Der neue Range Rover Velar – Frisch aufgeschifft

Normalerweise trifft man Fahrzeuge im Allgemeinen ja auf Straßen oder Parkplätzen an. Ok, vielleicht manchmal noch auf Fähren aber im Schiffsbauch als Installation auf einem Frachtschiff doch eher selten. Land Rover dachte sich beim Range Rover Velar „Pfeif drauf, was alle sonst so machen. Wir nehmen ein Schiff und basta“. Gesagt, getan. Es stand nämlich außer Frage, dass ein simpler Messeauftritt für die Deutschlandpremiere des Range Rover Velar keine adäquate Bühne darstellt. In einem Gemeinschaftsprojekt der Frankfurter Agenturen makerelations, Voss+Fischer und Spark44 entstand das Projekt #PUREVELAR zur Aktivierung des deutschen Marktes vor der Verkaufspremiere.

Dafür fanden sich recht spannende Locations. Zum Beispiel die Technische Universität München mit ihrem reflexionsarmen Raum. Normalerweise nutzt man diesen akustischen Raum für technische Tests und wissenschaftliche Untersuchungen. Für den neuen Range Rover Velar eine ungewöhnliche, aber bestens passende, weil absolut reduzierte Umgebung. Auch die Premierenfeier war etwas Besonderes und wurde im kleinen Kreis gefeiert. Das Konzept der folgenden Deutschlandreise ist ebenso spektakulär wie der Auftakt. Denn mehr als zwei Monate lang dauert die #PUREVELAR-Tour mit einer eindrucksvollen statischen Präsentation – an Bord eben dieses Frachtschiffes.

Frisch aufgetischt – Pardon – aufgeschifft

In 18 Städten macht das Land Rover-Schiff in citynahen Lagen fest. Start war am 10. Mai in Potsdam. Über Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Köln, Mainz, Frankfurt am Main, Nürnberg, Mannheim und weitere Ziele geht es bis zum 16. Juli nach Esslingen. Dabei wurde für den Bauch des Schiffs eine besondere Installation entwickelt. Im Mittelpunkt hier natürlich ebenfalls das modern, minimalistische Design des Velar. Gedämpfte Akustik und ein wandelbarer Innenraum sorgen für eine spezielle Atmosphäre, Sound leitet die Besucher zum Auto, das Spiel mit Licht und Dunkelheit lenkt die volle Aufmerksamkeit auf das besondere Design. Die Installation verzichtet auf unnötige Showeffekte und schafft einen echten Spannungsbogen: ganz im Stil des von Reduktion geprägten Velar-Charakters.

Der Name „Velar“ (lat. „Enthüllen“) geht zurück auf den Prototypen von 1969. Damals konstruierten die Land Rover-Entwickler den ersten geheimen Prototypen, dem sie den Codenamen Velar gaben. Heute, nicht mehr ganz so geheim, feiert Land Rover mit seinen Fahrzeugen große Erfolge. Mit dem Velar wollen die Briten nun einen neuen hochkarätigen Vertreter ihrer Zunft auf die Straße schicken. „Mit seinem modernen Design verschafft sich der neue Velar eine herausragende Stellung in seiner Klasse. Er zeigt perfekt austarierte Proportionen, kraftvoll straffe Flächen und eine unverwechselbare Silhouette.“ sagt Gerry McGovern, Land Rover Chief Design Officer. Avantgardistisch und doch unverwechselbar Range Rover, so präsentiert er sich uns nach seiner Enthüllung im Schiffsbauch.

Eingelassene Türgriffe, reduziertes puristisches Design, kantisch und kraftvoll. In Zusammenarbeit mit Designer Sebastian Scherer konnte auch im Interieur mit reduziertem Design für Emotionalität gesorgt werden. Die Herausforderung dabei war, die Einfachheit mit Luxus zu kombinieren und ihn so zu einer Einzigartigkeit zu machen. Ein großes Thema dabei war: Nachhaltigkeit. Die Produktion fand sowohl unter Nutzung von Solar- und Wasserenergie als auch mit bis zu 60% recycelbaren Materialien statt. Als erstes Modell seiner Klasse bietet der neue Velar für die Sitzbezüge ein betont nachhaltiges Angebot in Gestalt von besonders umweltverträglichen Premium-Textilien als Alternative zu Leder. Der Premium-Stoff in Dapple Grey wurde in Kooperation mit Kvadrat entwickelt, dem europäischen Spezialisten für hochwertige Textilien in anspruchsvollem Design.

Puristisch Futuristisch

Ein großzügiges Platzangebot ergänzt durch hochwertige Materialien zeigt die hohe Verarbeitungsqualität, für die Land Rover bekannt ist. Besonders ins Auge fällt auch die Tatsache, dass die Zahl der Schalter und Bedieneinheiten im Velar auf ein absolutes Minimum beschränkt wurde. Gleich zwei hochauflösende 10,2-Zoll-HD-Touchscreens sind gekonnt in die Innenraumarchitektur integriert und gewährleisten beste Unterhaltung sowie volle Kontrolle über das Wohlbefinden. Dabei arbeiten die intuitiv bedienbaren Bildschirme perfekt zusammen und fügen sich harmonisch in die puristische Innenraumgestaltung ein. Ein mit 673 Liter Volumen angelegter Kofferraum sorgt für weitere Staumöglichkeiten.

Ab dem 3. Quartal diesen Jahres wird der Range Rover Velar ab 56.400 Euro zu haben sein. Wer ihn sich vorher noch mal live ansehen will: Interessenten können sich bei Land Rover unter www.velar-circle.de anmelden und ihren Platz gratis auf der #PUREVELAR-Tour. An den jeweiligen Veranstaltungstagen ist das Schiff in der Regel zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Und auch wer nicht teilnehmen kann, darf sich dem Velar nähern: Mitglieder des Velar-Circle können von zu Hause eine Kamera steuern und sich dem Velar damit aus jedem Blickwinkel nähern.

 

Bericht: Simone Amores

Fotos: Simone Amores / Land Rover

Range Rover Velar – Der dynamischere Landy

Es läuft gut, bei Land Rover. Der anhaltende Trend zu SUV und Geländewagen beschert den Briten volle Auftragsbücher und den Produktstrategen reichlich Arbeit. Schließlich sollen die Verkaufszahlen weiter nach oben gehen, und damit jeder Kunde das richtige Modell findet, muss noch die eine oder andere Lücke im Angebot geschlossen werden. Neuester Streich: der Land Rover Velar. Er ist nur geringfügig kleiner als der Ranger Rover Sport, zielt aber preislich auf die Porsche-Macan-Liga. Premiere feiert der Neuzugang auf dem Genfer Auto Salon, zum Händler rollt er Ende Juli für knapp 57.000 Euro.

Der Range Rover Velar ist geringfügig kleiner als der Ranger Rover Sport, zielt aber preislich auf die Porsche-Macan-Liga

Nicht mal ganze fünf Zentimeter misst der 4,80 Meter lange Velar weniger als der Range Rover Sport, ist dafür aber um mehr als zehn Zentimeter niedriger – was ihm zu einem cW-Wert von 0,32 verhilft und ihn so zum Aerodynamik-Champion der Marke macht. Auch ist er eine gute Handbreit schmaler, das sorgt, zusammen mit den nochmal schärferen Scheinwerfern (mit Matrix-LED-Technik und 550 Meter Laser-Fernlicht), den extrem schmalen Rückleuchten, einem kecken Dachkantenspoiler und der schräg stehenden C-Säule für einen deutlich kompakteren und dynamischeren Auftritt. Ein nettes Detail: Die Türgriffe verschwinden bündig in der Karosserie.

Premiere feiert der Neuzugang auf dem Genfer Auto Salon, zum Händler rollt er Ende Juli für knapp 57.000 Euro

Damit der Velar die hohen Erwartungen, die das sportliche Blechkleid hervorruft, auch erfüllen kann, liefert ein V6-Benziner 278 kW/380 PS und wuchtet das SUV in 5,7 Sekunden auf Tempo 100. Aber auch die schwächeren Motoren können sich sehen lassen: Keine der sechs Motorisierungen wartet mit weniger als 132 kW/180 PS (Vierzylinder-Diesel) auf und länger als neun Sekunden auf Tempo 100 braucht auch keiner. Premiere im Velar feiert außerdem ein neuer, 220 kW/300 PS starker Otto-Motor – damit leistet der Vierzylinder genauso viel wie der Sechszylinder-Diesel, dürfte in Anbetracht von dessen 700 Newtonmeter Drehmoment allerdings in dieser Disziplin das Nachsehen haben.

Die Wattiefe des Velar beträgt 65 Zentimeter

Während die Designer die typische Range-Rover-Optik noch weiter verfeinert und auf die Spitze getrieben haben, besannen sich die Offroad-Experten ihrer Kernkompetenzen. Sprich: Auch der Velar ist absolut geländetauglich. Dafür sorgen neben der aktuellen Allradgeneration bis zu 25 Zentimeter Bodenfreiheit (mit optionaler Luftfederung) und eine Wattiefe von maximal 65 Zentimetern. Allerdings, und das weiß auch Land Rover, fahren immer weniger Kunden wirklich abseits der Straße. Deshalb lag beim Velar, wie schon zuvor beim jüngst vorgestellten Discovery, der Schwerpunkt auf der Onroad-Nutzung – und beim Velar ganz besonders auf dem Innenraum.

Ein drittes, berührungsempfindliches Display, das unterhalb des Infotainement-Bildschirms ausfährt, macht nahezu alle klassischen Tasten überflüssig

Zwar haben die Briten mit ihrem überbreiten, variabel konfigurierbaren Infotainment-Touchscreen seit einiger Zeit ein zeitgemäßes System im Angebot. Vor allem das Kombiinstrument mutete allerdings immer noch wie vor ein, zwei Generationen an. Damit macht der Velar nun Schluss: Hinter dem großen Volant gibt es moderne, digitale Instrumente und dazu eine überarbeitete Lenkradsteuerung mit Touch-Tasten. Darüber hinaus haben die Entwickler dem Velar gleich noch ein drittes, berührungsempfindliches Display spendiert, das unterhalb des Infotainment-Bildschirms ausfährt und nahezu alle klassischen Tasten überflüssig macht. Der Clou dabei: Die zwei sogenannten Magic Rotary Switches, also Drehregler, die je nach Bedarf verschiedene Funktionen übernehmen können. Selbst das Terrain-Response-System, über das sich der Allradantrieb regeln und der Velar sich auf Fahrten im schweren Gelände vorbereiten lässt, ist in das digitale Menü gewandert, vielleicht ein weiterer Tribut an die vielen Straßen- und nur wenige Offroad-Kilometer, die Land-Rover-Fahrer zurücklegen.

Hinter dem großen Volant gibt es moderne, digitale Instrumente und dazu eine überarbeitete Lenkradsteuerung mit Touch-Tasten

Abgerundet wird das neue Bedienkonzept durch den fast schon obligatorischen Internetzugang mit 4G-Geschwindigkeit und der Möglichkeit, bis zu acht Geräte an den Wlan-Hotspot anzuschließen. Damit dürfte auch auf längeren Urlaubsfahrten (die 673 Liter Kofferraum-Volumen sind absolut reisetauglich) für Ruhe im Fond gesorgt sein, vorausgesetzt, der Nachwuchs ist noch nicht allzu groß. Denn trotz seiner stattlichen Abmessungen und dem mit 2,90 Metern doch reichlich großen Radstands, geht es auf der Rückbank ziemlich eng zu, wie unsere erste Sitzprobe in einem frühen Prototypen gezeigt hat. Richtig angenehm fühlt sich dagegen die neue Stoff-Innenausstattung an, die Land Rover zusammen mit dem dänischen Hersteller Kvadrat entwickelt hat. Dabei handelt es sich nicht um die günstige Basisversion, sondern um eine „vegetarische“ Variante, die auf Tierhäute verzichtet und mit Velour-Einsätzen aus recycelten Plastikflaschen arbeitet, und die preislich auf dem Niveau der teuren Lederausstattung liegt. Wie üblich wird aber wohl sowieso kaum ein Velar das Werk für den Einstiegstarif von 56.400 Euro verlassen. Schon die Standardpreisliste reicht bis zu 90.850 Euro und für das First-Edition-Sondermodell zum Marktstart verlangt Land Rover stolze 108.750 Euro. (Michael Gebhardt/SP-X)

Trotz der stattlichen Größe des Velar darf man innen keine Raumwunder erwarten

Range Rover Velar – Premiere für Nummer vier

Land Rover baut die Range-Rover-Familie aus. Das neue Mittelklasse-SUV Velar soll die Lücke zwischen dem kompakten Evoque und dem einen halben Meter längeren Range Rover Sport füllen. Premiere feiert der Allrader auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März), die Markteinführung erfolgt noch im laufenden Jahr.

