Wohnen, Arbeiten, Autofahren — Mini will mehr als eine Automarke sein

Klassische Produkte zur Kundenbindung sind für eine Automarke wie Mini heute Textilien und Schreibwaren. Wenn es nach der Marketingabteilung in München geht, soll man aber auch bald mit Mini leben und arbeiten können.

Die Automarke als Ausdruck von Lebensstil. Wo viele Firmen noch hinwollen, ist Mini bereits. Die Modekollektion wird nicht nur von Kunden, sondern auch von Fans gekauft und Autohäuser sowie Onlineshop halten viele weitere Merchandisingprodukte parat.

Um sich als hippe Marke für eine urbane Zielgruppe zu positionieren, haben die Markenverantwortlichen in München zudem die Marke Mini Living ins Leben gerufen. Damit möchte man langfristig auch bei Menschen eine Rolle spielen, für die das Auto nicht mehr als ein On-Demand-Produkt ist, bei dem der Nutzwert im Vordergrund steht und nicht der Besitzerstolz.

Individualisierung als Kernbotschaft mit Mini

Die Individualisierungsmöglichkeiten der Mini-Fahrzeuge, die den Trend der Karosseriedekore, Innenraumapplikationen und der Mehrfarbigkeit ins Rollen brachten, will man auch im Wohnumfeld darstellen. „Der aktuell standardisierte Wohnungsmarkt bildet nur bedingt die Bedürfnisse des Einzelnen ab“, sagt Minis Kreativchef Oke Hauser.

In der italienischen Modemetropole Mailand zeigt Mini im April 2018 die Installation – bei einem Auto würde man von einer Studie sprechen – einer zukünftigen Wohnmöglichkeit. Auf relativ kleinem Raum entstand eine Mischung aus Wohnräumen als privater Rückzugsort und Gemeinschaftsflächen. Küche und Fitnessraum sollen die Bewohner also teilen, wie sie es mit dem Auto in der Garage eben auch machen.

Bei reinen Visionen bleibt die Arbeit von Mini Living nicht stehen. In der chinesischen Megacity Shanghai wurde bereits im vergangenen Jahr mit dem ersten realen Bauprojekt begonnen.

Mini-Bauprojekt in Shanghai gestartet

Zusammen mit einem Projektentwickler vor Ort wandelt man einen leerstehenden Industriekomplex im zentral gelegenen Jing´An-Distrikt in ein Wohn- und Erlebnisgebäude um. Früher war hier eine Farbenfabrik angesiedelt. Neben Appartements sollen dort auch Büroflächen, kulturelle Einrichtungen und Freizeitmöglichkeiten entstehen.

„Ceativ Use of Space“ lautet dabei das Motto von Mini Living. Damit möchte man auf den Markenwert der intelligenten Ausnutzung von (wenig) Raum verweisen. Das gelang vor allem mit dem Ur-Mini, der im Jahr 1959 erstmals vorgestellt wurde, hervorragend.

Die aktuelle Modellpalette ist deutlich größer und entfernt sich vor allem mit Derivaten wie dem Mini Countryman immer mehr vom Kern der Marke und ihrem Namen. Vielleicht finden die Produktplaner und Designer in den Immobilienprojekten ja neue Inspiration für die erneute Reduktion der Verkehrsfläche. Das käme auch Mini Living zugute: kleinere Autos bedeuten mehr Platz in den Tiefgaragen der Gebäude.

Quelle: http://www.auto-motor-und-sport.de/news/mini-living-wohnprojekte-stadt-der-zukunft/

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