Jetzt im Test: Welches Fahrradträgersystem ist das Richtige?

Die Qual der Wahl beim richtigen Fahrradträger fürs Auto. Worauf es zu achten gilt wenn man sich ein neues Fahrradträgersystem anschafft erfahren Sie in diesem Artikel.
Jetzt im Test: Welches Fahrradträgersystem ist das Richtige?
Fahrradträgersysteme

Einleitung
Wie soll ich mein Fahrrad bloß mit in den Urlaub nehmen?“, hat sich schon so mancher Autobesitzer gefragt. Hierfür stehen Ihnen als Endkunde mehrere Systeme offen. Je nach Einsatzzweck, kann die Entscheidung über das genutzte System ganz unterschiedlich ausfallen – ganz zu Schweigen von der Kostenfrage. Sozusagen bleibt Ihnen die Qual der Wahl beim richtigen Fahrradträger fürs Auto…worauf es zu achten gilt etc., was diese taugen und wo die jeweiligen Vor- und Nachteile liegen, haben wir für Sie kurz zusammengefasst. Wir betrachten folgende Lösungsansätze: Dachträger, Heckträger mit und ohne Anhängerkupplung, im Fahrzeug integrierte Systeme und den einfachen Transport im Fahrzeug selber.

Oberste Prämisse – Sicherheit geht vor bei den Fahrradträgersystemen

Vor noch wenigen Jahren gab es auf dem Markt zahlreiche Trägersystem mit teils erheblichen Mängeln. So konnte es durchaus passieren, das in einer unbedacht zu scharf genommenen Kurve manches Fahrrad die vorgesehen Halterung verließ. Der Schock saß bei den Betroffenen meist tief. Um hier potentiell gefährlichen Unfällen vorzubeugen, haben die Hersteller zwischenzeitlich ihre Hausaufgaben gemacht und nachgebessert. Für Sie als Autofahrer bedeutet dies aber: besser Finger weg von gebrauchten Systemen! Zu sehr können über die Jahre Wind und Wetter am Zustand der Träger genagt haben – oft auch für das bloße Auge nicht direkt erkennbar. Außerdem gilt: Nur weil ein Träger für den Vorbesitzer X beim Auto Y gut funktioniert hat, muss dies nicht notwendigerweise bei ihrem Gefährt so sein. Da günstige Trägersysteme teils schon unter 100 Euro neu zu haben sind, lohnt ein Gebrauchtkauf auch aus preislicher Sicht meist nicht.

Die Montage und das Beladen von Fahrradträgersystemen

Es versteht sich von selbst, dass bei der Montage der Träger sorgfältig gearbeitet werden muss. Einige Anbieter übernehmen (teils im Preis inklusive, zumeist bei Systemen ab 400-500 Euro) die fachgerechte Anbringung an ihrem Fahrzeug. So sind Sie rechtlich im Fall der Fälle auf der sicheren Seite. Zusätzlich sollte beim Beladen der Träger zu zweit gearbeitet werden. Hektik ist hier der Feind der Sicherheit. All zu leicht können sonst fehlende Verschraubungen, nicht richtig verzurrte Spanngurtsysteme oder locker sitzende Halterungen eine böse Überraschung mit sich bringen! Das zulässige Gewicht sollte unbedingt beachtet werden (auch das des Fahrzeuges selber!). Dach- und Anhängerkupplungsträger weisen meist eine zulässige Belastung von 50-100 Kilogramm auf. Mit beispielsweise vier Fahrrädern für eine ganze Familie kommt man so schnell an das erlaubte Limit des Fahrzeuges! Allerdings können beispielsweise Dach- und Anhängerkupplungsträger kombiniert werden, um das Gewicht besser zu verteilen. Bei Elektrofahrrädern kann man de Weiteren praktischerweise die Akkus abnehmen und im Auto selbst transportieren. Voraussetzung: Das zulässige Gesamtgewicht des Autos wird nicht überschritten (was mit beispielsweise vier Fahrrädern, vier Insassen und deren Gepäck sehr schnell passieren kann).

