So kommen ungeübte Autofahrer sicher durch den Winter

Mit dem Einbruch des Winters sehen sich viele Autofahrer vor große Herausforderungen gestellt. Statistisch gesehen ist das Unfallrisiko bei unerfahrenen Fahrern um ein vielfaches höher als bei erfahreneren Verkehrsteilnehmern. Doch auch Fahranfänger können mit einem dafür gerüsteten Auto und passenden Reifen sicher durch den Winter kommen.

Mit dem Winter kommen starke Wetterschwankungen und die damit verbundene veränderte Reibungskraft durch Schnee und Eis überrascht so manchen unerfahrenen Autofahrer. Die Sicht ist oft eingeschränkt, Matsch und Schneeregen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Lenkung sowie den Bremsweg des Fahrzeugs“, sagt Testfahrer Mika Kuusi von Nokian Tyres.

Junge Autofahrer gelten als Fahranfänger im Straßenverkehr. Zusätzlich gibt es viele Fahrer, die nur selten am Steuer eines Autos sitzen. Kurze Strecken, beispielsweise zwischen dem eigenen Zuhause und der nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeit, tragen nicht dazu bei, dass diese Autofahrer an Fahrpraxis im Winter hinzugewinnen.

Personen, die generell selten Auto fahren, haben mit herausfordernden Fahrtstrecken oder Wetterbedingungen Schwierigkeiten. Die Fahrt ins Stadtzentrum, der Verkehrsstau, die Parkplatzsuche und eine Fahrt im Dunklen kann Fahranfänger beängstigen“, erklärt Kuusi.

Fahrzeugkontrolle verbessert sich mit steigender Fahrpraxis

Laut der Europäischen Kommission sind Verkehrsunfälle bei Autofahrern im Alter von 15-24 Jahren die häufigste Todesursache. Die Todesrate dieser Altersgruppe ist bis zu zwei Mal höher als die von erfahreneren Autofahrern. Ursache vieler Unfälle mit jungen Fahrern ist oft der Kontrollverlust über das Auto oder zu schnelles Fahren. Besonders nachts ist das Unfallrisiko hoch.

Der Zustand des Fahrzeugs und das Wissen über die Fahrzeugeigenschaften haben einen wesentlichen Einfluss auf die Fahrzeugsicherheit. Junge Autofahrer sind nicht selten mit alten Fahrzeugen auf der Straße unterwegs, die weder über Fahrassistenzsysteme, noch über die aktuellste Sicherheitsausstattung verfügen.

Auch bei älteren Fahrzeugmodellen muss der Fahrzeugführer wissen, wie sich sein Fahrzeug unter extremen Bedingungen verhält. Die Rückkehr auf die eigene Fahrspur nach einem Überholvorgang im Winter ist ein klassisches Beispiel für eine Situation, in der leicht die Kontrolle über das Fahrzeug verloren werden kann“, sagt Martin Dražik, Produktmanager bei Nokian Tyres CE.

Dražik weist darauf hin, dass bei zu hoher Fahrgeschwindigkeit selbst automatische Systeme und Sicherheitsausstattungen eines modernen SUV daran scheitern können, das Fahrzeuggewicht auf der Straße zu halten.

Gut gewartete Reifen sind die sicherste Wahl

Zusätzlich zum Zustand des jeweiligen Fahrzeugs sollten junge Autofahrer ein ebenso großes Augenmerk auf die Reifen richten. Dražik empfiehlt Autofahrern, die selten am Steuer sitzen, immer ein Modell der neuesten Produktlinie zu wählen.

Die neuesten Reifenmodelle bieten grundsätzlich besseren Halt sowie aktuelle Funktionen, die den Fahrer dabei unterstützen, ein besseres Gefühl für das Fahrzeughandling und die Fahrzeugsicherheit auf rutschigen Straßen zu bekommen. Neue Reifen sollten zwar in makellosem Zustand sein, nichtsdestotrotz sollte die Profiltiefe regelmäßig überprüft werden. Ebenso wichtig ist es, den passenden Reifendruck beizubehalten“, gibt Martin Dražik zu bedenken.

Martin Dražik und Mika Muusi, die beide auf eine langjährige Erfahrung als Reifenexperten zurückblicken können, möchten unerfahrene Autofahrer ermutigen:

Vor allem in der Winterzeit sollten Autofahrer besonders vorsichtig im Straßenverkehr unterwegs sein. Aber Fahrpraxis sammelt man nur, wenn man fährt.“

Tipps für unerfahrene Autofahrer im Winter:

·         Nur durch regelmäßiges Autofahren lässt sich das notwendige Selbstvertrauen im Straßenverkehr aufbauen. Auf leeren Parkplätzen zum Beispiel können die unterschiedlichen Szenarien auf befahrenen Straßen ausprobiert werden. Autofahrer können auch trotz bereits erteilter Fahrerlaubnis an Fahrtrainings von Fahrschulen teilnehmen.

·         Das Fahren auf rutschigen Straßen sollte regelmäßig geübt werden, um zu wissen, wie das Fahrzeug in solchen Situationen reagiert. Falls notwendig, können Autofahrer hierfür auch spezielle Trainingsstrecken nutzen. Diese sind jedoch oft rutschiger und bieten dem Fahrer nicht dasselbe Gefühl wie eine Fahrt auf tatsächlichem Schnee und Eis.

·         Ruhige Lenkbewegungen sind das A und O. Möglichst nicht in Panik geraten, die Bremsen durchdrücken oder die Schultern verkrampfen, sondern die Augen auf mögliche Ausweichmöglichkeiten richten. Nur so ist es möglich, selbst in überraschenden Situationen stets die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten.

·         Die gelegentliche Kontrolle des Reifenluftdrucks mag als unwichtig angesehen werden, sie hat aber einen wesentlichen Einfluss darauf, wie das Fahrzeug unter extremen Bedingungen reagiert. Fahrzeuge ohne korrekten Reifendruck können bei Ausweichmanövern mit hoher Geschwindigkeit ungewohnt reagieren.

Diese Empfehlungen stammen von Mika Kuusi, Testfahrer bei Nokian Tyres und Martin Dražik, Produktmanager bei Nokian Tyres.

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