Die genauen Abmessungen des Velar nennt der britische Hersteller noch nicht. Die Längen-Spanne, die seine beiden Modellgeschwister freilassen, liegt zwischen 4,35 und 4,85 Metern. Preislich wird er sich entsprechend im Bereich zwischen 35.000 und 62.000 Euro wiederfinden. Für den Antrieb kommen die unter anderem aus dem Evoque bekannten 2,0-Liter-Diesel und -Benziner in Frage, auch die Sechszylinder aus dem F-Pace der Schwestermarke Jaguar sind denkbar.

Zu den Wettbewerbern des vierten Range-Rover-Modells dürften Modelle wie Audi Q5, BMW X4 und Maserati Levante zählen. Im eigenen Haus richten sich Land Rover Discovery Sport und Jaguar F-Pace an eine vergleichbare Kundschaft. (Holger Holzer/SP-X)

Range Rover Reborn – Alt und dennoch neu

Der Kauf eines restaurierten Klassikers ist immer auch Vertrauenssache. Wer Risiken einer möglicherweise intransparenten Instandsetzung scheut, kann sich im Fall von Land Rover vertrauensvoll an den Hersteller wenden. In einem Reborn-Programm werden dort nämlich alte Legenden der Offroad-Marke rundum renoviert. Im Detail und nach den originalgetreuen Plänen. Mindestens 156.000 Euro kostet das im Fall der von 1970 bis 1996 gebauten, ersten Range-Rover-Generation.

Der fast 40 Jahre alte Zweitürer in Bahama-Gold erstrahlt in neuem Glanz

Als erstes Fahrzeug von insgesamt zehn Ur-Range-Rovern der Reborn-Serie wurde ein Zweitürer aus dem Jahr 1978 in Bahama-Gold komplett überholt. Damals waren die Motoren groß, die Leistungsausbeute hingegen dürftig: Unter der Haube steckt ein in Neuzustand versetzter Rover-V8 mit 3,5 Liter Hubraum, der lediglich 135 PS und 251 Newtonmeter via Viergang-Schaltung an alle vier Räder schickt. Und wie es sich für einen Range gehört, gibt es zusätzlich zum Allradantrieb noch eine Geländereduktion und ein sperrbares Mittendifferenzial.

Der 3,5-Liter-V8 von Rover sieht wie neu aus

Ein Schnäppchen ist der Reborn-Range allerdings nicht, denn zumindest auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt finden sich restaurierte Fahrzeuge im Topzustand für fünfstellige Summen. (Mario Hommen/SP-X)

Der Landlord mit dem Doppelherzen: Test Range Rover Sport Hybrid

„Sport ist Mord“ – steht dieser legendäre Ausspruch von Winston Churchill für die Sichtweise der britischen Oberschicht auf Leibesertüchtigungen? Und wenn ja, wie passt da ein Range Rover Sport ins Bild? Und was passiert, wenn man das vermeintlich grüne Leibchen eines „Hybrid-Schriftzuges“ über den massigen Körper des Fullsize-SUV zieht?

Hersteller von SUV und sogenannten Crossover-Fahrzeugen vermarkten ihre Produkte gerne unter anderem als besonders „sportlich“. Schließlich steht das „S“ in SUV ja auch für „sport“. Und manchmal kommt dann noch der Alibi-Antrieb Hybrid unter das Blech. Eine spannende Mischung. Ein sportlicher Sparer, im Gewand eines 2.5 Tonnen Klein-Lasters – aha!

Die größte sportliche Herausforderung für SUV-Fahrer scheint indes das „Besteigen“ des Fahrzeuges zu sein. Im Falle des Range Rover Sport 3.0L SDV6 Diesel Hybrid ist das nicht anders. Wenngleich es selbst für dicke und unsportliche Menschen schon eine sportlichere Herausforderung ist, zwei Kästen Wasser in den Kofferraum zu packen, als den Fahrersitz zu erklimmen. Liegt die Ladekante doch bereits auf Brusthöhe Normalsterblicher.

Test- und Fahrbericht des Doppelherz-Landlords

Range Rover Sport 3.0 Diesel Hybrid

Land Rover ist dafür bekannt, nicht nur irgendwelche SUV zu bauen. Sondern Fahrzeuge, die (noch) das immer seltener werdende Prädikat „Geländewagen“ verdienen. Mit denen man also mehr kann, als nur kurz über einen Feldweg zu hoppeln. Da stellt sich schon die Frage, was für eine Art Fahrzeug der neue Range Rover Sport da schon sein kann?

Zunächst einmal ist der „Sport“ ein echter Range, wird also vom 14 Zentimeter längeren Edel-Geländewagen Range Rover abgeleitet. Das ist keinesfalls so selbstverständlich, wie es sich zunächst anhört, basierte doch die erste Generation noch auf dem Klassen tieferen Discovery. Seit Spätsommer letzten Jahres gibt es den Range Rover Sport in der zweiten Generation, die erstmals diesen Namen verdient.

Sparen auf Wohlstandsniveau

Vom edlen Schwestermodell Range Rover hat der „Sport“ die Voll-Aluminium-Karosserie übernommen, das Leichtmetall kommt nicht nur auf der Außenhaut, sondern auch in der Struktur zum Einsatz. Der sich daraus ergebende Effekt ist erstaunlich, zumindest, wenn man das neue Modell mit dem alten vergleicht. Über 400 Kilogramm haben die Briten an Gewicht eingespart. Klar, dass der „Sport“ mit dem von uns gewählten 3,0-Liter-Diesel unter der Haube auf Gasbefehle mit spontanem Vortrieb reagiert. Ganz unbescheiden hilft dem Briten dabei ein Elektromotor, der die Leistung des Dieseltriebwerks auf eine Systemleistung von 340 PS pusht. Zufällig genau die Leistung, die auch der V8-Diesel offeriert. Und dann haben beide auch noch die gleiche System-Power von 700 Nm anzubieten. Wohl kaum ein Zufall. Eher ein gutes Argument, den V8 gegen den Hybriden zu tauschen. Dies unterstützen auch die offiziellen Fahrdaten: Nach 6.9 Sekunden ist der „Hybrid-Sport“, aus dem Stand startend, bei Tempo 100 angekommen. Bis zu 218 km/h sind drin. Viel wichtiger als diese Zahlen ist jedoch das ganz spezielle Range-Gefühl. Wohliger Überfluss. Samtig eingebettet zwischen viel Leder, Holz, umwerfender Alukarosse und treffsicher agierender Achtgangautomatik wird jeder Ausflug im „Sport-Hybrid“ zum kurzen Wellness-Urlaub mit unverschämtem Wohlfühlfaktor. Wer meint, Geld mache nicht glücklich, konnte sich noch nie einen Range Rover Sport leisten.

No Sports

218 km/h, 6.9 Sekunden, 8-Gänge – ja, das alles sind Werte, die noch vor wenigen Jahren einem Sportwagen gut zu Gesicht gestanden hätten. Aber – das Wort „Sport“ passt so gar nicht zu eurem ansonsten gepflegten Understatement. Und auch nicht zum Alltag des Sport Hybrid Range. „Sportlich“ durch das Wasser pflügen? Könnte der Range. Denn auch als „Hybrid“ mit 1.76 kWh „kleinen“ Akku liegt die Wattiefe bei 900 mm. Doch wer rein elektrisch gleiten will, der muss sich auf eine überschaubare Distanz einlassen und dabei die Tachonadel nicht über die 50 km/h Marke rutschen lassen. Und das passiert, aufgrund der Perfektion des Fahrgefühls im Briten-Dickschiff, einfach viel zu schnell! Vergessen Sie das sportlich. Lassen Sie sich auf das „Gleiten“ ein. Das ist seine Domäne. Wenngleich der Range Rover „Sport“ überraschend handlich über Landstraßen zu dirigieren ist. 2.5 Tonnen? Hm. So fühlt er sich dann auch wieder nicht an.

Aber auch im Range Rover Sport Hybrid Diesel ist man – wie in vielen Fullsize SUV – lieber gebremst schnell unterwegs. Dazu passt auch das zwar moderne, aber doch eher edle als wirklich sportliche Interieur, dazu passen auch die Langstrecken tauglichen Sitze und die zwar im Vergleich zum Vorgänger direktere, aber wiederum auch nicht wirklich sportliche Lenkung. Aber hey, ernsthaft. Hat das jemand erwartet?

Wer meint, Geld mache nicht glücklich, konnte sich eben noch nie einen Range Rover Sport Hybrid leisten. 

Trotzdem kann man mit dem Briten Spaß haben. Die Kernkompetenzen eines Range sind nun einmal nicht der dynamisch genommene Alpenpass, sondern das grobe Gelände. Oder schlicht die lange Reise. Und auch wenn der Range Rover Sport am Ende doch nur auf der Kö parkt oder den Schulbus ersetzt, er könnte – wenn er denn sollte. Und wenn es sein muss, dann vermutlich auch den Autoreise-Zug nach Sylt ersetzen. Beim Thema Offroad lassen sich die Briten die Dominanz nicht vom Leder reiben. Sowohl die mechanische Seite des Antriebsstranges – mit Differentialsperren, Verschränkungsgrad und Böschungswinkel –  ist dominant auf Offroad-Abenteuer eingestellt, als auch die per Software eingesteuerten Regelsysteme des Antriebsstranges lassen keinen Zweifel an der Hartnäckigkeit, mit der man einen Range in Richtung Gipfel-Überquerung steuern könnte. Ganz ohne asphaltierte Alpenpässe.

Ein Blick in die Preisliste zeigt allerdings die Kehrseite des „mit vollen Hosen lässt sich gut stinken“ Angebotes. Wir sparen uns die Details an dieser Stelle. Wenn Sie reif sind für den Range, dann wissen Sie das. Wenn Sie nicht reif sind, dann wollen wir Sie mit dem Preis nicht erschrecken.

Sport ist Mord und damit hatte Winston Churchill nun einmal unrecht. Sport ist ziemlich aufregend und macht ordentlich Spaß, zumindest, wenn man den passenden Zündschlüssel besitzt ..

DATEN Range Rover Sport Hybrid SDV6 3.0

Preis € 129.200, –
Steuer jährlich € 260,40
Antrieb V6-Diesel mit E-Motor, 2993 ccm, 250 kW (340 PS) Systemleistung, 700 Nm. 8-Gang-Automatikgetriebe, Permanenter Allradantrieb, dynamisch variabel.
Dimensionen: 5 Sitze, L/B/H 4999/1983/1835 mm, Gewicht 2394 kg, Kofferr. 550-2030 l, Tank 80 l.
Fahrleistungen: 0-100 km/h 6,9 sec, Spitze 218 km/h, Normverbrauch/CO2 6,4l/100 km/169 g/km.
Extras: 

Range Rover Evoque Cabriolet – Zwischen Protz und Trotz

Sprintzeit? Verbrauch? Platzangebot? Bei diesem Test kann man sich klassische Bewertungsparameter getrost schenken. Was er kann, ist eigentlich egal, es zählt nur, was er ist: Das einzige in Serie gebaute SUV-Cabriolet der Welt. Und diese Besonderheit ist so schrullig wie großartig, denn wer auffallen will, und dafür sind Cabriolets letztlich ja auch gemacht, dem bietet Land Rover mit dem offenen Evoque eine Plattform allerfeinster Güte. Was allerdings auch schon mal peinlich werden kann.

Das Stoffdach ist fünflagig und bietet somit eine ordentliche Geräusch- und Wärmedämmung
Das Stoffdach ist fünflagig und bietet somit eine ordentliche Geräusch- und Wärmedämmung

Und zwar dort, wo der Offen-Brite offen gefahren wird, die Öffentlichkeit für solche Autos jedoch nicht offenherzig genug ist. In München oder Starnberg würde sich unser orangefarbener Range mit seinen schwarzen 20-Zoll-Rädern gut ins Straßenbild einfügen, in Gegenden mit zurückhaltender Lebenskultur provoziert der Engländer jedoch. Zumindest in der ein oder anderen Situation hätten wir so manchem verständnislos schauenden Passanten entschuldigend entgegnen mögen: „Ist nur geliehen.“ Andererseits hat es viel Spaß gemacht, mit dieser rollenden Showbühne zu provozieren.

