Fahrbericht: Opel Insignia Grand Sport 1.6 Turbo

Opel schickt sein Flaggschiff Insignia mit einem neuen 1,6 Liter-Turbobenziner und einer neuen Infotainment-Generation in das Modelljahr 2019. Der 147 kW/200 PS starke Turbo übernimmt ab sofort die Topposition bei den Benzinern. Das 2,0-Liter-Aggregat mit 191 kW/260 PS wird nicht mehr angeboten. Der mit einem Benzinpartikelfilter ausgestattete Turbo ist wie die anderen für den Insignia angebotenen Motoren nach der Abgasnorm Euro 6d-temp klassifiziert und für die Grand Sport genannte Limousine, den Sports Tourer (Kombi) und den Country Tourer verfügbar. Los geht es ab 35.195 Euro für die Limousine, in Verbindung mit der zweiten Ausstattungsstufe Dynamic. Beim Country Tourer übernimmt serienmäßig eine Sechsstufen-Automatik die Kraftübertragung. Die anderen Modellvarianten werden ab Werk mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgeliefert, die Automatik ist alternativ erhältlich.

2018 Opel Insignia Multimedia Navi Pro

Die technischen Daten für den Grand Sport lesen sich im Vorfeld einer Testfahrt rund um den Frankfurter Flughafen und ins hessische Umland bereits vielversprechend: Der Standardspurt gelingt in 7,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 235 erreicht. Dazu gibt es ein maximales Drehmoment von 280 Nm, das zwischen 1.650 und 4.500 Umdrehungen anliegt. Wichtiger als die Papierwerte sind jedoch die gefühlten Fahrerlebnisse. Hier kann der 1.6er durchaus überzeugen. Dank des knackigen Sechsgang-Schaltgetriebes steht einem zügigen Beschleunigungsvorgang zumindest auf der Autobahn nichts im Wege. Der Turbo hat keine Mühe, das gut 1,5 Tonnen schwere Fahrzeug auf Touren zu bringen. Auch jenseits der Richtgeschwindigkeit geht der Vorwärtsdrang munter weiter. Abseits der Schnellstraßen überzeugt der Turbo durch seine Laufruhe und seine harmonische Abstimmung. Der Fahrwerksabstimmung gelingt der Spagat zwischen sportlich und angenehm straff. Bodenwellen und –unebenheiten werden brav weggebügelt. Bei den Automatikversionen gehört das adaptive Fahrwerk Flex-Ride zur Serienausstattung. Hier lassen sich die drei Einstellungen Standard, Sport und Tour je nach Fahrgusto anwählen und personalisieren. Opel gibt als Verbrauch nach WLTP mit 6,8 bis 7,0 Litern an. Bei entspannter Fahrweise dürften diese Werte annähernd zu erfahren sein. Wer jedoch das Gaspedal oft und länger durchtritt, muss sicherlich mit gut zwei Litern mehr rechnen. Aber man muss ja nicht schnell fahren, man kann aber.

2018 Opel Insignia Multimedia Navi Pro

Apropos schnell: Das neue Infotainmentsystem „Multimedia Navi Pro“ verfügt über ein acht Zoll großes, sehr hochauflösendes Display, das dank einer neuen Menüanordnung wie ein Tablet per Wisch- und Zoombewegung bedient werden kann und dank Echtzeit-Navigation flott zum Ziel führen soll. Der Fahrer kann das Infotainment-System auch über Schalter am Lenkrad bedienen. Das Multimedia Navi Pro lässt sich darüber hinaus auch per integriertem Sprachbefehl steuern. Muss aber nicht: Wer lieber Icons für Multimedia, Navigation etc. anklickt, kommt ebenfalls mit dem System zurecht.

Die Bedienung ist denkbar übersichtlich gestaltet, die Umsetzung der Befehle geschieht sehr schnell. Die Betulichkeit der Vorgängergeneration ist Geschichte. Ist das System über ein Smartphone oder eine Simkarte mit dem Internet verbunden, gibt es Verkehrsinfos in Echtzeit. Aktuelle Daten zu Staus werden zum Beispiel dann in zwei bis drei Sekunden-Takt abgerufen, aktualisiert und in die Routenführung integriert. Das System lernt zudem aus Erfahrungswerten früherer Fahrten. Indem es das Verkehrsaufkommen auf gleicher Strecke zu vergleichbaren Uhrzeiten berücksichtigt. Viermal jährlich erfolgt zudem ein Kartenupdate. Ist keine Online-Verbindung verfügbar, greift das System mittels DAB/DAB+ auf das digitale Übertragungsformat TPEG zu. Ohne ein digitales Radiosignal werden TMC-Daten (Traffic Message Channel) per UKW übertragen. Bis zu fünf Fahrerprofile lassen sich in dem System hinterlegen.

Opel Insignia Grand Sport 1.6 Turbo

Ab Werk fährt der Insignia mit dem neuen Multimedia-Radio mit 7-Zoll-Touchscreen, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Audio-Streaming und AppleCarplay und Android Auto vor. Das Navi Pro kostet rund 1.500 Euro Aufpreis, gehört aber ab der zweiten Ausstattungsstufe (Dynamic) zum Serienumfang. Wer noch sein Smartphone kabellos aufladen möchte, muss noch knapp 200 Euro investieren.

Mobilität im Doppelpack – Mit Auto und E-Bike auf Tour in Hamburg

Die „neue Mobilität“, die den innerstädtischen Verkehr entspannen und die Luftqualität wieder auf ein verträgliches Niveau bringen soll, setzt auf intelligente Vernetzung und „Umsteigen“. Zum Beispiel vom Auto aufs Fahrrad oder Pedelec. Vielerorts ist man in der Stadt auf zwei Rädern – gleich ob mit oder ohne Batterieunterstützung – schneller unterwegs als mit dem so heiß geliebten SUV. Pendeln mit dem Pedelec ist so kompliziert nicht, bei Bedarf auch mit reduzierter Muskelkraft.

Wo nun genau unser Testwagen, ein Opel Adam, seine Muskeln spielen lassen will, um ein E-Bike zu schultern, erschließt sich nicht gleich auf den ersten Blick. Das „Sesam öffne dich“  für das Fahrradträgersystem „Flex Fix“ der Rüsselsheimer verbirgt sich als kleiner Hebel in einer Mulde im inneren Kofferraumrand des knapp 3.70 Meter langen Kleinstwagens. Ein Zug daran, schon schnellt draußen eine Schublade mit dem Nummernschild hinter dem Stoßfänger hervor. Es folgen ein paar Handgriffe, die man vorher aber genau einstudiert haben sollte – hilfreich sind die Filmchen auf YouTube oder auch einfach durch Lesen einer Bedienungsanleitung. Danach stehen wirklich fix zwei Halteschienen plus Befestigung parat, um dem Adam das Rad an das Heck zu schnallen.

Rein in die Stadt mit dem Auto und weiter mit einem City-E-Bike

Eine überaus clevere Idee, die Opel mit diesem voll in die Fahrzeuge integrierten und patentierten  Trägersystem hatte. Der Adam kann damit ein Fahrrad mit bis zu 30 Kilogramm und dem gängigen Radstand von 1,15 Metern Huckepack nehmen. Will man mit einem Beifahrer radeln, gibt es auch ein Erweiterungskit, wobei jedes Rad dann aber nicht mehr als 20 Kilogramm wiegen darf. Für den Mobilitätstest mit dem Adam ist Hamburg eine gute Adresse. Hier gab es die ersten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge… In die Stadt rein mit dem Auto und dann weiter mit dem City E-Bike. Das wiegt inklusive Akku kernige 25 Kilogramm, heißt  Loft Go! , stammt von der Marke Electra und ist „made in USA“. Auch das erklärt ein wenig, dass der Adam hier kein Leichtgewicht zu schultern hat. Den Akku kann man mit wenigen Handgriffen entfernen. Das erleichtert das weitere Prozedere. Die niedrige und von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) besonders gelobte Ergonomie des Flex Fix Trägers kommt beim Hochwuchten entgegen. Rad auf dem Dach ist für den Alltag dagegen vollkommen untauglich.

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Mit etwas Übung ist das E-Bike binnen zwei Minuten auf das Heck geschnallt

Das schmucke US-Bike passt haarscharf auf die beiden Halteschienen aus Kunststoff. Die Skepsis hinsichtlich deren Tragfähigkeit erweist sich als unbegründet. Durch die Radspeichen müssen Ratschen geführt werden, der Rahmen mit einem drehbaren und in der Höhe verstellbaren Teleskoparm und einer gummiummantelten Zwinge fixiert werden. Mit etwas Übung ist das eine Sache von weniger als zwei Minuten, dann kann’s losgehen. Fahrradhelm und Akku in den Kofferraum. Sehr praktisch: Selbst im beladenen Zustand kann man den Fahrradträger mit einem Griff einfach so abkippen, dass sich die Heckklappe öffnen lässt. Erstes Ziel ist die Speicherstadt. Der zweirädrige Rucksack auf dem Adam ist schnell vergessen. Weder irritierten Windgeräusche, noch behindert das Rad groß beim Rangieren, das gilt auch in einem eng zugeschnittenen Parkhaus. Sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird, ertönt ein akustisches Signal, das die Überlänge signalisiert, zudem berücksichtigt auch der Parkpilot das ausgefahrene FlexFix-System.

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Foto: Solveig Grewe

Anders als beim Hochträger auf dem Heck und auf dem Dach reisen die Räder bei dem Rüsselsheimer System im Windschatten. Mit dem Elektrorad  und einem Tempo von zulässigen um die 130 km/h auf der Autobahn brauchte der Adam mit dem 1,4 Liter Benziner, 87 PS und Fünfgangschaltgetriebe rund 6,8 Liter Benzin. Etwa einen halben Liter mehr als ohne Hecklast. Nach der Ankunft bleibt die Wahl: entweder das Rad auf dem abschließbaren Träger lassen oder ihn in Minutenschnelle abbauen. Klappe zu, allenfalls zwei Nute verraten den eingefahrenen Träger. Ein System, für das sich andere mit „simply clever“ feiern lassen würden und das in der Anschaffung weit weniger aufwändig ist als eine Anhängerkupplung und ein darauf aufgesetzter Träger.

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Text : Solveig Grewe

Fotos : Bernd Willeke

 

Power für den Haken – Neuer Diesel im Opel Grandland X Ultimate

Wie es euch gefällt. Frei nach Shakespeare finden viele Auto-Käufer derzeit Gefallen an allem, was nach SUV aussieht und den Schriftzug Cross, Crossback, Country, Ecosport, Aircross, Grandland, X und vergleichbarem auf dem Heck trägt. Der deutsche Hersteller Opel, der jetzt gemeinsame Sache mit Peugeot, Citroen und DS macht, weiß überdies, dass sein Kompakt-SUV Grandland X sehr gerne mit allen möglichen zusätzlichen Extras geziert wird und Kunden eine Top-Motorisierung über dem 1,6 Liter Diesel bislang vermissten.

177 PS und Achtgangautomatik für Boot und Pferde am Haken

Den Wünschen entsprechend haben die Rüsselsheimer die Ausstattungsvarianten des Grandland X, der auf derselben Plattform wie sein französischer Bruder 3008 aufbaut, um die Version „Ultimate“ ergänzt. Die jetzt erhältliche Kombination von einem Zweiliter-Diesel mit 177 PS und der Achtgangautomatik von ZF dürfte besonders denen gefallen, die gelegentlich Boote oder Vollblüter durch die Gegend ziehen wollen. Immerhin lockt hier eine gebremste Anhängelast von zwei Tonnen. Allrad gibt es – laut Opel mangels Nachfrage – allerdings nicht für Geld und gute Wort. Erst die für 2019 in Aussicht gestellte Plug-in-Hybrid-Version wird quasi einen Allrad simulieren : die Vorderräder werden von einem Verbrennungsmotor und die Hinterräder von einem Elektromotor angetrieben.

 

Fast alles findet sich für 42 610 Euro an Bord

Zu Preisen ab 42 610 Euro bietet der Front getriebene Grandland X Ultimate fast alles, was das Herz begehrt: Leder, beheizbares Lenkrad und Sitzheizung, adaptives LED-Licht, die Rücken schonenden AGR (Aktion Gesunder Rücken ) – Sitze sowie 19-Zoll-Alufelgen im trendigen zweifarbigen Design. Der persönliche Online- und Service-Assistent On Star hilft rund um die Uhr bei einem Notfall, bucht Hotels und findet nahe gelegene Parkhäuser via Parkopedia. Exklusiv bei der Ultimate-Ausstattung sind die 360 Grad-Kamera und der automatische Parkassistent dabei. Den automatischen Geschwindigkeits-Assistenten, der den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug beibehält und die Diebstahlwarnanlage lässt sich Opel ebenso wie unter anderem die Anhängerzugvorrichtung mit Anhänger-Stabilitätsprogramm, das Panorama-Glasdach und den CD-Player aber doch noch extra bezahlen.

