Winterreifen? Pah!

Dunlop Vergleichsreifen

Es gibt ja noch immer diese Sorte von Autofahrern die der Meinung sind – Winterreifen wären eine Erfindung der Reifenindustrie um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Weil, bei uns schneit es ja nicht so viel und wenn es wirklich mal glatt sein sollte, dann bleibt man eben zu Hause.

Ja – diese Menschen gibt es. Man erkennt sie oft daran, dass beim ersten Herbstfrost mit Schrittgeschwindigkeit gefahren wird. Und wer von der Arbeit nach Hause möchte und einen ersten leichten Schneefall erlebt, der steht dann hilflos auf der Landstraße herum und bettelt andere um „angemessene“ Geschwindigkeit an.

Früher – so vor vielen – vielen – vielen – sehr vielen – gefühlten 100 Jahren, hatte ich einen Audi V8 quattro und damit die geilsten Winter meines Lebens erlebt. In der Tat, wer mit Allrad unterwegs ist, der hat die ersten Minuten auch auf Schnee nicht das Gefühl, die Reifen wären am Antriebserfolg beteiligt.  Spätestens wenn man den 2 Tonnen V8 Brummer jedoch abbremsen wollte, spürte man die enorme Aufgabe der Reifen.

Als Freak hatte ich auf meinem Audi V8 damals immer Michelin Winterreifen drauf. Als Ergebnis kann man sagen: So lange das Auto nicht im Schnee einsinkt – so lange fährt man weiter.  Allradantrieb und perfekte Winterreifen sind eine Verbindung die im Winter einfach Spaß machen. Der Audi V8 hatte noch kein ESP. Wer wollte, der konnte mit diesem Blechpanzer wunderbare Drifts hinlegen. Wer es darauf anlegte fuhr damit die Skipisten von der Talsohle bis zum Gipfel-Lift hinauf.

Heute haben die Autos fast ausnahmslos ESP und allerlei andere elektronische Helferlein was wieder einmal dazu führt, dass am Stammtisch die Diskussion geführt wird: Wer ESP, ABS, ASR, DSC und Co an Board hat, der braucht eigentlich kaum noch besondere Reifen. Zu beeindruckend sind die Leistungen der elektronischen Regelsysteme für den durchschnittlichen Autofahrer.

Doch selbst das beste ABS-System kann den Auffahrunfall nicht vermeiden, wenn es mit einem billigen China-Reifen zusammenarbeiten muss. Man darf nicht vergessen, die Entwickler der Fahrzeuge optimieren die  Fahrerassistenzsysteme für die besten Ergebnisse. Wer also seinem elektronischen Helfer absolute Billig-Reifen zur Verfügung stellt, der darf sich nicht wundern wenn er am Ende, trotz ESP und ABS im Graben – oder im schlimmsten Fall im Kofferraum des Vordermanns aufwacht.

Meine Erfahrung: Bei der Wahl des Reifen sollte man sich an den Testberichte von unabhängigen Medien (ADAC) orientieren und einer Marke mit hart erarbeiteten Namen vertrauen.

Das wird mir mit diesem Video auch gut bestätigt:

Schön auch dieses Foto von Dunlop – die bei einem Workshop sehr eindrucksvoll gezeigt haben wie schlecht selbst die besten Assistenzsysteme in neuen Autos helfen, wenn man billige No-Name Winterreifen auf dem Auto hat:

Mit billigen Reifen hilft auch das ESP nicht weiter.
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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

5 Comments

  1. Der ADAC testet Reifen immer in genau einer Dimension – sollte mir das egal sein? Was in 17″ gut ist, funktioniert bei mir in 15″ bestimmt auch super?

    1. Stimmt. Es können große Unterschiede in den einzelnen Reifengrößen auftauchen. Es wird halt immer eine der gängigsten Größen geprüft – sonst würde man aus dem testen der Reifen gar nicht heraus kommen. Ich bin früher immer gerne die Michelin Winterreifen gefahren. Da hatte ich auf 3 Autos in 3 Größen immer nur gute Erfahrungen gemacht.

  2. witzig! also ich will noch hinzufügen, dass ABS auf Schnee sowieso nicht der Knaller ist. Das System will eine Vollbremsung mit Lenkerhaltung verwirklichen, aber wenige wissen, dass es nach dem Rad mit der schlechtesten Haftung regelt. D.h. die Bremse wird an den anderen Rädern „aufgemacht“, damits Auto nicht schleudert. Auf Schnee oder einer Fahrbahn mit 2 in Längsrichtung unterschiedlichen Bodenbelägen (links: glatt | rechts: griffig) wird das Auto mit ABS zwar nicht schleudern, aber der Bremsweg tausendmal länger.
    Achja, um Unfälle zu vermeiden wäre es ebenfalls angebracht mal Abstand zu halten. Ja, ihr lieben Audi Fahrer , Ihr seid gemeint! 😉

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