Supercharger verteuert — Tesla erhöht Ladepreise

Tesla stellt die Berechnung an den Supercharger-Ladestationen in Deutschland um. Bezahlt wird nun teils über 0,40 Euro pro kWh. Bei Tesla-Fahrern herrscht Unmut.

Das Thema Ladestation ist bei Tesla traditionell noch wichtiger als bei anderen Elektroautos. Mit dem weltweiten Supercharger-Netzwerk waren die Kalifornier Vorreiter und versprachen zum Marktstart kostenloses tanken für alle. Das System, Tesla-Kunden ihren Fahrstrom gratis zur Verfügung zu stellen, hatte sich aber spätestens mit dem Volumenmodell Tesla Model 3 erledigt.

Nun kommt abermals eine grundlegende Änderung auf die Tesla-Community zu, der Hersteller stellt das Bezahlmodell von einem zeit- auf einen volumenbasierten Tarif um. Zuerst hatte der Elektroauto-Vermieter „Nextmove“ von der Umstellung berichtet, die bei Tesla nicht gegenüber den Kunden kommuniziert wurde.

Neue Supercharger-Abrechnung: Fairer, aber teurer

Prinzipiell ist die Abrechnung nach geladenen kWh den Kunden gegenüber fairer als ein Zeittarif, weil nur der tatsächlich getankte Strom berechnet wird. Wie Nextmove jedoch vorrechnet, kommt die Umstellung an den Superchargern zum Teil einer Verdoppelung der Preise gleich. Dabei ist zwischen verschiedenen Ladezeiten zu unterscheiden, je nachdem mit wie viel Restkapazität nachgeladen wird. Bei einer „leeren“ Batterie pumpen die Supercharger zu Beginn mit der maximal möglichen Ladeleistung in den Akku, bei höheren Ladeständen verlangsamt sich das Ladetempo aus technischen Gründen immer mehr, um die Taktionsbatterie zu schonen.

Verwirrung stiftet dabei nicht nur die Umstellung, sondern auch uneinheitliche und nicht gerade günstige Preise. Im Teslafahrer-Forum berichten Nutzer von bis zu 0,44 Euro pro geladener kWh, während andere Supercharger lediglich 0,40 Euro/kWh berechnen. Zum Vergleich: eine Kilowattstunde „Hausstrom“ kostet Verbraucher derzeit rund 30 Cent, einen vergleichbaren Preis berechnen auch zahlreiche Anbieter konventioneller Wechselstrom-Ladesäulen. Der deutsche Anbieter Ionity, der aktuell ein Schnellladenetz in Europa aufbaut, berechnet an seinen Gleichstrom-Schnellladesäulen aktuell pauschal acht Euro pro Ladevorgang, unabhängig von der getankten Energiemenge.

Seit dem Ende des „Flatrate“-Modells für Tesla-Käufer wurde an den Superchargern zuletzt gestaffelt nach Ladeleistung berechnet, 34 Cent pro Minute bei über 60 Kilowatt Ladeleistung und 17 Cent bei weniger als 60 kW. Mit dem neuen Tarif, der deutlich über dem (ohnehin sehr hohen) deutschen Hausstrompreis liegt, kommt beispielsweise das Tesla Model X nach dem im auto motor und sport-Test ermittelten Durchschnittsverbrauch (25 kW/100 km) auf Treibstoffkosten von bis zu elf Euro pro 100 Kilometer.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/tesla-stellt-berechnung-um-supercharger-teurer/

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