Eine richtige Schönheit ist der Evoque allerdings nicht. Cabriolet-Derivate von Steilheckfahrzeugen haben noch nie Preziosen-Status erlangt. Entsprechend hatte Audi beim A3 Cabriolet ein ästhetisches Erbarmen mit seinen Kunden. Immerhin hat man im Fall des Evoque auf einen Bügel verzichtet und so muss sich das extralange Dach entsprechend ohne Zwischenstütze über den gesamten Innenraum strecken. Das geht ganz automatisch per Knopfdruck und geht auch während der Fahrt bis fast 50 km/h. Offen wird es nicht zu stürmisch, geschlossen fühlt man sich angesichts der soliden Dachkonstruktion wohl behütet. Erst jenseits von 160 km/h wird es unter der fünflagigen Stoffpelle etwas laut. Das Cabriolet eignet sich also durchaus für den Langstreckeneinsatz, zudem ist es auch noch ganzjahrestauglich. Bei kalten Außentemperaturen wird man die Temperaturvorwahl der Klimaautomatik allerdings um ein paar Grad höher einstellen als bei Autos mit Festdach.

Rund 20 Sekunden dauert es, bis das Dach vollständig geöffnet oder geschlossen ist
Rund 20 Sekunden dauert es, bis das Dach vollständig geöffnet oder geschlossen ist

Das Platzangebot ist für ein Cabriolet durchaus ordentlich, doch der gehobene Nutzwert des normalen Evoque ist auf der Strecke geblieben. Hinten können Erwachsene zwar mitfahren, doch realistisch betrachtet ist die zweisitzige Rückbank angesichts der geringen Kniefreiheit und der steil stehenden Rückenlehne nur Kindern zumutbar. Zudem mussten große Teile des Kofferraums dem Verdeckkasten weichen, weshalb das zu einem kläglichen Ladeschlitz verkommene Gepäckabteil nur 250 Liter aufnehmen kann.

Vorne ist das Platzangebot hingegen tadellos, wie auch die Ausstattung, die mit vielen Annehmlichkeiten verwöhnt. Feines Leder, schickes Design, Sitzheizung, Tempomat oder ein Infotainmentsystem mit Riesentouchscreen sind an Bord. Im Vergleich zum Vorgängersystem ist der neue Multimedia-Alleskönner gewiss ein Fortschritt, doch mit der Funktionalität und Bedienbarkeit haben wir das ein oder andere Mal gehadert. Unverzichtbar beim Offen-Evoque: Parkpiepser und Rückfahrkamera, denn zumindest bei geschlossenem Dach ist die Übersicht nach hinten äußerst dürftig.

Vorne hat man gute Platzverhältnisse, auf der zweisitzigen Rückbank wird es für Erwachsene allerdings etwas eng
Vorne hat man gute Platzverhältnisse, auf der zweisitzigen Rückbank wird es für Erwachsene allerdings etwas eng

Nach vorne geht der Blick durch eine sehr langgezogene und flach bauende Frontscheibe. Fürs genussvolle Cruisen bot uns der Evoque einen bemerkenswert angenehmen Antrieb. Der 180-PS-Diesel bleibt akustisch dank der behände die Gänge wechselnden Neunstufen-Automatik meist dezent im Hintergrund. Der Motor kann aber auch vehement anschieben. Immerhin 430 Newtonmeter sorgen für satten und dank Allradantrieb auch sauberen Vortrieb, der eine Sprintzeit aus dem Stand auf Tempo 100 in rund 10 Sekunden ermöglicht. 195 km/h sind offiziell drin, die Tachonadel haben wir sogar auf deutlich über 200 km/h geschoben, natürlich nur auf freier Autobahn. Aus den 5,7 Litern Normverbrauch werden in der Praxis bei ruhiger Fahrt sechseinhalb bis sieben Liter, wer dem Temporausch verfällt, wird mit 8 oder 9 Litern leben müssen.

So richtig zum Bolzen animiert der fast zwei Tonnen schwere Offen-Evoque selbst im Sportmodus nicht, obwohl er sich mit seinen Riesenrädern fast wie auf Schienen durch Kurven scheuchen lässt. Und das trotz dachloser Karosserie sogar weitgehend verwindungsfrei. Mit 200 Kilogramm Stahl wurde das Chassis untenrum mächtig und wirkungsvoll verstärkt. Das ist übrigens auch bei Offroadausflügen hilfreich, denn ganz nach Art des Hauses will sich der Freiluft-Range auch abseits befestigter Straßen behaupten. Ob es Sinn macht, mit einer fahrenden Sonnenbank durchs Outback zu kraxeln, muss aber natürlich jeder für sich entscheiden.

Wer dieses außergewöhnliche Automobil will, braucht einen souveränen Kontostand. Mindestens 51.400 Euro kostet das Evoque Cabriolet mit dem 110 kW/150 PS starken Basisdiesel. Im Fall der von uns getesteten Version mit dem Top-Selbstzünder und Topausstattung HSE kommen sogar über 60.000 Euro zusammen. Wer es besonders gediegen will, kann bei Land Rover zudem viele Extras ordern und damit den Preis auch auf über 75.000 Euro treiben. (Mario Hommen/SP-X)

Range Rover Evoque Cabrio – Offen für Neues

Wenn in den kommenden Tagen das neuste SUV-Modell im Schaufenster des Land Rover-Händlers einparkt, dürfte es auch die Blicke derjenigen auf sich ziehen, die sich weder für die Fahrzeuge der Marke noch für SUV oder gar für Neuwagen interessieren. Vorausgesetzt der findige Händler hat es oben ohne aufgestellt: Die Briten bringen das Erfolgs-SUV Evoque als Cabrio und kreieren damit eine weitere Spielart im höher gelegten Boom-Segment.

Wer jetzt vor Abscheu die Hände vors Gesicht schlägt, dem sei gesagt: In echt ist es nicht so schlimm, wie es sich anhört – im Gegenteil. Trotz erheblicher Vorbehalte gegenüber dieser neuen, ungewöhnlichen Gattungskreuzung bekennen wir nach einer ersten Testfahrt: Dieses SUV-Cabrio ist gut gelungen.

Für den üppigen Einstiegspreis von 51.200 Euro sind  schon viele Extras an Bord
Für den üppigen Einstiegspreis von 51.200 Euro sind schon viele Extras an Bord

Beginnend mit dem Design: Schon mit festem Dach gibt der seit 2011 gebaute Evoque mit seinem flachen, nach hinten abfallenden Dach oder den gut gefüllten Radhäusern den Schönling des Kompakt-SUV-Segments. Gänzlich ohne Dach – die Stoffmütze verschwindet bündig hinter den Rücksitzen – sieht der Brite nicht nur weiterhin harmonisch aus, sondern strahlt tatsächlich Grandezza aus. Prinzessin Catherine, mit wehendem Haar winkend am Steuer, ist ein Anblick, den man sich vorstellen könnte.

Natürlich kann man über die generelle Eleganz der SUV-typisch hohen Gürtellinie bei einem Cabrio streiten. Aber wer SUV mag, dem wird diese Frischluft-Version gefallen. In 18 Sekunden verschwindet das automatische Verdeck, bis 48 km/h Geschwindigkeit. Das ist ziemlich schnell, auch in Anbetracht der Größe der Stoffmütze: Land Rover rühmt sich damit, beim Evoque das „längste und breiteste“ Verdeck des gesamten Marktes zu montieren. Zurück dauert der Vorgang mit 21 Sekunden etwas länger.

Schon mit festem Dach gibt der seit 2011 gebaute Evoque  den Schönling des Kompakt-SUV-Segments
Schon mit festem Dach gibt der seit 2011 gebaute Evoque den Schönling des Kompakt-SUV-Segments

Ist das knapp geschnittene Dach geschlossen, verliert sich allerdings etwas des wohlproportionierten Auftritts. Und im Innern wird es ziemlich duster. Unnötig zu sagen, dass der Ausblick – beim Evoque schon durch kleine Fensterflächen knapp bemessen – beim Cabrio nicht größer geworden ist, zum Glück sind mindestens Parkpiepser vorn und hinten serienmäßig. Sehr groß Gewachsene könnten zudem den dunklen Dachhimmel als unangenehm nah an ihrem Scheitel empfinden.

Davon abgesehen überrascht das Cabrio beim Platzangebot positiv: Zwar ist die maximale Insassenzahl in der offenen Version um eine Person geschrumpft. Auf allen vier Plätzen finden aber dafür auch Erwachsene genügend Bein- und Kopffreiheit für eine längere Fahrt – von außen würde man das dem Cabrio nicht zutrauen. Limitierender Faktor für die Rückbankbesetzung ist allerdings der Zustieg, für den man, zumindest bei geschlossenem Dach, eine gewisse Gelenkigkeit mitbringen sollte.

Die 360-Grad-Kamera ist nicht nur im Gelände nützlich
Die 360-Grad-Kamera ist nicht nur im Gelände nützlich

Auch das Hineinbugsieren des Gepäcks in den Kofferraum ist naturgemäß nicht mehr ganz so einfach, wenn statt einer großen Heckklappe nur ein kleines Kläppchen aufschwingt. Egal ob das Verdeck offen oder geschlossen ist, es sind immer 251 Liter Platz. Das ist in etwa so viel wie im VW Polo, für ein SUV ziemlich wenig, für ein Cabrio okay. Für Skifahrer gibt es optional eine Durchreiche fürs Sportgerät. Zum Urlaubsmobil für vier Personen taugt der offene Evoque aber nicht.

Auf einem kleinen Offroad-Parcours zeigt der Evoque bei der ersten Fahrt, dass tatsächlich auch ein offener Range Rover Gelände kann: Dank des aus anderen Modellen bekannten „Terrain Response“-System braucht der Fahrer keine Geländeerfahrung, sondern wählt nur den Untergrund – zum Beispiel Schnee, Schotter, Gras – und das Auto unterstützt. Über Stock und Stein wird auch klar: Bei der Verstärkung der offenen Version haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet: Auch bei ganz genauem Lauschen knirscht in den Verschränkungspassagen nichts.

das Erfolgs-SUV Evoque als Cabrio
das Erfolgs-SUV Evoque als Cabrio

Angemessen wenig Geräusche lässt das fünflagige Verdeck durch, während sich der getestete 132 kW/180 PS-Diesel unter Volllast nicht unangenehm, aber durchaus deutlich zu Wort meldete. Der starke Vierzylinder-Diesel ist eine gute Wahl, er zieht ab 1.750 Touren ambitioniert durch und lässt im Alltagsbetrieb sicher in keinem Moment den Wunsch nach mehr Power aufkommen. Seinem Normverbrauch von 5,4 Litern/100 Kilometer kam der Diesel allerdings bei der flotten Testfahrt mit 8,6 Litern Verbrauch nicht annähernd nahe.

Die stärkere Selbstzünder-Variante – daneben wird noch ein 110 kW/150 PS-Diesel und ein 177 kW/240 PS-Benziner angeboten – wird laut Land Rover die meistverkaufte sein. Ohnehin geht man in Deutschland von einem Dieselanteil von 95 Prozent aus. Alle Motoren sind mit Allrad und Neunstufen-Automatik kombiniert. Für die Zukunft dürfte die Diesel-Palette noch nach oben ausgebaut werden.

In seiner Rolle als Lifestyle-Objekt gibt es das Evoque Cabrio ausschließlich in den zwei höchsten Ausstattungslinien. Für den üppigen Einstiegspreis von 51.200 Euro sind daher schon Extras wie Infotainmentsystem mit 10,2 Zoll großem Touchscreen, Lederausstattung, 18-Zoll-Leichtmetallräder, Zweizonen-Klimaautomatik oder Einparkhilfen vorn und hinten an Bord. Der große Diesel liegt bei mindestens 54.100 Euro, ebenfalls in der Ausstattung SE Dynamic, in Topausstattung werden 60.300 Euro fällig. Vollausgestattet ist das Cabrio damit allerdings keinesfalls, in die sehr nützliche 360-Grad-Kamera (zum Einparken oder im Gelände), LED-Scheinwerfer, Head-Up-Display oder diverse Assistenzsysteme kann zusätzlich ein vier- oder fünfstelliger Betrag investiert werden.

