Vorstellung Nio ES8 (2018) — Chinesisches Elektro-SUV mit Wechsel-Akku

Das chinesische Elektroauto-Startup Nio hat in Peking das Serienmodell des ES8 aus dem Hut gezaubert. Das SUV kommt 2018 ab 57.000 Euro und macht dank austauschbarem Akku Schluss mit der Reichweiten-Angst. Erste Sitzprobe.

So gut wie serienfertig wurde der Nio ES8 eigentlich bereits auf der Shanghai Auto Show 2017. Außer dem reinen Fahrzeug hielten sich die Chinesen aber vor allem mit technischen Details noch zurück. Fünf Meter Länge, Karosserie und Chassis aus Aluminium. Konkreteres gab es nicht. Aus gutem Grund: Die spektakulärsten Fakten sollten erst im Rahmen des „Nio Days“ im Dezember 2017 enthüllt werden. Mit diesem Event will sich Nio mittelfristig unabhängig von Automessen und anderen Großveranstaltungen machen. In diesem Jahr trafen sich Mitarbeiter, Geschäftspartner, Fans und Investoren in Pekings großer Basketball-Halle, die bezeichnender Weise den Namen einer der großen alten Automarken im Namen trägt: Cadillac Arena. Alles, nur kein schlechtes Omen für das noch junge Elektroauto-Startup. Denn Nio lieferte deutlich mehr ab, als eine Fahrzeug-Präsentation von der Stange. Nio-Gründer William Li zauberte neben dem eigentlichen Fahrzeug gleich eine gesamte digitale Lebenswelt aus dem Hut.

Elektro-SUV wurde von einem Münchener gezeichnet

Das Design des ES8 wurde unter Leitung von Kris Tomasson in München entwickelt, dort beschäftgt Nio inzwischen 130 Mitarbeiter, die sich verteilt auf verschiedene kleinere Standorte um das globae Nio-Design kümmern. Mittelfristig sucht Deutschland-Geschäftsführer Hui Zhang ein Grundstück, um an der Isar ein eigenes Designcentrum zu errichten. Der Look des Nio versucht die Balance zwischen in China beliebter Extravaganz und globaler Zurückhaltung. Heißt im Detail: Die von auffälligen Linien geprägte hohe Front mit den schmalen LED-Scheinwerfern trifft auf eine ziemlich konventionelle Crossover-Silhouette. Ein Rezept, das sich bei allen folgenden Nio-Modellen wiederholen wird. Auffällig: Der extrem lange Radstand. 3,01 Meter gibt Nio als Maß zwischen den Achsen an. Da darf man dann als Passagier durchaus fürstlichen Komfortmaße erwarten.

Sitzprobe: Tolle Materialien, Verarbeitung noch mau

Und in Sachen Platzangebot im Fond gab es dann bei unserer ersten Sitzprobe in Peking auch überhaupt nichts zu meckern. Die hinteren Türen öffnen weit, der Einstieg fällt damit sehr leicht. Selbst mit einem 1,90 Meter großen Fahrer, bzw. Beifahrer sitzen Erwachsene in der zweiten Reihe mit reichlich Platz vor den Knien und über der Frisur. Alle Sitze im Fond sind verschieb- und umklappbar. Die verwendeten Materialien sind allesamt tadellos: Echtes Leder und weiche Kunststoffe. Beim Thema Verarbeitungsqualität finden sich aber noch reichlich Baustellen. Die sind noch zu verzeihen, handelte es sich bei den in Peking gezeigten Fahrzeugen doch um Vorserienmodelle. Im Cockpit dominiert ein XXL-Display die Mittelkonsole, das sich definitiv nicht vor den von Tesla verbauten Bildschirmen verstecken muss. Auch hier: Auffällig viel Leder, auch an Stellen, wo man es eigentlich nicht vermutet. Nio weiß, dass man gerade als einheimischer Neustarter alle Register ziehen muss, um die nach wie vor auf europäische Premium-Modelle fokussierten chinesischen Kunden für sich zu gewinnen. Im Heck machen sich zwei Sitze im Kofferraumboden klein. Klassisches Klapp-Gestühl, das wie bei den meisten Konkurrenten nur für kurze Strecken und nur für sehr kleine Erwachsene, bzw. Kinder taugt. Zieht man das Model X als Platzhirsch heran, hat der Tesla hier ganz klar die Nase vor.