Der SRC-Kat erfüllt bereits jetzt die Abgasnorm Euro 6d-temp

Der 177 PS starke und kultivierte Zweiliter-Turbodiesel mit seinem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern, das bei 2.000 Umdrehungen bereitsteht, passt zu dem 1.575 Kilogramm schweren Grandland X und harmoniert bestens mit der sanft und ohne merkliche Verzögerung schaltenden Achtgang-Automatik. Für den Spurt von 0 auf 100 braucht er damit 9,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h. Den Verbrauch gibt Opel bei sicherlich ohne Zuglast und wenig hektischer Fahrweise erreichbaren 4,9 Litern Kraftstoff an. Zweifel an der Sauberkeit des Selbstzünders verbieten sich, mit seinem SRC-Kat erfüllt er bereits die ab September gültige Abgasnorm Euro 6d-temp.

Text und Fotos von Solveig Grewe

Als ich einmal fast die Bodensee-Klassik gewann. Oder so.

Der Opel Kadett C Coupé als GT/E war ein Bubentraum für viele, damals. Und natürlich nur so richtig original in der „gelb-weißen“ Original Lackierung der 1000-Serie von ’77-’79. Schlanke Karosserie und Heckantrieb. Der Endgegner für die Golf GTI-Fraktion. Entweder Volkswagen oder Opel GT/E. Zwei Liter Hubraum, der Motor längs montiert und dank Bosch L-Jetronic 115 PS stark. Wer damals den Oberlippenbart pflegte und VoKuHiLa trug, der stand auch auf das knackige Sportler-Coupé der Rüsselsheimer. Heute ein gesuchter Kult-Youngtimer. Auf dem Weg zum Oldie. Der Serien GT/E hatte nicht nur den bekannten 2.0 Liter 115 PS Einspritzer, sondern auch ein Sperr-Differential und ein knackig kurzes Fünfgang-Sportgetriebe von ZF verpasst bekommen. Das Leergewicht des Coupés ? Für heutige Verhältnisse eine Besonderheit. Easy unter 1.000 Kilogramm! So konditioniert, war das Kadett Coupé natürlich prädestiniert für den Motorsport. Der Einstiegspreis damals lag im übrigen bei 16.900 D-Mark! Kein Schnäppchen, aber für Sportfahrer ein erreichbarer Fixpunkt!

Mit dem Herzen eines Rallye-Helden zur Bodensee-Klassik 2017

Dann kann auch Gesamtplatz 47 ein Sieg sein!

Die Bodensee-Klassik ist eine Veranstaltung für Menschen mit Benzin im Blut. Umgeben vom wundervollen Panorama des Allgäus, der Alpen und des Bodensees lässt sich der Autofahrer-Alltag mit der Hilfe von „altem Blech“ und knackigen Touren vergessen. Zurück in eine Zeit, in der das Autofahren primär eine Lust war.

Damit der sportliche Ehrgeiz nicht durch übereifrige Polizisten mit Laserpistolen und absurden Strafsummen für klitzekleines Überschreiten des Tempolimits ausgebremst wird – ist die Prämisse der Ausfahrt: „Reisen statt rasen“ und der sportliche Wettkampf wird in „Wertungsprüfungen“ auf Parkplätzen abgehalten. Aber auch hier geht es dann nicht um „Rekordrundenzeiten“, sondern um Präzision – um das 1/100 bei der Einhaltung von Zeitvorgaben. Festgehalten im Roadbook, stellen sich die Teams den Aufgaben. Der Beifahrer gibt vor, der Fahrer reagiert. 100 Meter in 16 Sekunden die Ansage und der Fahrer muss genau dies einhalten. Es ist ein Teamsport. Und nicht selten sind Teams an diesen Aufgaben zerbrochen.

Lämmle und Habby in der Startnummer 32

Die Rollen im Cockpit waren fix verteilt. Meine Co-Pilotin sollte Sarah Elsser sein, eine Moderatorin, bekannt aus dem TV. Und diese Frau würde mir sagen, wo es lang geht. Das liest sich, als wäre der Chauvi am Steuer nicht wegzudiskutieren. Klassische Geschlechterrollen während der Rallye? Nein. Aber Habby ist ein Autoblogger und ein miserabler Beifahrer. Umso wichtiger zudem die Rolle des Co: Die Richtung und die Zeiten ansagen. Während der obligatorischen Rallye-Schulung war sich ein älteres Paar eine Sitzreihe hinter uns dann auch einig: „Was Lämmle sagt, wird gemacht.“ Oder so ähnlich der Wortlaut des Paares in den 60-70zigern. Lämmle von nun an der Rufname der Co-Piloten Sarah, und was Lämmle sagt, wird Habby tun. Da links abbiegen? Und wenn alle vor einem rechts fahren? Dann wird dennoch links abgebogen. Lämmle hat das Kommando. So klassisch chauvinistisch war die Aufgabenteilung also nicht.

Der Papiertiger

Das Rallye-Fahrzeug von Achim Warmbold sollten wir fahren. Eine Rallye-Variante des Opel Kadett C Coupe GT/E. 160 PS stark, mit kurzem Getriebe und Sperrdiffferential ausgerüstet. Verstärkte Dämpfer, kürzere Federn und ein Überrolbügel vervollständigen das Setup. Ein erstes Anlassen: Oh, der läuft ja rau. Die ersten Meter: Oh, der hat sicher keine 160 PS. So ist das mit den Presse-Fahrzeugen. Nicht alles, was nach Rallye aussieht, fährt auch wie „Rallye“. Unsere Startnummer 32 hatte die „35“ von Achim Warmbold 1978 auf Platz 2 in der Deutschen Rallyemeisterschaft getrieben. Aber leider nur die Optik des Ex-Werkswagens und die Startnummer – die Leistung entsprach dem Serien GT/E und vermutlich auch das nur mit viel Liebe.

Berg-Etappen wurden so zur Berg-Prüfung für das ZF-Getriebe. Unter 2.500 Umdrehungen lief unser Kadett nicht wirklich rund und wollte kein Gas annehmen, ab 3.5 zog er – bei 4 ging ihm die Luft aus und auf 4.5 wurde er vor allem lauter – aber nicht mehr schneller. Fleißiges Rühren im knackigen Sport-Getriebe. Der erste Gang hinten links, zwei vorne und so weiter. Das kann in der Hektik einer Zeitprüfung schon mal irritieren – war das jetzt der zweite, der dritte, oder doch der vierte Gang? Unser Kadett nahm es mit herzlichen Reaktionen auf. Immerhin die Optik stimmte und so strahlten nicht selten die Herzen von älteren Männern am Straßenrand. Bei einem Tankstopp lächelte die kastanienrot gefärbte Kassiererin milde und setze einen verträumten Blick auf: „So einen hatte mein Mann auch mal“. Ich denke – die Episode zwischen ihr und ihrem Mann hatte durchaus Höhepunkte im Kadett GT/E.

Klassensiege und schmerzliche Niederlagen

Man könnte die Bodensee-Klassik nicht so lieben, würde sie nicht von einem Profi-Team organisiert werden. Nach dem ersten Wertungstag war die Stimmung im Team „Lämmle und Habby“ großartig. Lämmle hatte die Beschilderung durch Chinesen-Zeichen sofort verstanden und Habby den rechten Weg gewiesen. Und auch die ersten Wertungsprüfungen verliefen extrem erfolgreich. Für so ein junges Team. Für Lämmle war es immerhin die erste Klassik-Rallye. Platz 29 von 173 Teilnehmern. Da darf man schon ein wenig stolz sein. Mit diesem Stolz startete der Freitag der Rallye. Zwei Etappen, mehrere Wertungsprüfungen und am Abend sollten wir festgestellt haben, wenn die Tankuhr „leer“ anzeigt, dann ist der Kadett auch wirklich leer. Komplett leer. Zum Glück ging uns der Sprit erst kurz vor einer Tankstelle aus. So durfte Lämmle ans Steuer und Habby freute sch über das gute Leistungsgewicht des Rallye-Optik-GT/E. Ein wenig Sport konnte dem guten Gefühl keinen Dämpfer verpassen. Ein katastrophales Ergebnis schon.

Platz 65 am zweiten Tag – eine herbe Enttäuschung. Was war passiert?

Eine doppelt versteckte Durchfahrtsprüfung übersehen – und zweimal bei einer Wertungsprüfung in den Himmel geschaut. Das reichte, um im knappen Feld der Top-Leute eine rote Laterne zu kassieren. Jede 1/100 Sekunde Abweichung ein Strafpunkt, eine verpasste Durchfahrtskontrolle, 300 Strafpunkte und am Abend von Tag zwei standen 1323 Punkte auf dem Konto. Am Vortag waren es noch 814 und die Spitzen-Teams bleiben unter 400 pro Tag. 🙁 Das muss Motorsport sein. Dieses Gefühl. Eigentlich geht es ja um nichts. Aber auf der anderen Seite eben doch um alles. Team Lämmle und Habby unter Druck.

Tag 3 – ein versöhnliches Ende

Der dritte Tag belohnte die Teilnehmer mit grandiosen Strecken. Enge und verwinkelte Berg-Passagen, der GT/E röhrt zwischen dem dritten und zweiten Gang und 3 bis 4.000 Umdrehungen hin- und her. So langsam bildet sich Hornhaut an der rechten Hand. Ungewöhnlich harsch der Druck, mit dem die Schaltung geführt werden will, wenig schmeichelnd in der Hand der Schaltknauf. Die Ohren haben sich derweil an den mit wenig Dämmung versehenen Rallye-Advokaten gewöhnt. Es ist halt laut im GT/E.

Konzentration bei Lämmle, Konzentration bei Habby. Noch einmal das gute Ergebnis vom Freitag wiederholen. Zeigen, dass der Freitag kein Glücksgriff war, sondern Ergebnis von guter Teamarbeit. Und prompt geht die erste Wertungsprüfung des Tages in die Hose. Doch Lämmle baut den frustrierten Habby wieder auf. Dank der Gesangseinlagen der Co-Pilotin kann die Stimmung im ’79 VoKuHiLa-Traumwagen nicht schlecht bleiben. Und mit 377 Strafpunkten am Samstag steigern wir uns sogar. Platz 17 im Starterfeld und damit noch einmal ordentlich Land gut gemacht.  Und mit einer 0.00 in der allerletzten Wertungsprüfung haben wir sogar eine Wertungsprüfung gewonnen. Doch dieser Sieg bleibt unbelohnt, denn wir sitzen in einem Fahrzeug des Sponsors. ZF ist Partner der Bodensee-Klassik und unser Fahrzeug wurde von ZF zur Teilnahme angemeldet. Wie gewonnen, so – glücklich. Punkt. Doch wir blieben das beste ZF-Team und der Drittbeste Opel – man muss sie nur finden, die Gründe zum feiern!

Am Ende fühlt sich diese Bodensee-Klassik an, als hätten wir sie gewonnen. Danke an „Lämmle“, du warst eine tolle Co-Pilotin! 

 

 

 

Opel Ampera-e – Freiheit für das Elektroauto

Opel will E-Autofahrern die Reichweitenangst austreiben. Der ab Herbst erhältliche Ampera-e kommt dank Riesenakku mehr als 500 Kilometer weit, bietet dazu jede Menge Platz auf kleiner Grundfläche, modisches Design und satte Fahrleistungen. Der Preis für den 150 kW/204 PS starken Elektro-Crossover startet bei 39.330 Euro, nach Abzug der Umweltprämie bleiben 34.950 Euro zu zahlen.

Prunkstück des Ampera-e ist die extra große Batterie. 60 kWh an Stromvorrat fasst sie, rund doppelt so viel wie bei den meisten Konkurrenten. Im offiziellen NEFZ-Testzyklus reicht der Speicher für 520 Kilometer, nach der realistischeren WLTP-Norm sind es immer noch 380 Kilometer. Auch hier schlägt der Opel Modelle wie BMW i3, Renault Zoe und den VW E-Golf deutlich. Noch weiter kommt man theoretisch nur in den deutlich teureren Teslamodellen.

Prunkstück des Ampera-e ist die extra große Batterie. 60 kWh an Stromvorrat fasst sie, rund doppelt so viel wie bei den meisten Konkurrenten.

Bei ersten Testfahrten in Norwegen erwiesen sich die Herstellerangaben als realistisch. 385 Kilometer zeigte der Bordcomputer bei Fahrtantritt mit voller Batterie, nach 146 Kilometer Fahrt wären laut der Anzeige im Cockpit noch 264 weitere möglich. Der bange Blick auf die Reststreckenanzeige entfällt also. Stattdessen kann man entspannt die dynamischen Vorzüge des Elektroantriebs ausreizen. Lähmt die Sorge um den Stromvorrat bei vielen anderen Elektroautos den Gasfuß, darf man hier bedenkenlos zutreten:

Wer an der Haushaltssteckdose laden will, sollte einen kompletten Tag für eine volle Ladung einplanen – der Fluch des großen Akkus.