Bei der Verstärkung der offenen Version haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet
Bei der Verstärkung der offenen Version haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet

Zehn bis 15 Prozent der Jahresproduktion von rund 125.000 Evoque sollen künftig ohne festes Dach ausgeliefert werden. Noch vor Markstart sind hierzulande bereits 500 Exemplare – ohne Probefahrt – vorbestellt worden. Wenn es nach den ungläubigen Blicken der anderen Fahrer geht, als wir mit offenem Verdeck SUV-Cabrio durch das neblige Sauerland gecruist sind, dürften zumindest die Probefahrt-Anfragen ab Marktstart Anfang Juni sprunghaft ansteigen. (Hanne Schweitzer/SP-X)

Range Rover Evoque Modelljahreswechsel – Mit Technik-Update

Zum neuen Modelljahr stattet Range Rover sein Kompakt-SUV Evoque mit neuen Technik-Merkmalen aus: So sind für die ab August lieferbaren Evoque auf Wunsch ein neues Infotainmentsystem mit Konnektivitätsfunktionen sowie eine 360-Grad-Einparkhilfe erhältlich.

Gesteuert wird das Infotainmentsystem InControl Touch Pro über einen 10,2-Zoll-Touchscreen, der über Wischen und Tippen bedient wird. Über ein Konnektivitätspaket verbindet sich das System mit dem Handy, außerdem stellt das Auto einen Wifi-Hotspot für bis zu acht Mobilgeräte zur Verfügung. Die Einparkhilfe mit 360-Grad-Rundumblick soll das Manövrieren insbesondere in engen Parkhäusern erleichtern. Zu Preisanpassungen äußert sich Land Rover noch nicht. Derzeit kostet der Evoque mindestens 34.500 Euro.

Landsitz: Range Rover 5.0 SVAutobiography

Natürlich besitzen alle Eigentümer eines Range Rover ein Landgestüt, gehen in ihrer Freizeit einem elitären Sport nach und würden nie etwas auf Ihre Majestät, die Königin, kommen lassen. Oder so. In der Realität dürfte dem Großteil der Range-Käufer das britische Königshaus wumpe sein und der Range Rover ist doch eher bequemes Reise- und Prestigemobil denn Gelände-Hochsitz. Dabei gehört der Range Rover zu den Vertretern der Gattung: „Wir können es auch im Gelände richtig.“

Kurz gefahren: Range Rover 5.0 SVAutobiography

No sports, please

Man sitzt wirklich weit oben. Fahrer von Kleintransportern blicken auf. Doch dieser Range ist unter seinen Brüdern vom Schlage Range Rover noch einmal etwas besonderes: Langer Radstand, Fünfliter V8 mit Aufladung per Kompressor und eine Innenausstattung, die manche Eigentumswohnung in Upper Manhattan ärmlich erscheinen lässt. Willkommen im „LWB Autobiography“. Dem Range Rover mit dem „bisschen mehr“. Von allem.

Test Fahrbericht 65 Range Rover LWB V8 SVAutobiography

Das fängt bei der Länge an. Mit 5.20 Metern und der Höhe eines Einfamilienhauses ist der Range Rover vor allem in der LWB-Version eine unfassbar präsente Erscheinung auf der Straße. Der Range Rover wirkt nicht groß. Er ist groß. Und wer sich die „vollste“ der „vollen Hütten“ gönnt, der erhält einen V8 Kompressor, der in der SVAutobiography-Version noch einmal zusätzlich „aufgeblasen“ wurde. Mit 550 PS ist dies der vermutlich schnellste Landsitz, den man sich als Adliger zulegen kann.

Und für den Adel ist dieser Range auch gedacht. Denn das auf dem Autobiography basierende Testfahrzeug wurde von den Spezialisten der Konzern eigenen Truppe Special Vehicles noch einmal so ordentlich ran genommen. Was dem Mercedes der Maybach, ist dem Range Rover nun der „SVAutobiography“. Die Vergleichbarkeit des großen Range ist fast nicht mehr möglich. Einzig der neue Bentayga von Bentley schafft es unter Umständen, noch eine gemeinsame Basis zu finden.  Im Gegensatz zum Bentayga darf der Range Rover jedoch auf Generationen von überzeugten Aristokraten zurückblicken und die wissen, was sie am großen Range haben.

Test Fahrbericht 133 Range Rover LWB V8 SVAutobiography

Welcome to the lounge

Theoretisch darf man sich die SVAutobiography-Ausstattung zu jedem Range Rover ordern. Aber nur im „LWB“ und dem feisten Kompressor-V8 macht es so richtig Laune. Wenn, dann richtig. Ein Kaminzimmer plant man ja auch nicht in einer Studenten-Bude ein.

Zudem bekommt der SVAutobiography-Range neben den Massage-Loungesesseln und dem überwältigend verwendeten Leder auch eine PS-Spritze. 40 PS und 55 Newtonmeter plus. Auf dem Papier. Einmal in Fahrt, kommt es auf die Details eh nicht mehr an. Er spurtet aus dem Startblock, als wäre ein Pfändungsbescheid am Schlosstor hinterlegt. Mit dem Gaspedal sollte man also sensibel umgehen. Zu schnell verliert man sonst in Reihe zwei die Contenance. Und Beschwerden hört man in Reihe eins eh kaum noch. Zu groß der Abstand zwischen den Sitzreihen.

Dass der wüst mit Newtonmetern um sich werfende V8 so gefühlvoll agieren kann, ist auch ein Verdienst des Automatikgetriebes. Die von ZF stammende Achtgangbox hält einfach stets die korrekte Übersetzung parat und fällt – sinnigerweise – gerne in einen Modus, in dem man sich vom Drehmoment des Kompressor-V8 treiben lässt.

Test Fahrbericht 83 Range Rover LWB V8 SVAutobiography

Landsitz bis Tempo 250

Trotz der 22-Zöller, ein Range Rover ist immer auch einer, den man mit ernsthaften Absichten durch das Gelände jagen kann. Aber man macht es nicht. Nicht mit dieser Variante. Viel zu schade wäre es um Hochfloor-Teppich und Edelhölzer. Und auch dem Lack will man keine Schmutzspritzer verpassen. Tätscheln, streicheln und einfach darin sitzen bleiben. Den Komfort erleben. Und das soll sogar bis Tempo 250 machbar sein. Wir haben es nicht ausprobiert. Wir widerstanden auch der Verführung, den Offroad-Talenten auf das Leder zu gehen. Nein. Genießen mit allen Sinnen war angesagt.

Der Range Rover ist, gerade als LWB SVAutobiography, die ideale Ergänzung zum mondänen Landsitz – oder, falls der Pfändungsbescheid am Schloßstor kein Alptraum war, der einzig ernsthafte Ersatz zum Landsitz.

News: Range Rover Evoque Cabriolet – Oben ohne ins Gelände

Profis auf dem Gebiet automobiler Skurrilitäten mögen sich vielleicht erinnern: Es gab schon mal ein SUV-Cabrio, von Nissan. Die Japaner haben tatsächlich 2011 den Murano in einer offenen Variante auf den US-Markt gebracht, und 2015 wieder eingestellt. Wahrscheinlich aus Rücksicht auf den guten Geschmack, den eine Schönheit war der bummelige Open-Air-Kraxler bei weitem nicht. Dass es auch eleganter geht, beweist Land Rover: Ab dem 4. Juni steht das Range Rover Evoque Cabriolet für mindestens 51.200 Euro beim Händler und soll zukünftig rund 15 Prozent der Kunden anlocken. Insgesamt geht Land Rover davon aus, dass durch das Cabrio der Absatz um rund 1.000 auf mindestens 7.000 Fahrzeuge pro Jahr steigt.

Dass es auch den offenen Evoque nur mit Allradantrieb gibt, versteht sich von selbst; zum Spritsparen treiben den Range Rover unter Normalbedingungen aber nur die Vorderräder an.
Dass es auch den offenen Evoque nur mit Allradantrieb gibt, versteht sich von selbst; zum Spritsparen treiben den Range Rover unter Normalbedingungen aber nur die Vorderräder an.

Das dürfte gelingen – zumindest, wenn der Brite offen im Schauraum steht: Mit leicht aufsteigender Schulterlinie und einem kecken Heckspoiler wirkt das Cabrio so, als wäre ein offenes SUV das selbstverständlichste auf der Welt. Spannt sich dagegen das derzeit flächengrößte Verdeck auf dem Markt über die Sitze, verliert der Evoque ein wenig von seinem Glanz; aber irgendwie müssen die Passagiere schließlich vor Wind und Wetter geschützt werden. Die Stoffmütze verschwindet bis 48 km/h binnen 18 Sekunden im Heck, das – offen wie geschlossen – noch Platz für 251 Liter Gepäck bereitstellt. Umgekehrt tun sich die vier E-Motoren etwas schwerer, das Entfalten dauert drei Sekunden länger. Der Preisaufschlag von rund 3.000 Euro gegenüber den geschlossenen Varianten ist für ein Cabrio nicht unüblich, und gering im Vergleich zum Aufwand, den die Briten betreiben mussten, um dem offenen SUV höchstmögliche Verwindungssteifigkeit zu verpassen. An allen Ecken und Enden haben die Ingenieure die Karosserie verstärkt, was schließlich in 150 Kilogramm extra und fast zwei Tonnen Leergewicht resultiert.

Mit der Terrain-Response-Steuerung, dem Wade-Sensing-System und einem Kriech- und Bergabfahrassistenten bekommt jeder Fahrer zumindest das Handwerkszeug gereicht, um den planen Asphalt verlassen zu können.
Mit der Terrain-Response-Steuerung, dem Wade-Sensing-System und einem Kriech- und Bergabfahrassistenten bekommt jeder Fahrer zumindest das Handwerkszeug gereicht, um den planen Asphalt verlassen zu können.

Gelohnt hat sich der Aufwand allemal: Der offene Evoque gleitet elegant über Schienen und Gullideckel hinweg, fängt selbst auf Kopfsteinpflaster nicht an zu zittern und meistert auch schweres Gelände so bravourös, wie der Rest der Familie. Das wird zwar kaum ein Käufer ausprobieren, doch wäre der Evoque kein Land Rover, sondern nur irgendein SUV, würde er den hauseigenen Hardcore-Testparcours bei Eastnor Castle nicht meistern. Mit derTerrain-Response-Steuerung, die alle Systeme dem jeweiligen Untergrund anpasst, dem Wade-Sensing-System für Wasserdurchfahrten und einem Kriech- und Bergabfahrassistenten bekommt jeder Fahrer zumindest das Handwerkszeug gereicht, um den planen Asphalt verlassen zu können. Dass es auch den offenen Evoque nur mit Allradantrieb gibt, versteht sich von selbst; zum Spritsparen treiben den Range Rover unter Normalbedingungen aber nur die Vorderräder an.

Serienmäßig ist ein neues Infotainment-System mit 10,2 Zoll großem Touchscreen an Bord, das sich in bewährter Tablet-Manier problemlos bedienen lässt.
Serienmäßig ist ein neues Infotainment-System mit 10,2 Zoll großem Touchscreen an Bord, das sich in bewährter Tablet-Manier problemlos bedienen lässt.

Den Antrieb selbst übernehmen die bekannten Triebwerke, drei Vollaluminium-Vierzylinder stehen zur Wahl. Wenngleich Cabrio und Diesel eine nach wie vor eher unübliche Kombination sind, geht Land Rover davon aus, dass sich rund 95 Prozent für einen der beiden Zweiliter-Selbstzünder entscheiden. In der Basis leistet das laufruhige Aggregat 110 kW/150 PS. Die Stark-Version kommt auf 132 kW/180 PS, doch die gut 3.000 Euro, die für die Extra-Potenz fällig werden, könnte man sich bestimmt sparen, schließlich legt sich schon der Einstiegsmotor mit 380 Newtonmetern mächtig ins Zeug. Doch fast alle Kunden greifen zum stärkeren Motor; Geld spielt bei der Land-Rover-Klientel nicht die Hauptrolle.

Lieber erfreut sich die Kundschaft an den 420 Newtonmetern Drehmoment, die bei 1.750 Umdrehungen schwungvoll zuschlagen und dem SUV einen spürbaren Tritt in den schicken Hintern verpassen. Ein leichtes Schwächeln bei niedrigeren Touren kaschiert die stets serienmäßige Neungang-Automatik gekonnt, nur beim Rausbeschleunigen aus der Kurve braucht das ZF-Getriebe manchmal einen kleinen Denkanstoß, um den Diesel bei Laune zu halten – den liefert im Zweifelsfall aber der Sportmodus. Für welchen der beiden Selbstzünder man sich auch entscheidet, im Mittel werden 5,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrannt; auf den kurvigen Bergstrecken rund um das französische Ski-Eldorado Courchevel steht aber schnell auch ein zweistelliger Wert im Bordcomputer. Will man partout einen Otto unter der Haube, muss man einen Normverbrauch von 8,6 Litern einkalkulieren, erhältlich ist der ebenfalls zwei Liter große 177 kW/240-PS-Benziner ab 55.100 Euro.

