Nissan Juke-R – Testfahrt

Juke-R Nissan Kubus mattschwarz

485PS und 285er Semi-Slicks im Regen, keine Kombination die wirklich beruhigend für die Nerven wirkt. Doch was sein muss, muss sein und Nissan hatte eingeladen um einen von 2 Juke-R Prototypen auf Deutschen Straßen fahren zu dürfen. Die Zahl derer, die dieses Vergnügen haben werden, kann man an 2 Händen abzählen.

Testfahrt Juke-R, mit 485PS auf Semi-Slicks im Regen.

Die Geschichte des Juke-R begann in einer „Bierlaune *1“ von englischen Nissan-Motorsport Mitarbeitern.  Und wie so oft, wenn man sich mal frei mit einem Thema beschäftigen kann und ein wenig „rum spinnt“, dann kommen doch oftmals am Ende richtig geile Projekte heraus. (Ich möchte an der Stelle nicht an das Nissan-Racing Team aus weiblichen Nissan-Mitarbeiterinnen erinnern, denn einen Rosafarbenen 370Z will ich dann doch nicht beim 24-Stunden Rennen sehen. [;)]*2  )

Im Falle des Juke-R war die Idee ebenso geil, wie umsetzbar. Überlegt haben sich die Jungs in England, was wohl heraus kommen würde – wenn man die Technik des Nissan-Sportwagen GT-R in die extravagante Hülle des Nissan Juke packen würde. Der Juke – ein Auto dessen 190PS Serienversion im Test einen geteilten Eindruck hinterließ. Auf der einen Seite ist der Juke ein Exot. Ein kleiner Crossover, der mit den besten Genen aus 2 Welten protzen will. Das Design des Juke lässt auch nur 2 Extreme zu: Man mag es wirklich, oder man sieht im Juke nur die Ähnlichkeit zu Ost-Afrikanischen Busch-Kröten.

Juke-R 480 PS

Die Legende zum Juke-R besagt, dass die Nissan-Techniker die Metamorphose der beiden Fahrzeuge unter anderem auch deshalb an die Spezialisten von „Ray Mallock Limited“ ausgelagert haben, weil nicht alle Führungskräfte von Nissan von dieser Idee begeistert waren. Wer Motorsport-Begeisterte Engländer kennt, der kann jedoch verstehen, was nach der Idee zum GT-R/Juke Mix passierte. In den Köpfen spukte vermutlich bereits ein grimmig dreinblickenden Kampf-Frosch mit riesigen 20 Zoll Rädern und vor Selbstbewusstsein strotzenden Stoßfängern herum.

Heraus kam – nachdem man den High-Tech Transaxle-Antriebsstrang des GT-R um einige Zentimeter gekürzt hatte – der vermutlich schnellste und sportlichste Kompakt-SUV der nächsten Jahrzehnte.

Und dieses Gen-Experiment in Mattschwarz wollte nun an einem verregneten Mittwoch-Vormittag auf öffentlichen Straßen ausgeführt werden. Herzlichen Glückwunsch.

Zwischen der Präsentation des Juke-R im vergangenen Herbst und der ersten Ausfahrt auf öffentlichen Straßen in der Eifel-Region, konnte man im Internet mitverfolgen wie der Juke-R auf abgesperrten Rennstrecken die etablierte Sportwagen-Konkurrenz düpierte. Mit den Bildern des im wilden Drift um die Schikane im Hafen von Dubai fliegenden XS-Super-Crossover im Kopf, wurde der Autor dieser Zeilen im Rennwagen-Schalensitz mit der Hilfe eines 5-Punkt-Gurtes fixiert. Der Einstieg über die Streben des nach FIA-Norm angefertigten Sicherheitskäfiges gelang indes weniger komplex als zunächst befürchtet.

Juke-R-Event1_611

Die Sitzposition im Einzelstück Nummer 2 von 1 entsprach dann doch wieder eher dem Frosch-Bein-Ideal, ganz nach den frühen Assoziationen des Äußeren der Juke-Serienversion.

Der V6 Bi-Turbo mit 3.8 Liter Hubraum grummelt im Juke-R noch näher am Fahrer als im Spenderfahrzeug. Dank des kompletten Antriebsstranges aus dem GT-R verfügt auch der Juke-R über ein Doppelkupplungsgetriebe mit dem selbst Stadt-Fahrten im Semislick bereiften Kampfkubus möglich wären. Rückwärts einparken indes stand glücklicherweise nicht auf dem Plan.  Langsam rollend, erstaunlich nah an einer Serienreifen Fahrwerksabstimmung verlässt man den zum Parc Fermé umgebauten Industrieparkplatz.

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Juke-R@Nissan.co.uk – Der Kaufpreis beträgt 450.000€

Gas geben. Die 485PS versammeln sich kurz zum gemeinsamen Start und lassen ein Augenzwinkern später die nasse Straße und die damit theoretisch ungeeigneten Reibwerte vergessen – gut das man das nicht in der Kurve getan hat. Im Idealfall und trockener Straße, wäre der Juke-R in der Lage, den Sprung vom Stand auf Landstraßen-Tempo in 3.7 Sekunden zu bewältigen. Auf nasser Straße reicht der Gedanke an den verkürzten Radstand und die auf trockene Straßen optimierten Reifen um weitere Kraftproben mit dem Bi-Turbo-Biest unter der buckligen Juke-Haube auf kurze Sprints zu minimieren.

Der Juke-R wirkt während einer kleinen Autobahn-Etappe ausgesprochen erwachsen und sieht man von den beschlagenen Scheiben ab – gibt es keinen Grund das Biest nicht doch in Serie anzubieten.  Die beschlagenen Scheiben sind unter anderem ein Ergebnis des Umbaus. Der V6 Bi-Turbo Motor nimmt derart viel Platz in Beschlag, dass man keinen Platz mehr für die Klimaanlage und die Serien-Lüftung hatte und so sitzt das Gebläse nun dort wo ehemals ein Reserverad Platz hatte und die langen Wege bis zur Windschutzscheibe waren vermutlich ebenso geeignet für das nasse Eifel-Wetter, wie die fetten Semi-Slicks.

Und weil man bei Nissan vom Erfolg und dem Interesse des Über-Crossover überrannt wurde, wird es nun eine kleine Serie von Juke-R geben. Anstelle des 485PS Motors erhalten die Käufer des Juke-R jedoch die Technik des aktuellen GT-R. Basierte das Konzeptfahrzeug noch auf dem 2010er GT-R, erhält der Käufer eines Juke-R nun die 550PS-Version als Spender-Fahrzeug.

Der Kaufpreis dürfte die Käuferschicht ein wenig enger definieren als beim Serien-Juke: 450.000€  – 4 Fahrzeuge sind bereits verbindlich bestellt und werden vermutlich im Spätsommer 2012 an die Käufer ausgeliefert.

Weitere Informationen unter:

https://www.facebook.com/NissanJukeOfficial

 

  • *1 Vermutung des Autors!
  • *2 Über die Quelle schweigt der Autor!
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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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