Wie ein Aufziehauto mit der Schwungfeder auf Anschlag sirrt der Ampera-e dann vom Start weg los, Zwischenspurts beim Überholen gelingen so spielerisch wie in einem Sportwagen. Auch in Kurven zeigt sich der kleine Crossover bemerkenswert zackig; dort machen sich die unterflur eingebauten Akkus bemerkbar, die den Schwerpunkt des hoch bauenden Autos absenken. Trotzdem kommt der Fahrkomfort nicht zu kurz, der Opel federt sanft und bügelt schlechte Straßen zuverlässig glatt. Negativ fallen höchstens die deutlichen Antriebseinflüsse in der Lenkung auf – bei 360 Nm Durchzug direkt vom Start verwundert das jedoch nicht. Das emotionale Versprechen des E-Antriebs ist nun endgültig auch unterhalb der Tesla-Liga endlich eingelöst.

Permanent übertreiben sollte man es mit dem flotten Fahren aber nicht. Denn der Ampera-e hat zwar einen starken Akku, aber auch ein schwach ausgelegtes Bordladegerät. Der für den US-Markt optimierte einphasige Wechselstromlader nimmt maximal 7,5 kW auf – BMW i3, Renault Zoe und andere laden da an öffentlichen Ladesäulen mit dreifacher Kraft. Hier hat Opel zu stark gespart: Ein dreiphasiger Lader würde den Alltagsnutzen deutlich erhöhen.

Voll punkten kann der Opel hingegen beim Raumangebot.

Genaue Werte für die Ladedauer nennt Opel nicht, doch in weniger als acht Stunden ist der Ampera-e per Wallbox oder am Straßenrand nicht voll zu kriegen. Es sei denn, man findet eine der zurzeit noch seltenen CCS-Schnellladesäulen für Gleichstrom. Dort ist nach einer halben Stunde genug Energie für weitere 150 Kilometer an Bord. Wer an der Haushaltssteckdose laden will, sollte einen kompletten Tag für eine volle Ladung einplanen – der Fluch des großen Akkus.

Voll punkten kann der Opel hingegen beim Raumangebot. Weil die Fahrzeugarchitektur von Anfang an für den platzsparenden E-Antrieb entwickelt wurde, ist er trotz innenstadtfreundlicher 4,17 Meter Länge innen geräumig wie ein ausgewachsener Kompaktwagen. Selbst hinten haben drei Erwachsene problemlos Platz, kein Kardantunnel stört die Füße, keine erhöhten Seitenschweller werden zur Stolperfalle. Der Gepäckraum ist mit 381 Litern für diese Fahrzeugklasse zudem ausgesprochen üppig.

Das emotionale Versprechen des E-Antriebs ist nun endgültig auch unterhalb der Tesla-Liga endlich eingelöst.

Knapp 40.000 Euro will Opel für die Basisvariante seines Elektroautos. Dafür gibt es neben der sorgenfreien Langstreckenfahrt unter anderem Xenonlicht, Klimaautomatik, den Online-Butler On Star und das Intellilink-Infotainmentsystem. Verfügbar ist das Einstiegsmodell jedoch zunächst nicht. Zum Marktstart gibt es den Ampera-e erst einmal nur als „First Edition“ mit Komplettausstattung zum Preis von 44.060 Euro. Dann mit Ledersitzen, umfangreichem Assistenz-Paket und Metallic-Lack. Ein Navi gibt es für beide Ausführungen nicht, stattdessen können Googles und Apples Kartendienst auf den Zentralbildschirm gespiegelt werden. Zusätzlich stellt Opel eine App zur Verfügung, die neben der Routenfindung auch die Vorklimatisierung und das Abfragen des Ladezustands aus der Ferne ermöglicht.

Wer einen Ampera-e kaufen will, braucht jedoch Glück oder Geduld. Wie viele Autos in diesem Jahr in Deutschland verfügbar sind, sagt Opel nicht. Lässt aber durchblicken, dass die weltweite Nachfrage die Kapazitäten im US-Produktionswerk deutlich übertrifft. So dürften hier wohl zunächst nur einige hundert Fahrzeuge zu haben sein. Der Großteil davon soll zudem an Leasingkunden gehen, für Privatkäufer bleibt also womöglich nur eine Handvoll Autos übrig. Wie es 2018 weitergeht, lässt sich kaum prognostizieren.

Opel Cascada Supreme – Sondermodell für den Frühling

Zum Frühlingsbeginn will Opel den Cascada stärker positionieren und bringt ein Sondermodell namens „Supreme“ auf den Markt. Die Änderungen am viersitzigen Cabrio sind rein optischer Natur. So kann der Kunde zwischen den drei Lackfarben „Lava Rot“, „Schnee Weiß“ und „Onyx Schwarz“ wählen. Dazu gibt es eine schwarze Grillspange, schwarze Außenspiegel und 20-Zoll-Räder in hochglanzschwarzer Bicolor-Optik.

Hochglanzschwarze Felgen sind serienmäßig montiert

Den Innenraum verschönert Opel mit roten Ziernähten an den Türen, dem beheizbaren Lederlenkrad und den serienmäßigen Ledersitzen.

Das Cascada-Paket kann ab den Modell „Innovation“ bestellt werden und kostet 2.500 Euro Aufpreis. (Max Friedhoff/SP-X)

Opel Insignia Country Tourer – Kombi fürs Gelände

Mit einem Kombi im Offroad-Stil ergänzt Opel im Herbst das Modellprogramm des neu aufgelegten Insignia. Die „Country Tourer“-Variante tritt dank höher gelegter und robust beplankter Karosserie sowie Allradantrieb besonders kernig auf. Bestellbar ist das neue Top-Modell ab Juni, die Markteinführung erfolgt nach der IAA im Herbst.

Erkennbar ist der Mittelklassekombi an schwarzen Kunststoffverkleidungen rund um die Karosserie, silberfarbenen Unterfahrschutzelementen, Dachreling und einer um zwei Zentimeter erhöhten Bodenfreiheit. Parallel zur neuen Variante führt Opel zudem ein neues Individualisierungsmodell namens „Exclusive“ auf; gegen Aufpreis stehen unter anderem spezielle Felgen und 15 unterschiedliche Sonderlackierungen zur Wahl. Außerdem kann die Karosseriefarbe auch nach Kundenwunsch extra angemischt werden.

Am Heck gibt es Unterfahrschutz-Elemente

Genaue Angaben zum Antriebsportfolio des Country Tourer macht Opel noch nicht. Vermutlich wird es die gleichen Motoren wie bei den anderen Insignia-Varianten geben – mit Ausnahme der Basistriebwerke. Als Benziner kämen dann der 1,5-Liter-Motor mit 165 PS und der 260 PS starke 2,0-Liter-Motor zum Einsatz, bei den Diesel sind das 2,0-Liter-Aggregate mit 125 kW/170 PS sowie der neue Spitzen-Selbstzünder mit mehr als 200 PS denkbar. Der Allradantrieb mit Torque-Vectoring-Funktion für dynamische und sichere Kurvenfahrt wird zumindest als Option zur Verfügung stehen. Gleiches dürfte für das weiterentwickelte adaptive Fahrwerk gelten.

Bei der Ausstattung darf der SUV-Kombi auf das volle Insignia-Programm zurückgreifen. Zur Verfügung stehen unter anderem Matrix-LED-Licht, ein adaptiver Tempomat mit Notbremsfunktion sowie Ergonomiesitze. Zum Serienumfang dürfte der Online-Butler OnStar zählen, der nun auch bei der Hotelreservierung und der Parkplatzsuche hilft.

Innen wurde Wert auf hochwertige Ausstattung gelegt

Preise nennt Opel noch nicht. In der Vorgängergeneration lag der Aufpreis gegenüber den Standardmodellen zuletzt bei rund 2.000 Euro. Als Benziner mit 122 kW/165 PS und Frontantrieb würde der Country Tourer demnach knapp 33.000 Euro kosten. Zu seinen Konkurrenten zählen unter anderem VW Passat Alltrack, Subaru Outback und Audi A4 Allroad.

(Holger Holzer/SP-X)

Opel Insignia Exclusive – Einzigartig ab Werk

Für die Neuauflage des Insignia hat Opel ein spezielles Ausstattungsprogramm namens Exclusive ins Leben gerufen. Kunden erhalten dabei ab Sommer 2017 die Möglichkeit, dem Flaggschiff der Marke mehr Premium-Touch und mehr Individualität zu verleihen.

Mit dem Exclusive-Programm offeriert Opel dem Kunden die Möglichkeit, eine Außenlackierung in jedem gewünschten Farbton zu bestellen

Wer einen möglichst individuellen Insignia will, kann über das Exclusive-Programm unter anderem seine ganz persönliche Außenlackierung bestellen. Wer mag, kann sogar einen zur Farbe der Handtasche passenden Außenlack bestellen. Dabei hat der Kunde zudem noch die Wahl zwischen drei verschiedenen Lackierungsarten. Neben Metallic- und Pearl-Lackierung wird auch eine in drei Lagen aufgetragene Außenfarbe angeboten.

Zudem bietet das Exclusive-Programm des Insignia ein paar Optionen zur Umgestaltung der Außenoptik

Zusätzlich können die Kunden aus einem speziellen Angebot von Felgendesigns und Radgrößen, sowie Leder-Optionen und Dekor-Elementen wählen. Für den Innenraum gibt es zum Beispiel besondere Holzeinleger in warmen Farbtönen und organischer Maserung, sowie spezielle Schalthebel-Designs oder beleuchtete Alueinstiegsleisten. Das Außendesign lässt sich zudem durch Spiegelkappen aus Sichtkarbon oder Aluminium aufwerten. Schließlich gibt es noch ein High-Gloss-Black-Pack, bei dem die Exterieur-Chromakzente durch Designelemente in Hochglanzschwarz ersetzt werden. (Mario Hommen/SP-X)

Unter anderem beinhaltet des Exclusive-Programm ein paar spezielle Felgendesigns

Opel Insignia Grand Sport – Neue Leichtigkeit

Auf geht´s in Runde zwei: Opel bringt am 24. Juni den neuen Insignia zu den Händlern. Das Mittelklassemodell tritt dann als Fließhecklimousine mit dem Namenszusatz Grand Sport und als Kombi an. Für die Limousine werden in Verbindung mit dem neuen 1,5-Liter-Turbobenziner mit 103 kW/140 PS mindestens 25.940 Euro fällig, der Sports Tourer genannte Lastenträger kostet 1.000 Euro Aufpreis. Zur Wahl stehen zum Markstart Vierzylinder-Otto- und Dieselmotoren. Das Leistungsband reicht von 81 kW/110 PS bis zu 191 kW/260 PS.

Bei seiner Weltpremiere Anfang März auf dem Genfer Automobilsalon war der neue Insignia angesichts des Verkaufs von Opel an den französischen PSA-Konzern eher Nebensache, jetzt stand die coupéhaft geschnittene Limousine zu ersten Testfahrten bereit. Schon der Insignia der ersten Generation war kein kleines Fahrzeug. Die Neuauflage legt aber noch eine Schippe drauf. Im Vergleich zum Vorgänger hat sie in der Länge um sechs Zentimeter auf 4,90 Meter zugelegt. Der Radstand wurde um 9 Zentimeter auf 2,84 Meter gestreckt. Ganz schön imposant für ein Fahrzeug, das gegen VW Passat, Ford Mondeo oder Skoda Superb antritt. Die um drei Zentimeter abgeflachte Dachlinie nimmt aber einen Teil der Wuchtigkeit, ebenso wie die nun verkürzten vorderen und hinteren Überhänge. Die Designer haben die Vorgaben der Monza-Studie von 2013 mit den ausdrucksstarken Linien der Motorhaube und der Gestaltung von Scheinwerfer und Kühlergrill übernommen. Das Fahrzeug liegt dank einer etwas breiteren Spur satt auf der Straße. Insgesamt wirkt der Insignia wie der große Bruder des Astra.

Schon der bisherige Opel Insignia überragte seine Mitbewerber. Die nächste Generation wird noch länger

Dieser verwandtschaftliche Eindruck setzt sich auch im Innenraum fort. Die ehemals vielen Bedienknöpfe gehören der Vergangenheit an. Aufgeräumt und übersichtlich präsentiert sich das Cockpit. Wie mittlerweile üblich wird die Multimediaeinheit mittels eines tabletähnlichen Displays gesteuert. In der höchsten Ausstattungsstufe Innovation – für das sich wohl wie beim Vorgänger Zweidrittel der Käufer entscheiden werden – ist es ein 8 Zoll großes farbiges Touchscreen. Die Bedienung der Klimaanlage erfolgt klassisch und damit direkt über Knöpfe. Das Lenkrad zeigt sich ebenfalls bedienerfreundlich. Hier sind nur die wichtigsten Funktionen übersichtlich hinterlegt. Auf Wunsch werden die Fahrerinformationen mittels eines Head-up-Displays (Aufpreis 995 Euro) auf die Windschutzscheibe projiziert. Die Materialauswahl samt Klavierlack und Chromapplikationen hinterließ bei ersten Testfahrten einen angenehmen Eindruck.