Dachgepäckträger – der Klassiker und die Alternative zu den Fahrradträgersystemen am Heck

Sofern das eigene Fahrzeug über die Möglichkeit verfügt ein Dachträgersystem zu montieren (was nicht bei allen Fahrzeugmodellen gegeben ist!), können so 2-4 Fahrräder transportiert werden – je nach zugelassener Höchstbelastung. Dadurch bleibt der komplette Laderaum im Fahrzeuginneren erhalten und es entstehen keine hässlichen Kratzer und Dellen durch sich im Inneren bewegende Fahrräder. Offiziell existiert in Deutschland (wohl aber in anderen Ländern Europas) zwar keine Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung für Autos mit Fahrrädern auf dem Dach, aber bei Unfällen ab 120 km/h unterstellen Versicherungen und ggf. der Verkehrsrichter eine Mitschuld. Wer so zu schnell fährt, gefährdet fahrlässig den Verkehr und muss mit Nachforderungen oder einem Bußgeld rechnen. Wer zwei Fahrräder für Erwachsene und ggf. noch die Kinderfahrräder transportieren möchte, wird mit der Dachlösung vor Allem bei Limousinen, Coupés und Kombis glücklich werden. Hier kann im Zweifel auch ein gebrauchtes System aufgrund der breiten Marktverfügbarkeit gute Dienste leisten, sofern Sie dessen Belastungsgrenze nicht unnötig “austesten.” SUV-, Van oder gar Nutzfahrzeugfahrer werden damit wahrscheinlich nicht glücklich – außer, sie wollen beim Be- und Entladen sportliche Kunststücke vollbringen. Kosten: ab rund 100-500 Euro.

Heckträger auf der Anhängerkupplung – Elegant und platzsparende Lösung für Fahrradträgersysteme

Mit einer Anhängerkupplung ausgestattete Fahrzeuge eignen sich hervorragend für dieses System. Zwar wird das beladene Fahrzeug beim Fahren deutlich hecklastiger Reagieren und die Heckklappe (z.B. beim Ausladen) nicht mehr geöffnet werden können, dafür jedoch muss man sich beim Be- und Entladen nicht abmühen und kann selbst schwere Elektrofahrräder sehr sicher transportieren. Zudem ist die Seitenwindempfindlichkeit im Vergleich zum Dachgebäckträger deutlich geringer ausgeprägt. Acht geben sollten Sie bei wegklappbaren Anhängerkupplungen. Nicht alle solche Ausführungen sind für Dachgepäckträger ausgelegt bzw. die zugelassene Last kann von der “starren Variante” des eigenen Fahrzeugmodelles abweichen. Kosten: 150-600 Euro.

Jetzt im Test: Welches Fahrradträgersystem ist das Richtige?
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Heckträger ohne Anhängerkupplung – Nur in Sonderfällen zu empfehlen

Die Grundidee ist klar: “Wenn keine Anhängerkupplung vorhanden ist, dann muss man eben mit Klammern und Haken den Träger an der Heckklappe fixieren.” Bei Fahrzeugen mit einer sehr steilen Heckklappe (z.B. Busse und Transporter) kann dies für den Dauereinsatz eine interessante Lösung sein. Als nur sporadisch genutzte Lösung, die wieder abmontiert werden soll, ist dies weniger zu empfehlen. Die Chance, dass Sie ihr Fahrzeug mit undekorativen Kratzern beim an- und abmontieren “verschönern”, ist viel zu groß. Auch ist die Montage teils recht anspruchsvoll. Ein Werkstattbesuch ist fast immer nötig. Falls Sie hingegen ihren Transporter dauerhaft als Universalcampingfahrzeug mit beständig montierten Fahrradträgern umbauen möchten, kann dies eine gute Alternative darstellen – ganz ohne Anhängerkupplung. Kosten: ab rund 50-400 Euro.

