Peinliche Nummer, Sixt

Für meinen Valencia-Termin mit Pirelli durfte ich wieder einmal von Frankfurt abfliegen. Weil der Abflug-Termin zeitgleich mit der Abgabe eines Testwagen in Flörsheim verbunden war, musste ich mir mal wieder Gedanken machen, wie ich wohl 4 Tage später nach der Rückkehr aus Spanien,  nach Hause komme. „Nach Hause“ sind in diesem Fall etwa 105 km in Richtung „Am Arsch der Welt“ – Viel grünem Wald und damit auch mit beschränktem ÖPNV.

Trotzdem wagte ich einen kurzen Blick auf die Webseite der Deutschen Bahn. Dort wollte man mir ein Ticket für 60 € anbieten. Nett – aber in Anbetracht der Tatsache, das ich es wirklich hasse – zweimal umzusteigen und auf die Bahn angewiesen zu sein – musste ich einfach weiter suchen.

Flinc! wäre noch eine Alternative gewesen. Auf meine „Mitfahr-Suche“ gab es sogar eine Meldung, zum Glück habe ich das Angebot nicht angenommen, denn dank spanischem Kofferroulette am Flughafen, kam ich nicht wie geplant gegen 18:50 aus dem Terminal, sondern erst um 19:55. Das wäre auch für den freundlichsten „flinc!-Teilnehmer“ zuviel Wartezeit.

Also habe ich mal geschaut, was wohl eine Einwegmiete kostet – dank Journalisten-Rabatt sollte da doch etwas machbar sein. Und in der Tat. Sixt bot mir einen Kompaktwagen für knapp 63 Euro an. One-Way-Miete. Perfekt.

Ich meine ganz unter uns: Gibt es etwas besseres als mit dem „eigenen Auto“ zu fahren? Sicher nicht. Ohne lange nachzudenken habe ich also mit meiner SIXT-Karte den Kompaktwagen gebucht und bin dann auch nach der Landung und der Koffer-Extend-Wartezeit, relaxed zum Sixt-Mietwagencounter geschlendert.

Freundliche Dame, freie Schalter. Die Wahl zwischen Pest und Cholera beim Mietwagen bekommen und mich für Pest entschieden -doch dann, was passierte dann?

Der Dame am Counter frierten die Gesichtszüge ein und sie verschwand für 5 Minuten hinter den Kulissen. Ich wartete. Legte mir die Föhnwelle zurecht, machte die Fingernägel sauber, schob den Koffer hin- und her und da kam die Dame auch schon wieder zurück:

Wir können Ihnen keinen Wagen vermieten!

So sprach es aus dem Mund der Vermiet-Assistenz. Hm. Verflogen der charmante Ton. Verwirrung in meinen Gehirnwindungen.  Wie kann das sein? Ich hab doch diese Karte hier bekommen. Und reserviert – vor 4 Tagen erst. Die Reservierung wurde auch bestätigt. Doch egal. Da stand ich nun. Blamiert vor den wartenden Kunden in meinem Rücken. Bloßgestellt wie ein Mietwagen-Betrüger. Oder einer, dem man mangels Kreditkarten-Deckung den Mietwagen nicht geben will.

Wunderbar. So stellte ich mir immer mein persönliches:

Riiiiiiiiiiitaaaaa, wat kosten die Kondome?

– vor. Aber das lamentieren hilft nix. Mit schwante bereits, was die Ursache sein könnte.

Um doch noch ohne Deutsche Bahn nach hause zu kommen, ging ich gegenüber zu Europcar – holte mir einen VW Polo ab und versuchte in der Zwischenzeit meine  rote Gesichtsfärbung wieder zurück zu fahren.

 

Vor 5 Jahren habe ich mir bei SIXT zu meinem Geburtstag einen BMW Z4 als Coupe gemietet. Da ich im März Geburtstag habe, war der Wagen noch mit Winterreifen ausgerüstet. Trotzdem verbrachte ich einen Teil des Tages am Nürburgring und fuhr während der normalen „Touristenfahrten“ eine entspannte Runde über den Ring. Davon entstand ein Foto. Dieses Foto gelangte bis zur Sixt-Zentrale.

SIXT nahm wohl diese „Fahrt über eine öffentliche Landstraße“ als Grund um mich auf eine Sperrliste zu setzen. Das war 2007. Sollte das noch immer der Grund sein? Warum aber dann die Sixt-Kundenkarte und die Reservierungs-Bestätigung? Merkwürdiger Verein. 

 

Ich habe daraufhin die Presse-Stelle von Sixt angeschrieben und um Aufklärung gebeten und Tatsache:

Der Grund für die Sperre im Sixt System ist folgender:
Sie mieteten am 09.03.2007 in der Sixt Station Frankfurt/Main Flughafen ein Fahrzeug BMW Z4.
Sixt wurde darüber informiert, dass dieses Fahrzeug während Ihrer Miete am 11.03.2007
auf dem Nürburgring gesichtet wurde.
Da dies gegen die AGB der Firma Sixt verstößt, wurden Ihre Daten im System gesperrt.
Da die Sperrfrist mittlerweile abgelaufen ist, wurden Ihre Daten nun mit sofortiger Wirkung wieder von der Sperrliste gelöscht
und Sie können wieder problemlos anmieten.
Wieder 2 Dinge gelernt: 

Zum einen: Eine Fahrt über die Nordschleife verstößt gegen die AGBs von SIXT – aus welchem Grund auch immer, denn die Touristenfahrten sind „Öffentlicher Verkehrsgrund“ und mit Winterreifen auf der Nordschleife hat man in etwa ähnlich viel Spaß wie mit Moonboots am Sandstrand. Und zum anderen: SIXT ist nicht nur extrem nachtragend, sondern auch vergesslich und die internen Abläufe gehören optimiert. Warum bestätigt man erst einen Mietwagen, wenn man diesen später nicht heraus gibt?

Ich kann nun also wieder „problemlos anmieten“ – toll. Nur wird das wohl nicht eintreten, denn meine Sixt-Karte habe ich ebenso bei der Dame am Flughafen-Counter gelassen, wie meine Lust auf Sixt. In der Zukunft miete ich eben bei Europcar.

Da durfte ich heute einen Kundenservice „Erster Klasse“ erleben – dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr!

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