Statt Stufenheck gibt es ein Fließheck mit großer Klappe

Ein weiterer Kritikpunkt des Vorgängers war das Platzangebot, das besonders im Fond und beim Gepäckvolumen gar nicht die Länge des Fahrzeugs widerspiegelte. Die Ingenieure haben nun die Raumausbeute etwas verbessert. Hinten geht es jetzt deutlich kommoder zu, allerdings müssen lang gewachsene Mitfahrer der abfallenden Dachlinie hinsichtlich der Kopffreiheit Tribut zollen. Das Kofferraumvolumen ist sogar um 40 Liter auf nun 490 Liter in der Grundstellung gesunken. Zum Trost: Beim Kombi, für den sich in Deutschland rund 80 Prozent der Käufer entscheiden, darf nun mehr eingeladen werden.

Beim Vortrieb setzt Opel weiterhin auf turbogeladene Benzin- und Dieselmotoren. Topversion ist ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 191 kW/260 PS in Verbindung mit Achtgang-Automatik und Allradantrieb. Bei den Dieselmotoren gibt es ein 1,6-Liter-Aggregat in den Leistungsstufen 81 kW/110 PS sowie 100 kW/136 PS. Ein Zweiliter-Selbstzünder mit 125 KW/170 PS lässt sich ebenfalls mit Allrad und der Achtgang-Automatik kombinieren. Bis zu zehn Prozent sparsamer sollen die Motoren im Vergleich zum Vorgängermodell sein.

Auch hinten sitzt es sich kommod

Ganz neu im Motorenprogramm ist der 1,5-Liter-Ottto, der in zwei Leistungsstufen mit 103 kW/140 PS und 121 kW/165 PS angeboten wird. Das Aggregat, eine Weiterentwicklung des 1,4-Liters aus dem Astra, machte in der stärkeren Version (ab 29.695 Euro) bei ersten Testfahrten einen guten Eindruck und dürfte für Privatfahrer eine gute Alternative zum 170 PS-Diesel sein. Mit 250 Nm gibt es sich recht durchzugsstark: Hier merkt man, dass der Insignia dank einer neuen Plattform kräftig abgespeckt hat. Je nach Motor und Ausstattungsvariante bringt die Limousine bis zu 175 Kilogramm weniger auf die Waage. Der 165 PS-Turbo kommt auf ein Gewicht von 1.440 Kilogramm und hatte wenig Mühe, das Fahrzeug auf Touren zu bringen. Der Fahrwerksabstimmung gelingt hier der Spagat zwischen sportlich und angenehm straff. Bodenwellen und –unebenheiten werden trotz 18-Zöller brav weggebügelt. Alltagstauglich war wohl das Motto der Ingenieure. Der Standardspurt gelingt in knapp neun Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 222 km/h. Der Verbrauchswert ist mit sechs Litern angegeben. Die serienmäßige Sechsgang-Schaltung erledigt ihre Aufgaben präzise. Wer will, kann auch gegen Aufpreis von 2.000 Euro mithilfe einer Sechsgang-Automatik schalten lassen.

Wenn es etwas mehr sein darf: Das 2,0-Liter-Triebwerk mit 191 kW/260 PS spielt natürlich in einer anderen Beschleunigungs- und Durchzugskraftliga. 400 Nm und 7,2 Sekunden für den Standardspurt sorgen für sportliche Fahrlaune. Dank Allradantrieb samt Torque-Vectoring, welches eine radselektive Momentenverteilung ermöglicht, sind schnelle Kurvenfahrten ein Genuss. Ist noch das adaptive Fahrwerk Flex-Ride an Bord (Aufpreis: 980 Euro) lassen sich die drei Einstellungen Standard, Sport und Tour je nach Fahrgusto anwählen und personalisieren. Die Achtgang-Automatik schaltet butterweich. Allerdings geht die Fahrfreude ins Geld. Der Normverbrauch von 8,6 Litern dürfte bei artgerechter Fahrweise nicht ganz realistisch sein. Mindestens 41.500 Euro werden zudem fällig, als Innovation geht es ab rund 43.000 Euro los.

Apropos Geld: Ein wenig finanziellen Spielraum sollte man noch für einige Extras übrig haben. Für den Insignia stehen zahlreiche klassenübliche Assistenten wie zum Beispiel Abstandstempomat ACC, aktiver Spurhalte-Assistent mit Gegenlenk-Funktion, 360-Grad-Kamera oder ein Querverkehr-Warner zur Verfügung – je nach Ausstattung ab Werk oder aufpreispflichtig. Für Vielfahrer sind auch die rückenfreundlichen AGR-Sitze mit Ventilation und Massagefunktion eine Überlegung wert. Ganz zu schweigen von dem Matrixlicht, das jetzt mit 32 LED-Segmenten zum Einsatz kommt und bei Innovation zum Serienumfang gehört.

Für die Limousine werden in Verbindung mit dem neuen 1,5-Liter-Turbobenziner mit 103 kW/140 PS mindestens 25.940 Euro fällig

Hält der Trend zu gut ausgestatteten Insignia-Modellen an, freuen sich nicht nur die Opel-Händler. Auch den neuen Besitzern in Paris dürfte es gefallen. (Elfriede Munsch/SP-X)

Markenausblick Opel – Französische Revolution

Neuer Partner, neues Glück? Was im Privatleben oft klappt kann durchaus auch in der Geschäftswelt funktionieren. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann twitterte bereits kurz nach Bekanntwerden der möglichen Übernahme: „Ein Zusammengehen mit PSA ist prinzipiell sinnvoll.“

Fremd sind sich Rüsselsheim und Paris nicht. Schon länger kooperiert man beim Bau neuer Modelle. Jüngstes Beispiel ist der Opel Crossland X. Dieser teilt sich nicht nur die PSA-Plattform 1 mit dem Citroen C3, Peugeot 208, DS3 und dem Kompakt-SUV Peugeot 2008, sondern auch mit dem in dieser Woche in Genf zu sehenden Citroen C3 Aircross. Mit letzterem läuft der Crossland X im spanischen Saragossa vom Band. Unter dem Opel stecken sogar die Motoren von PSA. Französischer kann ein „deutsches“ Auto nicht sein.

Ebenso findet Opels nächst größerer Crossover, der Grandland X, seinen gallischen Pendant in Form des Peugeot 3008. Beide basieren auf der PSA-EMP2-Architektur. Beide werden im Werk Sochaux produziert, das die Franzosen gerade zu ihrem modernsten Fertigungsstandort umbauen und erweitern (Jahreskapazität: 400.000).

Drittes Beispiel: Nächstes Jahr werden die Brüder vom Opel Combo – die Liaison mit Fiat ist beendet – Citroen Berlingo und Peugeot Partner heißen. Alle drei wurden gemeinsam entwickelt und werden gemeinsam gefertigt, im zweitgrößten PSA-Werk im spanischen Vigo.

Im Bereich der Spekulation bleibt vorerst die Frage, was mit den anderen Opel-Modellen passiert? Welche bleiben auf der Strecke? Welche laufen zunächst auf GM-Basis weiter? Welche werden in der Entwicklung gestoppt und wechseln zur PSA-Technik?

Erstes Opfer dürfte der kleine Karl werden, der sich die Plattform mit dem Chevrolet Spark teilt und in Korea produziert wird. PSA baut bereits Minis mit Toyota in Kolin/Tschechien.
Die Ablösung des Adam steht für zirka 2020 an, genug Zeit also für PSA zu entscheiden: Auslaufen lassen oder den neuen Adam ins Portfolio eingliedern. Letzteres könnte Probleme mit der Premium-Tochter DS schaffen.

Der Nachfolger des Corsa soll 2019 beim Händler stehen. Damit wäre es für PSA jetzt zu spät, den Wagen noch auf die nagelneue Kompaktwagen-Plattform EMP1 zu stellen. EMP1 werden der nächste Peugeot 208, 2008 und DS3 bekommen, inklusive ein kleiner DS-SUV. Passen würde EMP1 auch bestens für den nächsten Mokka X, falls PSA den Opel-SUV im Programm lässt, denn größenmäßig weicht dieser nur wenig vom Crossland X ab.

Ein großes Fragezeichen steht vor dem von Opel angekündigten großen SUV (D-Segment). Dessen Basis bildet eine GM-Plattform, auf der Buick-Derivate stehen. Nur: Peugeot wird in wenigen Wochen mit einem 4,70 Meter langen SUV namens 5008 auf den Markt kommen. Dieser bietet sieben Personen Platz. Ein paralleles Opel-Modell macht da wenig Sinn.

Erst einmal ohne Schrammen dürfte der Astra als Hatch (Steilheck) und Kombi davonkommen. Weniger rosig sieht die Zukunft für den Dreitürer GTC und das Cabrio Cascada aus. Absatzschwache Nischenmodelle wird sich PSA nicht ans Bein binden. Auch der Zafira steht wohl auf der Kippe. Dem Konzern reicht ein MPV für die Familie, und diese Aufgabe könnte bestens Citroen mit dem C4 Picasso übernehmen.

Einen ziemlich schweren Brocken müssen die Franzosen mit dem neuen Insignia schlucken (Vorstellung derzeit in Genf). Man hat plötzlich vier Mittelklasse-Limousinen im Programm. Ende 2018 ersetzt Peugeot seinen jetzigen 508, 2019 folgen der Citroen D5 und die erste Premiumlimousine von DS. Bleibt der Insignia bestehen, wird er jenes Modell, das am längsten die GM-Historie unterm Blech trägt.

Bei den Nutzfahrzeugen läuft die Kooperation zwischen Opel und Renault/Nissan aus. Vivaro und Movano erhalten dann Schwestermodelle von Peugeot und Citroen. Ein Segment tiefer arbeitet PSA bereits mit Toyota zusammen.

Spannend dürfte auch das Engagement in Sachen Elektroauto werden. Ab 2019 will PSA mit eigenen Stromern auf den Markt kommen, basierend auf der sogenannten CMP-Architektur (Common Modular Platform). Gut möglich, dass man nun auf die Erfahrung aus Rüsselsheim und Detroit setzt und versucht, die Batterietechnik des Bolt/Ampera-e zu integrieren. Schließlich sind 500 Kilometer Reichweite im Kompaktsegment für E-Autos eine kaufentscheidende Ansage. (Michael Specht/SP-X)

Opel Insignia – Vom Dickschiff zum Flaggschiff

Opel legt sein Flaggschiff Insignia neu auf. Und lässt das Mittelklassemodell dabei noch größer und edler werden. Die coupéhaft geschnittene Limousine und der geräumig geschnittene Kombi sind bereits zu Preisen ab 25.490 Euro bestellbar, ausgeliefert wird im Sommer.

Sowohl Limousine (4,91 Meter) als auf Kombi (4,99 Meter) sind gegenüber den bereits stattlichen Vorgängern noch einmal gewachsen. Weil auch der Radstand zugelegt hat, ist für die Insassen nun deutlich mehr Platz vorhanden als zuletzt. Der Kombi hat zudem beim Gepäckraumvolumen stark zugelegt und fasst nun bis zu 1.640 Liter. Dank der neuen Abmessungen wirken beide Karosserieversionen stämmiger und präsenter als bisher. Schärfer geschnittene Charakterlinien unterstreichen den gestrafften Auftritt.

Im Cockpit präsentiert sich die neue Insignia-Generation aufgeräumt. Auffällig ist die stark horizontale Betonung des Armaturenbretts. In der Mitte befindet sich der rahmenlose Touchscreen des Infotainment-Systems. Chromzierrat, Klavierlackoberflächen und feines Leder sorgen zudem für Edel-Flair. An neuer Technik bietet der Insignia unter anderem einen Abstandstempomat mit Kollisionsverhinderer, ein Head-up-Display, einen aktiven Spurhalte-Assistenten mit Gegenlenk-Funktion, eine vor Querverkehr warnende Rückwärtsausparkhilfe sowie LED-Matrixlicht.

Basismotor ist ein neuer 1,5-Liter-Turbobenziner, der wahlweise mit 104 kW/140 PS oder 122 kW/165 PS zu haben ist. Vorläufige Topversion ist ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 191 kW/260 PS in Verbindung mit Achtgang-Automatik und Allradantrieb. Bei den Dieselmotoren gibt es ein 1,6-Liter-Aggregat in den Leistungsstufen 81 kW/110 PS sowie 100 kW/136 PS. Außerdem ein Zweiliter-Selbstzünder mit 125 KW/170 PS bestellbar.

