Winter- und Frostschäden am Auto — Was übernimmt die Kfz-Versicherung?

Schnee, Eis, Glätte – bei winterlichen Bedingungen kommt es leicht zu einem Schaden am eigenen Auto. Welche Versicherung in solchen Fällen greift und wie Fahrzeugbesitzer vorgehen sollten, erfahren Sie hier.

Zu den größten Risikofaktoren für Schäden am eigenen Auto zählt in den Wintermonaten das Glatteis auf den Straßen. Natürlich sollte man bei solchen Bedingungen stets mit der passenden Bereifung, also entsprechend gekennzeichneten Winterreifen oder wintertauglichen Ganzjahresreifen unterwegs sein, um im Falle eines Unfalls noch auf den Versicherungsschutz bauen zu können.

Speziell bei Glatteis gelten aber besondere Rechtsbedingungen. Im Streitfall gehen die Gerichte nämlich davon aus, dass im Falle eines Unfalls auch der Geschädigte zumindest eine Teilschuld trägt. Laut dem Oberlandesgericht Frankfurt sind Autofahrer bei derartigen Bedingungen dazu verpflichtet, ihre Fahrweise entsprechend anzupassen und das Tempo notfalls auf Schrittgeschwindigkeit zu reduzieren. Kann dem Geschädigten ein anderes Verhalten nachgewiesen werden, trägt er eine Mitschuld. Und bei einem selbst verschuldeten Unfall greift ausschließlich die Vollkaskoversicherung. Die zahlt übrigens auch, wenn der Unfallgegner und -verursacher nicht ermittelt werden kann. Autobesitzer müssen den Schaden dann innerhalb von sieben Tagen ihrer Versicherung melden.

Autos vor der Fahrt unbedingt von Schneemassen befreien

Die Straßenverkehrsordnung gibt vor, dass jeder Autofahrer für die Verkehrssicherheit des gefahrenen Fahrzeugs verantwortlich ist. Bei Schneefall oder Eisbildung bedeutet das: Vor Antritt der Fahrt muss das Auto von den Schnee- und Eismassen befreit werden. Löst sich zum Beispiel eine Eisplatte während der Fahrt und beschädigt nachfolgende Autos, trägt der Fahrer die Verantwortung und muss für den Ausgleich verantwortlich. Der Geschädigte sollte in so einem Fall das Kennzeichen des Verursachers, Uhrzeit und genauen Ort sowie Name und Anschrift möglicher Zeugen notieren. Ist der Schadensverursacher nicht zu ermitteln, greift auch hier die eigene Vollkaskoversicherung, bei Schäden an der Windschutzscheibe reicht bereits ein Teilkaskoschutz.

Aus Sicht des Unfall-, beziehungsweise Schadensverursachers gilt bei einem solchen Fall: Kommt es zu einem Unfall oder Schaden aufgrund von herabfallenden Eisbrocken oder mangelhafter Sicht durch die Scheiben da das Fahrzeug vor Fahrtantritt nur unzureichend von Schnee und Eis befreit wurde, darf die eigene Kaskoversicherung die Ersatzleistungen kürzen.

Als weitere Ursache für eine Beschädigung am Auto kommen im Winter kräftig geworfene Schneebälle in Frage. Wird Schnee für diesen Zweck von geparkten Autos heruntergenommen, können zudem Kratzer im Lack entstehen. Solche Schäden werden meist durch spielende Kinder verursacht – in der Regel unbeabsichtigt. Hier haften die Eltern der Kinder, beziehungsweise deren Haftpflichtversicherung.

Das Gesetz gibt jedoch vor: Kinder unter sieben Jahren dürfen nicht belangt werden. Deshalb sind auch die Eltern streng genommen nicht dazu verpflichtet, einen derart entstandenen Schaden zu ersetzen.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/winter-frost-schaeden-kfz-versicherung/

Previous ArticleNext Article