Zurück zu den Wurzeln. GT86.

Auf wenige neue Modelle freue ich mich so, wie auf dieses. Dabei war ich doch immer ein Fan von dt. Premium-Kompaktmodellen. Mein erstes Auto war ein Golf GTI und später folgten zahlreiche Golf II GTI 16V. Und doch, ich kann auch sagen – meine Automobilen-Wurzeln hatten Kontakt mit der Welt der Japanischen Autos. Denn mein Fahrschul-Auto war ein Toyota Corolla.

Doch der Grund weswegen ich mich auf dieses Modell freue, liegt nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft. Wer mich kennt, der bestätigt mein Interesse an Nachhaltigen Mobilitäts-Ideen, meine Begeisterung für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Doch in diesem Bekenntnis liegt auch der tiefe Wunsch, noch lange – möglichst lange, Spaß mit Autos zu haben, die wilde Drehzahl-Sprünge durch Auspuff-Laute kundtun und deren Motoren-Start für eine Gänsehaut bei mir sorgen.

Elektroautos und Hybrid, Ja. Sportliche Benziner? Auf jeden Fall. Und der neue Stern am Himmel der sportlichen und finanzierbaren Emotions-Behausungen mit Heckantrieb und Frontmotor kommt von einem Hersteller, dem man es kaum noch zugetraut hätte:

TOYOTA – GT86

Seitdem es die ersten Entwürfe und Konzeptmodelle gab, fand ich den neuen GT86 schlicht „geil“. Was will man mehr? 200PS mögen nicht viel klingen in Zeiten, in denen Vertreters-Dieselkombi schon mehr Leistung hat, aber es ist nicht die Motorleistung alleine, die ein Auto sportlich werden lässt. Es ist das Ergebnis aus Leistung und Gewicht. Das „Leistungsgewicht“. Ebenso wichtig: Die Antriebsart! Nur wenn die Hinterachse eine sinnvolle Aufgabe bekommen hat, kann ein Auto wirklich sportlich sein. Frontantrieb mag sinnvoll und intelligent sein, wenn es um den Alltag geht – ein Sportwagen jedoch, der hat Heck- oder Allradantrieb.

Und so ist der „Neue Sportler aus dem Hause Toyota“ zum Glück wirklich mit den richtigen Basis-Eigenschaften auf die Welt gekommen: Frontmotor (Details kommen später) und Heckantrieb.  Und um die ganze Konzeption noch zu verfeinern, hat man bei Toyota nicht nur einen Serien-Vierzylinder gepimped, sondern gleich eine Besonderheit verbaut, zu der ich jedoch später dezidiert kommen werde.

Subaru bringt ein Schwestermodell des Toyota GT86 auf den Markt, den BRZ, der zugleich der erste Subaru-Sportler sein wird, der nicht über den Marken-Typischen Allradantrieb verfügen wird.  die Zusammenarbeit der beiden japanischen Hersteller beruht unter anderem auf eine Kooperation und eine Minderheits-Beteiligung von Toyota an der Subaru-Konzernmutter „Fuji Heavy Industries“.

Und wenn man an Subaru denkt, aber berücksichtigt, das der GT86 nur als reiner Hecktriebler kommen wird, dann bleibt die Frage zu beantworten: Welche Kompetenz bringt dann SUBARU mit ein, in dieses Projekt?

Simpel: Der Motor ist ein Boxermotor und es gibt 2 Firmen die man mit der Entwicklung eines sportlichen Boxermotors betrauen würde, das ist Porsche und eben Subaru. Anders als zunächst erwartet, wird jedoch kein 4-Zylinder Boxermotor mit Turboaufladung zum Einsatz gebracht, sondern ein klassischer Saug-Motor. Damit wäre dann auch die nächste Etappe auf dem Weg „zurück zu den Wurzeln“ – zurück zu einem klassischen und sportlichen Coupé gemeistert. In Zeiten von Downsizing und Turbo-Motoren an allen Ecken, dürften Puristen ob des Saugmotors als Sport-Triebwerk ebenso frei aufatmen, wie der 200PS starke Frontmotor selbst.

Warum eigentlich GT86?

Zum einen ist die 86 eine Erinnerung an den Drift-Klassiker Corolla AE86, zum anderen entspricht die 86 in Teilen dem Entwicklungscode 086A und noch viel wichtiger: Der Boxer-Motor besitzt ein quadratisches Hub- und  Bohrungsverhältnis von je 86 Millimetern.  Und, vermutlich mehr als Gag – die Auspuff-Endrohre haben einen Durchmesser von 8,6 Zentimetern ;).

Es dreht sich also alles um die „86“.

In unseren Breiten eher unbekannt, Toyota hatte schon einmal eine Kombination aus Boxermotor und Heckantrieb im Programm. 1962, den Toyota Sports 800 mit 2-Zylinder Boxermotor.  Inspirieren lassen konnten sich indes die Designer des GT86 an einer anderen Ikone der Toyota-Sportwagen Tradition, dem 2000GT. Es geht die Geschichte um, die Designer des GT86 hätten einen Toyota 200GT in ihren heiligen Hallen gehabt, um den Geist des Fahrzeuges aufzunehmen.

Schaut man sich die beiden Modelle an, dann scheint hier alles gut gegangen zu sein 😉 – der GT86 wurde vom 2000GT inspiriert, ohne eine Kopie zu sein. „Mission Accomplished“ würde der Amerikaner sagen.

Ein anderes Ziel für das Serienmodell hat der GT86 vom „Corolla AE86“ übernommen: Sportlich sein, ohne abgehoben in Preis und Design. Ein Fahrzeug für echte Sport-Fahrer, mit einer übersichtlichen, aber eleganten und sportlichen Karosserie und das alles zu einem Preis, der die Träume von „kleinen Buben“ auch ein Mal zur Realität werden lassen kann.

SUBARU als technologischer Partner für die Entwicklung des gemeinsamen Sportwagens war eine ideale Wahl. Es gibt nur wenige Firmen, die derart viel Erfahrung im Bereich von Sport-Motoren, Fahrwerken und Antriebs-Systemen haben, die bereits dutzendmal auf den Renn- und Rallyestrecken dieser Welt erprobt sind.

So entstand kein Seelenloses Fahrzeug, das via Badge-Engineering die Marke tauscht, sondern ein erschwinglicher Sportwagen, der aus beiden Firmen-Philosophien das beste vereint und den Mythos beider Unternehmen zu einem gemeinsamen Projekt auferstehen lässt.

Viel besser kann es nicht werden!

 

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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