(Holger Holzer/SP-X)

Opel Crossland X – Abstand gewahrt

Mit dem Crossland X hat Opel ein Mini-SUV unterhalb vom Mokka X ins Programm genommen. Auch preislich hält der in Zusammenarbeit mit dem PSA-Konzern entwickelte Hochbeiner einen entsprechenden Abstand zum mindestens 19.000 Euro teuren Mokka: Los geht’s bei 16.850 Euro.

Dafür bekommt man den Basisbenziner, einen 1,2-Liter-Dreiyzlinder mit 60 KW/81 PS. Alternativ stehen für den Crossland zwei Diesel und zwei Turbobenziner mit im Leistungsspektrum von 73 kW/99 PS bis 96 kW/130 PS, zur Wahl. (Mario Hommen/SP-X)

Opel als Elektroautomarke – Neue Spannung für den Blitz?

Wird Opel zur reinen Elektroautomarke? Nach Bekanntwerden der Verkaufsgespräche zwischen Konzernmutter General Motors (GM) und Peugeot scheint der Plan erst einmal vom Tisch. Oder wäre die Konzentration auf die Zukunftstechnik vielleicht doch eine gute Idee?

Die Pläne für den Umbau zur E-Automarke verfolgt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann einem Bericht des „Manager Magazin“ zu Folge bereits seit Monaten. Der Verbrennungsmotor solle bei der Marke demnach bis 2030 ganz aus dem Programm fliegen und durch einen rein elektrischen Antrieb ersetzt werden. Im Frühjahr hätte Neumann die Idee seiner obersten Chefin, GM-Konzernlenkerin Mary Barra, in Detroit vorstellen wollen. Nach den letzten, auch für Neumann überraschenden Entwicklungen scheint es aber eher unwahrscheinlich, dass es zu der Rüsselsheimer Stromer-Revolution kommt.

Und auch ohne die Verkaufsgespräche wäre eine positive Antwort aus der US-Chefetage fraglich gewesen. Opels Problem ist aus GM-Sicht ja gerade, dass die Marke seit Jahren kein Geld verdient. Der kompromisslose Einstieg in das E-Auto würde die Gewinnsituation wohl kaum verbessern, gilt die Elektromobilität doch aktuell und bis auf weiteres als Zuschussgeschäft für Autohersteller.

Aus Opel-Sicht hätte die Strategie ursprünglich einen gewissen Charme gehabt. Die Marke sollte als eine Art deutscher Tesla die Konkurrenz aus Wolfsburg bei Image und Technologie abhängen und dem E-Auto hierzulande endlich zum Durchbruch verhelfen. Staatliche Hilfe bei der grünen Mission wäre wohl nicht ausgeschlossen gewesen. Das Problem dabei: Das E-Auto-Knowhow liegt innerhalb des Konzerns nahezu exklusiv bei GM. Zwar bringt Opel mit dem Ampera-e bald ein eigenes Auto, technisch ist es aber mit dem in den USA entwickelten Chevrolet Bolt identisch. Auch die Produktion findet im jüngst für 175 Millionen Euro modernisierten GM-Werk Orion in Michigan statt. Unweit davon in Warren unterhält der Konzern ein ganz neues Batterielabor, die Akkus fertigt man gleich nebenan in Brownstown. Opel hat stattdessen in Rüsselsheim gerade eben erst ein hochmodernes Technologiezentrum eröffnet, in dem rund 700 Ingenieure arbeiten – vor allem an der Weiterentwicklung klassischer Verbrennungsmotoren.

Diese Entwickler-Kapazitäten wären noch am ehesten ein Argument, das Opel auf dem Weg zur Elektroautomarke in die Waagschale werfen könnte. Würden sich die Fachleute künftig auf die E-Mobilität konzentrieren, müssten die Rüsselsheimer nicht mehr die parallele Entwicklung konventioneller und elektrischer Antriebe bezahlen. Das würde auch dann gelten, wenn PSA die Marke übernimmt. Denn Ingenieure für klassische Motorenentwicklung haben die Franzosen selbst genug. Die zusätzlichen Opel-Spezialisten müssten sich daher wohl eh anderen Themen widmen.

Komplett gescheitert wären die E-Auto-Pläne daher auch bei einer Übernahme Opels durch PSA möglicherweise nicht. GM-Chefin Barra hat bereits durchblicken lassen, dass man dem neuen Herstellerverbund wohl gegen geringe Lizenzzahlungen den Bau von E-Autos mit der Bolt-Technik gestatten würde. Die Plattform des Chevrolet-Crossovers ist variabel und könnte auch für andere E-Modelle herhalten. Möglicherweise könnte das Angebot auch für PSA interessant sein. Denn beim Elektroauto haben die Franzosen ebenfalls starken Nachholbedarf. Bislang ist man in dieser Hinsicht komplett auf die Technik von Kooperationspartner Mitsubishi angewiesen, die unter anderem die bereits leicht betagten Modelle Peugeot Ion und Citroen C-Zero antreibt.

Ob die Idee, Opel zur Elektroautomarke zu machen, langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein könnte, hängt nicht zuletzt von der weltweiten Nachfrage ab. Aktuelle Studien gehen derzeit davon aus, dass der Bestand der E-Autos der Welt bis 2030 auf etwa 100 Million steigen wird. Am Pkw-Bestand der Welt haben die E-Autos dann aber weiterhin nur einen Anteil von 5 Prozent. So gesehen wäre die E-Auto-Lösung für Opel eine Nischenlösung. (Holger Holzer/SP-X)

Opel Crossland X – Allianz mit X

Der Buchstabe X steht bei Opel für SUV. Ein weiterer davon steht nun in den Startlöchern. Der Crossland X erweitert im Sommer das SUV-Angebot unterhalb des Mokka. Das kleine SUV soll im Umfeld von Nissan Juke, Renault Captur und Fiat 500X Kunden gewinnen. Neben dem optischen Auftritt eines SUV bietet das 4,21 Meter lange Fahrzeug eine erhöhte Sitzposition, einen variablen Innenraum und ein modernes Infotainmentsystem. Genaue Preise nennt Opel noch nicht. Der in Zusammenarbeit mit dem französischen Konzern PSA entwickelte Crossland X dürfte aber bei rund 16.000 Euro starten.

Genaue Preise nennt Opel noch nicht

Die Allianzpartner – die Zusammenarbeit besteht bereits seit 2012 – nutzen eine gemeinsam entwickelte Plattform und viele Gleichteile. Wichtig ist den Opel-Verantwortlichen allerdings, dass alles, was man sieht und fühlt, aus den Opel-Regalen kommt. Bei einer ersten Sitzprobe konnte das Interieur überzeugen. Armaturenbrett, Infotainmentsysteme oder die Sitze sind aus anderen Opel-Modellen bekannt. Das Platzangebot ist gut, auch im Fond geht es recht kommod zu.

Neben dem Telematikdienst Onstar stehen auch die bekannten Infotainmentsysteme zur Wahl, die über große Displays gesteuert werden und unter anderem die Anbindung von Android- oder Apple-Smartphones ermöglichen. Außerdem gibt es je nach Ausstattung oder georderten Extras noch Lenkrad- und Sitzheizung, ein Panorama-Glasdach oder eine um 15 Zentimeter verschiebbare Rückbank. Ist diese an Bord lässt sich das Kofferraumvolumen durch die Ausnutzung des Verstellbereichs von 410 auf 520 Liter steigern. Klappt man die Rücksitzlehnen um, entsteht ein ebener Ladeboden und das Volumen steigt auf 1.255 Liter. Leider lassen sich die Rücksitzlehnen nicht vom Kofferraum mittels eines Knopfes umlegen. Man muss über die breite Kofferraumabdeckung greifen.

Bei einer ersten Sitzprobe konnte das Interieur überzeugen

Außerdem hat Opel weitere Assistenten im Programm, darunter eine Frontkamera, die die erlaubte Geschwindigkeit an die Geschwindigkeitsregelanlage weitergibt. Auf Fahrerwunsch wird das Tempo an die Limitvorgabe angepasst. Dazu kommen unter anderem noch ein Notbremssystem mit Fußgängererkennung sowie erstmals bei den Rüsselsheimern eine Panorama-Rückfahrkamera mit 180-Grad-Blickwinkel. Im Optionsangebot sind außerdem Voll-LED-Scheinwerfer und ein Head-up-Display.

Zum Marktstart wird der Kleine mit drei Dreizylinder-Benzinern und zwei Dieselaggregaten angeboten werden. Sie steuert der Allianzpartner PSA bei. Die 1,2-Liter-Dreizylinder leisten 60 kW/81 PS, 81 kW/110 PS und 96 kW/130 PS; die zwei 1,6-Liter-Selbstzünder, die mit Adblue-Zusatz arbeiten, kommen auf 73 kW/99 PS und 88 kW/120 PS. Die Kraftübertragung übernehmen je nach Motor Fünf-oder Sechsgangschalter, eine Automatik soll ebenfalls verfügbar sein. Fahrwerk und Lenkung wurden aber von Opel-Ingenieure angepasst.

Das Platzangebot ist gut, auch im Kofferraum ist ausreichend Platz

Obwohl das Aussehen des Crossland mit den typischen SUV-Designvorgaben spielt, darunter Kunststoffbeplankung an den Radläufen oder an den Seitenschwellern, sollten Ausflüge ins Gelände nicht unternommen werden. Das Fahrzeug wird ausschließlich mit Frontantrieb offeriert.

Opels Hinwendung zum Mini-SUV bedeutet gleichzeitig auch das Aus des Meriva; der Minivan mit den markanten gegenläufig öffnenden Türen wird nicht mehr produziert. Der Trend zum SUV soll aber bei Opel nicht das Ende aller Vans sein. Wenn im Herbst der Tiguan-Herausforderer Grandland X startet, bleibt der Van Zafira im Programm – zumindest vorerst. (Elfriede Munsch/SP-X)

Opels Hinwendung zum Mini-SUV bedeutet gleichzeitig auch das Aus des Meriva

Opel Insignia Preise – Das Flaggschiff legt zu

Der Preis für die ab 20. Februar 2017 bestellbare Neuauflage des Opel Insignia startet bei 25.940 Euro. Damit wird die Basisversion der fünftürigen Karosserieversion, die künftig den Namenszusatz Grand Sport trägt, um gut 1.000 Euro teurer als ihr Vorgänger. Die Kombiversion Sports Tourer gibt es ab 26.940 Euro.

Für den Preisaufschlag bietet der Insignia künftig auch ein Mehr an Auto. Unter anderem sind beide Insignia-Varianten deutlich gewachsen und bieten entsprechend mehr Platz im Innenraum. Auch bei der Ausstattung hat Opel aufgerüstet. Unter anderem verfügt das Flaggschiff der Blitzmarke stets serienmäßig einen Kollisionswarner und eine City-Notbremsfunktion, einen aktiven Spurhalteassistenten sowie das Infotainment-System R4.0 Intellilink mit 7-Zoll-Touchscreen.

Basismotor ist ein neuer 1,5-Liter-Turbobenziner, der in seiner schwächsten Version 104 kW/140 PS leistet. Seinen NEFZ-Verbrauchswert beziffert Opel für den Grand Sports mit 5,7 Litern. Den künftig maßgeblichen WLTP-Verbrauchswert wollen die Rüsselsheimer erst in den kommenden Monaten veröffentlichen. Alternativ wird Opel den 1.5 Turbo in einer Leistungsstufe mit 122 kW/165 PS anbieten. Vorläufige Topversion ist ein 2.0 Turbo mit 191 kW/260 PS in Verbindung mit Achtgang-Automatik und Allradantrieb.

Bei den Dieselmotoren gibt es ein 1,6-Liter-Aggregat in den Leistungsstufen 81 kW/110 PS sowie 100 kW/136 PS. Außerdem ist für den neuen Insgnia ein Zweiliter-Selbstzünder mit 125 KW/170 PS bestellbar. (Mario Hommen/SP-X)

Opel Insignia Sports Tourer – Jetzt hat er den Größten

Die neue Generation des Opel Insignia wird Anfang März auf dem Genfer Autosalon im Doppelpack Premiere feiern. Neben der bereits vorgestellten Limousinen-Variante Grand Sport zeigen die Rüsselsheimer außerdem den Sports Tourer.

Der neue Opel Insignia Sports Tourer ist auf fast fünf Meter angewachsen

Auf 4,99 Meter ist der bis zu 200 Kilogramm leichtere Kombi gewachsen. Dank der neuen Proportionen wirkt das Fahrzeug stämmiger als bisher, die an Charakterlinien reiche Blechhaut straffer. Markant ist in der Seitenansicht eine von der A-Säule unterhalb der Dachlinie bis in die C-Säule verlaufende Chromleiste, die von den Rückleuchten aufgenommen wird. Die LED-Lichter erstrecken sich zweigeteilt von der C-Säule bis in die angeschrägte Heckklappe.

