News: Opel Corsa – Blitz ohne Donner

Die lieben Kleinen aus Rüsselsheim werden sich schon nicht gegenseitig zuparken. In diesem Sommer soll der pragmatische Karl beweisen, wieviel Platz in Opels winzigstem Stadtfloh ist. Etwas über dem 9.500 Euro teuren Kleinstwagen rangieren der bunte Adam (ab 11.750 Euro) und der größere, trotzdem fast preisgleiche neue Corsa (ab 11.980 Euro). Letzterer löste kürzlich nach acht Jahren seinen Vorgänger ab und muss sich nun den hohen Erwartungen stellen, die auf ihm lasten. Schließlich geht um nichts weniger als die Krone im Zwergenreich.

Grundlegend neu ist der Corsa in der fünften Generation nicht, jedoch logisch weiterentwickelt. Optisch nähert sich der nur minimal gewachsene Opel dem kleineren Adam an. Der breit lachende Kühlergrill-Mund und zackige Scheinwerfer dominieren sein Gesicht. Mutiger und insbesondere schöner ist sein Innenraum, der sich ebenfalls stark am stylishen Adam orientiert. Durch angenehme Materialien, Einlagen in Klavierlack-Optik und scharfe Cockpitanzeigen bekommt der Corsa die gewünschte edlere Anmutung.

Sehr bequem sind übrigens die Sitze, auf denen es sich auch auf längeren Strecken gut aushalten lässt. Fahrer und Beifahrer werden dank ordentlichem Seitenhalt gut gestützt und freuen sich eher über große- und nicht kleinwagentypische Platzverhältnisse. Familientauglicher ist der Corsa als Fünftürer (ab 12.730 Euro), für den auch wir uns als Testwagen entschieden haben.

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Der eingebaute neue Benziner (85 kW/115 PS) ist der aktuell stärkste Ottomotor für den Corsa und erwies sich als komfortabler und angenehmer Begleiter. Für einen Dreizylinder und den kleinen Hubraum (1,0 Liter) arbeitet der Benziner sehr leise. Legt man es darauf an, erreicht die Tachonadel auch verhältnismäßig zügig Tempo 190. Seine 170 Newtonmeter Drehmoment drücken den 1,2 Tonnen schweren Fünftürer dabei recht kräftig nach vorne. Für den Sprint auf Tempo 100 benötigt er 10,3 Sekunden – ein ordentlicher Wert, aber so wirklich abhängen kann der Rüsselsheimer die Konkurrenz damit nicht. Sagen wir mal: Ein (Opel-)Blitz ja, aber ohne Donner.

Beim Verbrauch schlägt sich der Corsa ebenfalls nur durchschnittlich. Im Test genehmigte er sich 6,8 Liter Super je 100 Kilometer und verfehlte damit den Verbrauchswert des Herstellers von 5,0 Litern auf 100 Kilometern deutlich. Eine Stärke des Corsa ist dagegen sein Fahrwerk. Die typischen Autobahn-Oberflächenfehler bügelte die Federung sauber weg. Und auch auf kurvigen Landstraßen schlägt sich das harmonisch abgestimmte Gesamtpacket gut, die Lenkung gibt zudem ausreichend Rückmeldung. Positiv fallen auch die fest zupackenden Bremsen auf.

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Ein Extralob gibt es für das schon aus dem Adam bekannte Infotainment- und Vernetzungssystem IntelliLink, das besonders für die Ansprüche einer jungen Zielgruppe wie geschaffen ist. Denn diese können sich mit ihrem Android- oder Apple-Smartphone, aber auch mit anderen Geräten wie beispielsweise MP3-Player, iPods oder Tablets mit dem System verbinden. Dann lädt IntelliLink die wesentlichen Telefonfunktionen auf den Sieben-Zoll-Touchscreen und ermöglicht die Wiedergabe von Titeln, Bildern, Videos. Und navigiert sogar.

Für das System müssen 300 Euro investiert werden (in der Basisausführung Selection 950 Euro) und dann weitere 40 Euro für die BringGo-App. Dafür erhält man eine vollwertig integrierte Lösung und ist immer Up-to-date, denn das Kartenmaterial wird bei jeder Aktualisierung stets auf den neusten Stand gesetzt.

Anders als der Adam oder der ganz neue Karl kommt der Corsa aus einer traditionsreichen Baureihe. Alle gemeinsam wollen das Biedermann-Image der Rüsselsheimer bekämpfen. Und selbst wenn der Corsa in der fünften Generation kein komplett neues Auto geworden ist, reicht es zumindest für einen frischen Eindruck.

Wer den Blitz mit richtig Donner will, sollte auf den deftigen Corsa OPC ausweichen, der im Laufe des Frühjahrs kommt. Dafür muss man zwar mit mindestens 24.395 Euro tief in die Tasche greifen, erhält aber auch den Schlüssel zu einem Sportler mit 1,6-Liter-Turbobenziner und 152 kW/207 PS.

Knackige Fahrleistungen und auffälligere Optik werden dann sicher auch den männlichen Verkehrsteilnehmern gefallen. Um das Image bei den weiblichen muss sich der Corsa sowieso keine Sorgen machen. Schon immer umschwirrten den kleinen Opel bekannte Frauen. Opel nutzte in der Werbung unter anderem die Dienste von Tennis-Star Steffi Graf, Supermodels wie Naomi Campbell und Claudia Schiffer und 2010 auch Eurovision-Songcontest-Gewinnern Lena Meyer-Landruth. Inzwischen hat sich auch eine andere Mieze den Corsa gekrallt: Karl Lagerfelds Birma-Katze Choupette hat sich bereitwillig mit dem Rüsselsheimer ablichten lassen.

Autor: Adele Moser/SP-X

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