Die künstliche Intelligenz (KI) fährt mit

Zwischen Fahrer und Beifahrer unterteilt die Mittelkonsole das Cockpit. Dort findet sich neben einem kleinen Wählhebel für die Fahrmodi vor allem ein großes Fach, das nicht nur ausreichend Platz für Smartphones bietet, sondern auch noch eine induktive Ladefunktion bietet. Definitiv einzigartig ist der als Sonderausstattung erhältliche Beifahrersitz mit Lounge-Funktion. Ist der mit an Bord, reist der Beifahrer mit elektrisch ausfahrbarer Beinauflage und Fußstütze auf First-Class-Niveau. Sitz-Klimatisierung und Massagefunktion verstehen sich von selbst. Warum man das Super-Komfort-Ding allerding nicht in den Fond verbaut hat, konnte uns so auf die Schnelle niemand sagen. Auffällig: Das kleine runde Bildschirm, der mittig auf dem Armaturenträger sitzt und aus zwei digitalen Augen ins Cockpit grinst. Numi heißt das Hardware-Emoji, hinter dem eine komplexe künstliche Intelligenz steckt. Was wir von Alexa, Siri oder dem Google-Assistant aus dem Wohnzimmer kennen, darf bei Nio mit auf die Straße. Und Numi kann deutlich mehr, als nur nett aussehen und die Lieblings-Hits der Passagiere abspielen. Nio verspricht, dass der digitale Armaturenbrett-Kobold Gefühle und Stimmung der Mitfahrer erkennt und entsprechend reagiert. Nebenbei sorgt das System auch dafür, dass sich das Panorama-Schiebedach bei Regen schließt und der Postbote bei Bedarf Pakete im Kofferraum abgeben kann.

Realistische 355 Kilometer Reichweite

Fahren kann so ein ES8 natürlich auch. An Vorder- und Hinterachse treibt je ein Elektromotor die Räder an, damit hat der SUV Allradantrieb. Die Federung übernimmt eine Luftfederung, die Continental zuliefert. Die Systemleistung liegt bei 480 kW (635 PS), was reicht, um den ES8 in 4,4 Sekunden auf 100 km/h zu treiben. Höchstgeschwindigkeit: 180 Sachen, das maximale Drehmoment liegt bei 840 Newtonmetern. Viel wichtiger: Wie weit kommt die Fuhre? 500 Kilometer, sagt Nio, bei allerdings mehr als lahmen 60 km/h. Im deutlichen realitätsnaheren NEDC-Zyklus bleiben davon noch 355 Kilometer übrig. Das Bremssystem liefern Bosch und Brembo. Soll also keiner behaupten, dass sich die Chinesen nicht mit feinen Bauteilen eingedeckt hätten. Technik-Profis wird auffallen: Das ist alles sehr solide, ohne allerdings mit Superlativen gespickt zu sein. Das kennen wir unter anderem von Tesla oder Faraday Future ganz anders. Vergleiche, die Nio-Gründer William Li nicht gelten lässt: „Anders als einige Konkurrenten wollen wir Geld verdienen!“

und sucht mittelfristig einen Standort Ab Ende 2017 sollen Kunden den ES8 bestellen können, die ersten Autos kommen Anfang 2018 zu den Kunden.

tsein neues Elektro-SUV ES8 und präsentiert sich gleichzeitg als Marke zum ersten Mal dem chinesischen Publikum. Der Siebensitzer ist über fünf Meter lang, Karosserie und Chassis bestehen aus Aluminium. An Vorder- und Hinterachse treibt je ein Elektromotor die Räder an, damit hat der SUV Allradantrieb. Die Federung übernimmt eine Luftfederung. Die Systemleistung soll bei 240 kW liegen. damit soll einen Spurtzeit von 4,4 sekunden möglich sein.Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Mit einer Boost-Funktion sollen kurzfristig auch 200 km/h abrufbar sein. Ein 67 kWh großer Akku soll für 355 Kilometer NEFZ-Reichweite sorgen.

Das Design wurde unter Leitung von Kris Tomasson in München entwickelt, Nio beschäftgt dort 120 Mitarbeiter. Ab Ende 2017 sollen Kunden den ES8 bestellen können, die ersten Autos kommen Anfang 2018 zu den Kunden.

„Die Automobilindustrie wird sich in fünf Jahren vielleicht tiefgreifender verändert haben, als wir heute glauben“, prognostiziert Nio-Präsident und Co-Gründer Lihong Qin. Für die eigene Zukunft strebt Nio an, eine der größten Elektromobilitäts-Marken weltweit zu werden. Besonders im Umgang mit den Kunden will das junge Unternehmen neue Pfade gehen, und die Fahrzeuge etwa ohne den Zwischenschritt über Händler vertreiben.

Kompakt-Modell für die USA

Geöffnet hat Nio die Bestellbücher für den elektrischen Supersportwagen EP9. Eines der zehn Exemplare kostet rund 1,4 Millionen Euro. Ursprünglich war eine Produktion von sechs Stück zum Preis von 1,1 Millionen Euro geplant. Das chinesische Startup Nio betreibt unter anderem das Formel-E-Team Next EV und hat nach eigenen Angaben 2016 mit dem EP9 einen Rundenrekord auf der Nordschleife aufgestellt. Auf die Frage, ob es mehr Spaß mache einen Supersportwagen zu entwerfen, als ein SUV, sagte Nio-Designer Kris Tomasson gegenüber auto motor und sport: „Das kann man nicht so deutlich trennen, weil das nicht unser Verständnis der Arbeit ist. Wir entwerfen hier nicht einzelne Autos, sondern eine ganze Marke. Denn wir sind ja etwas völlig Neues und bauen Nio von Grund auf entsprechend neu.“

Für das Jahr 2020 ist der Launch eines kompakten Elektro-Modells in den USA geplant. Wann sich Nio auch in Europa blicken lässt, ist noch ungewiss, eine globale Ausrichtung aber auf jeden Fall das erklärte Ziel.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/nio-es8-elektro-suv-siebensitzer-shanghai-auto-show-2017-3754282.html

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