Nettes Detail: Eine Chromleiste verläuft von der A-Säule unterhalb der Dachlinie bis in die Rückleuchten

Dank Größenzuwachs und des um 9 Zentimeter verlängerten Radstands kann der Insigina Fahrgästen und Gepäck deutlich mehr Entfaltungsspielraum als bisher bieten. So fasst der um 10 Zentimeter auf über zwei Meter Länge gewachsene und auch etwas breitere Kofferraum mit 1.640 Liter gut 100 Liter mehr als bisher. Damit schlägt der Insignia auch den deutlich kleineren Astra Sports Tourer, der mit 1.630 Liter bisher der geräumigste Kombi der Blitzmarke war.

Laut Opel soll sich das Beladen des Insignia künftig leichter gestalten, da der Überhang zwischen Stoßfänger und Laderaum verkleinert wurde. Auch das Öffnen der Heckklappe geht künftig leichter von Hand, da ein Öffnen und Schließen per Fußbefehl möglich ist. Die Öffnungshöhe der Klappe kann dabei sogar programmiert werden. Der Kofferraum kann wie bisher optional mit dem Schienen-Arretierungssystem Flex Fix ausgestattet werden. Die per Knopfdruck entriegelbare Rückbanklehne lässt sich dreiteilig im Verhältnis 40:20:40 umklappen.

Optional gibt es für den neuen Insignia Sports Tourer ein 1,40 Meter mal 86 Zentimeter großes Panorama-Sonnendach

Im Cockpitbereich präsentiert sich die neue Insignia-Generation aufgeräumt. Auffällig ist die stark horizontale Betonung des Armaturenbretts. In der Mitte befindet sich der rahmenlose Touchscreen des Infotainmentsystems. Chromzierrat, Klavierlackoberflächen und feines Leder sorgen zudem für Edel-Flair.

Der Arbeitsplatz der neuen Insignia-Generation wirkt aufgeräumter und edler als bisher

Als besondere Innovationen bietet der neue Insignia Sports Tourer unter anderem den Abstandstempomat ACC in Kombination mit einem Kollisionsverhinderer, ein Head-up-Display, einen aktiven Spurhalte-Assistenten mit Gegenlenk-Funktion, eine vor Querverkehr warnende Rückwärtsausparkhilfe, sowie ein neues LED-Matrixlicht. Ein solches bietet Opel bereits im neuen Astra, allerdings hier mit 16 LED-Segmenten, während im Insignia eine Variante mit 32 Segmenten zum Einsatz kommt.

Antriebsseitig verspricht Opel effizientere Motoren und einige kleinere Innovationen. Wie bisher wird es den Insignia ausschließlich mit aufgeladenen Benzin- und Dieselmotoren geben, die zwischen 110 und 250 PS leisten. Neu ist eine Achtstufen-Automatik, die vorerst ausschließlich in Kombination mit Allradantrieb angeboten werden soll. Der 4×4-Antriebsstrang verfügt zudem über ein Torque-Vectoring, welches eine radselektive Momentenverteilung erlaubt.

Der gewachsene Kofferraum des Insignia Sports Tourer soll sich leichter als bisher beladen lassen

Bestellstart für den Sport Tourer ist am 17. Februar 2017. Preise nennen die Rüsselsheimer noch nicht, doch vermutlich wird sich die Neuauflage am Niveau des Vorgängers orientieren. Derzeit kostet der Insignia Kombi in der Basisversion knapp unter 26.000 Euro. (Mario Hommen/SP-X)

Opel Crossland X – Mehr Mokka für den Meriva

Es ist düster, kalt und kahl in den leeren Hallen des stillgelegten Kraftwerks in Berlin-Mitte. Eindeutig kein Ort für Kinder – bestenfalls für Katzen mit unheimlich mieser Laune … aber dazu gleich mehr. Ist das der Platz, an dem ein klassischer Massenhersteller den Nachfolger eines braven Familienvans präsentieren sollte? Opel-Chef Karl-Thomas Neumann sagt dazu nur: „Ja”. Denn an den kompakt-praktisch-freundlichen Vorgänger Meriva soll der Crossland X bitte überhaupt nicht erinnern. Damit das auch dem letzten Beobachter klar wird, haben die Rüsselsheimer zur „Vernissage” in die Hauptstadt geladen. Mit dabei ist „Grumpy Cat” – ein miesgelaunt dreinschauender Kater, der als Facebook-Star nun auch einen Opel-Kalender ziert.

Katze statt Kinderschar – das charakterisiert auch irgendwie die Zielgruppe für den Opel im gerade so beliebten kompakten Crossover-Design. Das hippe Metropolenpaar soll sich mit dem 4,21 Meter kurzen Crossland behände zwischen Kraftwerks-Club und heimischem Loft bewegen – bei 1,59 Meter Fahrzeug-Höhe aber deutlich über den vergleichsweise biederen Astra-Fahrern. Die kauern sich zehn Zentimeter niedriger. Der Crossland X, eng verwandt mit Citroens C3 Picasso und dem nächsten Peugeot 2008, macht sich zudem 1,76 Meter breit. Für zusätzliche Geländewagen-Abenteuer-Coolness sorgen Unterfahrschutz und reichlich Kunststoffbeplankung.

Auf einer „Vernisage“ in Berlin hat Opel seinen neuen Crossland X der Presse vorgestellt

Aber Allrad wird sich der Crossland trotz etwas erhöhter Beinfreiheit sparen, die bleibt dem leicht größeren Mokka X vorbehalten. Dafür nimmt der kleine Crossover im Dach die elegant-schwebende Optik des Adam auf – Style für den Städter. Oder den, der’s gern wär. Denn auch für den Vorstädter, der zwischen Kindergarten, Wochenend-Einkauf und Ski-Ausflug pendelt, bietet der Opel die klassischen Qualitäten. Oder anders ausgedrückt: Unterm Blech noch eine Menge Meriva.

Zwar gehören dazu nicht die praktischen, jedoch bautechnisch teuren gegenläufigen Hecktüren. Aber der Laderaum bleibt mit 410 Litern voll familientauglich. Und auch die 15 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank freut die ganze Familie – etwa, wenn sich Oma und Opa es mal hinten bequem machen wollen. Und mit Komfort will der Crossland ja ohnehin besonders auftrumpfen.

Vorne finden sich gegen Aufpreis die ausgezeichneten orthopädischen Sitze, die auch Astra- und Mokka-Fahrer gegen Aufpreis erfreuen

Vorne finden sich etwa auch darum gegen Aufpreis die ausgezeichneten orthopädischen Sitze, die auch Astra- und Mokka-Fahrer gegen Aufpreis erfreuen. Wer diese Modelle kennt, wird sich überdies im Crossland X auch gleich heimisch fühlen – das Armaturenbrett mit optionalem Achtzoll-Bildschirm und die Bedienlogik ist aus den Geschwistern fast unverändert übernommen. Das gleiche gilt für Elemente wie die Smartphone-Einbindung, Navi oder die Assistenzsysteme wie Head-up-Display über adaptive LED-Scheinwerfer, Spurhalteassistent, Kollisionswarner, 180-Grad-Rückfahrkamera, Notbremsassistent oder Müdigkeitserkennung bis hin zum Parkassistent.

Auch hier folgt der kleine Crossover dem Trend der Klientel, die auf kompaktere Modelle mit guter Ausstattung aus ist. Das CUV/SUV-B-Segment ist weltweit das am stärksten wachsende. Seit 2010 haben sich die Absatzzahlen in dieser Fahrzeugklasse verfünffacht. „Mit dem Crossland X haben wir nun neben dem Mokka X ein zweites sehr starkes Angebot in dieser Fahrzeugklasse”, sagt Unternehmenslenker Neumann.

Der Opel Crossland ist 4,21 Meter lang, 1,59 Meter hoch und 1,76 Meter breit

Die Familienähnlichkeit betont auch der Crossland X durch seinen Kühlergrill mit dem Opel-Blitz und LED-Doppelschwingen-Grafik. Noch nicht rausgelassen haben die Rüsselsheimer, was den Crossland X unterm Blech so antreibt. Wahrscheinlich dürften das Turbo-Benziner mit einem und 1,4 Liter Hubraum sein, die zwischen 90 und 140 PS leisten. Neben der Sechsgang-Schaltung ist auch ein Automat zu haben. Diese Getriebe-Kombination dürfte auch beim 1,6-Liter-Diesel mit rund 140 PS ans Werk gehen. Zusätzlich könnte der Crossland-Fahrer wohl noch mit einem 1,4-Liter-LPG-Motor Gas geben können.

Aber Allrad wird sich der Opel Crossland trotz etwas erhöhter Beinfreiheit sparen, die bleibt dem leicht größeren Mokka X vorbehalten

Solide Motoren auf der Höhe der Zeit – das dürfte zumindest der klassischen Opel-Klientel gefallen. Ob der hybridbewegte Hipster aber da eher enttäuscht wie grumpy cat schaut? Vielleicht lässt er sich ja durch den Preis wieder versöhnen. Der liegt bei vergleichbaren Angeboten in diesem Segment bei 14.000 bis 15.500 Euro für die Basisvariante. Dafür würde der Crossland X auf jedem Fall eine Menge Auto bieten. (Peter Weißenberg/SP-X)

Opel Crossland X – Kleiner Bruder für den Mokka

Opel stellt dem Mokka X ein kleines Geschwisterchen zur Seite. Der Crossland X ist als reiner City-Crossover konzipiert, verzichtet unter anderem auf den optionalen Allradantrieb seines großen Bruders und dürfte deutlich günstiger ausfallen. Die Markteinführung ist für das laufende Jahr angesetzt.

Mit 4,21 Metern ist der Crossland eine Handbreit kürzer als der Mokka. Auch in der Höhe hält er einige Zentimeter Abstand. Der Kofferraum fällt mit 410 Litern bei voller Bestuhlung jedoch größer aus, zudem gibt es eine verschiebbare Rücksitzbank, die bei Bedarf den Knieraum im Fond verbessert. Die Plattform teilt sich das neueste Opel-SUV mit dem kommenden Peugeot 2008, von dem er auch die Konzeption als günstiger Hochsitz für den Stadtverkehr übernimmt. Obwohl ihm allein mangels Allrad-Antrieb jede Offroad-Ambition fehlt, gibt der Crossland mit Kunststoffplanken um die Radläufe und einem angedeuteten Unterfahrschutz vorne und hinten den Geländegänger.

Der Crossland X ersetzt perspektivisch den Mini-Van Meriva

Während Opel zu den Motoren noch keine Angaben macht, sind Details zu den Ausstattungsoptionen bereits bekannt. So wird es gegen Aufpreis Voll-LED-Scheinwerfer und ein Head-up-Display geben. Dazu kommt ein umfassendes Programm an Assistenten, darunter auch ein Notbremssystem mit Fußgängererkennung. Premiere bei den Rüsselsheimern feiert eine Panorama-Rückfahrkamera mit 180-Grad-Blickwinkel.

Das Cockpit entspricht weitgehend dem Arbeitsplatz im Kompaktmodell Astra

Reise für den Crossland nennt Opel noch nicht. Der Neue dürfte aber spürbar günstiger werden als der knapp 19.000 Euro teure Mokka. Der Plattformbruder Peugeot 2008 startet bei rund 16.000 Euro. Zu den übrigen Konkurrenten zählen die günstigeren Vertreter der Mini-SUV-Klasse wie Ford Ecosport und Citroen C4 Cactus.

Der Crossland ist nicht der letzte neue Opel-Crossover für dieses Jahr. Im zweiten Halbjahr dürfte der ebenfalls in deutsch-französischer Kooperation entstandene Grandland X als kompaktes SUV oberhalb des Mokka starten. Die beiden Neuen sind Teil der Modelloffensive bei den Rüsselsheimern: In diesem Jahr sollen insgesamt sieben neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt kommen. (Holger Holzer/SP-X)

Opel Crossland X – Frankophiler Rüsselsheimer

Crossover: Ein Wort, an das wir uns mittlerweile gewöhnt haben. Fahrzeugklassen verschwimmen immer mehr und gehören eigentlich der Vergangenheit an. Gebaut wird das, von dem man glaubt, dass es dem Käufer schmecken wird, Schubladen bleiben einfach geschlossen. Der Opel Crossland X pfeift auf sie genauso, wie sein Plattform-Bruder, der Peugeot 2008. Neben dem Opel Mokka X, der als erstes Modell ein X im Namen trägt, betritt nun der Crossland die Bühne und soll dem Grandland X den Weg ebnen. Wir schauen auf die Details des frankophilen Rüsselsheimers. Read more

Opel Mokka – Stress lass nach

Es gibt Fahrzeuge, die machen Hersteller einfach nur froh. Der Opel Mokka gehört zu dieser stimmungsaufhellenden Gattung. Das kleine SUV hat sich seit seinem Debüt 2012 mehr als 600.000 Mal verkauft. Auch nach seinem Facelift im September – zur besseren Unterscheidung zum ungelifteten Modell jetzt mit einem X im Namenszug – zeigt die Verkaufskurve weiterhin nur nach oben. Neben einer leicht modifizierten Optik und der neuesten Infotainment- und Assistentengeneration gibt es den Mokka X nun auch in Kombination Benziner, Allrad und Automatik. Unser so konfiguriertes Testauto kostet ab 26.690 Euro.