Offen wie geschlossen bietet der Kofferraum des Evoque Cabrio noch Platz für 251 Liter Gepäck
Offen wie geschlossen bietet der Kofferraum des Evoque Cabrio noch Platz für 251 Liter Gepäck

Wer auf der ohnehin reichlich engen Rückbank keine Passagiere mitnimmt, kann ein Windschott installieren, das den Zug um die Ohren deutlich reduziert; mit geschlossenen Scheiben lässt sich auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt problemlos offen fahren; Sitz- und Lenkradheizung tragen das Ihre zum Wohlbefinden bei. Die übrigen Sonderausstattungen gleichen denen der geschlossenen Brüder, vom Head-up-Display über Abstandstempomat und Spurhalteassistent bis zu den Massagesitzen und einer abnehmbaren Anhängerkupplung (1,5 Tonnen dürfen an den Haken) ist einiges im Angebot. Sogar serienmäßig ist ein neues Infotainment-System mit 10,2 Zoll großem Touchscreen an Bord, das sich in bewährter Tablet-Manier problemlos bedienen lässt. Einziges Manko: Scheint die Sonne drauf, ist der Bildschirm kaum mehr abzulesen – und das kommt bei einem offenen Auto leider häufig vor.

News: Range Rover Evoque Cabrio – Mit Stoffmütze ins Gelände

Range Rover bietet Geländewagen an, mit den man eigentlich überall hinkommt. Und dennoch betreten die Briten jetzt neues Terrain indem sie die Evoque-Familie um ein Cabrio ergänzen. Den ab Frühjahr erhältlichen Viersitzer mit Stoffdach gibt es ab 51.200 Euro, wahlweise mit dem 180 PS-Diesel oder einem 240 PS starken Benziner und immer nur mit weitgehender Vollausstattung.

Das Range Rover Evoque Cabriolet reiht sich als fünftes Mitglied in die Range Rover-Familie ein – und als erstes mit aufklappbarem Dach. Wer der Natur näher sein will, kann das Sandwich aus Stoff per Knopfdruck innerhalb von 18 Sekunden im Verstaufach verschwinden lassen. In der Gegenrichtung vergehen bis zum geschlossenen Zustand 21 Sekunden. Beide Aktionen sind bis zu einem Tempo von 48 km/h möglich.

Das parallel zum Evoque Fünftürer und Coupé im britischen Halewood produzierte Cabrio will aber nicht zum Boulevard-Kreutzer mutieren, sondern weiterhin kerniger Geländewagen sein. Es wurden den Offroad-Eigenschaften keine Kompromisse akzeptiert. Im Stahlkorsett kräftig verstärkt, kraxelt das Cabrio deshalb ohne Knistern und Knacken über Stock und Stein und watet dabei genauso tief durchs Wasser oder erklimmt genauso steile Hügel wie der konventionelle Evoque. Denn natürlich sind auch der Allradantrieb und alle elektronischen Fahrhilfen Standard.

Den Antrieb des Cabriolets übernehmen die bekannten Evoque-Triebwerke: Zur Wahl stehen der 177 kW/240 PS starke Benziner und der 2,0 Liter große Diesel mit 132 kW/180 PS. Beide Motoren werden ausschließlich mit einer Neunstufen-Automatik ausgeliefert.

News: Range Rover SV Autobiography – Britain´s next Top Model

Er will der längste, teuerste und stärkste Range Rover in der 45jährigen Historie des Klassikers sein: Der „Range Rover 5,0L Supercharged SV Autobiography“ ist 5,12 Meter lang, hat 405 kW/550 PS unter der Haube und kostet fast 200.000 Euro. Für den stolzen Preis ist aber nahezu alles an Bord, was die lange Preisliste der normalen Modelle an Extras bereithält.

Ähnlich wie Mercedes mit AMG oder BMW mit seiner „M GmbH“ leisten sich auch Schwestermarken Land Rover und Jaguar eine Edelschmiede, die Serienmodelle verfeinert, mit noch mehr Leistung versorgt und innen mit allerlei Luxuseinbauten verwöhnt. „SVO“ heißt die Abteilung, was für „Special Vehicles Operation“ steht und nüchtern übersetzt „Geschäftsfeld Spezialfahrzeuge“ bedeutet.

Daraus stammt der Chef aller Range Rover. Die beiden lederbespannten Rücksitze bieten eine gefühlt endlose Beinfreiheit. Die Hinterbänkler werden durch eine Mittelkonsole getrennt, in der sich ein Kühlfach, zwei elektrisch ausfahrbare Tische und die Fernbedienung für das Multimedia-System verstecken. Alles handgefertigt wie die Abdeckungen der Sitzschienen aus Aluminium und Teppichmatten. Beim Beladen hilft ein ausziehbarer Kofferraumboden, der ebenfalls mit Holzdekor geschmückt ist.

Dem Spitzenmodell spendierten die Techniker die derzeit potenteste Version des bekannten Fünf-Liter-Achtzylinder, der eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ermöglicht. Natürlich hat der König aller Range Rover Allradantrieb, Luftfederung und ein ausgeklügeltes elektronisches System für alle Arten von Gelände. Bei Testfahrten in den britischen Midlands erwies sich der Gigant vor allem auf festen Straßen als leicht beherrschbar, auch wenn man in engen Kurven etwas weiter ausholen musste. Vom Fahrgefühl gibt es sonst keinen Unterschied zu den Normalmodellen. Die Zahl der Käufer ist wegen des horrenden Preises begrenzt und auf Märke wie China oder den USA konzentriert.

Autor: Peter Maahn/SP-X

Range Rover Evoque: Facelift für den Offroad-Beau

Kein ganz leichter Spagat, den der Range Rover Evoque seit ein paar Jahren hinlegen muss. Auf der einen Seite ist das kompakte SUV der Briten das „Lifestyle-SUV“ par excellence, auf der anderen Seite muss auch ein „kleines SUV“ bei den Briten durch das Gelände marschieren. Da gehören 50 Zentimeter Wattiefe durchaus zum Pflichtprogramm.

Botox für den Briten

Vorstellung des Range Rover Evoque

Es ist ein zartes Facelifting für den Range Rover Evoque. Allzu viel wollte man vermutlich auch nicht verändern. Ist das kleine englische SUV doch seit seinem Erscheinen 2011 ein Dauerseller im Programm von Range Rover. Und der mit der größten Stückzahl zudem. Rund 450.000 Fahrzeuge in vier Jahren. Da kann man sich beim anstehenden Facelift ein wenig zurück halten.

Test Fahrbericht 002 Range Rover Evoque Herstellerfotos

Die größte Neuheit steckt dann auch unter der Hülle. Neben dem neuen Triebwerk ist es ein überarbeitetes Fahrwerk. Optional bietet man „Magnaride-Dämpfer“ und damit in der Wirkung variable Stoßdämpfer. Das richtige Werkzeug, um dem Evoque in beiden Disziplinen, dem soften Touren und dem sportlichen Wedeln noch einmal nachzuhelfen. Dass zudem die Lenkung neu abgestimmt wurde, hilft beim Erfahren der neuen Fahrwerksabstimmung. Für ein SUV ist der Evoque angenehm direkt, geht freudvoll aktiv zur Sache. Dabei verkneift sich das Fahrwerke jedwedes Poltern. Der Evoque fühlt sich erwachsen an. Und das bei seiner überschaubaren Größe.

Damit sich das Fahrwerk auch gefordert fühlt, zog eine neue Motorengeneration unter der Motorhaube ein. Die ältlichen 2.2 Liter Diesel (aus einer Kooperation mit Peugeot stammend) mussten ihren Platz räumen, an ihre Stelle treten nun moderne 2.0 Liter Dieselmotor der „Ingenium-Generation“. Diese Voll-Aluminium Triebwerke sind eine Jaguar / Land-Rover Eigenkonstruktion und dank AdBlue-Technik zu 100% auf EU6 getrimmt. (In Zeiten wie diesen muss man das ja auch mal erwähnen! )

Die Diesel-Triebwerke der neuen Ingenium-Generation sind rund 20 Kilogramm leichter als die 2.2 Liter Motoren und werden aktuell in zwei Power-Varianten angeboten. Der Evoque nagelt entweder 150 oder 180 PS stark durch die Lande. Das Geräusch des Selbstzünders kann der Evoque nie ganz verstecken, im Stand noch prägnant, verschwimmt es bei Richtgeschwindigkeit dann aber mehr und mehr im Hintergrund.

Der 150 PS starke Diesel ist als eD4 mit Frontantrieb erhältlich, ptional auch als Allradler. Den 180 PS Diesel gibt es hingegen nur mit Allradantrieb. Was dem Frontantriebler jedoch definitiv fehlt, ist die Option, das 9-Gang Automatikgetriebe von ZF als Option zu ordern. Im Gegensatz zum eher knochig zu schaltenden manuellen Getriebe verwöhnt der Automat mit verschliffenen Gangwechseln und einer immer passenden Übersetzung.

Test Fahrbericht 056 Range Rover Evoque Herstellerfotos

Fünf Türen oder drei?

Vor allem eine optische Frage. Die Antwort muss sich jeder selbst geben. Der Dreitürer sieht noch einmal eine Nummer verschärfter aus. Range Rover nennt die Variante „Coupé“ – nun, kann man tun.

Lifestyle kostet

Der Range Rover Evoque ist ganz sicher der Lifestyle-Experte unter den kompakten SUVs, allerdings lassen sich die Briten diesen „Glanz“ auch ganz ordentlich bezahlen. Zwischen 34.500 und 56.400 € bewegt sich die Spanne für die Eintrittskarte in das „königliche“ Lifestyle-SUV. Dabei bleibt immer noch ein wenig Luft für die Optionen auf der Aufpreisliste.

Die bietet allerhand Schmankerl. Vom adaptiven LED-Scheinwerfer und einem großen Panorama-Glasdach über klimatisierte Sitze, Einpark-Assistenten, Premium-Soundsystem und verschiedenen Paketen, in denen thematisch die wichtigsten Ausstattungs-Details zusammengefasst wurden.

Mit 7.200 € kostet das Luxuspaket soviel wie anderswo ein Kleinwagen, beinhaltet jedoch das Panorama-Glasdach, neue Assistenzsysteme, das Meridian-Soundsystem, Keyless-Go, eine elektrische Heckklappe und noch einige andere Details.

Test Fahrbericht 050 Range Rover Evoque Herstellerfotos

Fazit:

Der Evoque bekam ein mildes Facelift, ein wenig Botox in die Stoßfänger des britischen Style-SUV. Er bleibt dennoch das kompakte SUV mit beeindruckenden Restwerten, überzeugt mit modernen Motoren und kombiniert den Großstädter-Chic mit den Trekking-Talenten eines bequemen Wanderstiefels.

Erste Fahrt: Range Rover Sport SVR

Rock am Ring

Dass ein SUV nicht ins Gelände gehört, weiß man ja schon länger, obwohl einige durchaus gute Geländewageneigenschaften besitzen. Auf der Münchner Maximilianstraße benötigt man diese aber weniger, außer, man möchte einen Bordstein erklimmen.

Und für dort, aber auch für richtigen Männer-Asphalt, der auf einer Rennstrecke ausgelegt wurde, gibt es ein neues Spielzeug, den Range Rover Sport SVR. Es handelt sich dabei um einen von der bei Land Rover neu gegründeten Abteilung „Special Vehicles Operations“ (SVO) modifizierten Range Rover Sport V8.

Nicht nur äußerlich wirkt das neue Topmodell der Range Rover Familie, in der SVR-Exklusivfarbe „Estorilblue“ lackiert, brutal, richtig ab geht’s unter der Haube. 550 PS, 680 Nm Drehmoment und 260 km/ Spitzengeschwindigkeit, im SUV, erscheinen schon auf dem Papier unbegreifbar. Der Motor ist eine Evolutionsstufe des 5,0-Liter-V8-Kompressormotor Triebwerks, das 40 PS und 56 Nm mehr leistet als im Serien Range Rover Sport V8. Es ist eher die Gesamtheit des Fahrzeugkonzeptes und die Detailverbesserung, die den Mehrpreis von 25.000 Euro gegenüber dem Serien-Pendant ausmachen.