Fahrradträgersysteme: Einladen statt aufladen – die simple Methode

Wenn es das Fahrzeug hergibt, können die Fahrräder auch im Autoinneren transportiert werden. Für Klappräder ist dies quasi ein “No-Brainer.” So können elegant zahlreiche, sicherheitsrelevante Fragen rund um Montage und Zuladung umgangen werden. Praktischer Nebeneffekt: Auf Autobahn und Co. darf mit “voller Geschwindigkeit” gefahren werden. Als Halter eines geräumigen Transporters oder Familien-Vans steht so dem schnellen Ausweg ins Grüne mit Auto und Fahrrad nichts im Wege. Für längere Reisen wird hingegen wohl der dadurch reduzierte Kofferraum seinen Tribut fordern. Als Faustregel gilt: Zwei Personen können in einem Mittelklasse-Kombi ihre Fahrräder im Kofferraum und auf der (umgeklappten) Rückbank mitnehmen, ohne das der Stauraum für Koffer, Picknickdecke etc. zu knapp ausfällt. Hauptsächlich geeignet ist diese Methode beim Transport von Elektrofahrrädern. Diese sind teilweise auch ohne montierten Akku vergleichsweise schwer und können leicht die zugelassenen Gewichtswerte mancher Trägersysteme überschreiten. Des Weiteren haben Mountainbikefans hier Vorteile. Die kleinere Bereifung (max. 26 Zoll) vereinfacht das Einladen und Verstauen deutlich. Das Fahrrad gleich teils oder komplett auseinanderzubauen ist hingegen nur in Einzelfällen zu empfehlen. Hier lohnt ein dediziertes Trägersystem schnell, da “jedes Mal auf- und abbauen” Zeit kostet und zu Verschleiß am Rad führt. Auf jeden Fall sollte man auch beim Innentransport die Fahrräder per Spanngurt festzurren und mit Decken abdecken, um Kratzer zu vermeiden. Kosten: ein paar alte Decken und 20 Euro für einen guten Spanngurt.

Beim Neuwagenkauf eine Option – integrierte Radträger

Opel hat es vorgemacht, andere Hersteller haben nachgezogen: von Werk aus integrierte Heckträgersysteme. Diese sind im Normalzustand in einer Art “Schublade” unter dem Kofferraum versteckt und werden bei Bedarf “herausgezogen” und zu einem vollwertigen Heckträger (für meist bis zu zwei Fahrräder) ausgefahren. Eine ideale Lösung für jene, die einen Heckträger und einen angehängten Anhänger gleichzeitig nutzen möchten. Ebenso ist dies für den gelegentlichen Radtransport ideal. Einziger Nachteil: Diese Systeme sind nicht nachrüstbar und meist nur beim Neuwagenkauf gegen Aufpreis verfügbar. Der Markt an Jahreswagen und ähnlichen, jungen Gebrauchten ist diesbezüglich noch sehr überschaubar. Kosten: 500-2500 Euro.

Fazit zu Fahrradträgersystemen im Test

Die Qual der Wahl beim richtigen Fahrradträger fürs Auto…worauf es zu achten gilt etc. kennen Sie nun. Solide Dachträger fangen bei rund 150 Euro an und kosten in der Regel bis zu 600 Euro. Ein Heckträger schlägt mit 50-500 Euro zu Buche. Dabei sind die günstigen Modelle leider meist nur eingeschränkt zu empfehlen, da die Traglast und Stabilität (insbesondere beim Transport mehrerer Räder) zu Wünschen übrig lässt. Mit rund 300-400 Euro bekommen Sie Modelle mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und allen nötigen Sicherheitsfreigaben geboten. Die speziellen, integrierten Radträger kosten je nach Hersteller bis zu mehreren Tausend Euro Aufpreis. Hier lohnt es sich eher auf Sondermodelle oder Rabattaktionen der Fahrzeughäuser zurückzugreifen. Vom Aufwand her ist der Transport IM Fahrzeug immer noch am geringsten. Der Dachtransport ist komplizierter und gerade für ältere Semester anstrengender – der Hecktransport somit meist die beste Lösung.

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