Immer noch zählt der Mokka zu den Größten im Mini-SUV-Segment

Die neue Motor-Antrieb-Getriebe-Version besteht aus einem 1,4-Liter-Turbo-Direkteinspritzer mit 112 kW/152 PS, Allradantrieb sowie einer Sechsstufen-Automatik. Diese Variante ist zurzeit die einzige Möglichkeit beim Mokka X, 4×4-Antrieb und Automatik in Einklang zu bringen. Die technischen Daten lesen sich erst einmal nicht schlecht. Der Standardspurt gelingt in 9,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 193 km/h angegeben. Auch das maximale Drehmoment muss sich zumindest auf dem Papier nicht verstecken.235 Nm gehen für einen kleinen Turbo in Ordnung. Im Vergleich zum 103 kW/140 PS starken 1.4er-Volumentriebwerk sind es sogar 35 Nm mehr. Nur hat man leider das Gefühl, die Kraftentfaltung geschieht im Zeitlupentempo. Nix mit belebendem koffeinhaltigem Heißgetränk. Die Kraftübertragung erinnert bestenfalls an entkoffeinierten Filterkaffee, der schon zu lange in der Warmhaltekanne steht. Forciert man das Ganze, indem man beherzt aufs Gaspedal tritt, wird es zum einem laut, zum anderen gibt der Automat durch unharmonische Gangwechsel zu verstehen, dass er einen pulsbeschleunigenden Fahrstil nur ungern unterstützt. Außerdem springt der Verbrauch so Richtung zweistelligen Bereich.

Also gut: Wir haben verstanden, statt Mokka ist Schonkaffee angesagt. Stress und Zeitdruck bleiben außen vor, gemächlich geht es auf die Piste. Und siehe da – die Sechsstufenautomatik goutiert das vorsichtige Kitzeln des Gaspedals mit sanften Übergängen, das Dröhnen gehört der Vergangenheit an und der Durchschnittsverbrauch pendelt sich bei 8,3 Litern an. Das sind allerdings immer noch knapp zwei Liter mehr als der Normwert verspricht.

Das Cockpit präsentiert sich sehr aufgeräumt

Wer also lieber seinen Kaffee tiefschwarz –also stark – trinkt und auch auf geschmackslindernde Zusatzstoffe wie Milch und Zucker verzichtet, greift besser zu dem 103 kW/140 PS-Turbo. Den gibt es mit Automatik und Frontantrieb oder als Handschalter und Allradantrieb. Alternativ steht der 1,6-Liter-Diesel mit 100 kW/136 PS zur Wahl, Getriebe-Antriebskonzepte wie beim 1.4-Turbo. Bei diesen Motoren passt auch die recht straffe Abstimmung des Mokka-Fahrwerks besser zum Gesamtbild.

Hinten sitzt man ordentlich

Immerhin: Der Mokka wird im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern auch mit Allradantrieb offeriert. Das adaptive System mit elektromagnetischer Lamellenkupplung leitet im Normallfall alle Kraft an die Vorderachse, bei Bedarf wird sie bis zu jeweils 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse aufgeteilt. Damit mutiert der Opel zwar nicht zu einem klassischen Offroader, sorgt aber bei winterlichen Fahrbahnbedingungen für ein entspanntes Fahrgefühl.

Entspannung macht sich auch beim Betrachten des Innenraums breit. Die vielen Knöpfe, die zuvor die Bedienung zum Beispiel Telefon oder Musikanlage etwas umständlich gemacht haben, sind verschwunden. Möglich wurde dies durch Genspenden aus dem Astra. Vom Kompaktmodell wurden Armaturentafel und Infotainmentsysteme inklusive der Einbindung von Smartphones via Apple Carplay oder Android Auto übernommen. So kommt das Multimedia-Infotainmentsystem Navi 900 IntelliLink (Aufpreis 950 Euro) mit einem 8 Zoll großen Touchscreen daher; es wird also statt an Knöpfen gedreht einfach gewischt und auf dem Bildschirm rumgetatscht. Beides funktionierte prima und ohne dass man mehrere Versuche brauchte, um die richtigen Stellen zu treffen. Wer überhaupt keine Lust hat, sein Naviziel selbst einzugeben, kann es sich super einfach machen. Man drückt die Onstar-Taste und bittet den netten Mitarbeiter des Telematikdienstes die gewünschte Adresse einzugeben. Das funktioniert auch während der Fahrt. Die mitfahrende technikaffine Jugend kann derweil ungestört mittels des WLan-Hotspots surfen und muss sich nicht um so profane Dinge wie Navigation kümmern.

Auf Wunsch ist Allradantrieb zu haben

Apropos Mitfahrer: Der Mokka bietet für vier Personen ordentliche Platzverhältnisse. Fahrer und Beifahrer sitzen – besonders wenn rückenfreundliches Gestühl (Aufpreis 685 Euro) an Bord ist – sehr kommod. Gepäck beziehungsweise Einkäufe zu verstauen, gehört dank eines 356 Liter fassenden Kofferraums zu den leichteren Übungen. Und es gibt noch weitere optionale „Mitfahrer“. Opel stellt eine Vielzahl an Assistenten zur Verfügung. Dazu zählen Verkehrsschilderkennung, Spurhaltewarner, Abstandswarner oder ein Fernlichtassistent. Besonders die sehr zuverlässig eingeblendeten Verkehrsschilder machten das Fahren stressfrei und erleichtern Geschwindigkeitsbeschränkungen zu registrieren. Worauf man übrigens keinesfalls verzichten sollte, ist auf die Bestellung einer Rückfahrkamera: Die Sicht nach hinten ist einfach schlecht. Die Rückfahrkamera trägt zum Stressabbau bei und hält den Lack an der hinteren Stoßstange länger frisch.

(Elfriede Munsch/SP-X)

Opel Cascada Supreme – Riesenräder und Edelnähte

Opel zeigt auf dem Pariser Autosalon (1. – 16. Oktober) erstmalig das Viersitzer-Cabrio Cascada als Sondermodell Supreme. Im Vergleich zum normalen Cabrio bietet es ein paar kleine Detailverfeinerungen. Zu den äußeren Erkennungsmerkmalen gehören 20-Zoll-Leichtmetallräder im Bi-Color-Design sowie in Wagenfarbe lackierte Einfassungen für Nebelscheinwerfer und Markenlogo. Angeboten wird der Offen-Opel in der Version Supreme ausschließlich in den Außenfarben Onyx-Schwarz, Schneeweiß und Lava-Rot.

Sitze, Türinnenverkleidungen und die Armaturenbrettbespannung zieren auffällig rote Nähte
Sitze, Türinnenverkleidungen und die Armaturenbrettbespannung zieren auffällig rote Nähte

Im Innenraum sorgen rote Ziernähte an den Sitzbezügen sowie den Tür- und Cockpitverkleidungen für ein gewisses Etwas. Einleger im Armaturenträger in Klavierlackoptik runden den speziellen Trimm ab. Bestellbar ist der Opel Cascada Supreme ab November 2016.

Auffälligstes Merkmal des Opel Cascada Supreme sind die 20 Zoll großen Räder
Auffälligstes Merkmal des Opel Cascada Supreme sind die 20 Zoll großen Räder

(Mario Hommen/SP-X)

Opel Vivaro Sport – Kubus im Karacho-Kleid

Auf der Nutzfahrzeug-IAA (22. – 29. September) stellt Opel seinen Vivaro in der neuen Ausstattung Sport vor. Die dynamisch akzentuierte Version werden die Rüsselsheimer für Kastenwagen, Combi, Doppelkabine und zwei Fahrzeuglängen anbieten.

Viel braucht es allerdings nicht für die Sport-Weihen des Vivaro. Die Außenhaut wurde lediglich mit Rallye-Streifen in den Flanken sowie auf dem Dach und Motorhaube aufgehübscht. Diese können abhängig vom Außenlack in Schwarz oder Silber sein. Zudem gibt es abgedunkelte Heckfenster und schwarze 17-Zoll-Räder. Schließlich verleihen LED-Tagfahrleuchten und Nebelscheinwerfer der Front etwas mehr Charakter.

Die sportlichen Eigenschaften des Vivaro Sport sind allerdings eher optischer Natur
Die sportlichen Eigenschaften des Vivaro Sport sind allerdings eher optischer Natur

Darüber hinaus bietet der Sport eine umfangreichere Ausstattung, die Klimaanlage, Tempomat, Parkpiepser hinten sowie das Infotainment-System Navi 50 IntelliLink umfasst. Wer sich zusätzlich das aufpreispflichtige Cargo-Kit Sport bestellt, bekommt den Vivaro mit dunkelgrau verkleideten Seitenwänden sowie einer blauen Ambientebeleuchtung im Laderaum.

Wer sich zusätzlich das aufpreispflichtige Cargo-Kit Sport bestellt, bekommt den Vivaro mit dunkelgrau verkleideten Seitenwänden sowie einer blauen Ambientebeleuchtung im Laderaum
Wer sich zusätzlich das aufpreispflichtige Cargo-Kit Sport bestellt, bekommt den Vivaro mit dunkelgrau verkleideten Seitenwänden sowie einer blauen Ambientebeleuchtung im Laderaum

Der mindestens 28.800 Euro teure Vivaro Sport wird ausschließlich mit 1,6-Liter-Biturbo-Diesel angeboten, wahlweise mit 92 kW/125 oder 107 kW/145 PS. (Mario Hommen/SP-X)

Flex-Fix-Fahrradträger im Opel Mokka X – Nicht ganz zu Ende gedacht

Es ist eigentlich eine geniale Idee, die Opel einst im Modell Corsa erstmals verwirklichte: Ein integrierter Fahrradträger, der wie eine Schublade aus dem hinteren Stoßfänger heraus gleitet und nach Gebrauch wieder unsichtbar im Fahrzeugheck verschwindet. Einfach zu bedienen, platzsparend ohne Beeinträchtigung des Kofferraum-Volumens konzipiert und vor allem sicher. „Flex-Fix“ nennen die Rüsselsheimer das patentierte System, das im Corsa beispielsweise zwei Räder bis 40 Kilogramm aufnimmt, in den heutigen Zeiten des Fahrradbooms doch eigentlich ein Renner sein sollte und entsprechend Nachahmer animieren müsste. Doch Pustekuchen, nichts dergleichen geschah bisher.

Anfänglich ließen Einbauraten von bis zu 15 Prozent eine gute Akzeptanz erwarten. Das einzig und allein von Opel verwendete System eroberte nahezu die komplette Pkw-Palette und wird mittlerweile optional auch im Adam, Meriva, Astra, Mokka, Antara und Zafira angeboten. Allerdings: Der Anteil der mit der innovativen Schublade ausgelieferten Exemplare bewegt sich nur noch im einstelligen Prozentbereich.

Fast scheint es, als stünden die Rüsselsheimer selbst nicht 100-prozentig hinter ihrer Idee. Denn ernsthaft beworben wurde der integrierte Fahrradträger, der sogar von der „Aktion Gesunder Rücken“ (AGR) wegen seiner hervorragenden Ergonomie und der geringen Beladungshöhe mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet wurde, bisher kaum. Und konsequent zu Ende gedacht wurde das Konzept offensichtlich auch nicht.

Beim neuen Mokka X beispielsweise kann der Flex-Fix-Träger für einen Aufpreis von 590 Euro nur ein Bike aufnehmen. Wegen des kurzen Überhangs sei ähnlich wie beim Adam eine Schublade mit zwei Schienen nicht drin, heißt es dazu aus Rüsselsheim. Zwar gibt es eine Erweiterung für zwei weitere Fahrräder, die aber so sperrig ist, dass sie, bei Nichtgebrauch im Kofferraum verstaut, die Ladekapazität massiv beeinträchtigen würde. Und mit weiteren 270 Euro Mehrpreis wird die ganze Sache dann so teuer, dass der Vorteil gegenüber einer noch anderweitig nutzbaren Anhängerkupplung plus aufgesetztem Fahrradträger zusammenschmilzt. (Michael Lennartz)

Opel Karl Rocks – Junior in Matschhose

Nach dem Adam zieht Opel nun auch dem per se etwas nüchterner gestalteten Opel Karl die Matschhose an: Auf dem Pariser Autosalon (1.-16. Oktober) stellen die Rüsselsheimer den Karl Rocks vor. Diese leicht höher gelegte Version mit SUV-Beplankung rundum macht den als Praktiker unter dem Adam positionierten Kleinstwagen nun doch etwas zum Lifestyle-Modell.