Und wo kann man solch einen Böller am besten ausprobieren? Richtig, auf der GP-Strecke des Nürburgrings. An diesem Dienstagmorgen, bei eisigem Wind um die 10 Grad in der Eifel, stehen ein halbes Dutzend SVR in der Boxengasse des Nürburgrings bereit, um ausgeführt zu werden. Die letzte Auspuffsonate vom 24h-Rennen, das erst vorgestern Nachmittag zu Ende ging, scheint noch nicht ganz verklungen, als wir den bärenstarken V8 starten. Wie soll man das beschreiben, dieses Gefühl, wenn sechs Hubraummonster in einer verwaisten Boxengasse zum Leben erweckt werden und der Schall durch die kalte Morgenluft zwischen den Rolltoren der Boxen und der Pitwall wie ein PingPong-Ball hin und her reflektiert.

Fahrbericht Land Rover Range rover sport 16 nurburgring

Die erste von zwei Neuheiten beim Range Rover wird uns hier vorgeführt. Die zweistufige aktive Auspuffanlage. Sie erzeugt mithilfe elektronisch gesteuerter Ventile bei höheren Drehzahlen eine Geräuschkulisse, die zu einer Rennstrecke passt, versprüht aber zugleich bei langsamerer, gleichmäßiger Fahrt kultivierte Laufruhe.

Auf der Rennstrecke glänzt der SVR zwar mit Sportwageneigenschaften. Immerhin holte er mit 8,14 Minuten die Rekordzeit für eine Umrundung der Nordschleife für ein Produktions-SUV nach England, auch wenn diese Trophäe mittlerweile wieder in Zuffenhausen steht, aber er kann seine schiere Größe und Gewicht nicht verleugnen. Sein Vollaluminium-Monocoque, das erste in seiner Fahrzeugklasse, hilft das Gewicht um 39% gegenüber des Vorgängers zu senken, aber die Waage zeigt dennoch eine zwei vor dem Komma bei der Tonnenangabe des Gewichtes an.

Fahrbericht Land Rover Range rover sport02 nurburgring schweickard

So ambivalent verhält sich der SVR bei sportiver Fahrweise. Beim Anbremsen in der Mühlenbachschleife aus voller Fahrt scheint der SVR schwer wie ein Ozeantanker zu sein und schiebt immer weiter Richtung Kurvenäußeres, dort wo der Asphalt aufhört und der Kies beginnt. Gut, das wäre jetzt kein Hindernis, denn im Gegensatz zu einem Sportwagen sitzen wir ja in einem Full-Size-SUV, einer, der auch Gelände kann. Und das mit einem richtigen, permanenten Allrad, mit einer 50:50 Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Sollte es mal richtig grob werden, steht dem Fahrer ein zweistufiges Verteilergetriebe mit Untersetzungsmöglichkeiten zur Verfügung. Und sollte überraschend ein Fluss vor dem SVR-Fahrer erscheinen, hilft die in diesem Segment unübertroffene Wattiefe von 850 Millimeter. Elektronische Helfer wie die Wassertiefenmessung „Wade Sensing“ unterstützen den Fahrer bei den Wasserspielen.

Wir probieren das heute nicht aus, bleiben auf dem Asphalt und sind erstaunt, wie leichtfüßig der SVR nun aus der Mühlenbachschleife in Richtung Schumacher-S hochzieht. Dabei brüllt der V8 wie der König der Löwen, als wolle er die gesamte Sahara vor einer Gefahr warnen. Die Lenkung ist für unsere Begriffe etwas zu weich abgestimmt und auch das Bremspedal lässt einen sehr weiten Weg zu, packt aber vehement zu.

 

„Hot Lap mit Horst von Saurma“

Doch was wirklich in diesem Macho-SUV steckt, zeigt uns Horst von Saurma, der vor drei Jahren an dieser Stelle noch mit Roland Asch und Patrick Simon das 24h-Rennen bestritten hatte.

Horst lässt die exzellent schaltende ZF-Achtstufenautomatik, die für den SVR von den SVO-Spezialisten nochmals überarbeitet wurde und nun mit um 50% verkürzten Schaltzeiten glänzt, links liegen und schaltet manuell mittels der Paddels am Lenkrad.

Mit einem Profi am Volant bewegt sich der Achtender noch mal ganz anders. Horst lässt den SVR ganz zart auf Kante den schwarzen Gummi seiner 295/40 R22 Continental SportContact5 Hochleistungsreifen in der Mercedes Arena abradieren. Die stark konturierten Oxford-Leder-Sitzschalen halten mich bei diesen Fliehkräften an Ort und Stelle und ich wundere mich, dass sich die Reifen nicht von den gewaltigen 22 Zoll Felgen verabschieden. Man kann bis in die feinsten Härchen am Arm, die vor Begeisterung senkrecht nach oben stehen, die Kraft und diese Gewalt merken, die hier am Werke ist.

Und manchmal geht auch mehr. So treibt Horst diesen SUV-Koloss, der sich so leichtfüßig anfühlt, auch mal quer über die Strecke. Der Geruch von verbranntem Reifengummi bahnt sich seinen Weg in den Innenraum. Vorne stampft der V8 wie die riesige Maschine in dem Film „Das Boot“ , als volle Fahrt befohlen wurde und U96 sich seinen Weg durch die peitschende See schneidet. Allerdings – mein Kapitän Horst von Saurma sitzt entspannt wie der Oberförster auf dem Weg zur Jagd im Gestühl. Dabei hält er das Volant locker in der Hand und rockt unter trompetenartigem Getöse aus den dicken Endrohren über den Ring.

Der Range Rover SVR wird zu Preisen ab 126.400 Euro nicht das Volumenmodell der Marke werden, aber selbst jetzt, vor der offiziellen Vorstellung beim Händler, liegen SVO schon 1.600 Bestellungen vor. Der SVR ist zwar der schnellste und leistungsstärkste Land Rover aller Zeiten, jedoch müssen die Käufer Geduld mitbringen. Bei SVO sind aktuell rund 60 Fahrzeuge gebaut worden. Die Wartezeit beträgt aktuell über sechs Monate.

 

 

Text: Bernd Schweickard © Foto: Land Rover, Bernd Schweickard

News: Range Rover Sport SVR – Britischer Leistungsträger

Kein anderer Land Rover in der über 60jährigen Geschichte der Marke ist stärker und schneller als der Range Rover Sport SVR. 550 PS, 680 Nm und 260 km/h – viel weniger als die absolute Spitze hätte es allerdings auch nicht sein dürfen beim Erstlingswerk der Special Vehicles Operations, die Jaguar und Land Rover vor gut einem Jahr aus der Taufe gehoben haben. Diese neue Abteilung ist so etwas wie das Sondereinsatzkommando für alles Eilige und Exklusive und macht viel mehr als die Werkstuner AMG & Co.

Obwohl das Aufgabenspektrum ausgesprochen breit ist, haben sich die Briten aber nicht weniger Mühe mit dem Tuning gegeben und den Wagen gründlich heran genommen: Deshalb kitzeln sie durch den höheren Ladedruck des Kompressors nicht einfach nur mehr Leistung aus dem fünf Liter großen Achtzylinder. Es gibt zudem eine Achtgang-Automatik mit 50 Prozent kürzeren Schaltzeiten, ein spürbar strammer abgestimmtes Fahrwerk und vor allem einen neuen Auspuff mit elektronisch gesteuerten Ventilen, der im Sportmodus ähnlich stimmgewaltig ist wie beim Jaguar F-Type und fast schon allein die 25.000 Euro Aufpreis wert ist, die Land Rover für das Tuning noch einmal auf den V8 packt.

550 PS, 680 Nm und 260 km/h - viel weniger als die absolute Spitze hätte es allerdings auch nicht sein dürfen beim Erstlingswerk der Special Vehicles Operations.
550 PS, 680 Nm und 260 km/h – viel weniger als die absolute Spitze hätte es allerdings auch nicht sein dürfen beim Erstlingswerk der Special Vehicles Operations.

Aber so knackig der Range Rover Sport auch um die Ecken pfeilt, so tief er sich auf die Straße duckt und so tapfer die Elektronik gegen Schwer- und Fliehkraft kämpft, machen die Briten auch im Gelände keine Kompromisse: Von der zugunsten des Anfahrdrehmoments ein wenig reduzierten Anhängelast einmal abgesehen, schlägt sich der SVR im Alltagseinsatz und abseits der Straße genauso tapfer wie jeder andere Range Rover Sport.

Zwar ist der Range Rover Sport VSR der stärkste und schnellste Land Rover aller Zeiten, er sticht mit seinem Preis von 126.400 Euro jedoch auch aus dem Baureihen-Prospekt deutlich hervor. Doch müssen die Tuner deshalb um ihr Geschäft nicht fürchten. Denn mehr Leistung geht natürlich immer. Solange man Porsche Cayenne oder BMW X6 deutlich schneller fahren kann, wird die Frage nach einem neuen Steuerchip mit einem höheren Tempolimit nicht versiegen. Und nachdem die Designer innen wie außen eine höfliche Zurückhaltung geübt haben, bleibt den Nachrüstern genügend Raum für ihre Geschmacklosigkeiten. In Moskau jedenfalls, in Dubai oder in Peking würde der SVR auch als Bodybuilder viel zu wenig auffallen.

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

News: Range Rover als Pick-up – Vom Schönling zum Freak

Vom britischen Allradler zum Vielzweck-Fahrzeug: Tuner Startech hat auf Basis des Range Rover einen Pick-up entwickelt, der nun auf der Auto Show in Shanghai (22. bis 29. April) vorgestellt wird.

Für die Verwandlung vom Geländewagen zum Transporter mit Ladefläche wurden rund 100 Karosserieteile aus Aluminium, Karbon und Stahl neu angefertigt. Nach dem Umbau bleibt das Platzangebot für die Passagiere komplett erhalten. Hinter den Einzelsitzen im Fond erhält der Pick-up eine neue Rückenwand mit beheizbarem, getöntem Heckfenster. Das Panoramadach des Ausgangsfahrzeugs wird trotz des verkürzten Daches im vollem Umfang beibehalten.

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Die kunststoffverkleidete Ladefläche bietet bei geschlossener Heckklappe eine Ladelänge von 110 Zentimetern. Wird die Heckklappe per Fernbedienung oder Knopfdruck im Cockpit geöffnet, kommen weitere 60 Zentimeter hinzu. Damit will Startech, ein Unternehmen von Brabus, speziell Kunden aus dem arabischen Raum imponieren. Denn diese könnten die Ladefläche für Käfige nutzen, in denen ihre Jagdfalken transportiert werden.

Außerdem werden in vielen Ländern weltweit Luxusautos – wie auch der Range Rover – mit hohen Einfuhrzöllen und Luxussteuern belegt. Durch den Umbau zum Pick-up erfüllt das Startech-Mobil die Voraussetzung für eine Lkw-Zulassung, wodurch diese Abgaben beim Import oft nicht mehr anfallen. Dadurch kann der Pick-up für den Besitzer in solchen Staaten preisgünstiger sein als ein serienmäßiges Luxus-SUV.

Angetrieben wir der Startech Pick-Up von einem Fünfliter-Achtzylinder-Kompressor-Triebwerk mit 387 kW/526 PS. Damit rennt er in 5,3 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h limitiert. Auch in allen anderen verfügbaren Range-Rover-Motorisierungen und in jeder gewünschten Farb- und Interieurvariante ist der Pick-up erhältlich.

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Optisch erhält der Umbau durch breitere Radlaufverbreitungen und einer optimierten Frontschürze ein verändertes Gesicht. Außerdem gibt es Kotflügelverbreitungen an Vorder- und Hinterachse, 23 Zoll-Schmiederäder und ein Fahrwerksmodul mit Luftfederung, das den Pick-up um drei Zentimeter absenken kann. Für das Heck gibt es eine neue Schürze, doppelflutige Endrohre der Hochleistungsauspuffanlage sowie einen Diffusor aus Sicht-Karbon. Preislich wird der Startech-Pick-up sicher deutlich teurer als das Ausgangsfahrzeug. Mit ähnlicher Motorisierung (5,0-Liter-V8-Benziner, 375 kW/510 PS) kostet der Range Rover aktuell 118.510 Euro.

Autor: Adele Moser/SP-X

News: Neues Mittelklasse-Modell bei Range Rover – Großer Bruder für den Evoque?

Range Rover will mit einem Mittelklasse-Modell die Lücke zwischen Evoque und Range Rover Sport füllen. Die britische Zeitschrift „Autocar“ berichtet, dass das neue Modell Ende 2016 vorgestellt werden soll. Das SUV dürfte sich mit dem für 2016 angekündigten Jaguar-SUV F-Pace Technik-Komponenten teilen, soll aber dem Bericht zufolge einen längeren Radstand und eine Siebensitzer-Option bekommen.

