn wenn wir etwas kritisieren, dann ist es die Verlagshörigkeit und das Vorgehen der Verlage. Es gibt genug Journalisten, die bereits vor Stefan Anker den Schritt gegangen sind und sich von der „Objektiven-Scheinwelt“ ihrer Redaktionen getrennt haben!

Natürlich betreibe ich dieses Blog aus komfortabler Lage heraus, das gebe ich zu, denn ich blogge nebenberuflich.

So komfortabel ist diese Lage natürlich nicht. Es sei denn – er hätte eine ordentlichen Beruf, aber nein, er ist in der Abhängigkeit eines großes Verlagshauses. Und wie Springer mit seinen Redakteuren umgeht – nun, das wissen wir nicht erst seit der „Computer Bild“.  Scheint, als würde SA eher seine Exit-Strategie zu planen.

Nur vielleicht nicht alle und vielleicht nicht immer sofort. Denn ich bin ja nur ein nebenberuflicher Blogger. Manchmal muss ich einfach arbeiten.

Es trieft die geschmeidige Überheblichkeit eines arroganten Journalisten aus diesem Absatz. Ein Zitat das nicht „Bild’licher“ zeigen könnte, welche Vorstellung SA von der Arbeitswelt eines Bloggers hat.

und ich werde versuchen, im Blog unterhaltsam zu sein.

Das hat er bereits geschafft. Die Blogosphäre unterhält sich bereits über diese unglaubliche Arroganz eines Dinosauriers der im Gewand des Siegermächte-Blatts für „bessere Blogs“ kämpfen will. Mike Frison, Sebastian Bauer und auch das Gesicht hinter dem Daimler-Blog – Uwe Knaus, haben bereits eine Meinung veröffentlicht.

Und ich frage mich noch immer – ist das alles eventuell ein verspäteter April-Scherz? Soll es eine Satire werden? Ein Spiegelbild der eigenen Fehler?  Nun – ich zweifle noch.. Oder eventuell wollte er nur, dass wir in unseren Blogs, auch mal über ihn reden. Nun – das immerhin – das hat er geschafft. Glückwunsch!

Edit: Gerade von Lucas darauf hingewiesen wordenwordpress-noob:

 

 

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

9 Comments

  1. Tut mir leid, aber eine nach dem 2. Weltkrieg gegründete Zeitung mit der Bemerkung zu diskreditieren, sie sei ein „Medium, dass einst die Siegermächte des zweiten Weltkrieges gegründet haben um wirtschaftsliberale Nachrichten verbreiten zu können.“, offenbart eine dermaßen geschichtsvergessene Haltung, dass ich kotzen möchte. Und die weit, weit unter der Gürtellinie liegende, inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Blog-Projekt des Stefan Anker offenbart einen dermaßen großen Mangel an Souveränität, dass einfach alles zu spät ist.

    Wenn man deine Facebook-Einträge so verfolgt, dann schlemmst du dich doch, genau wie der Rest vom Tross der Motorjournaille, von einer Motorhurenveranstaltung zur nächsten. Ich kann deine enorme Arroganz gegenüber Berufskollegen wirklich nicht nachvollziehen.

    1. Der werte Hr. Anker kann kein „Berufskollege“ sein, denn ich bin nur ein Blogger. Stefan Anker jedoch ein „echter Journalist“. Man sollte nicht vergessen – es sind einzelne Individuen der so genannten Kollegen, die genau diese Differenzierung, immer und immer wieder auffrischen wollen. Wer sich nun wundert – auf meiner Seite einen wunden Punkt zu treffen, wenn so genannte Qualitäts-Journalisten wie Elefanten durch Porzellangeschäfte tölpeln, während sie den Sprung in die neue Medienwelt versuchen – dem kann ich nicht helfen.

      1. So so, du bist also kein Journalist. Deine Worte, nicht meine. Man muss Springer nicht mögen (wirklich nicht!), aber deine Siegermächte-Eröffnung zeigt mir, dass du einfach ziemlich wenig Ahnung von Mediengeschichte hast. Lies mal Wikipedia zur Entstehung der „Welt“: „Die Welt erschien zum ersten Mal am 2. April 1946 zum Preis von 20 Pfennig. Das Konzept der Zeitung war, Fakten scharf von Kommentaren zu trennen, in den Leitartikeln kamen gegensätzliche Standpunkte zur Sprache. Unter dem seit Frühjahr 1946 amtierenden Chefredakteur, dem SPD-Mitglied und ehemaligen Insassen des KZs Bergen-Belsen Rudolf Küstermeier, kollidierte das Blatt mehrmals mit den britischen Besatzungsbehörden, die die Welt als PR-Organ nutzen wollten. Die Auflage stieg bis auf eine Million Exemplare, so dass beim anstehenden Verkauf 1952 an Interessenten kein Mangel herrschte. Für zwei Millionen DM erhielt Axel Springer den Zuschlag.“

        Übrigens: mit derselben Berechtigung könnte ich behaupten, dass du dich eines Mediums bedienst, das von den US-Streitkräften zur Koordinierung ihrer militärischen Kommunikation eingerichtet wurde. das wäre dann in etwa derselbe hahnebüchene Unsinn.

        Wenn du hier jemandem weismachen willst, du würdest besser arbeiten als die von dir so herablassend behandelten „Qualitätsjournalisten“, dann würde ich sagen: Mach mal. Und so lange hat „der werte Hr. Anker“ noch mehr Reichweite als du. Und daran sind nicht die Siegermächte schuld.

        1. Ich bin nur Journalist – Hr. Anker ist ein „echter“ Journalist. Und jetzt mal die Krampfadern locker werden lassen und sich darüber freuen, dass es so viele Blogs gibt. Da findeste bestimmt einen, der es einem nicht so schwer macht – zwischen Satire, Zynismus und lakonisch vorgetragener – persönlicher Meinung – die richtigen Inhalte zu finden. Der Hr. Anker hat im übrigen gar keine Reichweite – die hat sein Verlag und wer noch immer nicht versteht, was der Unterschied ist, der kommt auch mit einem Blog nicht zurecht.

          Im übrigen finde ich die Siegermächte ja geil – besser als der Nazi-Scheiß davor… Aber – wir haben eben nicht alle den gleichen Horizont.

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