Durch die SUV-typische Kunststoff-Verkleidung rundherum steht der SUV-Ableger deutlich präsenter auf der Straße als die Standard-Version
Durch die SUV-typische Kunststoff-Verkleidung rundherum steht der SUV-Ableger deutlich präsenter auf der Straße als die Standard-Version

Auf den ersten Blick wirkt der Fünftürer durch seine recht hoch bauende Karosserie wie ein geschrumpfter Opel Mokka. Durch die SUV-typische Kunststoff-Verkleidung rundherum steht der SUV-Ableger deutlich präsenter auf der Straße als die Standard-Version. Die leichte Höherlegung mit 1,8 Zentimetern mehr Bodenfreiheit soll einen einfacheren Einstieg und bessere Übersicht ermöglichen. Auf einen echten Offroad-Einsatz ist der Karl Rocks allerdings nicht vorbereitet, er dürfte ebenso wie der Adam Rocks auf Allradantrieb verzichten.

Auf den ersten Blick wirkt der Fünftürer durch seine recht hoch bauende Karosserie wie ein geschrumpfter Opel Mokka
Auf den ersten Blick wirkt der Fünftürer durch seine recht hoch bauende Karosserie wie ein geschrumpfter Opel Mokka

Ab Ende des Jahres ist der Crossover-Karl bestellbar. Zum Preis sagt Opel noch nichts. Er wird aber deutlich über dem Einstiegspreis für den Karl von 9.500 Euro liegen, auch aufgrund mehr Serienausstattung wie Dachreling, 15-Zoll-Leichtmetallrädern oder speziellem Dekor im Innenraum. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Opel Ampera-e – Keiner kommt weiter

Das Elektroauto Opel Ampera prunkt mit der größten Reichweite seiner Klasse. Wie der Autohersteller nun mitgeteilt hat, soll der für Anfang 2017 erwartete kleine Crossover pro Akkuladung mehr als 400 Kilometer weit fahren können. Damit verweist er die einschlägige Konkurrenz auf die Plätze: Der bisherige Reichweiten-Primus unter den Alltags-E-Autos, der BMW i3, kommt 300 Kilometer weit, es folgen Nissan Leaf mit 250 und Renault Zoe mit 240 Kilometern. Noch längere Strecken ermöglichen lediglich die Luxus-Modelle von Tesla, das Model S etwa soll bis zu 500 Kilometer weit kommen.

Bei den Angaben handelt es sich jeweils um die vom Hersteller vorgelegten Laborwerte. Aber auch unter den ungünstigeren Bedingungen im Alltag soll der Ampera-e laut Opel mehr als 300 Kilometer weit kommen. Möglich macht das ein relativ großer Akku. Wo die Konkurrenz Batteriekapazitäten zwischen 20 und 30 kWh nutzt, sind es beim Ampera-e 60 kWh. Entwickelt wurde der Akku gemeinsam von Opel-Mutter General Motors und dem koreanischen Chemiekonzern LG Chem.

Ob es Opel mit dem Ampera-e im zweiten Anlauf gelingt, der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen, hängt nun vor allem noch vom Kaufpreis ab. Die genaue Summe wird es wohl erst zum Start des Pariser Autosalons Anfang Oktober geben. Konzernschwester Chevrolet verlangt in den USA für den weitgehend baugleichen Bolt 37.500 Dollar (zirka 34.500 Euro). Mögliche Steuernachlässe für umweltfreundliche Fahrzeuge drücken den Preis auf 30.000 Dollar. Der BMW i3 als direkter Konkurrent des Opel kostet in der Ausführung mit 300 Kilometern Reichweite hierzulande 36.150 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

Opel Mokka X – Neuer Name, neue Technik

Opel liftet den Mokka und stellt der Modellbezeichnung ein „X“ hinten an. Das kleine SUV fährt ab dem Herbst mit geänderter Optik, LED-Scheinwerfern und der neuesten Infotainment-Generation vor. Dazu gibt es einen Motor aus dem Astra. Wie gehabt startet die Basisversion bei 18.990 Euro.

Aus dem Astra hält in Verbindung mit Allrad der 1,4-Liter-Turbo mit 112 kW/152 PS Einzug. Der Direkteinspritzer-Benziner ist an eine Sechsstufen-Automatik gekoppelt. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 6,4 Litern an, die Preisliste startet bei 26.690 Euro. Volumenmotor bleibt der bekannte 103 kW/140 PS starke 1,4-Liter-Turbo (ab 23.030 Euro), der auch mit Allradtechnik kombinierbar ist. Einstiegsbenziner ist weiterhin der 1,6-Liter-Benziner mit 85 kW/115 PS. Die Kraftübertragung erfolgt hier über eine Fünfgang-Schaltung, bei allen anderen Aggregaten ist eine Sechsgang-Schaltung beziehungsweise eine Sechsgang-Automatik Standard. Natürlich hat Opel auch Diesel für den Mokka im Angebot. Wie bislang steht der 1,6-Liter-Motor in den Leistungsstufen 81 kW/110 PS oder 100 kW/136 PS zur Wahl.

In Sachen Design haben die Opel-Designer dem Mokka eine etwas veränderte Front samt neuer LED-Grafik spendiert. Er wirkt nun stämmiger, die Linien sind klarer und eindeutiger geworden, so dass der bislang leicht verspielte Eindruck der Vergangenheit angehört. Im Inneren profitiert das kleine SUV von einer Genspende des Astra: Die Armaturentafel und die Infotainmentsysteme des Kompaktmodells sorgen für mehr Übersichtlichkeit und verbesserte Konnektivität. So machen die sieben- oder acht Zoll großen Touchscreens viele Knöpfe überflüssig. Außerdem steht nun eine Vielzahl an Assistenten zur Verfügung, darunter Verkehrsschilderkennung, Spurhaltewarner, Abstandswarner oder ein Fernlichtassistent. Letzterer ist Bestandteil des ebenfalls neuen adaptiven LED-Fahrlichts. Darüber hinaus ermöglicht der Opel nun die Einbindung von Smartphones via Apple Carplay oder Android Auto. Und natürlich darf auch der Telematikdienst Onstar nicht fehlen. (Elfriede Munsch/SP-X)

Erste Sitzprobe im Elektro-Opel Ampera-e – Mit langem Vorlauf

Noch zieht er einsam seine Kreise, dick vermummt durch graue Aufkleber, vor neugierigen Blicken und Kameralinsen verborgen hinter dichten Kieferwäldern. Im Opel Test Center Dudenhofen bekommt der neue Opel Ampera-e seinen letzten Schliff. Dabei ist der kommende Star des Pariser Autosalons gar kein so großes Geheimnis mehr. Viele Daten des Stromers sind schon bekannt. Ab Sommer nächsten Jahres soll der Fünfsitzer die immer größer werdende Herde der reinen Elektroautos aufmischen. Mit der besten Reichweite aller bisherigen E-Autos, vom großen Tesla abgesehen.

Da das riesige Prüfgelände der Rüsselsheimer bei Frankfurt gerade sein 50jähriges Jubiläum feiert, lud Opel dort zur ersten Sitzprobe im Ampera-e. Der Fünftürer ist etwas kürzer als der bekannte Astra und deutlich kleiner als der erste Opel dieses Namens. Der Ur-Ampera, noch mit einem kleinen Benziner als Reichweiten-Helfer unterwegs, floppte in Deutschland, kostete auch nach einer Preissenkung von 7.700 Euro immer noch 38.300 Euro. Zu teuer für die Elektro-Pioniere unter deutschen Autokunden.

Mit dem neuen Ampera mit dem Zusatz „e“ soll alles anders werden. Mit 4,17 Metern ist er um 23 Zentimeter kürzer als sein Vorgänger. Da die Batterien flach im Unterboden versteckt sind und der Radstand von 2,60 Metern durchaus beachtlich ist, bleibt ausreichend Platz für Passagiere und Gepäck. Schon das Probesitzen im Fond überrascht. Gute Knie- und Kopffreiheit, vergleichbar mit Autos im Golf-Format. Wer auf den Mittelplatz verbannt wird, sollte allerdings zum schlankeren Teil der Menschheit gehören.

Die Reichweite ist noch nicht bekannt
Die Reichweite ist noch nicht bekannt

Das Armaturenbrett will Opel erst am 1. Oktober in Paris zeigen. In Dudenhofen war es noch dick mit einem schwarzen Plastiküberzug verhüllt. Die Gestaltung dürfte sich aber am Schwestermodell Chevrolet Bolt orientieren, der in den USA schon verkauft wird. Zentraler Tacho in LCD-Technik, in der Mitte ein großer Touchscreen-Monitor für Navigation, Audio und diverse Eistellungen. Zwischen den Sitzen der Wählhebel fürs Fortkommen oder Rückwärtsfahren, der die Größe einer Computermaus hat.

Wohltuend auf jeden Fall das Raumgefühl auch für die Frontinsassen, die nicht durch eine dicke Mittelkonsole voneinander getrennt sind. Schließlich kann ein E-Mobil auf einen Getriebe- und Kardantunnel verzichten. Apropos Raum: Obwohl Opel noch keinen Blick in die Kofferraum erlaubte, sind dessen Ausmaße vom US-Modell her bekannt: 450 Liter sind eine selbstbewusste Ansage, den in den Keller verbannten Batterien sei Dank. Die dadurch etwas erhabene Sitzposition im Ampera-e sorgt zudem für eine recht gute Rundumsicht vom Fahrersitz aus.

Die technischen Daten sind noch nicht alle bekannt, werden von Opel scheibchenweise veröffentlicht. Die wichtigste Frage nach der Reichweite soll einige Tage vor der Premiere auf dem Pariser Salon verkündet werden. Sie wird „bahnbrechend“ sein, sagt Opel. Da das US-Pendant mit 320 Kilometern pro Batterieladung antritt, der Ampera-e aber dem europäischen Leistungshunger angepasst werden soll, ist klammheimlich von 350 Kilometern die Rede. Auch ein Wert von bis zu 400 Kilometern könnte möglich sein. Auf jeden Fall aber wird der Ampera-e noch weiterfahren können, wenn bisherige Elektromodellen wie Nissan Leaf oder auch der BMW i3 längst an der Ladestation parken. Und das Rumstromern soll auch Spaß machen. Der Elektromotor protzt mit 150 kW/204 PS, macht einen Spurt in nur 3,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 50 möglich. Auf der Autobahn wird der Ampera-e mit einer Spitze 150 km/h ebenfalls kein Öko-Hindernis. Die 60 kWh-Batterie soll nach einer knappen Stunde an der Schnellladestation wieder fit sein.

Da der Revoluzzer erst Mitte des nächsten Jahres auf den Markt kommt, steht der Preis noch nicht fest, wird aber sicher unter den rund 36.000 Euro liegen, die BMW für den i3 verlangt. (Peter Maahn/SP-X)

Opel Mokka X – Jetzt auch mit X

Etwas elegantere Optik, LED-Scheinwerfer, die neueste Infotainment-Generation und ein aktueller Motor aus dem Astra: Opel wappnet den Mokka mit diversen Updates für die zweite Lebenshälfte und gegen wachsende Konkurrenz. Außerdem erhält er den Namenszusatz „X“. Dabei bleibt es in der Basisversion bei 18.990 Euro, dann mit dem 85 kW/115 PS starken 1,6-Liter-Benziner, unter anderem mit Klimaanlage und Radio.

Neu im Motorenprogramm ist der aus dem neuen Astra bekannter 1,4-Liter-Turbobenziner. Als 112 kW/152 PS starke Variante ist der Vierzylinder in Kombination mit Sechsstufen-Automatik und Allradantrieb für 24.575 Euro erhältlich. Mit dem Update nach vier Jahren Bauzeit halten zudem weitere Anleihen aus dem neuen Astra Einzug: So zum Beispiel eine neue, elegantere Instrumententafel sowie die 7- und 8-Zoll-Touchscreens der neuen Infotainment-Generation, die viele Tasten und Regler überflüssig machen. Der Mokka X verbindet sich nun mit dem Internet, auf Wunsch können Smartphones via Apple Carplay oder Android Auto mit dem Fahrzeug vernetzt werden.

Von außen wirkt vor allem die Front verändert, eleganter und weniger verspielt als zuvor. Mit dem Mokka X werden LED-Scheinwerfer eingeführt, die den Lichtstrahl automatisch der Fahrsituation anpassen – je nachdem, ob man beispielsweise gerade in der Stadt oder auf der Landstraße unterwegs ist. Der Mokka ist hierzulande eines der beliebtesten Mini-SUV und für Opel nach Astra und Corsa die wichtigste Baureihe.

(Hanne Schweitzer/SP-X)