Zwischen dem 4,37 Meter langen Evoque und dem 4,86 Meter langen Sport ist noch Platz für ein Modell, das auf Mitbewerber BMW X3 oder Porsche Macan zielen könnte. Die neue Modellreihe solle aber auch Kunden locken, die sich ansonsten vielleicht für eine luxuriöse Limousine entschieden hätten, vermutet die Zeitschrift.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Range Rover SVAutobiography – Nobel-SUV mit optionalem Klappstuhl

Noch mehr Luxus, aber auch mehr Nutzwert: Mit dem Range Rover SVAutobiography legt Land Rover legt eine neue Topversion des Flaggschiffs auf. Das als Normal- und Langversion erhältliche Nobel-SUV ist stärker und luxuriöser als die bisherige teuerste Ausstattung, hat aber auch neue, praktische Details an Bord.

Zum Beispiel zwei ausklappbare Ledersitze auf dem unteren Teil der zweigeteilten Heckklappe. Die optionalen „Event Seats“ – sozusagen zwei noble Klappstühle für ein Päuschen bei der Jagd oder auf dem Turnier – sind normalerweise im Kofferraum verstaut. Oder der auf Wunsch lieferbare ausziehbare Kofferraumboden, der das Ein- und Ausladen vereinfachen soll.

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Die Veredelungs-Abteilung „Special Vehicle Operations“ hat ohnehin für exklusive Lösungen gesorgt: So erwartet die Fondpassagiere zum Beispiel ein Kühlfach und elektrisch ausfahrbare Tische. Aluminium-Details verschönern den Innenraum, eine zweifarbige Karosserielackierung – oben schwarz, unten eine von neun Farben nach Wahl – sowie ein neuer Kühlergrill verdeutlichen die oberste Ausstattungslinie.

Die Briten haben den bekannten 5,0 Liter großen V8-Kompressor für die neue Topversion nochmals verstärkt: Mit 405 kW/550 PS und 680 Newtonmeter Drehmoment leistet das Aggregat 40 PS und 55 Nm mehr als bisher. Über die Achtstufenautomatik wird die Antriebskraft an alle vier Räder geliefert. Neben dem V8 sind weitere Motorisierungen mit der neuen, höchsten Ausstattungslinie kombinierbar.

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Premiere feiert die neue Version auf der New Yorker Autoshow (3. bis 12. April). Zu den Preisen ist noch nichts bekannt. Die derzeit höchste Ausstattungslinie Autobiography Black kostet mit dem etwas schwächeren V8-Kompressor aber bereits mindestens 168.110 Euro.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Range Rover Evoque Cabrio – Ein SUV lässt die Sonne rein

Der Range Rover Evoque kommt 2016 als Cabrio auf den Markt. Das hat der Hersteller nun am Rande des Genfer Autosalons bekannt gegeben. Das Kompakt-SUV begründet damit zumindest in Europa eine neue Fahrzeugklasse: die des offenen Crossovers. Als Basis dient das dreitürige Coupé-Modell des Evoque, erste Erlkönigbilder zeigen einen Viersitzer mit Stoffdach und ohne sichtbare Überrollbügel.

Mit Details hält sich Land Rover rund ein Jahr vor Marktstart noch zurück. Allerdings dürfte auch das Cabrio das bekannte Antriebsprogramm des frisch gelifteten SUV-Coupés nutzen. Das heißt Allradantrieb wird zumindest als Option zu bekommen sein, unter der Haube arbeiten unter anderem die neuen 2,0-Liter-Diesel der Marke mit 150 und 180 PS. Preise sind noch nicht bekannt, der geschlossene Evoque startet als Dreitürer aktuell bei rund 35.000 Euro.

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Ganz beispiellos ist ein SUV-Cabrio allerdings nicht. Nissan hat in den USA eine entsprechende Version seines großen SUV Murano im Programm, mit Cabriodach und Allradantrieb. Ein großer Erfolg ist das Modell nicht, die Produktion endet in Kürze und einen Nachfolger wird es wohl nicht geben. Darüber hinaus sind bislang nur einige kernige Geländewagen mit entfernbarem Dach zu haben.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Range Rover Evoque Facelift – Aufgefrischter Bestseller

Vier Jahre nach der Markteinführung kommt der Range Rover Evoque im August in einer überarbeiteten Version auf den Markt. Das Facelift des Kompakt-SUV stellen die Briten auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März) vor. Neben ein paar optischen Details bekommen Coupé und Fünftürer technische Updates und einen neuen Dieselmotor.

So erhält der neue Vollaluminium-Diesel der Ingenium-Motorenfamilie Einzug in das Kompakt-SUV. Das Triebwerk ist in zwei Leistungsstufen erhältlich: mit 110 kW/150 PS soll der Evoque 4,2 Liter pro 100 km verbrauchen (109 g CO2/km), in der Variante mit 132 kW/180 PS sind es 4,8 Liter Normverbrauch (125 g CO2/km). Rund 18 Prozent weniger Verbrauch als bei der Vorgängergeneration gibt der Hersteller an, zudem bringt das Aggregat je nach Ausführung 20 bis 30 Kilo weniger auf die Waage. In einer Spritsparversion gibt es den kleineren Diesel künftig mit Frontantrieb. Darüber hinaus weiterhin erhältlich ist der bekannte 177 kW/240 PS starke Benziner.

Unterschiede bei Stoßfänger, Kühlergrill und Scheinwerfer markieren unter anderem die überarbeitete Version. Als erstes Modell von Jaguar-Land Rover verfügt das Kompakt SUV künftig über optionale adaptive Voll-LED-Scheinwerfer. Innen wurde die Instrumententafel aufgefrischt, außerdem erhält das Modelljahr 2016 neue Sitze mit optionaler Massagefunktion.

Ein neu konzipiertes Infotainment-System mit Ach-Zoll-Touchscreen, über den Smartphone-Apps bedient werden können, ist in den unteren Ausstattungslinien serienmäßig. Mit höherer Ausstattung ist zum Beispiel ein Festplatten-Navi an Bord. Als neue Option kann man eine per Fußbewegung unter dem Heck bedienbare elektrische Heckklappe oder auch der Spurhalteassistent hinzubuchen. Spurverlassenswarner und Notfall-Bremsassistent sind serienmäßig. Ob sich preislich etwas ändert, ist noch nicht bekannt. Derzeit kostet der Evoque mindestens 33.500 Euro.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

Genf 2015: Viele Neuerungen für den Range Rover Evoque

Mit einer Vielzahl an Neuerungen und Überarbeitungen, aufgefrischtem Design, neuen Motoren und zusätzlichen Technikfeatures schickt Land Rover nach mehr als 400 000 verkauften Einheiten den Range Rover Evoque ins nächste Modelljahr. Zu sehen ist das Ergebnis auf dem Genfer Automobilsalon (3. – 15.3.2015). Neue Stoßfänger und Kühlergrilllösungen sowie optionale Voll-LED-Scheinwerfer prägen den modifizierten Auftritt. Besonders auffällig sind die vergrößerten Lufteinlässe, die nun auch der Fünftürer bekommt. Im Innenraum finden sich neugestaltete Sitze und Türverkleidungen sowie ein neues Infotainmentsystem mit Acht-Zoll-Touchscreen.

Unter der Motorhaube geben die völlig neu entwickelten Dieselmotoren aus der Ingenium-Baureihe ihr Debüt. Die Euro-6-Vierzylinder leisten bis zu 132 kW / 180 PS bei Normverbräuchen von minimal bis zu 4,2 Litern pro 100 Kilometer (CO2: 109 g/km) beim TD4 mit 110 kW / 150 PS.

Der Spurverlassenswarner ist in der Modellgeneration 2016 serienmäßig an Bord. Als neue Sicherheitsausstattung wird ein Aufmerksamkeits-Assistent in die Baureihe eingeführt. Eine optionale 3G-Antenne soll für besseren Mobilfunkempfang sorgen.

 

 

(ampnet/jri)

Kolumne: Der neue Land Rover Discovery Sport

Der Habby sagt (Anmerkung der Red., Kollege Griesinger meint damit Bjoern Habegger, die „Blog-Mum“ hier), Soccer Mums fahren Land Rover Evoque. Falsch! Viel zu klein und nicht imposant genug. Die richtigen Lifestyle Mütter fahren Cayenne, Range Rover, Q7, X5 oder M-Klasse. Der Rest fährt uncoole Vans. Mit verwüsteten Innenräumen, den plärrenden Bälgern mit ihren Schokoladenresten, Kaugummis und Brötchenkrümeln sei Dank. Doch es keimt Hoffnung auf, dass sich zukünftig auch die nicht ganz so besser verdienenden Mittelschicht mit dem Flair von SUVs schmücken kann, denn: Mittelklasse Crossover Modelle boomen und vermehrt sind auch Modelle für die ganz fortpflanzungswütigen Paare darunter zu finden: die Siebensitzer. Der neue Land Rover Discovery Sport gehört dazu.

Range Rover Discovery Sport

Der Name führt komplett in die Irre!

Der Begriff„Sport-Utility-Vehicle“ beinhaltet bereits einmal den Begriff der körperlichen Ertüchtigung. Der neue Disco SUV bekommt ihn als Suffix noch einmal dazu. Sport im Quadrat also? Mitnichten! Denn obwohl dieser Land Rover in seiner Klasse mit 4,6 Metern Außenlänge nicht der Größte ist, seine mindestens 1,8 Tonnen Lebendgewicht machen ihn definitiv nicht zum Leichtesten und zu hoch ist er mit 172 cm sowieso. Denn wir alle wissen ja: nur drahtige Leichtgewichte in der Athletik sind erfolgreich. Sportlich am Discovery Sport sind also nur die Kinder, die Mama vom Fußball abholt.

Und die beginnen spätestens dann zu maulen, wenn Mutti mal Gas geben soll. Egal, ob die sparsamen Diesel mit 150 oder 190 Pferdchen oder der in Deutschland sicherlich unverkäufliche Benziner mit 240PS: Fahrdynamik in die Längsrichtung fühlt sich anders an. Und die Querbeschleunigung? Huch, da fangen die lieben Kleinen ja richtig an zu johlen, denn der mit Elektronik vollgestopfte Allradantrieb und die ordentliche Fahrwerksabstimmung geben der verkappten Racer-Mum durchaus die Möglichkeit, das SUV-Schiff sportlich um die Kurven zu prügeln. Doch kommt so etwas in der Realität auch tatsächlich vor? Kaum, denn eigentlich bringt frau/man (Sorry, Gleichberechtigung muss sein) die Kids nur ein paar Straßenecken weiter zum Kindergarten, zum Blockflötenunterricht oder zum/r allerbesten Freund/in. Da braucht es keinen Sport, sondern nur gelenkige Kinder, die sich auf die zwei Klappstühle im Kofferraum quälen können oder hoch thronend in der zweiten Sitzreihe Platz nehmen dürfen. Hach, Vans wären in dieser Situation ja eigentlich so viel praktischer. Doch die sind so uncool und machen auch vor der frische finanzierten Doppelhaushälfte einen echt schäbigen Eindruck.

SUV muss also sein und der Dicovery Sport reißt eigentlich gar keine so großes Loch in die Familienkassen: bei 32.250 Euro startet der Spaß, doch dann fehlen sowohl der Allradantrieb, die feine 9-Stufen-Automatik oder die ordentlich was hermachenden 20“ Räder. Ach, die sind Pflicht, um auch bei den lieben Nachbarn Eindruck zu schinden? Tja, dann klettert das Preisschild ganz zügig Richtung 50.000 Euro. Das muss es einem schon wert sein, um ein wenige britische Noblesse sein eigen nennen zu dürfen. Doch dafür bekommt man eben auch ein wenig Glanz und fein vernähtes Leder von den luxuriösen Range Rover Modellen ab und beinahe auch die Geländegängigkeit des Defenders. Die Frage ist nur, wie oft braucht Mami wirklich die 60 Zentimeter Wattiefe, mächtige Rampen- und Böschungswinkel  sowie die Terrain Response Steuerung mit bis zu fünf Fahrprogrammen, um die eigene Brut und deren Freunde zur Nachmittagsvorstellung ins Kino zu bringen?

