Verbot von Verbrenner-Fahrzeugen — In Zukunft nur noch elektrisch

Immer mehr Länder und Regionen wollen Verbrenner-Pkw verbieten. Nun gibt es auch neue Pläne aus England, Amsterdam und den USA. Diesel- und Benzinmotoren bleiben vielerorts nur noch wenige Jahre.

Die Luft wird buchstäblich dünn für das Auto, wie wir es bislang kennen. In immer mehr Regionen der westlichen Welt wird Benzin- und Dieselmotoren das baldige Ende verordnet. Während in Deutschland noch über Dieselfahrverbote diskutiert wird, machen andere konkrete Vorgaben. Der jüngste Vorstoß kommt aus Los Angeles, wo mit dem Plan zum „Green New Deal“ unter anderem der öffentliche Nahverkehr, aber auch der Lieferverkehr und die privaten Pkw in den Fokus rücken.

So sieht der Plan des Bürgermeisters von Los Angeles, einer Metropolregion mit vier Millionen Einwohnern, durchaus radikale Einschnitte vor: Bereits 2025, also in sechs Jahren, sollen 25 Prozent der Autos in Los Angeles rein elektrisch fahren, im Jahr 2050 dann ausschließlich E-Mobile erlaubt sein. Schon deutlich früher soll der öffentliche Transport revolutioniert werden: Ausschließlich elektrische Taxis ab 2028, ebenfalls komplett lokal emissionsfreie Schulbusse ab 2028, ab dem Jahr 2035 muss der gesamte Lieferverkehr in der Stadt emissionsfrei fahren.

Konkrete Verbrenner-Verbote in Europa

Dass die kalifornische Metropole, wo man sich trotz der nach wie vor den privaten Verkehr dominierenden SUV und Pickup-Trucks gerne als ökologischer Vorreiter feiert, aus europäischer Sicht weit weg ist, sollte hierzulande niemanden zur Tagesordnung übergehen lassen. Denn im Vergleich zum noch in weiter Ferne liegenden 100-Prozent-Elektroanteil in 2050 für L.A. sind viele Länder und Kommunen in Europa schon weiter.

Ebenfalls aktuell in der Diskussion sind die Pläne des Brexit-Landes Großbritannien. Das „Committee on Climate Change“, ein in GB sehr bedeutendes Beratungsgremium mit großem Einfluss auf die Regierungsarbeit, hat für die Insel gleichfalls ambitionierte Ziele ausgegeben: Null Prozent CO2-Emission im Jahr 2050, und zwar bezogen auf die Gesamtwirtschaft, nicht nur auf den Verkehr, verkündet das Kommitee in einem Anfang Mai erschienenen Statement. Den Autos geht es bei den Briten schon früher an den Auspuff: Laut aktueller Beschlüsse soll im Königreich ab 2040 der Verkauf neuer Verbrenner-Pkw verboten werden. Das geht allerdings dem „Ausschuss für Klimawandel“ der britischen Regierung nicht schnell genug, er forderte Anfang Mai 2019, diese Frist auf das Jahr 2030 vorzuverlegen.

In Schottland ist man da schon weiter, hier gilt das Verbot reiner Verbrenner ab 2032 bereits als gesetzt. Dabei haben die Schotten ihr Vorhaben im März 2019 sogar noch präzisiert: Unter das Verkaufsverbot sollen demnach auch reine Hybridfahrzeuge ohne externen Ladeanschluss fallen, wie sie derzeit vor allem von den asiatischen Herstellern noch stark auf den Markt gebracht werden. Zulassungsfähig sollen dann nur noch reine Elektrofahrzeuge (BEV) sowie Plug-In-Hybride (PHEV) sein.

In die Verbots-Phalanx der europäischen Metropolen (beispielsweise in Paris: komplettes Dieselfahrverbot ab 2024, Fahrverbot für Benziner ab 2030) reiht sich nun auch Amsterdam ein. Laut dem gerade veröffentlichten „Clean Air Action Plan“ will die niederländische Hauptstadt nach Möglichkeit ab 2030 jegliche Benzin- und Dieselfahrzeuge aussperren, das gilt wohlgemerkt auch für Motorräder und Roller. Schon ab 2025 soll die Ringautobahn A10 von einem Fahrverbot für Taxis, Busse, Transporter und Roller mit Verbrenner-Motoren betroffen sein, fünf Jahre später dann auch für private Pkw und Motorräder.

Nicht nur Pkw, auch Motorräder und Roller sind betroffen

Das tangiert freilich nicht nur die Einheimischen, sondern natürlich auch Touristen. Selbst auf der bei den Deutschen so beliebten Ferieninsel Mallorca stehen die Verbrenner-Ampeln auf Rot: Neue Diesel-Pkw dürfen dort ab 2025 nicht mehr zugelassen werden, Benziner sind ab 2035 dran. Das gilt natürlich auch für die Mietwagenbranche, der bereits ab dem kommenden Jahr 2020 kontinuierlich steigende Quoten an Elektroautos vorgeschrieben werden.

Auch wenn aus heutiger Sicht das Jahr 2030 noch in weiter Ferne liegt, werden die Begleitumstände bereits in unmittelbarer Zukunft spürbar sein. Die Automobilindustrie denkt in Dekaden, beim Erscheinen einer Modellgeneration mit einem üblichen Lebenszyklus von acht bis zehn Jahren wird bereits längst an der Nachfolgegeneration entwickelt. Da sind elf Jahre nicht viel: Laut KBA lag das Durchschnittsalter der in Deutschland zugelassenen Pkw im Jahr 2018 bei rund 9,4 Jahren…

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/verbrenner-aus-immer-mehr-verbote-zukunft-elektroauto/

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