Die letzten Diesel

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In der kernigen Stepway-Aufmachung wirkt der Dacia Lodgy teurer als er ist

Der Diesel hat es zunehmend schwer. Vor allem in kleinen und günstigen Modellen ist er häufig gar nicht mehr zu haben. Ein paar Selbstzünder-Schnäppchen gibt es aber noch.

Diesel-Fahren ist fast zum Luxus geworden. Gab es den Selbstzünder früher in jeder Preis- und Fahrzeugklasse, ist das Angebot seit dem Abgas-Skandal stark geschrumpft. Gleichzeitig haben die schärferen Schadstoff-Anforderungen die Technik-Kosten bei den verbleibenden Modellen steigen lassen. Wer heute einen neuen Diesel für kleines Geld will, muss lange suchen. Wir haben fünf Beispiele mit Basispreisen unter 25.000 Euro gefunden –  von klein bis relativ groß. 

Eines vorweg: In der Kleinstwagenklasse oder bei den meisten asiatischen Importeuren braucht man gar nicht mehr schauen. Sorgte diese Kombination noch vor gut einem Jahrzehnt für attraktive Preise knapp über der 10.000-Euro-Grenze, ist sie heute auf dem Neuwagenmarkt nicht mehr zu finden. Das preissensible Segment und der zunehmend teure Antrieb passen nicht mehr zusammen. So startet der Diesel heutzutage in der Kleinwagenklasse. Und unter 16.000 Euro nur in Ausnahmefällen noch etwas zu machen. Eine wirkliche Auswahl gibt es erst ab rund 20.000 Euro. Die Investition in den sparsamen Selbstzünder kann sich aber auf lange Sicht lohnen – vor allem für Extrem-Vielfahrer. Ob in der Stadt oder auf der Autobahn, bei der Kombination aus Reichweite und Kilometerkosten ist der Diesel weiterhin topp. 

Dacia Lodgy Blue HDi 100


Wer einen möglichst günstigen Diesel-Neuwagen sucht, ist bei den Rumänen generell richtig. Weil auch die Renault-Tochter ihr Selbstzünderl-Angebot zusammengestrichen hat, ist der günstigste HDi im Angebot ein relativ großes Modell: der fünf- bis siebensitzige Van Lodgy. 16.290 Euro kostet die Basisvariante mit dem 85 kW/116 PS starken 1,5-Liter-Motor. Die Ausstattung ist nicht so lückenhaft wie man befürchten könnte (unter anderem sind Klimaanlage, Tempomat und Dachreling an Bord), wer 800 Euro mehr investiert, bekommt die schickere Variante „Stepway“ im Offroad-Stil. Offizieller Verbrauch des handgeschalteten Modells: 4,2 bis 4,4 Liter auf 100 Kilometer. 

Opel Corsa 1.5 Diesel


Von dem einst üppigen Diesel-Angebot (beim Corsa D gab es noch sechs Varianten) ist in der aktuellen Generation des Kleinwagens nur noch eine übrig. Der 75 kW/102 PS starke Vierzylinder soll sich im besten Fall mit 4,0 Litern Verbrauch zufrieden geben, wartet im Gegenzug aber mit vertretbaren Fahrleistungen auf (Vmax 188, 10,9 Sekunden von null auf 100), die gut zur generell agilen Abstimmung des Rüsselsheimers passen. Die Preise starten bei 20.270 Euro, seit das gut 2.000 Euro günstigere Basismodell aus dem Programm genommen wurde. Dafür ist in Sachen Ausstattung das wichtigste an Bord. 

Ford Focus 1.5 Eco Blue


Ab der Kompaktklasse wächst das Angebot an Diesel-Modellen wieder. Für den Ford Focus gibt es immerhin drei Optionen, von denen aber nur eine unter der 25.000-Euro-Schwelle bleibt: der 70 kW/95 PS starke Basis-Vierzylinder. Der 1,5-Liter-Motor ist naturgemäß von dem knapp 4,38 Meter langen Fünftürer stark gefordert, auch was den Durst angeht: Mit 4,2 bis 4,8 Litern zählt der zumindest beim Normverbrauch zu den durstigeren Modellen im Vergleich. Zudem ist die Ausstattung vergleichsweise dürftig, was besonders schmerzt, da viele Extras für den Basis-Diesel auch gegen Zuzahlung nicht zu haben sind. 

Fiat Tipo 1.3


Die Italiener sind vor allem für günstige Kleinwagen bekannt, haben mit dem Tipo Kombi seit Ende 2016 in Deutschland aber auch einen echten Lademeister im Programm. Der Kompakte tritt außen modern und wertig auf, bietet innen bis zu 1.650 Liter Gepäckraum. Wer den 70 kW/95 PS starken Diesel wählt, zahlt günstige 22.500 Euro und muss dabei nicht einmal auf die wichtigsten Extras verzichten. Neben Tempomat und Klimaanlage ist auch ein Touchscreen-Infotainmentsystem an Bord. Verzichtet werden muss vor allem auf Optik-Extras wie lackierte Stoßfänger und weichere Kunststoffe im Innenraum. Besonders dynamische Fahrleistungen braucht man allerdings nicht zu erwarten.  

Citroen C3 Aircross Blue HDI 110


Noch vor wenigen Monaten gab es sogar mehrere Kompakt-SUV in der Preisklasse bis 25.000 Euro. Als hätten sie sich abgesprochen, stehen sie mittlerweile bei 26.000 Euro plus. So bleibt in dem von uns gewählten Preisbereich wenig Wahl, was Crossover angeht. Selbst in der Mini-Klasse sind die Modelle entweder zu teuer oder nicht mehr mit Diesel zu haben. Zu den wenigen Angeboten an hochgebockten Pkw zählt der seit 2017 angebotene Citroen C3 Aircross. Als 81 kW/110 PS starker Blue HDI 110 kostet der knapp 4,16 Meter lange Franzose in der einfachsten Ausführung 22.840 Euro. Und selbst die zweithöchste Linie „Shine“ bleib mit 24.450 Euro knapp unterm Limit. Dann ist sogar ein wenig Luxus wie Klimaautomatik, Navigationssystem und 16-Zoll-Aluräder an Bord.

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