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Ja, Land Rover hat viel Aufwand betrieben, um mit dem Discovery Sport ein modernes wettbewerbsfähiges Fahrzeug auf die Räder zustellen, das optisch ansprechend irgendwo zwischen aufgepumptem Evoque und geschrumpftem  Range Rover liegt. Herausgekommen ist ein wirklich gutes Auto. Man muss daher kein Hellseher sein, um sagen zu können, dass dieser Crossover ein Erfolg wird. Doch warum muss dieser Discovery diesen völlig unnötigen Namenszusatz „Sport“ mit sich rumtragen?

leser-hinweis
Eventuell sollte man erst einmal eine Testfahrt unternehmen? Warum nicht gleich mit dem großen Bruder des Discovery Sport? Der Range Rover ist zu teuer? Aber nicht in 1:43! Fahren Sie doch den einmal 🙂 – oder lesen Sie unseren Fahrbericht zum großen Range.
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Der Range Rover als 1:43 Modell Modell Car World präsentiert:
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Land Rover Range Rover, matt-grau/schwarz 2013

Maßstab: 1:43 – Metall / Kunststoff – Fertigmodell
Premium X – Nr. 199233

[button type=“bd_button btn_large“ url=“http://www.modelcarworld.de/de/Premium-X/199233/Modellauto-Land-Rover-Range-Rover-matt-grau-schwarz.htm“ target=“on“ button_color_fon=“#cc0001″ button_text_color=“#ffffff“ ]Zum Webshop von Model Car World[/button]

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BTG-Rundenrekord im Range Rover Sport

Update: Nein, es war doch nicht BTG, es war die Industriepool-Runde, ab/bis T13. Das macht die Sache noch ein wenig spektakulärer. Und ja - ich hatte BEVOR ich den Artikel schrieb, extra nachgefragt. Sei es drumm:

 

Okay, es ist ein Rundenrekord für die SUV-Klasse. Aber es ist ein Rundenrekord. Mit 8 Minuten und 14 Sekunden wurde ein Testfahrzeug für den kommenden Range Rover Sport SVR auf der Nordschleife gestoppt.  Damit ist der SVR RAnge im übrigen schneller als der Jeep Grand Cherokee mit einer 8:49 und einem Cayenne Turbo S, der die Nordschleife bereits in einer 8:33 umrundete [Quelle].

Beim Goodwood Festival of Speed“ im Juni feierte der Range Rover Sport SVR seine Fahrpremiere vor großem Publikum. Anschließend kehrte das dynamische Modell in die Eifel zurück, um das intensive Testprogramm fortzusetzen. Das „dicke Ding“ ist dabei leistungsstark wie kein Land Rover zuvor: Der weiter entwickelte 5,0-Liter-Kompressor-V8 bringt 550 PS an die vier angetriebenen Räder – 40 PS mehr als beim bisherigen Supercharged-Topmodell.

Rundenrekord auf der Nordschleife

Für die Optimierung von Handlingeigenschaften und Fahrverhalten eignet sich der Nürburgring ideal. Mit ihrem welligen Profil ist die berühmte Nordschleife die ultimative Teststrecke gerade für Hochleistungsmodelle. Und dazu zählt nun auch der Range Rover Sport.

Mike Cross, Chief Engineer Vehicle Integrity bei Land Rover, erklärt: „Der Nürburgring ist für die Modellentwicklung und -erprobung einer der härtesten Prüfsteine. Auf den 20,8 Kilometern mit seinen mehr als 70 Kurven kann man Autos stärker, zuverlässiger und schneller machen. Wir wollten herausfinden, ob sich ein SUV in diesem anspruchsvollen Umfeld wie ein Sportwagen verhalten kann. Das Ergebnis dieses Projekts ist spektakulär: Der neue Range Rover Sport SVR hat eindrucksvoll demonstriert, dass er auf der Straße wie ein echtes Performance-Modell auftritt.“

Für die Entwicklung des neuen Range Rover Sport SVR zeichnet das Spezialistenteam von Jaguar Land Rover Special Vehicle Operations verantwortlich. Sie hatten das Ziel, den am stärksten leistungsorientierten Range Rover Sport aller Zeiten zu schaffen – und dies ohne Abstriche beim hohen Fahrkomfort der Baureihe und ihren bemerkenswerten Geländeeigenschaften zu machen. So verfügt auch der Range Rover Sport SVR über eine Getriebeuntersetzung für harte Offroad-Einsätze und über die 850 Millimeter messende Wattiefe, die alle übrigen Varianten der erfolgreichen Modellreihe auszeichnet.

Der neue Range Rover Sport SVR wird im kommenden Jahr in den Ausstellungsräumen der Land Rover-Händler eintreffen.  Ob man dann aber gleich auf die Nordschleife abbiegen muss? Vermutlich eher nicht.

Land Rover Experience Center

Land Rover Offroad-Erfahrungen

Mein Oberkörper hängt mit viel Gewicht im Gurt, mit beiden Armen stütze ich mich fest am Lenkrad ab. Doch dieses Mal ist es nicht die Verzögerung die meinen gesamten Körper in Richtung Lenkrad drückt – dieses Mal blicken meine Augen durch das Glasschiebedach direkt in Richtung Horizont, während der Wagen auf einer 110° steilen Abwärtsrampe parkt.

Königlich kultig durch das Gelände

Mein erstes Mal ohne Asphalt führt mich sehr schnell an einen Punkt, an dem ich den Instruktor an meiner Beifahrerseite mit ernsten Unterton fragte, ob er sich wirklich  sicher ist. Vor mir öffnet sich der grau verhangene Himmel des Bergischen Land – eine asphaltierte Straße sehe ich schon lange nicht mehr. Einzig die Tatsache, dass es vor mir steil Bergab geht, ist mir bekannt. Geschätzte 50 Meter Höhenunterschied sind zu bewältigen und alles was ich nun tun soll ist, die Bremse lösen, unseren Range Rover Sport in das weite „Nichts“ vor der Windschutzscheibe rollen lassen und dann bloß nicht mit mehr mit den Füßen auf das Bremspedal steigen.

Range Rover Sport Pfütze

Ich vertraue meinem Co-Piloten und Instruktur, auch wenn mir – ich gebe es zu – ein wenig mulmig dabei zumute ist. Die 2 Tonnen des Range Rover Sport kippen vorne über und noch bevor ich den Druck in meinen Armen verstärken konnte, um den Oberkörper vor dem satten eintauchen in den Gurt zu bewahren, hat die Bergabfahrhilfe des englischen Offroaders eingegriffen und lässt die wuchtige englische Adelskutsche mit kontrolliertem Schlupf an den Rädern in slow motion die 110° Gefälle hinab rollen.

Range Rover Sport

Tatort: Das  Gelände des Land Rover-Experience-Center bei Wülfrath im „Bergischen Land“. Der mittlerweile in indischer Hand befindlichen Allrad-Spezialist aus  dem Land des „five o’clock teas“ hat inmitten eines alten Steinbruchs ein abwechslungsreiches Gelände mit unterhaltsamen Offroad-Szenarien geschaffen, die den unerwarteten Geländewagen-Fahrer zunächst vor ernsthafte Sinnfragen stellt.  Und dennoch – über Stock und Stein und mit Neigung über Rampen zu fahren, die man sonst nicht einmal zu Fuß begehen würde, dass war eine echte Erfahrung mit anhaltendem Unterhaltungswert.

Auf über 100.000 m² lassen sich der kultige Land Rover Defender, Soccer-Mums Liebling der Range Rover Sport, die erste Wahl des englischen Königshaus – der neue Range Rover, der Lifestyler  Evoque, der Freelander 2 und natürlich der Discovery 4 ordentlich nutzen. Endlich den Allradantrieb auskosten und den Unterschied zwischen einem Geländewagen-Urvieh (Defender) und einem Lifestyle-SUV (Evoque) erfahren. Wenig überraschend wird die Ausfahrt im Defender zu einer Zeitreise zurück in die Gründerväterzeit des Allradantriebes.

Land Rover Defender

DEFENDER

Die Sitzposition des Urvaters vieler Geländewagen ist, für vom Wohlstand der neuen Kompaktwagenklasse verwöhnte Fahrer, ungewöhnlich nah an der Fahrertür. Mit kräftigen und immer wieder für Kontakt zwischen Seitenscheibe und Ellenbogen sorgenden Lenkbewegungen, lässt sich die Zeitreise zurück auf den Kutschbock erleben. Aufrecht und mit intimen Kontakt zwischen Fahrerbrust und Lenkrad freut man sich über eine unschlagbare Übersichtlichkeit im Gelände. Dank einer Karosseriegestaltung die einzig ein Lineal als Hilfsmittel kannte – blicken Fahrer und Beifahrer vom uneitlen Thron der Offroad-Funktionalitäten auf die schroffe Landschaft hinaus. Der Schalthebel setzt eine Fahrerpersönlichkeit voraus, die genau weiß was sie will. Ebenso unwirsch zur Zusammenarbeit bereit, zeigt sich der zweite Hebel, zuständig  für die Getriebe-Untersetzung und das Mitten-Differential.  Wer haptische Eleganz erwartet, darf den Urvater des 4×4-Lebens nicht als Geländewagen-Alternative in betracht ziehen.

Der Defender ist ehrlich, schroff, ein Tier, einer der im Gelände nicht nachgibt. Liebhaber von Pussy-Schubkarren suchen sich bitte ein anderes Modell.

Land Rover Defender

 

Land Rover Evoque

Evoque

Wenn Lifestyle-Attitude auf Geländewagen-Ernsthaftigkeit trifft, dann muss am Ende eine der beiden Eigenschaften unter der Dominanz der anderen leiden. Im Falle des Evoque kann man positiv vom „geilsten“ Land Rover Design aller Zeiten sprechen oder von einem Geländewagen, der zum ersten Mal in der launischen Geschichte des Empire, mehr Design als Offroad-Talent besitzt. Für alle Soccer-Mums sei an dieser Stelle zur Beruhigung jedoch dargelegt: Der Feldweg zum Fußballplatz beim Auswärtsspiel des Nachwuchses entlockt auch dem mondän gezeichneten Evoque nur ein müdes Lächeln.

Natürlich fehlen dem schneidig feschen Evoque zwei sperrbare Differentiale und zur vollständigen Kompromittierung der Geländewagen-Verwandschaft im eigenen Haus, kann man den Evoque sogar ohne Allradantrieb ordern.

Um der Welt jedoch zu zeigen – welcher Brut der, dem Zeitgeist folgende Kompakt-SUV entstammt – wird Land Rover 2013 mit 10 Evoque die 15.000 km lange Strecke von Deutschland nach Indien, zum großen Teil entlang der Seidenstraße fahren.

Range Rover Evoque wasser

Range Rover

Range Rover

Über 400 kg leichter als sein Vorgänger, mit einem Leergewicht von mehr als 2.2 Tonnen, aber noch immer kein Leichtgewicht. Der neue Range Rover verkörpert, wie der Defender, die traditionellen Werte des Hauses Land Rover. Nur deutlich komfortabler. Herrschaftlich wie ein englisches Landhaus.

Distinguiert feudales Ambiente empfängt die Insassen, sobald diese den loungartigen Innenraum erklommen haben. Einmal eingestiegen überlässt man die Probleme des Alltag dem Fahrzeug und seiner aufwendigen Allradtechnik. 90 Zentimeter tiefe Flussdurchfahrten? Kein Problem!  110° Gefälle hinab fahren, auf halber Strecke anhalten und dann wieder rückwärts hinauf? Kein Problem! Sand, Geröll und Schlaglöcher die so groß und tief sind, dass darin Kleinwagen verschwinden? Kein Problem!

Ein V8 Dieselmotor der die Kraft von 700 Nm über ein Drehzahlband von 1.750 bis 3.500 Umdrehungen bereitstellt und aus dieser  Leistungsdarbietung eine pathetische Hymne auf die Dramatik der Selbstzünder-Leistungsfähigkeit anstimmt, hat einen effektiven Antriebsstrang verdient. Im Falle des neuen Range sind es 8 Gänge, 2 elektronisch angesteuerte vollständig sperrbare Differentiale und eine Luftfederung die eine Differenz von über 60 Zentimeter überbrückt.

Die Aluminium-Karosserie des Range hat an Gewicht verloren, das Erscheinungsbild ist so dominant und selbstsicher wie immer.   Es ist diese Autorität im gesamten Erscheinungsbild, die aus einem schlicht überdimensional großen Geländewagen einen beeindruckenden Königswagen werden lässt. Besonders erfreulich dürfte für die Britische Königsfamilie (die aus Tradition auf den Range vertraut) die Tatsache sein, dass dem indischen Besitzer zum Trotz, kein englischer Geländewagen mehr so „royal“ wirkte, wie dieser neue Range. Ganz egal ob er vor dem Country-Club steht, auf dem Golfplatz oder auf einem Geländewagenpfad, der zu Fuß schlicht unbegehbar ist.

Range Rover